Grün, grün, grün sind alle meine Kleider: 12 Colours of Handmade Fashion

Selmin vom Blog Tweet and Greet hat sich in den letzten Jahren immer wieder interessante Näh-Herausforderungen ausgedacht.Bei Ihrer diesjährigen dreht sich alles um das Thema Farbe. Jeden Monat gibt es eine neue Farbe, mit der wir uns auseinander setzen dürfen. Sympathischer Weise sind die Link-Tools, die auch als Inspiration-Datenbank gedacht sind, das ganze Jahr geöffnet, so dass ich also noch im März zum Thema Grün etwas schreiben kann.

Ich hätte ja auch Bilder aus dem Archiv verwenden können, aber ich wollte auch gerne etwas Neues zum Thema fabrizieren. Mein grünes Kleidungsstück ist nur vorwiegend grün, das Schottenkaro enthält auch noch eine Menge Blau, Gelb und ein wenig Rot. Das passt, denn in der Natur haben wir grün ja auch nur selten isoliert stehen.

Als Gärtnerin habe ich natürlich eine besondere Beziehung zur Farbe grün, umso verwunderlicher finde ich es, dass es bis vor 12 Jahren nur zwei armselige grüne Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gab (das pfefferminzgrüne Examens-Kostüm, dass ich mir genäht habe, als ich besser für’s Examen hätte lernen sollen, lassen wir mal außen vor). Die Wende kam, als ich Anfang des Jahrtausends den Stoff für diesen Mantel fand:

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Gekauft bei einem Besuch bei meinen Eltern vor ungefähr 12 Jahren, sollte es dann aber noch einmal 10 Jahre dauern, bis der Mantel endlich fertig war. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings begonnen, kräftig mit Grüner Kleidung aufzurüsten: Zuerst gekaufte Fleece-Shirts, T-Shirts und eine Jeans, die ich grün gefärbt habe. Letztere ist bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wird nur noch zur Gartenarbeit hinzugezogen. Auch grüne Schuhe wurden gekauft, mit der Idee von grünen Jeans, Schuhen und diesem Mantel Gesamtoutfit. Irgendwann entdeckte ich ein beiges Leinendirndl im Second-Hand-Shop und färbte es – na, wie wohl?- Grün.
Dann fing ich wieder mit dem Selbernähen für mich an und es folgte dieser Rock, der inzwischen zu diesem Rock umgearbeitet wurde,

ein Kleid nach einem Colette-Schnitt,

dass ich einige Male nach-angepasst habe, bis ich mit dem Resultat zufrieden war und ein Sommerkleid nach Burda, dass ich viel zu selten trage.

Eins der grünen T-Shirts hat ein neues Leben als Garten-Shirt erhalten. Auch die ersten beiden Strickjacken, die ich nach Jahren des Nicht-Strickens zum Wiedereinstieg strickte, durften grün werden.


Und was sind die grünen Zukunftspläne?
Die Alpaka-Jacke rechts wird gerade wieder neu gestrickt, ich habe die erste verloren und das hat eine schmerzliche Lücke in meinen Kleiderschrank gerissen. Das hellgrüne Jäckchen sitzt im Schulterbereich auf der einen Seite merkwürdig und es hat einige Zeit der Analyse gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass ich das eine Vorderteil weiter gestrickt habe, als das andere. Leider ist das keine Änderung für „mal eben schnell“, denn die Blende muss dazu abgetrennt werden. Die Ärmel sind in das Armloch hineingestrickt, weil ich nicht genug Wolle hatte, also könnte ich im Grunde gleich alles auftrennen und von vorne Stricken. Eventuell mache ich das sogar, wenn ich genug Courage aufbringe, denn so wie sie ist, wird die Jacke eh nicht getragen!
Von dem grünen Paisley-Stoff, aus dem ich das Burda- Sommerkleid genäht habe, gibt es noch genug für eine Bluse, die schon im letzten Jahr auf dem Nähplan stand. Sie soll zum Dirndl passen und natürlich auch zu dem grünen Rock.
Man sieht also: Grün ist bei mir im Kleiderschrank ist zum Dauerbrenner geworden und es ist auch kein Ende davon in Sicht. Mir egal, was die Mode dazu sagen mag, ich kann ja selber nähen und wenn es keine grünen Stoffe gibt, färbe ich sie mir einfach!
Liebe Selmin, vielen Dank für Deine inspirierende Reihe, es macht richtig Spaß, sich einmal mit den Farben, die man so trägt, auseinanderzusetzen. Die Februar-Farbe ist beige, aktuell ist Rosa das März-Thema, damit werde ich anfangen, denn obwohl ich schon Pläne für ein beiges Kleid habe, ist es doch ein Sommermodell, und das rosafarbene Kleidungsstück kann schon eher getragen werden.

FJKA 1. Zwischenstand: 10cm dank Tanzturnier

Wer nach dem Beitragstitel denkt, ich habe an einem Tanzturnier teilgenommen und zur Beruhigung meiner Nerven an meinem Frühlingsjäckchen gestrickt, den muss ich leider ettäuschen. Ich tanze zwar gern, aber nur für den Hausgebrauch.

Noch am Samstagmorgen hatte ich nur eben das Bündchen der Jacke fertiggestrickt. Aber dann sind wir nach Limbach-Oberfrohna gefahren. Erinnert ihr euch? Limbach-Oberfrohna, das ist die Stadt, in der 2009 ein betrunkener Autofahrer mit reichlich überhöhter Geschwindigkeit sein Auto in ein Kirchendach lenkte. Der Fahrer überlebte. Ob die Gemeinde außer einem neuen Dach auch noch ein neues, geläutertes Mitglied gewonnen hat, ist der Chronistin nicht bekannt. In früheren Jahrhunderten wäre die Kirche zu einer Wallfahrtstätte inklusive Reliquienenverkauf von Autofahrer beschützenden Dachstuhlspänen geworden. In der heutigen, an Wundern so armen Zeit, in der die Menschen ein Wunder nicht einmal erkennen, wenn es sich vor ihren Augen abspielt, hat die Gemeinde dieses Ereignis nicht PR-Wirksam ausgeschlachtet. (Wir Evangelen können so etwas ohnehin nicht besonders gut) Und so verschwand die Stadt wieder aus den Medien.

In Limbach-Oberfrohna gibt es aber aber auch noch die Tanzschule Köhler-Schimmel. Diese äußerst rührige Tanzschule organisiert regelmäßig Tanzturniere, bei denen der Besucher nicht nur Profitanz vom Feinsten und ein hochprofessionelles Showprogramm von Gruppen der Tanzschule geboten bekommt, nein, man darf und soll selber auch tanzen. Die Veranstaltung ist quasi ein in einen Ball eingebettetes Tanzturnier. Wir fahren seit ein paar Jahren mit unseren Tanzfreunden dorthin und es ist immer wieder ein Genuss.

Und damit wären wir am Ende des Exkurses und beim Stricken angekommen. Nein, natürlich habe ich nicht auf dem Ball gestrickt, selbst ich kenne Grenzen. Aber auf Hin- und Rückfahrt habe ich je eine Reihe Anemonen gestrickt.10 cm klingt natürlich nach nicht viel, und ehrlich gesagt ist es das auch nicht! Aber da ich die beiden Vorderteile und das Rückenteil zusammenstricke (weil ich zu faul für die Naht bin) ist auch nicht eben wenig, und wenn ich das Ganze in Zahlen ausdrücke sind es bei 45 cm Gesamtlänge satte 2/9 oder 22%. Klingt doch schon viel besser, oder?

Knöpfe habe ich auch im Fundus entdeckt:sie sind ein klein wenig spießig, könnten aber zu dem Muster genau den richtigen altmodischen Touch beisteuern. Außerdem passt die Farbe perfekt. Wenn sie mir an der fertigen Jacke nicht gefallen, finde ich andere.

Unsere beiden Vorstrickerinnen fragen, nach was für Anleitungen wir stricken. Also früher habe ich nur nach aktuellen Zeitschriften gestrickt, aus Büchern nie (Internet gab es damals nicht). Ich erinnere mich, dass ich immer umgerechnet habe und die Sachen irgendwie passten, in den 80ern war ja eh alles weit. Nach wie vor rechne ich um oder passe mein Modell an, indem ich eine Größe stricke, die zu meiner Maschenprobe passt.

Als ich dann wieder mit dem Stricken angefangen habe, habe ich diverse Zeitschriften gekauft, vorwiegend die Rebecca, aus denen ich aber außer des Heidijäckchens nicht gestrickt habe. Keine Ahnung, warum, die Modelle gefallen mir nach wie vor. Vielleicht, weil keines zu der vorhandenen Wolle passt, die ich geerbt habe und zuerst verstricken sollte. Oder weil es Reisekäufe ohne ein bestimmtes Projekt waren. Dann habe ich Drops-Garne und die Anleitungen entdeckt. Und irgendwie auch die Gratis-Anleitungen von Junghans Wolle, die aber kein umfangreiches Archiv haben. Wenn einem ein Modell gefällt, sollte man es sofort herunterladen, sonst ist es weg. Nach letzterem habe ich eine Jacke gestrickt, nach Drops-Anleitung eine Jacke und ein Lace-Tuch. Und dann habe ich die Maße von Strickmustern aus Zeitschriften verwendet, um mit Mustern aus meinen Musterbüchern eingene Modelle zu stricken.

Hier Band zwei von dreien

Der erste Versuch ist nicht so gelungen, das müsste ich noch einmal aufmachen.Irgendwie ist das eine Vorderteil größer als das andere, dadurch passt der (eingestrickte) Ärmel nicht richtig hinein.

Dieses Jäckchen ist der zweite Versuch. Mit Luise gemein habe ich, dass ich eine Strickschrift brauche, daher habe ich mein Muster erst einmal übersetzt. (Klick aufs Bild macht es groß)Sylvia und Luise  und alle anderen KA-Teilnehmerinnen zeigen beim Treffen auf dem MMM-Blog ihre mehr oder weniger fertigen Jäckchen.

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MMM im Bürzelrock (Burda 115 -01-17)

Willkommen bei „Vom Winde Verweht im Spreewald“.Ich zeige heute den Bleistiftrock aus der Januar-Burda, hier  noch einmal ohne Haare im Gesicht.Der Rock mit den interessanten Faltenpartien im eingesetzten Seitenkeil und dem Godet im Rücken hat mich vom ersten Blick an fasziniert. Insgesammt dreimal ist er im Heft und kein einziges Mal wird die Kehrseite gezeigt, das gab mir dann doch zu denken. Wohlmöglich sah das Godet wie ein Bürzel aus?

Ute hat dann  bei der Annäherung den Rock genäht und siehe da, es gab keinen Bürzel. Sie hatte einen grünen Karo-Stoff dafür verwendet, und ein Rest eines ähnlichen leichten Flanells lag auf dem Tauschtisch. Also habe ich frech ihren Rock kopiert. (Merke: Nachahmung ist die höchste Form der Schmeichelei).Hier die windige Rückansicht. Leider hatte ich Ute nicht so genau zugehört, als wir über die Größe sprachen und mir irgendwie etwas von „enger machen“ gemerkt. Ich habe dann munter in Größe 36 zugeschnitten und genäht und den fertigen Rock kaum über die Hüften bekommen! Nachdem ich alle Nähte wieder aufgetennt und auch den letzten halben Zentimeter herausgelockt habe, passt der Rock aber perfekt. Das (oder der?) Godet wird mit einem Stück Futter unterlegt, das nur so breit ist, wie die Lücke im Rock, so dass der Rock seine Form behält. Das Futterstück endet aber eine Handbreit oberhalb des Saumes, so dass man sich im Rock sehr gut bewegen kann. Mit dem Schnitt könnte ich mich glatt an enge Röcke gewöhnen. Die interessante Faltenpartie an der Seite gefällt mir auch, und ich würde gerne mit dem Rock in Serie gehen, dann müsste ich aber erst einmal den Schnitt aufs neue auskopieren, dafür fehlt mir gerade die Zeit und Lust. Stoff hätte ich ja schon noch da…Nett ist, dass man wegen der vielen schrägen Nähte sich kaum Gedanken um die Karoverarbeitung an den Seiten machen muss, nur die Rückwärtige Mitte ist halt etwas tricky. Burda sieht eine höhergesetzte Taille und eine Länge unter das Knie vor, ersteres mag ich nicht, für letzteres war ohnehin nicht genug Stoff da. Der Reißverschluss ist verdeckt eingesetzt, und oben gibt es einen Haken mit einer genähten Schlaufe, ganz so, wie man es vor Erfindung von Nahtreißern gemacht hat. Ich habe noch alte Reißverschlüsse, die ich auf diese Weise gut verbrauchen kann. Eigentlich steht er auch nicht so ab, das sieht auf dem Foto nur so aus.

Der Rock ist das erste Teil meiner neuen Kollektion passend zur roten Strumpfhose und wird heute beim Me Made Mittwoch gezeigt.

Dort zeigt Sibylle ihre neue Latzhose und es gibt wie immer tolle selbstgenähte Kleidung zu bewundern.

Pussy-Hat am Frauentag

Hier im Osten ist heißt der 8. März „Frauentag“. „Früher haben wir immer Fresien im Betrieb bekommen“, erzählte mir einmal eine ältere Kollegin. Als im Westen der Republik Aufgewachsene bekam ich damals große Augen.

Ich begehe den Weltfrauentag heute mit einem nigelnagelneuen Pussy-Hat, schnell gestrickt an den letzten drei Abenden.Dazu trage ich noch zwei weitere Strickstücke, die gänzlich unverbloggt (!) sind , lauter Premieren. Der 1960’s Coat ist ein bereits mehrfach gezeigter Freund. Es liegt halt in der Natur von Jacken und Mänteln, dass man sie quasi in Dauerschleife trägt. Die Lace Stola ist im Sommer gstrickt worden, und im Anschluss zeige ich eine Art Mini-Tutorial für die garstigen Noppen, aus denen sie zum größten Teil besteht. Das Muster „Soft Spring“ von Drops ist natürlich so schön, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat, aber das mache ich nie wieder!

Der Pussyhat passt prima zum Innenleben des Mantels und auch zum vor ein paar Wochen während einer Grippe fertiggestellten Herbstjäckchen. Letzteres ist wohl doch ein bisschen zu kurz zur Hose und ich sollte es besser nur zu Kleidern tragen, bei denen dann keine Bauchröllchen blitzen können.

hier kann man das Gladiolenmuster etwas besser erkennen

Bleiben nur noch die Hose und das weiße Shirt zu nennen. Als ich fertig angezogen war, stellte ich fest, dass alles bis auf Unterwäsche und Strümpfe selbst genäht ist, das fühlte sich schon echt gut an!

 

„Schöne Mütze“ sagte eine Kollegin zur Begrüßung. „Das ist keine Mütze, sondern ein politisches Statement“, war meine Antwort. Ein Zeichen gegen Sexismus, böse Präsidenten und der Solidarität mit allen Frauen, denen es in jeglicher Hinsicht schlechter geht, und deren Rechte (im wahrsten Sinne des Wortes) mit Füßen getreten werden.

Aber es ist eben auch eine Mütze, und ich freue mich total, dass etwas, das eigentlich als nicht  ganz ernst gemeintes Kleidungsstück gedacht war, mir so gut steht. Endlich mal ein Mützenschnitt, den ich tragen kann!

Ich habe die Brigitte-schnell-schnell-Anleitung genommen, aber aus Zeitmangel das Rechteck kürzer gestrickt und dann statt die Längs-Kanten unten bzw oben zu verwenden, sie als Seitennähte genommen. Weil ich sehr locker abkette, war es kein Problem, die kurzen Kanten unten zu haben, es dehnt sich alles prima. Im Gegensatz zur Anleiltung liegt die Mütze schön eng am Scheitel an, nur die Öhrchen stehen ab, so gefällt es mir. Es werden mit Sicherheit noch Mützen nach diesem Schnitt mit anderen Farben und anderen Strickmustern folgen.

Beim heutigen MMM kann man jede Menge Pussy-Hats mit den dazugehörigen Gesamtoutfits sehen.

Hier kommt nun das versprochene Mini-Tutorial zu den Noppen:

In der Anleitung steht, dass man mit abwechselnden rechten Maschen und Umschlägen aus der selben Masche 7 Schlaufen von ca. 1cm Länge stricken soll. Wie das mit den dünnen Nadeln und dem dünnen Garn mit einem vertretbaren Aufwand hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel. Ich bin bereits an der ersten Test-Noppe verzweifelt. Und dann habe ich mir folgenden Trick ausgedacht:

Um genügend lange Schlaufen zu bekommen, verwende ich eine Hilfsnadel (hier eine Zopfnadel)

Dann fädele ich die sieben Maschen auf eine Büroklammer. Das geht ganz leicht, weil ich sie zwischen den beiden Nadeln durchschieben kann.Das sieht dann so aus.

Auf der Rückreihe kann ich das Maschenbündel mit der Büroklammer (im Bild schwarz nachgezeichnet) etwas aufziehen, so dass ich die Nadel zum links stricken hindurchschieben kann. Der Faden wird durchgezogen und am Ende wird die Büroklammer entfernt.

Noppe fertig

Danke an meinen lieben Mann, der diese Phasen-Fotos im Urlaub gemacht hat.

Ich verabschiede mich in die Nacht und zum MMM.

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FJKA: Vorstellung

Kaum habe ich es geschafft, meine Pläne aufzuschreiben, ist auch schon der nächste Termin des FJKA herangeeilt. Am Freitag habe ich noch schnell meinen Beitrag gepostet, aber schon am Samstag ist die Entscheidung gefallen: Bei strahlendem Sonnenschein und gelb leuchtenden Krokussen auf dem Beet konnte ich ja nur die gelbe Wolle mit dem Anemonen-Muster auswählen.

Krokus

Ich habe mich dann auch gleich vor der Gartenarbeit eine Stunde lang in die Sonne gesetzt und eine Maschenprobe angefangen, die ich gestern fertiggestellt habe.Maschenpobe Dabei habe ich nicht nur ausprobiert, wie ich die Blüten verteilen will, strickschriftim Buch sind sie mir nämlich zu dicht. Vier Maschen und vier Reihen wie unten in der Probe finde ich jedoch zu weit, also habe ich mich für zwei Maschen und zwei Reihen entschieden. Außendem habe ich noch getestet, wie ich die Kanten stricken will. Ich werde die Knopfleisten gleich anstricken, um keine Angst haben zu müssen, dass die Wolle am Ende nicht reichen könnte. Zum Einfassen der Maschenprobe habe ich also rechts und oben kraus-rechte Maschen und unten und links Perlmuster verwendet. An der Seite macht das Perlmuster einen stabileren Eindruck, deshalb nehme ich es für die Knopfleisten, aber unten werde ich den Rand kraus rechts stricken, das sah irgendwie gleichmäßiger aus.

Dann gab es noch eine kleine Mathe-Stunde: Ich habe einen Jackenschnitt herausgesucht bzw aus diversen Schnitten von Drops und aus der Rebecca zusammengestellt und dann die Quadratzentimeterzahl grob überschlagen = knapp 6500 cm^2 bei großzügiger Berechnung.Der EntwurfDann habe ich die Maschenprobe ausgemessen und gewogen. Wenn ich nichts falsch gemacht habe, sollte ich für das Jäckchen ungefähr 166g Wolle brauchen. Ich habe 210g, also wird es reichen. Jetzt muss ich nur noch die Maschenzahl für die Jacke berechnen, die Höhe wird während des Strickens gemessen, dann kann es losgehen.

Luise und Sylvia haben schon ganz viel gestrickt und auch gerechnet. Was sie und die andern stricken und wie weit sie schon sind kann man auf dem MMM-Blog nachlesen.

FJKA – Frühlingsjäckchen 2017

Nachdem ich gerade vor vier Wochen im Bett mit Erkältung mein Herbstjäckchen fertig gestrickt habe, stürze ich mich gleich wieder in ein betreutes Strick-Projekt und nehme teil am Frühlings-Jäckchen-Knit-Along. Heute geht es um Inspirationen, eventuelle Wollauswahl und einen Plan. Pläne finde ich immer gut, und bei Inspirationen darf man einfach mal unrealistisch herumträumen, das ist auch gut.

Wenn ich realistisch an die Sache herangehe, sollte ich als ausgewiesenen Langsam-Strickerin wohl besser das angefangen Alpaka fertigstellen. Es ist ein Re-Knitt einer Jacke, die ich vor einem Jahr verloren habe,

und ich habe auch schon stolze 12 cm von Vorder-und Rückteil (ich stricke beides in einem und teile erst bei den Armlöchern) fertiggestellt. Dann habe ich die Arbeit unterbrochen, um einen dicken Pulli aus dem Rowan-Magazin anzufangen,dsc_0162 bei dem eine Reihe einen halben Zentimeter hoch ist, um einen schnelleren Erfolg zu produzieren. Wenn ich die Jacke wieder aufnehme, ist sie sicher zum Herbst fertig, wenn sie gebraucht wird, bei der Frühlings-Jacke habe ich gewisse Zweifel, ob ich das Projekt im Zeitrahmen bis zum 16. April fertig bekomme.

Aber hey, realistisch sein ist ja so langweilig! Außerdem habe ich das perfekte Muster für eine Frühlingsjacke gefunden. inspiration

Das Magazin habe ich zwar nicht, aber einen passenden Schnitt zu finden und dann zu berechnen ist ja keine große Kunst. Das Muster habe ich auch schon identifiziert, im heiligen Schachenmayr-Lehrbuch von 1939 heißt es „Anemone“ .strickschrift

Ich habe aus den niedergeschriebenen Reihen eine Strickschrift erstellt, und so sieht es gestrickt aus:nadelstarkentest

Für die Wolle hatte ich keine Banderole, daher habe ich verschiedene Nadelstärken getestet, von unten nach oben: 4; 3,5 und 3, und das oberste Maschenbild gefällt mir am besten. Sie  stammt aus dem Fundus meiner Mutter und war bereits einmal verstrickt. (hier wickele ich sie gerade auf) Koffer Rock 2

Das Garn ist ein ziemlich kratziges Mohairgarn, ich hoffe, dass ich die Jacke am Ende auch noch tragen will. Morgen werde ich die Probe einmal auf einer genauen Waage auswiegen, dann kann ich berechnen, wieviele Quadratzentimeter ich aus meinen etwas über 200g Wolle bekomme und den Schnitt entsprechend entwerfen. (soviel zum Thema träumen!)

Ich hätte durchaus auch Lust, eine Hetty zu stricken, für die Mohair-Wolle hat sie mir aber zu viele Löcher. Ich habe aber noch eine hellrosa Drops Love You aus recycling-Baumwolle da, dsc_0160die ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung gekauft habe, denn rosa passt eigentlich überhaupt nicht in meinen Kleiderschrank! Aber für eine Hetty würde die gerade reichen und sehr hübsch sein.

Ich denke aber, dass es die gelbe Jacke wird, die Wolle liegt jetzt schon so lange aufbereitet da und eine Verwendung habe ich auch für eine gelbe Jacke.

Danke an Luise und Sylvia, die diesen Knit-Along , dieses Mal auf dem MMM-Blog moderieren. Der HJKA war schon eine so nette Angelegenheit, das wird es in diesem Frühjahr sicher auch lustig werden.

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MMM: Weite Hose und Shirt mit Schärpe

Heute trage ich eine weite Hose und ein Burda-Shirt, in das ich mich sofort, als ich die November-Burda im letzten Jahr sah, schockverliebt habe.mmm-22-02-17-5

Über die Entstehung des Shirts (Burda 11/16, Nr. 105) habe ich bereits geschrieben. Als ich es in der Zeitschrift sah, dachte ich : Ausschnitt-Schlitz -ja, Schärpe und Schlitze in der Raglannaht – nein. Die Schärpe wollte ich aber dann doch mal probieren, der Stoff reicht, und ausgetrennt ist so etwas ja auch ganz schnell. Letztendlich durfte sie bleiben, und er Ausschnitt-Schlitz, den ich zunächst weglassen wollte durfte auch dazukommen. So einen Schlitz nachträglich in ein gefälteltes Oberteil zu nähen, ist keine Freude, allerdings war es ein Vorteil, die Schlitzlänge vor dem Spiegel festlegen zu können. Constanze fragte, wie das Shirt sich mit Strickjacken verträgt – ich würde sagen: Geht so, optimal ist es nicht.

mmm-22-02-17-3Das könnte aber an der Jacke (gekauft) liegen, der Kragen ist doch sehr merkwürdig. Ein Jäckchen wie aus der aktuellen Fashion-Style wäre da vielleicht besser.

Seit ich Kompressions-Strümpfe trage, sind enge Hosen nicht mehr wirklich geeignet für mich, denn die Beine krabbeln gerne an den Strümpfen hoch und kommen dann nicht mehr runter. Außerdem bin ich durch die wunderbare Krimi-Serie  „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ von der Mode der End-20-er Jahre angefixt und für weite Hosen hatte ich schon immer eine Schwäche.

Über die Hose habe ich ebenfalls bereits geschrieben. Der Stoff von Marc Aurel in Verl war ursprünglich für eine ganz schmale Hose gedacht und ist für eine weite Hose nur bedingt geeignet, denn er ist relativ steif. Durch das Elasthan hat er sich nach 3 Tagen tragen auch noch ein Stück geweitet. Aber bis ich nicht weiß, ob die Kilos, die ich durch diesen Erkältungs-Winter verloren habe, nicht wieder zurück kommen, bleibt die Hose wie sie ist.

Der Schnitt ist übrigens auch von Burda, Nr. 6/2016, Modell 119. Die Taschen habe ich selber dazukonstuiert, das Anpassungs-Drama könnt ihr hier lesen.mmm-22-02-17-6

Mit dem Outfit reihe ich mich heute auf dem MMM, der Plattform für selbst eingekleidete Frauen und Männer, ein.

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Aktuelle Projekt: Einen Hosenschnitt abwandeln und anpassen

Aktuell befinde ich mich in einem regelrechten Näh-Rausch. Ich bin ungeheuer produktiv. Den Stoff, der gerade seiner Bestimmung zugeführt wurde, habe ich letztes Jahr bei der Annäherung bei Marc Aurel in Verl gekauft. Gedacht war er eigentlich für eine ganz schmale Hose, ein jeansartiger Jaquard mit reichlich Elasthan ( Elastizität 20%). Seit dem Sommer weiß ich aber sicher, dass meine Venen Kompressionsstrümpfe zwingend erfordern. Unter Hosen reichen zum Glück die Kniestrümpfe, aber enge Hosen krabbeln daran immer recht unschön hoch und kommen dann nicht wieder runter. Also sind weite Hosen künftig Pflicht (nicht dass mich das stören würde!)

Der Schnitt, den ich mir dafür ausgesucht habe, ist Burda 119-062016, eine Taillenhohe Schlaghose mit aufgesetzten Taschen, nicht jedoch ohne ettliche Änderungen daran vorzunehmen.

Als erstes habe ich den Schlag begradigt, der Schnitt ist ab den Knien ein wenig ausgestellt. Aufgesetzte Taschen fand ich schon immer doof für mich, alles, was man hineinstopft, drückt sich durch, und obendrein passt sowieso nichts hinein. Die gibt es nur in Ausnahmefällen. Da die Hose obenherum eng anliegen soll, verbieten sich Nahttaschen, also habe ich Hüftpassentaschen in den Schnitt konstruiert. Dabei habe ich gleich den Abnäher vorne in die Tasche verlegt.

hosenschnitt-anpassen-1

als erstes den Tascheneingriff markieren

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Dann wird der Abnäher an den Eingriff angezeichnet (rot). Das ist jetzt die Seitenkante des Vorderteils.

Beim Auskopieren habe ich auch gleich die Schnittänderungen, die ich bei meiner engen Jeanshose gemacht habe, übertragen. Die rote Linie in der vorderen Schrittnaht ist die Anpassung gegen die „Katzenbart“-Zugfalten, die sich sonst bei mir bilden.

Als letztes wird der Taschenbeutel konstruiert. Dazu wird die ursprüngliche Seitennaht kopiert (rosa) und dann der erste Tascheneingriff als Anstoßlinie eingezeichnet (rot). Jetzt wird die Anstoßlinie über die neue Tascheneingrifflinie geschoben und die Oberkante der Hose wird kopiert (schwarze Linie, die Abnäher sind bereits abgezogen.

hosenschnitt-anpassen-5 Wenn man den Taschenbeutel bis zur vorderen Mitte ziehen will (hatte ich ursprünglich vor) ist die Oberkante jetzt stärker gekrümmt, wie ein Formbund.

Die verwirrenden Linien unterhalb der Abnäher sind für eine einseitige Paspeltasche, mit der ich geliebäugelt habe und für die der Abnäher verlegt werden musste. Sie interssieren nicht für die beschriebene Schnittänderung.

Ich hatte auch beim rückwärtigen Hosenteil Schnittänderungen übertragen und dann einfach alles durchgenäht. Die Hose saß bei der ersten Anprobe fast perfekt, ein bisschen habe ich  noch an den Seiten abgenäht, voilà.

Bei einem unelastischen  Stoff hätte ich an dieser Stelle mit der Anpasserei aufgehört. Hier habe ich aber diese 20% Elastizität und hatte das Gefühl, dass die Hose etwas rutscht. (Die Falten unter dem Po kommen von den zu langen Beinen. Auf dem Bild scheint die Seitennaht oberhalb der Hüfte abeknickt zu sein, das ist aber der Tascheneingriff.) Ich nahm also in den Seitennähten und in der vorderen Mitte insgesamt 3cm weg. Dann nähte ich den Bund an, der natürlich durch die Einlage nur noch eine Elastizität von 10% hatte.

Ihr könnt Euch denken, was folgte: Alles wieder aufgetrennt! Dann habe ich die (zusammengeheftete, bin ja lernfähig) Hose einen halben Tag getragen und und die Seiten wieder abgehäht. Bin ich froh, dass ich bei Mema über den an den Seiten geteilten Hosenbund gelesen hatte. So genial!

Ehrlich gesagt sieht man auf dem Foto den Unterschied zu oben nicht wirklich.

Den Bund habe ich dann doch noch einmal mit elastischem Stich festgenäht und dann die Heftfäden und die erste, feste Naht entfernt. Merkt man sofort. Ich habe ihn vorne in der Mitte, zu den Seiten auslaufend, auch noch einen Zentimeter tiefer gelegt. Dadurch kommt der Schritt nach oben und das runterrutsch-Gefühl ist weg. Auf dem oberen Foto kann man ja auch sehen, dass meine Taille vorne etwas absackt. Im Spiegel war das anders!

Die zur Mitte durchgezogenen Taschenbeutel habe ich wieder abgeschnitten. Das Futter ist unelastisch, das funktioniert hier nicht. Auf dem Foto kann man auch den Grund für den etwas merkwürdig aussehenden Schritt sehen: Als faule Socke habe ich erst die Mittelnähte und dann in einem rutsch die inneren Beinnähte genäht. Was bei Pyjamahosen geht, klappt hier natürlich nicht, die Nahtzugaben ziehen und das Ganze wirft Falten. Also doch beim nächsten Mal das eine ins andere Bein stecken und sauber arbeiten.

A propos faul: Diese Hose ist mit dem Nahtreißer in der Seitennaht das perfekte Modell für die faule Schneiderin. Wenn man auf stundenlange überflüssige Anpassungen verzichtet ist sie unheimlich schnell genäht. Zum Glück ist dieser Stoff so robust, dass er mehrfaches nähen, auftrennen und wieder nähen problemlos verziehen hat. Nur das Schleudern nach der Wäsche ist ihm nicht so gut bekommen, ich hoffe, dass die weißen Streifen in der nächsten Wäsche verschwinden, wenn ich die Hose tropfnass aufhänge.

Heute, nachdem ich die Hose seit Sonntag trage, ist sie noch ein bisschen weiter geworden, das wird sich in der Wäsche sicher wieder geben. Ich lasse das erst einmal so, bei den vielen Erkältungen in diesem Winter habe ich Gewicht verloren, das sicher wieder dazukommen wird.  Dann will ich nicht gleich wieder auftrennen müssen!

 

EeMerken

Aktuelles Projekt:Burda 11/2016 Shirt 105

Nachdem ich bei der Annäherung und danach so viel Zeit auf meine Caban-Jacke verwendet hatte, ist bei mit der Wunsch nach schnellen Erfolgserlebnissen aufgekommen. Die schnell genähten Pyjamas der letzten beiden Wochen ( 2 1/2 , einer davon schon verbloggt) haben mir gezeigt, dass Shirts das perfekte Projekt dafür sind. Bei einer bestehenden Oberteilschwäche sowieso.

Aktuell nähe ich also ein Shirt aus der letzten November-Burda.burda-105-112016-1

Schon beim ersten Durchblättern war ich davon begeistert, wollte aber die Schlitze in den Raglannähten und das Schärpengedöns weglassen. Stoff dafür gab es auch, ein weicher wollweißer mittelschwerer Interlock aus Viskose mit Elasthan.

Es lohnt sich übrigens auf den Link zu Burda zu klicken, denn dort ist das Shirt noch einmal viel besser fotografiert. Möglicherweise sollte man  immer bei Burda nachsehen, wenn ein Modell im Heft so unmöglich abgebildet wird, dass man gar keine Details sehen kann, ich werde das einmal beobachten!

 

 

burda-105-112016-2Das ist der aktuelle Stand. Ich hatte mich zuerst auch noch gegen den Schlitz am Ausschnitt entschieden, das Bindebandgedöns aber probeweise mit eingeheftet.

Eigentlich gefallen mir die Bindebänder ganz gut, aber selbst bei einem Doppelknoten sind sie auf jeden Fall 5-10 cm zu lang. Der Schlitz darf doch in den Aussschnitt einziehen, sonst sieht das ganze zu langweilig aus. Endgültige Entscheidungen wegen der Bindebänder werde ich aber erst treffen, wenn ich den Ausschnitt fertig gemacht und die Ärmel gesäumt und das Gummiband eingezogen habe.

Ich kann mir den Schnitt auch gut als Bluse aus einer leichten Viskose vorstellen, dann vermutlich aber ohne die Bindebänder und in den Rockbund gesteckt.

Frühling auf dem Fensterbrett

Draußen ist alles Wintergrau. Nicht einmal Schnee haben wir, wenn man mal von den zusammengeschobenen Haufen absieht, die nicht aufgetaut sind. Die Wiesen und Felder sind kahl, das Gras hat eine ungesunde beige Farbe und es herrscht Dauerfrost, der unangenehm unter den Mantel kriecht.

Als ich im letzten Jahr mein Staudenbeet umgestaltet habe, habe ich eine Menge Krokuszwiebeln ausgegraben, um sie an einen neuen Standort zu versetzen. Leider kamen der Frost und eine Grippe, bevor ich alles in der Erde hatte. Der Rest gammelt im Schuppen als Eisklumpen vor sich hin und wartet auf einen sonnigen Tag, um aufgetaut und in die Erde versenkt zu werden. Letztes Wochenende gab es einen solchen Tag, und da habe ich einige Zwiebeln in einen Topf gepflanzt. fruhlingsboten

Auf dem Fensterbrett meines Arbeitszimmers sind sie flugs aufgeblüht. Morgen hole ich mir die nächsten herein, damit es weiter blüht, wenn diese vorbei sind.