Archiv der Kategorie: Lebenslust

Me Made Mittwoch mit den letzten Sonnenstrahlen

Die Fotos für heute sind gestern Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein entstanden. Weil aber das Wetter heute genau so schön werden soll, und ich den ganzen Tag eingesperrt bin, haben wir , also die Tochter-Fotografin und ich, schon vorgearbeitet.DSC_0171

 

Das passiert, wenn man versucht, für lasziv-elegante Fotos am Baum zu posen: Da fehlt dann schnell mal ein Bein, ein Fuß und die Balance.DSC_0175Dann halt nicht!DSC_0191Neuer Versuch, schon besser. Aber die Ambitionen mit dem Model-Job lasse ich dann wohl besser fallen. Egal, ich trage heute Burda 10/2012, Modell 108, hier und hier bereits gezeigt. Vermutlich hat das Kleid seinen letzten Auftritt in diesem Jahr, weil es doch eher was für kühlere Sommertage ist. Mir fehlt eine hübsche Strickjacke, um das ganze kältetauglich zu machen.

Genäht habe ich übrigens eine 38, laut Burda soll das meinen Maßen entsprechen. Tut es aber nicht, und deshalb bin ich nach einigen Versuchen beim Nähen von Burda wieder bei der 36 mit 1,5 cm Nahtzugabe gelandet, dann muss ich nicht so viel rausnehmen. Bei diesem Modell habe in an den Seiten rund 6cm weggenommen, das ist mehr als eine Größe.DSC_0217

Mein Stoff ist eine leichte, bestickte Baumwolle, die ich seinerzeit bei HÜCO abgeschleppt habe. Wer sich das Kleid nachnähen will, sollte die Kellerfalten im Oberteil innen absteppen, das Bügelt sich später deutlich besser.

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Ach ja, Taschen habe ich natürlich auch noch spendiert.

Heute ist natürlich MeMadeMittwoch, daher seht Euch die schönen selbstgenähten Sachen auf dem MMM-Blog an!

Ich denke daran, im November einen kleinen, privaten MeMadeMonat zu veranstalten, der November ist ja so ein Monat, den man sich irgendwie schön machen muss. Wer Lust hat, auch jeden Tag MeMade zu tragen und darüber zu bloggen, kann sich dann bei mir mit einem Kommentaren verlinken, Linkregeln wie beim MMM.

12-tel Blick im März

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Februar

12-tel Blick im Februar

Das erste Quartal ist vorbei und hier kommt der März-Blick auf meine Staudenrabatte. Das Gras im Vordergrund wurde abgesengt, es wächst danach viel besser, die Krokusse sind vorbei und ich bin dazu gekommen, die vertrockneten Staudenstängel abzuschneiden. Ein paar warme Tage gefolgt von Regen haben alles in die Höhe schießen lassen, besonders das Unkraut. Ein bisschen wenig bunt ist es schon hier, das liegt vor allem an den blühfaulen Narzissen, die mich in diesem Jahr ein bisschen hängen lassen. Allerdings sind die Traubenhyazinthen fleißig dabei, Farbe in das Beet zu bringen.

12-tel Blick 3-14

12-tel Blick im März

Mehr Fotos aus dem März findet ihr bei Tabeas außergewöhnlicher Sammlung.

Alle meine Baustellen

Baumhaus 1

Baumhaus im November

Was hat ein Baumhaus, dessen Dach aussieht, wie ein gut aufgegangener Blätterteig mit einer Quiltdecke zu tun?

Baumhaus NordseiteAuf den ersten Blick gar nichts, es sei denn, man wollte die aufgeweichten Lagen Sperrholz mit den Lagen eines Quilts vergleichen.Detailansicht Baumhaus In meinem Fall jedoch alles: Dieses Dach in Verbindung mit dem nahenden Wintereinbruch und ein paar letzten trockenen Tagen hat mich davon abgehalten, den Quilt zu beenden. Denn anstatt an der Nähmaschine zu sitzen und brav die Patchworkblocks zu quilten habe ich mit Todesverachtung auf der Leiter balanciert und erst Latten und Konterlatten mit abartig langen Nägeln  und dann Bitumenwellpappe mit Spezialnägeln auf die alte Konstruktion genagelt, wohl wissend, dass das alte Dach keinen weiteren Winter überlebt hätte. Ein Foto des neuen Daches gibt es, wenn die letzen 10 Nägel eingeschlagen sind, die mir dummerweise noch gefehlt haben.

Das und die krasse Fehleinschätzung des Arbeitsaufwandes sind die Hauptgründe dafür, dass im Gegensatz zu Ernchen (nehme ich mal ganz stark an) bei mir kein fertiger Quilt an der Wand hängt. Irgendwie war ich nach Weihnachten, so entspannt und harmonisch und richtig schön die Feiertage auch waren, bei mir die Luft raus. Zwei oder drei meiner Zähne haben sich spontan am 28. Dezember zu Zahnwurzelentzündungen entschlossen und weder ich noch der Sylvesternotdienst noch mein eigener Zahnarzt konnten feststellen, welcher der drei der Böse war. Jetzt sind sie wieder ruhig und stehen unter Beobachtung.

Dann kam die Annäherung in Bielefeld, zu der ich mein halbfertiges Weihnachtskleid mitgenommen habe, das aber immer noch nicht, selbst nicht nach diesem  intensiven Nähwochenende, fertig ist, es ist im Ganzen zu weit und muss doch noch mal geändert werden. Nach all dieser Näherei war und bin ich immer noch erschöpft. Dazu kommt, dass ich zur Zeit sehr viel Hausfrau und Mutter spielen muss: Kinder zu Terminen kutschieren, Wäscheberge beseitigen, von denen ich nicht weiß, wo sie andauernd herkommen. Die Spülmaschine ist seit dem 22. Dezember kaputt und ich komme nicht dazu, sie zu reparieren, also muss das Geschirr gespült werden. Vor dem Quilt ist immer noch die Laptoptasche für das große Kind dran, die jetzt endlich fertig werden muss und ich weiß einfach nicht, wo ich die Zeit dafür hernehmen soll. Ich fühle mich ausgelaugt, würde am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und mindestens eine Woche schlafen. Stattdessen mache ich Ballkleider passend und jage nach Accessoires durch die Gegend für den Abschlussball des großen Kindes. Und schreibe deprimierende Posts voller Selbstmitleid, die ihr auch noch lesen müsst! Ich gehe jetzt ins Bett, so!

Neues aus dem Garten

So vollmundig habe ich Euch eine Teilhabe an der Beet-Umwandlung vor unserem Schuppen versprochen, und dann gab es wochenlang nichts zu lesen! Das liegt nicht etwa daran, dass ich nichts getan hätte, oh nein! Aber Gärtnern, Ernten & Einmachen  Quilten und Bloggen sind definitiv eine Aktivität zuviel, und ratet mal, welche hinten ‚runter gefallen ist! Aber das wird heute nachgeholt. Draußen regnet es und das gröbste Chaos im Haus ist beseitigt, also habe ich etwas Zeit, um Eure Neugier zu befriedigen.27.8.bSo sah es am 27. August vor dem Schuppen aus. Inzwischen habe ich bereits zweimal das Beet durchgehackt, weil das Unkraut schneller keimt, als ich „Kompost“ sagen kann. Aber um die neu gekauften Pflanzen an den Ort ihrer Bestimmung setzen zu können, musste erst die Rose, die dort vor sich hin krepelt, einen neuen Platz finden. Und dazu musste ein neues Beet umgestaltet werden.

Tatort  Küchenterrasse

Vor unserer Küche ist eine Terrasse, die von einem Kräuterbeet eingerahmt wird. Auch diese Terrasse hat eigentlich das Zeug zu einem Lieblingsort, wenn die Nachbarin, mit der wir nicht reden, keinen uneingeschränkten Einblick darauf hätte, und wenn das Kräuterbeet auch diesen Namen verdienen würde. Als ich es anlegte, dachte ich, eine Einfassung aus Buchs wäre schön. Da wusste ich noch nicht, dass der Buchs seine Wurzeln bis in die Mitte des Beetes schieben  und alle Nährstoffe aufsaugen würde und ganz und gar spießig bei diesen kleinen Beeten aussieht!14.9.15.22Kommt noch ein gewisses Maß an Vernachlässigung dazu, sieht das Ganze dann so aus:14.9.15.21Aber wie es so im Leben ist, erwähnte ich den ungeliebten Buchs vor einem Freund, der dann gleich Interesse signalisierte, und vor 3 Wochen grub ich dann ca.15 laufende Meter Buchs aus und schaffte einen Platz für die Rose mit Sonnengarantie.14.9.17.42Der Buchs ist draußen.

9.10.11.21

9.10.11.229.10.11.24Rose und Kräuter sind drin. Drei kleine Buchpflanzen habe ich behalten, sie werden zu Kugeln beschnitten, wenn sie im Frühling wieder austreiben. Jetzt im Herbst ist das keine so gute Idee, denn wenn es noch ein bisschen warm wird, treiben sie schon jetzt und erfrieren dann im Winter umso schlimmer.

Die spitzen Ecken der Beete sollen noch abgerundet werden, aber entweder wächst der Rasen von selber dort hinein, oder ich mache ein paar Rasensoden-Transplantate, wenn ich die Beete im Gemüsegarten wieder absteche.

Natürlich fehlen in diesen Beeten noch eine Menge Kräuter, und ich will auch ein paar essbare Blumen, Kapuzienerkresse, Ringelblumen und so, aussäen, aber das kommt erst im Frühling dran. Die wichtigste Winterarbeit wird sein, den Zaun mit noch zu flechtenden Weiden-Elementen so zu erhöhen, dass die Nachbarin nicht mehr von ihrer Treppe aus hineinschauen kann. Dann habe ich eine schattige Terrasse für ein spätes Frühstück und für das Mittagessen, auf der ich mich auch wohlfühle.

Und das Schuppenbeet:

9.10.aNun, die Fuchsie und die Purpurglöckchen sind gepflanzt und die Hortensie, die in jedem Winter herunterfriert und seit Jahren nicht mehr geblüht hat, wird zu einer Freundin ziehen. Am Kompostplatz wartet eine Stockrose darauf, ihren Platz einzunehmen und im  Hauswirtschaftsraum steht eine große Tüte voll mit weißblühenden Blumenzwiebeln, die das Beet im Frühling zum Leuchten bringen werden.9.10.bJetzt muss nur noch die Akelei auf der anderen Seite etwas gerodet werden, damit die beiden Rosen eine echte Chance bekommen und dann ist der romantische Sitzplatz fertig.

Einladung zum Quilting-Bee

Heue nehme ich zum erste Mal bei „RUMS- Rund ums Weib am Donnerstag“ teil mit einer Einladung und meinem ersten uns einzigen selbstgenähten Quilt – einem Bettüberwurf, der sich auch als Sommerdecke und bei Picknicks bewährt hat. Einladung zum Quilting-BeeBeinahe jeder Stoff dieser Patchwork-Decke erzählt eine kleine Geschichte, denn die meisten stammen von alten Kleidungsstücken, die entweder meine Mutter oder ich für uns genäht haben.

Ich verlinke mich hier, weil der RUMS ein toller Treffpunkt für kreative Frauen ist, die sich vielleicht auch für  meine Aktion interessieren. Auf dem Bild seht ihr besagten Quilt. Es ist  vor 25  Jahren entstanden, und als er fertig war, habe ich gleich Stoff gekauft und einen neuen zugeschnitten. Ihr seht den Zuschnitt im kleinen Korb neben dem Stuhl. Jetzt plane ich wieder einen neuen Quilt, der aber nicht so enden, sondern fertig werden soll. Und das kam so:

Als ich letzte Woche  Dienstag in den Supermarkt kam, entdeckte ich zu meinem Entsetzen auf der Aktionsfläche vor dem Käseregal die ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchen und Spekulatius. Bei 25° im Schatten begann man sich hier auf Weihnachten vorzubereiten! Zu Hause zerrte ich meinen Kalender hervor: Nur noch 17 Wochen bis zum Heiligen Abend! Kein Wunder, dass der Einzelhandel schon in die Startlöcher geht.

In der darauf folgenden Woche, gelang es mir, diese Tatsache weitestgehend zu ignorieren, vermutlich, weil ich damit anfing, meine echten Kartoffeln aus der Erde zu holen, aber ein gewisses Unbehagen blieb. Irgendetwas kratzte am Rand meines Unterbewusstseins, etwas, das mit Terminen und Geschenken zu tun hatte.

Dann fiel es mir ein: Seit wir unser Wohnzimmer umgeräumt haben, ist die Wand hinter dem Fernseher leer, und ein klitzekleiner Hall beeinträchtigt die Raumakustik. Meinen audiophilen Gatten stört das so sehr, dass er hässliche Wörter wie „Schall-Absorber“ in den Mund nahm, hinter denen sich noch hässlichere Objekte, die man an die Wand hängt, verbergen. Das wurde mir schnell zu bunt, und ich machte ihm klar, dass der einzige Schallabsorber, der mir ins Haus kommt, ein Patchwork-Quilt sein würde. „Alles klar, mach mir den zu Weihnachten!“

Jetzt hänge ich also drin. Ich plane bereits seit einiger Zeit einen Sampler nach einer Krimi-Buch-Serie. Die englischen Titel der „Benni-Harper“-Serie von Earlene Fowler heißen alle nach einem traditionellen Patchworkmuster und da ich diese Romane gerne lese, möchte ich diese Buchtitel zu einem Quilt verabeiten.

Ich habe aber keine Lust, das alleine zu tun! In der Gruppe nähen macht so viel mehr Spaß, dass ich euch heute zu einem virtuellen Quilting-Bee, bzw. genauer gesagt zum gemeinsamen Nähen einer Patchwork-Decke einladen möchte. Wie oben erwähnt, ist in 16 Wochen Weihnachten, und wer für Mutter, Tochter, Ehemann, Sohn oder Erbtante schon immer eine Patchwork-Decke nähen wollte, sich aber die nötige Ausdauer dafür nicht zugetraut hat ist hiermit herzlich aufgefordert, sich mir anzuschließen. Vielleicht wollt ihr für Sohn oder Tochter, die aus dem Haus gehen, eine Flickendecke aus den Resten aller Kleidungsstücke, die ihr im Laufe der Jahre für sie genäht habt nähen, um ihnen ein Stück ihrer eigene Geschichte mitzugeben. Viellicht fehlt auf dem Sofa, auf dem ihr fernseht noch eine gemütliche Decke zum kuscheln, oder ihr habt einmal einen Quilt gesehen, dessen Muster euch nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist, und ihr wollt ihn endlich einmal nachnähen. Vielleicht habt ihr sogar schon eine Patchwork-Decke zugeschnitten , aber seid angesichts der unzähligen Stoffstücke verzweifelt und habt den Mut verloren. Das soll sich beim Quilting-Bee ändern.

Gemeinsam wollen wir uns bei der Auswahl des Musters und der Stoffe beraten, Tipps zum Zuschneiden und nähen geben und uns dann, das Wichtigste, Mut machen das angefangene Projekt durchzuziehen, um dann an Weihnachten tatsächlich die fertige Decke für unsere Lieben unter den Baum legen zu können.

Startschuss ist der nächste Donnerstag mit dem Fahrplan für die Aktion und ich hoffe auf viele eifrige Mit-Quilterinnen.

Und damit nicht der Verdacht aufkommt, ich hätte mich beim „Great Britisch Sewing-Bee“ für den Titel meiner Aktion bedient, erzähle ich hier den interessierten Lesern noch ein wenig über die Geschichte des Patchwork im Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts.

Als die Pioniere den amerikanischen Mittelwesten besiedelten, gab es für die Frauen wenig zu lachen. Sie schufteten den ganzen Tag, und und selbst am Abend konnten sie ihre Hände nicht in den Schoß legen und sich ausruhen. Statt dessen nähten sie aus den Stoffresten, die sie vom Nähen ihrer Kleider (und der Kleider der gesammten Familie) übrig hatten, warme Decken, um die kalten Prärie-Nächte zu überstehen. Das Nähen von Patchworkdecken gab den Frauen immerhin die Möglichkeit, sich auch einmal eine Weile mit gutem Gewissen hinzusetzen.

Nach und nach entwickelte sich diese „Flickerei“ zur Volkskunst und heute sind zahlreiche traditionelle Muster überliefert, deren Namen zum Teil einen Blick auf den Alltag der Frauen werfen lassen: „Broken dishes“, „Long way to Arkansas“ oder auch „Drunkards‘ Path“ zum Beispiel. Andere zeigen die Beobachtung der Natur oder der Umgebung, wie beispielsweise: „Dove in the Window“, „Cat in the Corner“, und „Flying Geese“ von denen es gleich mehrere Varianten gibt.

Die schönen Patchwork-Oberstoffe, die in den langen Wintern entstanden, mussten dann noch mit mehreren Lagen Stoff zusammengesteppt – „gequiltet“ werden. Dazu wurden die einzelnen Lagen grob mit Nadeln zusammengehalten, über einen Rahmen gelegt und dann vom Rand aus durchgesteppt. Diese Arbeit machten die Frauen aber nicht allein, sondern sie trafen sich den Sommer über mit anderen Frauen der Gemeinde zu den sogenannten Quilting-Bees und erledigten diese Arbeit gemeinsam. Das gemeinsame Quilten war die einzige Möglichkeit für die Frauen, sich mit anderen Frauen zu treffen und sich auszutauschen, ohne dass man ihnen vorwerfen konnte, sie würden Zeit vertrödeln.

Für alle diejenigen, die bereits eine Weile „patchen“, ist das natürlich alles nichts Neues, aber vielleicht hat es der einen oder anderen Appetit auf einen eigene Quilt gemacht. Beim RUMS findet ihr auch noch viele andere tolle Sachen, die Frauen selber gemacht haben, also schaut dort vorbei.

Neues von der Unkraut-Ecke

In den letzten Tagen habe ich ein paar Stunden an der „Rosamunde-Pilcher-Terrasse“ (nein, der Name ist nicht von mir, den hat eine Freundin dieser Ecke gegeben) gearbeitet. 28.8.aSieht schon ganz manierlich aus, oder? Die Terassenfugen wurden von Gras, Akelei und Gänsefingerkraut befreit, die Fensterscherben wurden aus dem rechten Beet entfernt und ich habe begonnen, die Quecke auszuweiden. Mitten in all der Quecke konnte ich ein paar Stengel Achillea ptarmica retten,Achillea ptarmica

Sumpfgarbe auf Deutsch, die ich vor vielen Jahren aus einer Samentüte von Thomson & Morgan, einer englischen Traditionsfirma für Sämereien, gezogen habe. Wer wirklich außergewöhnliche Blumen selber aus Samen ziehen will, kommt an dieser Firma kaum vorbei. Die Deutschen Saatgutfirmen haben die besonderen Sorten nur für die Profis im Angebot, als Amateur kommt man da nur an das 08-15 Zeug aus dem Baumarkt heran. Der Katalog von T&M für Deutschland ist allerdings extrem abgespeckt, da lohnt es sich, im Internet direkt in England zu bestellen, auch wenn die Tütchen dann auf Englisch bedruckt sind.

27.8.bIn den bunten Töpfen seht ihr übrigens bereits die zukünftigen Bewohner des rechten Beetes: Allesamt schattenverträglich: Eine winterharte Strauchfuchsie, wie sie in England, besonders in Cornwall (ich sehe schon, ich komme an Frau Pilcher nicht vorbei), Geranium, d.h. Storchenschnabel und Purpurglöckchen, die im nächsten Herbst blühen sollen, weenn sie den Winter und die Schnecken überleben.

Während der Arbeit klärte übrigens Hercule Poirot einen Mord „mit offenen Karten“ auf, denn ich habe begonnen, bei der Gartenarbeit Hörbücher zu hören, zur Zeit Agatha Christie. Wie gut, dass die Bibliothek eine große Auswahl bietet, da ist das Ende des Unkrautes sicher.

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Landleben oder Thermodynamik im Garten

Das Bedürfnis nach dem ruhigen, beschaulichen Leben auf dem Land in idyllischer Natur im Gegensatz zum als hektisch empfundenen Leben in der Stadt scheint enorm zu sein. In meinem Sommerurlaub hatten wir einen kleinen Aufenthalt auf einem Bahnhof und in der Bahnhofsbuchhandlung entdeckte ich sage und schreibe zwanzig Zeitschriften mit „Land“ im Titel, nicht gezählt die Kochzeitschriften. Vermutlich gibt es noch viel, viel mehr. Beim oberflächlichen Blättern entdeckte ich romantische Gärten, Leute in Baumwollkleidern und hübsche Arrangements von Gießkannen, Spaten und Blumensträußen auf baumbeschatteten Terrassen.

Woher kommt diese Sehnsucht? Ich habe den Verdacht, dass es sich hier um eine Sehnsucht nach etwas handelt, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Wo sind in diesen Hochglanzzeitschriften die Raupen auf dem Kohl? Wo die Krautfäule in den Tomaten? Erwähnt irgend jemand in diesen Magazinen die Stunden, die man auf den Knien liegt, um das Unkraut aus dem Bio-Garten zu entfernen? Blumensträuße auf Gartentischen fliegen beim ersten Windstoß um, Spaten rosten im Regen und die romantische Gießkanne aus Zink ist viel zu schwer, um mit ihr zu gießen.16.19 (640x425)

Mein Garten sieht nicht so aus, wie in den Magazinen. Mein Garten zeigt auf 2000 m² den Kampf mit der Entropie, dem Chaos, dem Zustand, den jedes System unweigerlich anstrebt, wenn man von außen keine Energie hineinsteckt. Angewandte Physik bzw. Thermodynamik (2. Hauptsatz, für alle, die das schon immer nicht wissen wollten) oder eben das wahre Leben.16.19c (640x425)

Heute will ich euch einladen, diesen Kampf einmal hautnah zu erleben. Auf dem Foto seht ihr die kleine Terrasse vor dem Geräteschuppen. Genauer gesagt seht ihr, was von dieser Terrasse nach einem Jahr der Vernachlässigung übrig ist. In der Mitte zwischen zwei kleinen Beeten ist eine Terrasse aus Feldsteinen , die bis zum frühen Nachmittag Schatten und am späten Nachmittag Sonne hat. Im Winter, wenn der Apfelbaum kein Laub hat, ist sie sonniger. Sie war auch noch viel sonniger, als der Apfelbaum noch klein war.

16.20 (640x425) Jetzt bekommt das rechte Beet kaum noch Sonne, eine Strafe für die englische Rose, die dort vor sich hin mickert. Aus dem rechten Fenster ist im letzten Jahr eine Scheibe herausgefallen, und seither liegt sie dort. Ich habe mich endlich aufgerafft, diese Terrasse samt der Beete in den romantischen Ort zurückzuverwandeln, als der sie mal geplant war, und ihr dürft mir dabei über die Schulter schauen. Vorige Woche hatte ich etwas Zeit. Also gibt es erste Resultate.

16.19a (640x425) 16:20 Uhr: der Urzustand. Erster Schritt: Die Rose im linken Beet von den toten Zweigen befreien, Verblütes abschneiden und Schöllkraut und Brennesseln entfernen.

So sieht es nach 50 Minuten aus:17.08 (640x425) 17.08a (640x425)

Das habe ich alles herausgeholt!17.08b (640x425)

Noch einmal eine halbe Stunde später: Aus der Schubkarre voller Unkraut ist ein halber Sack Häcksel für den Komposthaufen geworden.17.38 (640x425)

Damit war dann auch schon Schluss für den Tag, denn dieser Haufen wartete auch noch auf den Häcksler.17.39 (640x425)

Nach zwei weiteren Stunden ist wieder Ordnung auf dem Kompostplatz und ich habe Feierabend.

In den nächsten Wochen könnt ihr hier auf dem Blog die weitere Geschichte der kleinen Terrasse mitverfolgen.

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12-tel-Blick im Juli

12-tel Blick im Juli

Seit dem letzten Monat hat sich nicht allzu viel bei meinem Spree-Blick getan. Das Gras am Ufer ist noch einmal gemäht worden, das war‘ s auch schon. Ein paar kräftige Regengüsse haben die Hitze der Juli-Mitte von den Bäumen gespült und das ermattete Grün der letzten Tage wieder aufgefrischt. Ich habe das Foto am Vormittag aufgenommen, dadurch fällt etwas Licht direkt auf die Wasserfläche und macht sie besser sichtbar, als auf dem letzten Bild.12-tel Blick JuliHier noch ein Blick auf die letzten Monate:12-tel Blick 1.Halbjahr

Den Apfelbaum habe ich Ende Juli peinlicherweise einfach vergessen, dieses Bild ist also vom 10. August. Apfelbaum Juli

Auf dem Baum passiert im Moment allerdings ohnehin nicht viel. Die Äpfel wollen nicht so recht wachsen, ganz im Gegenteil zu den Birnen im Vordergrund, die die gesamte Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen. Und auch hier das erste Halbjahr zum Vergleich:Apfelbaum Übersicht 1. Halbjahr

Aber rechts im Bild seht ihr das Obst, dem im Moment meine Aufmerksamkeit gilt:

Brombeeren JuliDie Brombeeren haben unglaublich viel angesetzt. Unkontrolliertes Wachstum, (ich habe sie im Frühjahr nicht geschnitten), dazu der relativ nasse Spätfrühling, der den Erdbeeren so zugesetzt hat und zuletzt noch die Hitze haben zu einem enormen Fruchtansatz geführt. Das bedeutet im Klartext: Brombeeren mit Schlagsahne ohne Ende, außerdem massenhaft Marmelade, Kuchen und Brombeermark für Smoothies , aber leider eben auch Arbeit ohne Ende. Na ja, das eine geht halt nur in Verbindung mit dem anderen. Wenn ich dann aber die vollen Marmeladengläser ansehe, ist das Eichhörnchen-Gen in mir echt befriedigt. So muss es unseren Urgroßmüttern beim Anblick ihrer gefüllten Vorratsschränke ergangen sein.

Die besten Brombeersorten sind natürlich die, die für ihre Früchte einen Blutzoll verlangen. Meine Arme und Beine sind völlig zerkratzt. Aber an das Aroma dieser alten Kultursorten, die sich nur in der Größe der Früchte von ihren wilden Schwestern unterscheiden, kommt keine der neuen, stachellosen Züchtungen, die ich bisher probiert habe, heran. Also zahle ich tapfer, trage dicke Jeans und eine gewachste Jacke sowie meinen Lederhut, denn nichts ist fieser als eine Ranke, die sich in der Kopfhaut verhakt hat. Und esse Brombeer-Eis.

Hier ist das Rezept:

  • 450 g passierte Brombeere
  • 160 g Zucker
  • 300ml Schlagsahne
  • Ab damit in die Eismaschine, fertig, lecker

Bei Tabea versammeln sich die anderen Teilnehmer an der 12-tel Blick-Aktion, und wie immer gilt ihr an dieser Stelle mein Dank für diese überaus schöne Idee.

Frühlingspost: Dich hab ich vernommen

In den letzten beiden Wochen hatte ich so viel um die Ohren, dass ich nicht dazu gekommen bin, über die beiden Gedichtzeilen, die ich von Filzquadrat und Buntpapierfabrik bekommen habe.

Als erstes kam „Horch von fern ein leiser Harfenton“ aus der Schweiz zu mir. Stefanie hatte die Idee, ihren Harfenton in einen „Klangteppich“einzuweben. Horch, von fern ein leiser HarfentonEine überraschende und sehr originelle Idee. Ich selber hatte mich mit diesem Harfenton ja ziemlich schwer getan und dann schließlich eine Harfe in eine Buntstiftzeichnung gesetzt. Ein liebevoll gestalteter Umschlag rundete die Sendung ab. Vielen Dank für diese beeindruckende Flechtarbeit.

„Frühling, ja Du bist’s“ war dann in der letzten Woche bei mir, Christine (buntpapierfabrik) schickte diese Zeile gut verpackt, mit Anhänger (& Orakelmünze) und farblich passendem Schleifband. Vielen Dank auch zu Dir. Die Technik, mit der dieses Papier entstanden ist, finde ich total spannend und wüsste gerne mehr darüber.Frühling, ja du bist's

Die Einzelfotos reiche ich noch nach. Vielen Dank, Ihr beiden, für diese schönen Gedichtzeilen. Ihr habt Euch richtig viel Mühe beim Basteln und  einpacken gemacht, so wie bislang jede aus meiner Gruppe. Ich hoffe nur, ich kann da mithalten.

Jede Woche hat sich meine Küchenschrank-Tür mehr gefüllt und es ist eine ständige Freude, daran vorbei zu kommen. (Der Geschirrspüler, der darunter steht wird in diesen Tagen viel häufiger gefüllt und geleert!)

Inzwischen sollten meine Briefe trotz Feiertags überall angekommen sein und ich kann über meine letzte Zeile berichten.
Schon ganz von Anfang an war mir klar: „Dich hab ich vernommen“, da steckt Musik drin. Fragt sich nur, welche? Als Geigerin dachte ich natürlich gleich: “Frühlingssonate“. Aber dann gab es ja auch noch den „Frühling“ aus den diversen „Jahreszeiten“, am bekanntesten sind wohl die von Vivaldi oder das Oratorium von Haydn. Und dann war da auch noch dieses „Frühlingslied“, das ich mal gesungen habe. Veilchen kamen da auch drin vor.
Ein Besuch in der Bibliothek sollte mich mit den Noten versorgen, denn ich wollte einfach nach der Optik entscheiden.
Aber in Bibliotheken findet man immer ganz ungeahnte Schätze, besonders, wenn einen die Bibliothekarin so gut berät. Mir zeigte sie ein Lexikon, in dem unter verschiedenen Schlagwörtern die passenden Musikstücke zu finden sind. Kaum zu fassen, wieviel unter dem Titel „Frühling“ oder „Jahreszeiten“ komponiert worden ist! Am Ende entschied der Titel: „Schmetterlinge grüßen den Frühling“, ein Klavierstück des vietnamesischen Komponisten Nguyen Van Thuong. Es war in der Bibliothek vorrätig, und an Schmetterlinge hatte ich bei der Gestaltung ohnehin gedacht. Schmetterlinge grüßen den Frühoing (784x800)
Im Geschenkevorrat fand sich noch ein Bogen Albumbilder mit Schmetterlingen (mal gekauft, um eine ganz altmodische Wundertüte zu füllen).Schmetterling Glanzbild klein Der Rest war einscannen, ausschneiden, aufkleben

DSC_1119 (640x425) und losschicken.DSC_1030 (640x425) Letzteres mit echt schlechtem Gewissen, denn alle anderen aus meiner Gruppe haben ihre Frühlingspost ganz pünktlich losgeschickt, so dass ich mich schon tagelang an den schön gestalteten Umschlägen erfreuen konnte. Und ich habe es erst am Dienstag geschafft! Ein Besuch hatte sich unerwartet verlängert, und schon ist die ganze Zeitplanung dahin!
Und so sieht meine letzte Zeile im Detail aus:DSC_1120 (640x625)
Und hier ist noch einmal das ganze Gedicht:Frühlingspost kleine größe
Vielen Dank noch einmal an Tabea und Michaela für diese wunderschöne Aktion, (hier findet Ihr alle anderen, die Post geschrieben haben) die das ganze Frühjahr so herrlich bereichert hat. Ich war die ganze Zeit über erstaunt, begeistert und dankbar, dass Frauen, von denen ich bis vor ein paar Wochen noch nicht einmal die Blogs kannte, und die ich noch nie gesehen, geschweige denn kennengelernt habe, sich so viel Zeit genommen und Mühe gemacht haben um mir (und natürlich den anderen aus der Gruppe) eine Freude zu machen. Solche Aktionen machen die Welt ein ganzes Stück lebenswerter!

Frühlingspost: Ganz viele Veilchen

Momentan ist mein Zeitplan extrem gestrafft. Im Gemüsegarten ist die Frühjahrsbestellung dran, wenn ich irgenswann auch Gemüse ernten will und in den Blumenrabatten kämpft das Unkraut ziemlich erfolgreich um die Vorherrschaft. Merke: Die Versäumnisse im Herbst bezahlt man im Frühling doppelt.

Heute aber nehme ich mir einfach die halbe Stunde und zeige die Frühlingspost, die ich in den letzten beiden Wochen bekommen habe und auch die Karte, die ich an meine fünf Lieben in der letzten Woche verschickt habe.

So sieht meine Küchenschranktür inzwischen aus:Küchentür mit FrühingspostNatürlich sind alle Kärtchen perfekt rechtwinklig, nur stehen zwei etwas ab, was diese Verzerrung (stürzende Linie) zur Folge hat.

Letzte Woche hinzugekommen ist diese Karte von Buntine  :

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Und diese Woche durfte ich mich über  die Post von Lillesoestjerne freuen:

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Ganz, ganz vielen Dank, Ihr Lieben, für diese wunderschönen Karten und die lieben Briefe, die Ihr geschrieben habt. Es ist so toll, immer wieder so liebevoll gestaltete Post im Briefkasten zu finden, und das Menschen, die ich ja eigentlich gar nicht kenne, außer in bisschen über ihre Blogs!

Meine eigenen Veilchen haben sich in der letzten Woche auf den Weg gemacht. Dieses Mal bekamen meine fünf Lieben, die ich mit dem gesamten Gedicht bedenke, ein kleines Päckchen. Es ist  die mit Abstand aufwendigste Gedichtzeile, die ich bisher bearbeitet habe.

Als ich das Projekt zur Rettung der Briefkästen angefangen habe, habe ich zuerst ein Brainstorming zu den einzelnen Gedichtzeilen gemacht und Gestaltungsideen gesammelt. Damals dachte ich noch, dass die erste dieser Doppelzeile „Veilchen warten schon“ heißt. Sofort hatte ich eine Vision von Blumenkindern hinter einem blauen Absperrband, die Schilder mit „Wir warten schon!“ tragen. Bis ich meinen Irrtum bemerkte, hatte ich mich schon so sehr in diese Idee verliebt, dass ich sie für die Zeile „Wollen balde kommen“ übernommen habe.

Veilchen wollen balde kommenUnten am Foto steht noch“Wollen balde kommen“, das hier irgendwie abgeschnitten wurde.

Die fünf Blumenkinder kommen aus der Waldorf-Tradition. Dort werden sie für den sogenannten Jahreszeitentisch verwendet. Ich habe insesamt fünf Stück gebastelt, einmal fotografiert, dann umfrisiert bzw ein wenig umgezogen, nochmal fotografiert und dann mit GIMP zu einem einzigen Bild zusammengefügt. Schon hat man eine Veilchen-Demo im Garten. Mein großes Glück war, dass die Veilchen unter dem Apfelbaum gerade verschwenderisch geblüht haben, inzwischen sind sie fast alle verwelkt. Mit der Karte hat sich auch je ein Blumenkind auf die Reise gemacht, damit meine Lieben  länger etwas davon haben.

„Horch, von fern ein leiser Harfenton“ ist auch schon fast fertig, aber bevor sich der auf die Reise machen darf, muss erst ein Kleid fertig werden. Mehr wunderschöne Veilchen und andere Gedichtzeilen findet ihr bei Michaela, die sich gemeinsam mit Tabea diese schöne Aktion ausgedacht hat.

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