Seniorenhose zwei punkt null

Sehr junge und sehr alte Menschen haben mehr gemeinsam, als man annimmt. Eine dieser Gemeinsamkeiten sind die Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen von Hosen. Daher steckt man beide gerne in Hosen mit einem Gummizug-Bund.

Während bei sehr jungen Menschen diese Hosen recht weit geschnitten sind, damit die Mütter ihre Kinder trotz Gegenwehr leicht hineingestopft bekommen, sind bei den alten Menschen die Hosen oft möglichst schmal geschnitten, so dass sie eben über die Hüfte gehen und nicht zuviel Stoff in der Taille haben. Schick halt.

Meine Mutter hat auch ein paar von der Sorte (rechts habe ich die Dekoration schon abgetrennt). „Seniorenhosen“ nennt der Handel sie, mit welchem Recht, ist mir schleierhaft. Wie kann man denn einem Senioren eine taschenlose, hosenschlitzlose schmale Hose anbieten, in die man sich ja als 40-50 Jähriger kaum hineinwinden kann? Mal ganz abgesehen davon, dass ich keinen einzigen alten Menschen kenne, dem nicht andauernd die Nase tropft!

Ich habe also die Hosen Anfang Dezember in meine Obhut genommen und eine schon mal seniorentauglich gemacht. Die Entscheidung, die braune Hose mit einseitigen Paspeltaschen zu versehen, war ganz leicht, es ist die einzige Taschenvariante, bei der man keinen Originalstoff braucht, um ein akzeptables Resultat zu erzielen.

Als erstes habe ich die eingenähten Gummibänder in den Seitennähten festgesteppt und  dann im Vorderteil aufgetrennt, damit ich vorne keine Kräuselung hatte. Dann habe ich die Eingriffe mit Kreide und dann noch einmal mit Heftfäden markiert. Wie man einen Paspeltasche näht, steht in den einschlägigen Büchern, da ich keine Fotos gemacht habe, spare ich mir die Beschreibung. Ich habe allerdings den hinteren Taschenbeutel , der an der oberen Schlitzkante festgemacht wird, so groß gemacht, dass er sowohl unter dem Bund mitgefasst als auch auf der Nahtzugabe der Seitennaht festgesteppt werden kann. Eine Paspeltasche, die ab dem Schlitz nur nach unten baumelt, verzieht die Hose, der nicht so gut passenden Futterstoff blitzt die ganze Zeit und so etwas braucht kein Mensch. Und weil das echt etwas tricky ist und ich Fotos habe – hier das „So gehts“.

Taschenbeutel gefärbt

Das ist also der Schnitt vom Taschenbeutel, stellt Euch vor, er stößt oben an den Bund, und an der Seite an die Seitennaht. Der Schlitz mit der Paspel geht bis zu den beiden Querstrichen. Die Verlängerung ist eine Hilfslinie zum Ansetzen der Taschenbeutel. An die grüne Schlitzkante wird der grün umrandete Beutel angesetzt, an die pinkfarbene Kante kommt zweitere Beutelteil, den ich mal rosa eingefärbt habe.

 

 

 

Hier ist das ganze grüne Teil aus Stoff, dummerweise seitenverkehrt. Ich habe die Ansatznaht markiert,  gefaltet und gebügelt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man den Stoff so an den Schlitz stecken muss, dass beim Durchziehen auf die Innenseite der Hose der Beutel so liegt, wie auf der Abbildung links. Die Schlitzmarkierungen werden also aneinander gelegt, dann wird der untere Taschenbeutelteil hochgeklappt und in der Markierungslinie festgesteppt. Dazu habe ich leider keine Fotos.

An die untere Schlitzkante habe ich erst die Paspel aus „beinahe-Leder“ genäht und dann erst den rosa Taschenbeutelteil an der Paspel festgenäht und schließlich den Taschenbeutel geschlossen. Fertig sieht das ganze dann so aus:DSC_0982Wer genau hinschaut, sieht, dass der Reißverschluss schon drin ist.

Ursprünglich wollte ich einen einfachen Damenhosenschlitz nach diesem fabelhaften Buch machen (hat mir meine Tochter zum Geburtstag geschenkt, bekommt man nur noch selten und nur gebraucht, eines der allerbesten Bücher überhaupt)

aber weil ich nur einen echten Metall-Reißer in der richtigen Größe bekommen habe, habe ich mich für einen echten Schlitz mit Untertritt entschieden. Vermutlich wird meine Mutter meckern, weil ich einen anderen Stoff angestückelt habe, aber das ist dann eben so!

DSC_0981

Mit einem extra großen Knopf und Gürtelschlaufen aus der Dekoration und dem wieder festgesteppten Gummizug sieht die fertige Hose jetzt so aus:DSC_0990Einen Bügelpreis werde ich dafür wohl eher nicht gewinnen! Aber man kann sie notfalls auch ohne sie zu öffnen herunterziehen und zum Anziehen ist der Schlitz natürlich Gold wert. Inzwischen ist sie bereits unterwegs und mit etwas Glück kommt sie morgen bei meiner Mutter an. Seniorenkompatibel. Wenn sie meiner Mutter gefällt, gönne ich mir den ganzen Spaß mit Hose zwei.

Bild

WKSA 2018, 2.Zwischenstand: Ich habe Taschen!

Letzten Sonntag war schon der zweite Zwischenstand beim WKSA. Den ersten habe ich geschwänzt, weil da noch gar nichts stand und viel weiter bin ich auch heute, kurz vor Ende des Link-Ups immer  noch nicht. Ich halte es also mit Wiebkes:

Irgendwie rennt mir die Zeit davon. Ich habe fast noch nichts / immerhin eine Idee / wenigstens Stoff und Schnitt besorgt.

Taschen für Oldschool Teacher (5)

Aber ein klein wenig habe ich doch schon genäht: Die außerplanmäßigen Hüftpassentaschen für das Oldschool-Teacher-Kleid sind fertig. Im Original hat das Kleid zwei Abnäher im vorderen Rockteil. Den inneren, größeren habe ich genäht, den kleineren, äußeren habe ich in die Taschen verlegt.

Da ich gefragt wurde, wie man einen Abnäher in die Tasche verlegt , beschreibe ich kurz, wie ich es gemacht habe. Vermutlich gibt es jede Menge Arten, so etwas zu konstruieren, diese Anleitung hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Ich habe mit dem Schnitt angefangen und die geplante Taschen eingezeichnet. Auf den Fotos habe ich hier noch einen graden, mit dem Lineal gezogenen Strich, beim Nähen fand ich dann einen gerundeten Eingriff schöner und habe entspreched nachgezeichnet.

Taschenkostruktion (1)

Der Eingriff  beginnt an der inneren Kante des äußeren Abnähers, denn der soll ja in der Tasche verschwinden. Die Länge des Eingriffs habe ich so gewählt, dass meine Hand bequem in die Tasche gleiten kann, bei mir sind das 16cm. Dann habe ich den Taschenbeutel dazugezeichnet. Er ist relativ flach, damit er nicht aufträgt, jetzt, wo ich die Tasche einmal „anprobiert“ habe, hätte ich ihn doch 2-3cm tiefer machen können. Immerhin, für ein Taschentuch und ein Haargummi wird er reichen. Der Taschenbeutel endet an der äußeren Kante des inneren Abnähers, denn ich will ihn in der Nahtrille des Taschenbeutels festnähen, das ist stabiler, als wenn er nur in der Taillennaht mitgefasst wird. Taschenkostruktion (2)Dann habe ich den äußeren Abnäher zusammengesteckt und die neue Hüftpasse gezeichnet. Das ist hier rot. Der Taschenbeutel wird kopiert und die nach innen gerückte Seitennaht ist die neue Außenkante der Hüftpasse. Kling komplizierter, als es ist! Auf dem Foto habe ich mit blau gestrichelt den Verlauf der Seitennaht eingezeichnet, wenn der Abnäher nicht zusammengesteckt ist.Taschenkostruktion (3)Wenn man jetzt den Abhäher wieder auseinander zieht, sieht man ganz deutlich: die Hüftpasse deckt sich innen mit der eingezeichneten Tasche, der Tascheneingriff und die neue Seitennaht sind jeweils um eine halbe Abnäherbreite zu Mitte hin verschoben.

Beim Nähen habe ich, wie gesagt, den Tascheneingriff gerundet. Ich hatte keine Lust, am Rockteil den Tascheneingriff extra auszuschneiden, also habe ich die Taschebeutel aufgesteckt, einen angenäht, den überstehenden Stoff abgeschnitten und bei der anderen Tasche als Schablone zum korrigieren verwendet (rechtes Bild, draufklicken macht es etwas größer, ist schlecht zu erkennen). Die Hüftpassen habe ich dann untergelegt und festgesteckt. Dann wurden die Taschenbeutel geschlossen. Die beiden Lagen passen nicht exakt aufeinander, das passiert bei Hüftpassentaschen häufig. Einfach die Ränder beschneiden, zusammennähen, versäubern.Taschen für Oldschool Teacher (3)Bevor ich die Taschen in der Taille, an der Seitennnaht und in der Nahtrille des Abnähers festgenäht habe, habe ich noch einmal am Schnittmuster alles überprüft :Taschen für Oldschool Teacher (4)Man sieht deutlich an der Oberkante die Rundung in der Taillennaht, die durch die Abnäher entstanden ist. An der Seite ist die neue Kante nur scheinbar etwas zu weit. Ich habe das Kleid mit minimaler Nahtzugabe zugeschnitten und an der Hüftpasse etwas mehr zugegeben, um gegebenfalls etwas Spielraum für eine Anpassung zu haben.

Morgen (eigentlich schon heute, ich habe noch eine Weile nach der Verlinkung den Post ergänzt) wird es auf dem MMM-Blog das Finale geben, vermutlich ohne mich, denn das Kleid wird wohl nicht fertig werden. Nicht schlimm. ich habe ja noch andere Kleider, und es gibt immer noch die Sylvesterparty.

Wiebke hat sich heute verabschiedet aus dem MMM-Team und Doreen vom neuen Team vorgestellt, die leider nicht bloggt, sondern bei Instagramm ist. Vielleicht ja mal ein Grund, diese Plattform, die ich bisher geflissentlich ignoriere, zu besuchen. Auf jeden Fall ein herzliches Willkommen an die nächste Trägerin des imaginären MMM-Staffelstabes.

Alle, die es mit ihrem Weihnachtskleid bis zum 2. Zwischenstand geschafft haben, versammeln sich hier auf dem MMM-Blog.

 

 

MMM 5.12.2018 Frankreichliebe II

Beim MeMadeMittwoch- Team geht das Abschiednehmen weiter. Heute sagt uns Sybille, ehemals `dasbürofürschönedinge´ auf Wiedersehen und wir dürfen „die Neue“ begrüßen. Durch dieverse Knit-Alongs ist sie ja eigentlich gar nicht mehr so neu auf dem MMM-Blog. Herzlich Wilkommen und vielen Dank, dass Du diese wunderbare Plattform in Zukunft mitgestaltetest, liebe Sylvia. Sylvia bloggt unter Frauenoberbekleidung.

Ich zeige heute Teil II meiner Frankreichliebe-Mini-Kollektion. MMM 5-12-18 (2)

Das Shirt lag schon eine Weile fertig zugeschnitten und ich habe es schnell noch beendet, bevor der WKSA richtig losgeht. Den Stoff habe ich im letzten Frühjahr in einem schlimmen Anfall von Frankreich-Sehnsucht gekauft um später dann zu Hause erst einmal meine geistige Gesundheit in Frage zu stellen. So als ganzes Tuch sah er doch etwas kitschig aus!MMM 5-12-18 Stoff

Aber jetzt, verarbeitet zur Fashion-Style 12/17 Model 8 gefällt er mir wieder gut. Den Schnitt habe ich schon einmal genäht, damals eine Nummer größer. Fashion Style 12-17 Mod 8 (8)

bei dem Stoff damals war der etwas lockere Sitz O.K., aber bei diesem Stoff gefällt es mir enger besser. Beide Male habe ich den Ausschnitt um einige Zentimeter angehoben, das bleibt auch so, falls ich den Schnitt noch einmal vernähe. Ich habe da noch zwei schöne Jerseys liegen, bin aber nicht sicher, ob ich so viele Shirts mit V-Ausschnitt haben will, zumal ich nicht so viele passende Strickjacken mit V-Ausschnitt habe.

MMM 5-12-18 (8)

Die Hose dazu ist die mit Hüftpassentaschen versehene Burda #119-06-2016.

Zurück zum Treffen der Selber-Nähenden geht es hier.

 

WKSA 2018 2. Teil

Konkrete Projektvorstellung

 

Hurra, ich habe alle Zutaten bereit und sogar schon angefangen

Mein Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

Beim Weihnachtskleid-Sew-Along auf dem MMM-Blog wird heute wird das ausgewählte Projekt vorgestellt. Ich habe mich ganz untypisch für mich für Nummer Sicher entschieden und werde das Old School Teacher Kleid aus der Ottobre 5/2011 nähen.

Old School Teacher (1)

Ottobre 5/11

Da dieses Kleid bereits zweimal auf einer Annäherung mit war als B- oder C-Projekt (als ob ich jemals das A-Projekt fertig bekommen hätte!), ist es nicht nur bereits zugeschnitten, sondern auch mit Einlage bebügelt und ringsherum versäubert. Das erhöht die Chance, fertig zu werden um lockere 100%.

Oldschool teacher Zuschnitt

Das Versäubern habe ich mal gemacht, als ich versucht habe, den Stoff violett zu färben, warum auch immer. Vermutlich wollte ich nicht zwei Kleider aus dem selben roten Stoff im Schrank haben. Die Färbung ist missglückt, oder auch nicht, wie man es nimmt. Der rote Stoff wurde nur eine Schattierung dunkler. Zum Glück habe ich die größeren Stoffreste mitgefärbt, denn ich habe mich entschieden, den Rock des Kleides um ein paar Hüftpassentaschen zu ergänzen.

Old School Teacher (2)Wie praktisch, dass das Kleid gleich zwei Abnäher auf jeder Seite hat, denn den äußeren kann ich in der Tasche verschwinden lassen, also in die Tasche verlegen. Wenn man dicht vor der Tasche einen Abnäher hat, sieht das merkwürdig aus. Einen einzigen Abnäher hätte ich nicht so weit zur Seite verlegen können, ohne dass die Passform über dem Bauch leidet.

Ich erinnere mich, dass ich den Stoff sehr geizig zugeschnitten habe, weil ich damals unbedingt zwei Kleider aus einem Stück Stoff herausquetschen wollte. Daher habe ich sicherheithalber nachgemessen im Brust- und Ärmelbereich. Wenn ich die Nahtzugabe bis zum Äußersten ausreize, könnte es gerade passen, zumal im Stoff etwas Elasthan ist. Beim unelastischen Futter habe ich 1,5cm Nahtzugabe, das macht 4cm Spiel , die ich wohl ausnutzen muss.

Jetzt schaue ich noch bei den anderen Weihnachtskleidern vorbei. Katharina von sewing addicted hat heute ihre Abschiedsrunde und reicht den Staffelstab an Elke von grueneblume weiter. Danke an die eine für so viele Jahre des Bereitstellens dieser wunderbaren Plattform und an die andere, dass sie den MMM für uns erhält.

WKSA 2018: Inspiration und Rückblick

Es gibt es doch: Das allseits beliebte Weihnachtskleid-Sew-Along. Seit Mitte November habe ich mit steigender Nervosität den MMM-Blog im Auge behalten – nirgends eine Ankündigung zu sehen. Ich hatte schon befürchtet, mein diesjähriges Weihnachtskleid allein nähen zu müssen, denn auf die geliebte Tradition des Weihnachtskleid-Nähens (und seien wir ehrlich:  daran Scheiterns) wollte ich auf keinen Fall verzichten. Aber heute geht es doch los, und anscheinend wird dabei auch gleich der Staffelstab weitergereicht, denn Dodo von Dodosbeads hat Ina vom Fitzladen vorgestellt, die ab Januar im neuen Team den MMM fortführen wird. Also gleich doppelt Grund zum freuen!

Viermal war ich schon beim WKSA dabei, zweimal bin ich sogar pünktlich fertig geworden, wirklich zufrieden war ich einmal, ganz und gar unzufrieden auch einmal, regelmäßg getragen wird keins der vier Kleider, aber zumindest unregelmäßig habe ich sie an (da ist noch Luft nach oben).

Und da sind sie, die vier. Das von 2013 ist entsorgt, das war ein eindeutiges TFT, 2015 trage ich ganz selten, es ist halt doch nicht so alltagstauglich, so dass ich es wohl wegrationalisieren werde und die beiden anderen sind zwar schön, aber irgendwie trage ich nicht häufig genug Kleider.

Von einer statistischen Erfolgsquote von 50% lasse ich mich natürlich nicht beeindrucken, alsostürze ich frisch aufs neue in das WKSA.

Sonntag, 25.11.2018 –  Inspiration und Rückblick
Ich weiß schon, was ich nähen möchte
Ich habe so viele Ideen und kann mich nicht entscheiden.
Ich weiß genau welcher Schnitt, aber keine Ahnung was für ein Stoff passt.

Stoff ist da, aber welchen Schnitt solch ich nur nehmen?

So, der Rückblick ist fertig. Ich persönlich bin auch eher eine Punkt-2-Kandidatin.

Zwei Kanditaten von letzten Jahr haben es auch dieses Jahr wieder in die engere Auswahl geschafft:

Die drei Kandidaten

Die beiden Burda-Kleider 4/14#117 und 9/17#116,  dazu das Old-school Teacher-Kleid aus der Ottobre 5/2011. Alle drei sind schon zugeschnitten und bereits angefangen ( ja, so ein Kleid kann bei mir durchaus auch mal ein paar Jahre in der Projekte-Box liegen), was also die Wahrscheinlichkeit einer termingerechten Fertigstellung signifikant erhöht. Außerdem wären dann endlich mal ein paar UFO’s fertig.

Andererseits waren in diesem Jahr in der Burda einige sehr schöne Sachen drin. Und ich war inn Hamburg Stoffe shoppen an einem eisigen Wochenende (Alternativprogramm zur Hafenrundfahrt, ich glaube ich hatte mehr Spaß!)

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Das war die Beute und das könnte ich daraus nähen:

Hosen wären ja nicht blöd, erstens brauche ich welche und zweitens trage ich sie wenigstens. Allerdings habe ich an Weihnachten eigentlich immer ein Kleid an.

Und dann gibt es noch dieses gut abgelagerte Stoff-Schätzchen von Marc Aurel:

Das Kleid ist aus der Septemberburda und hat deutliche Ähnlichkeit mit dem Old-school Teacher, allerdings hat Burda Raglanärmel und ich glaube, in denen kann man sich besser bewegen. Möglicherweise kann man aber aus den beiden Schnitten einen bauen und spart sich einmal anpassen.

So, ich gehe jetzt zum MMM-Blog , sehe mir die anderen Inspirierten und Unentschlossenen an und finde möglicherweise ein Kleid, das ich schon immer haben wollte. Dann werfe ich alle meine Projekte in die Ecke und fange etwas ganz neues an!

Ruri-Sweatpant ist fertig

Letzte Woche ist die Ruri Sweatpant, die ich für den Homewear-Sew-Along geplant hatte, endlich fertig geworden. Es gibt keine Bilder, denn sie ist in unfotografierbarem Schwarz und draußen ist es trübe und stürmisch. Außerdem passt sie nicht.

Das Problem mit Hosen, die im Bund ein eingestepptes Gummiband haben ist, dass man im Grunde erst ganz am Schluss merkt, ob sie passen oder nicht. Meine habe ich eine Nummer zu groß genäht. Natürlich habe ich den zusammengesteckten Bund getestet und natürlich hat sich der Gummi beim durchsteppen geweitet und natürlich habe ich ihn danach noch einmal anprobiert. Da schien es gerade so zu gehen, und wenn ich es vermeiden kann, mit Dreifachstich genähte Steppungen aufzutrennen, dann tue ich das auch! Aber nach drei Tagen tragen schlabbert die Hose. Ich werde also nicht daherumkommen, am Bund alles aufzutrennen und ein paar Zentimeter an den Seitennähten herauszunehmen. Mit ein bisschen Glück brauche ich das Gummiband dann nicht zu kürzen.

Leider muss das allerdings noch warten, weil ich meiner Mutter eine Hosenänderung versprochen habe. Sie trägt inzwischen sogenannte Schlupfhosen, und zwar welche von der etwas schickeren Art, die man nur mit Mühe über die Hüften  bekommt, damit sich nicht zu  viel Stoff auf der Taille quetscht. Außerdem haben die Hosen keine Taschen. Wer entwirft bitte Hosen ohne Taschen für alte Menschen? Die brauchen doch immer ein Taschentuch! Ich werde einseitige Paspeltaschen mit einem Satinband oder Samtband als Paspelstreifen nähen und in den falschen Hosenschlitz einen echten Reißverschluss mit einem Druckknopf arbeiten. Durch den Gummizug kann die Hose auf den Gürtel verzichten und ist dennoch bequem anzuziehen. Und dann kann ich meine Ruri auftrennen und den Bund ändern.

MMM am 7.11.2018: Eisen-Cardigan und Fashion-Style Nr. 25 aus 5/18

MMM 7.11 (4)

An diesem wundervollen, sonnig-warmen Herbst-Mittwoch zeige ich endlich meine Eisen-Cardigan. Ich habe sie im Sommer fertig bekommen und seither gefühlt nicht wieder ausgezogen. Stimmt zwar nicht, der Sommer war ja so heiß, aber sie ist eine ständige Begleiterin geworden. Gestrickt ist sie aus Drops Karisma Wolle, erstaunlich wenig kratzig, muss ich sagen. Im Original ist die Wolle dünner, aber ich finde, dass das dickere Garn dem Muster sehr gut tut, denn die schönen Zöpfe im Kragen und an den Blenden verdienen eine deutliche Plastizität. Leider weiß ich nicht mehr, welche Größe ich gestrickt habe, aber ich weiß, wie ich sie gefunden habe. Ich habe mir auf der Musterzeichnung die Maße für meine Größe herausgesucht und dann anhand meiner Maschenprobe berechnet, wieviele Maschen ich dafür anschlagen müsste. Dann habe ich mir die Anleitung ausgesucht, bei der der Anschlag zu meiner Berechnung passte. Eine weitere Änderung ist, dass ich Knöpfe eingearbeitet habe. Wenn es kalt ist, mag ich eine Jacke gerne schließen.

MMM 7.11 (3)Die Jacke ist die ideale Begleiterin. Die rote Farbe der Wolle ist ein ganz erstaunliches Chamäleon –  sie passt zu fast allem aus meinem Kleiderschrank. Zur schmalen Burda-Hose (121 aus 9/2017) genau so gut wie zu meinem neuen Rock aus der Fashion-Style vom Mai. MMM 7.11 (6)

Den Stoff dazu habe ich bei meinem letzten Frankreich-Besuch gekauf, und als ich die FS in den Händen hielt, wusste ich , dass der Rockschnitt 25 genau der Schnitt war, auf den der Stoff gewartet hatte.

MMM 7.11 (7)Ich bin ganz verliebt in den schönen Druck.

Der Rock ist Teil meiner im Mai zugschnittenen Frankreich-Sehnsuchts-Kollektion, an der ich im Augenblick wieder arbeite. Jetzt, da die Gartenarbeitstage wieder kürzer werden, kommt die Nähmaschine wieder mehr zu ihrem Recht.

Heute ist außerdem MeMadeMittwoch, nach wie vor mein Lieblings-Näh-Event und ständige Inspirations-Quelle, da kommt mein über den Sommer vernachlässigter Blog auch wieder zu seinem Recht.

 

MMM 7.11 (12)Die Fotos sind heute mit der Mediendatei verlinkt und werden groß, wenn man sie anklickt.

MMM am 5.9.2018

Ich habe tatsächlich drei lange Monate nicht gebloggt! Zuviel Sommer, zuviel Garten, zu viel Gießen bei der Dürre, dann der Urlaub (gefühlt viel zu kurz). Und immer zu wenig Zeit für alles. Ich habe auch kaum genäht, das ist im Sommer meistens so. Aber kurz vor dem Urlaub, zwar nicht, wie geplant zur Gartenparty im Sommer, aber immerhin rechtzeitig für ein paar Konzertbesuche habe ich dieses Kleid fertig bekommen:MMM 05-09-2018

Es ist das Kleid 101 aus der Februar-Burda . Diese Burda ist wirklich mal eine Ausgabe, aus der ich noch ganz viel nähen will (und auch schon etwas genäht habe).  MMM 05-09-2018 (3)

Das Kleid hat eine für mich ungewohnte Länge, Midi habe ich nur wenig im Schrank. MMM 05-09-2018 (4)Die Größe 38, die ich nicht anpassen musste, sitzt in der Taille locker ohne zu schlabbern und ich kann bequem atmen in dem unelastischen Material. Im Original sind an der eine Seite im Rock und auf den oberen Teilungsnähten der Ärmel Schlitze, die mit kleinen Knöpfen und Schlingen geschlossen werden. Das war mir zu viel Arbeit, außerdem hatte ich den Verdacht, dass so etwas bei meiner leichten Viskose unschön klaffen und herumbeuteln könnte. Also habe ich alle Schlitze geschlossenen.

Ich habe auch keine umgeklappten Säume gearbeitet, sondern mit der Ovi einen Rollsaum gemacht, das unterstützt den flatterigen Charakter von Stoff und Schnitt.

MMM 05-09-2018 (5)

Das Kleid ist ein bisschen altmodisch  retro vom Schnitt her, die Paspeln und das eingesetzte Taillenband, das unten auf der natürlichen Taille endet und oben ein bisschen gerundet ist und auch die Falten am Ausschnitt sind alles feminine Details, die ich sehr mag.

Den Stoff habe ich beim gemeinsamen Einkauf für den Homewear-Sew-Along mit Manuela von Twill und Heftstich  bei Stoff und Stil gekauft. Gefunden hatte ihn Manuela und zum Glück war gerade noch genug Stoff für uns beide auf dem Ballen.

MMM 05-09-2018 (6)Klematis-Ranken auf schwarzem Grund, dazu die eine oder andere Libelle, es war Liebe auf den ersten Blick. Leider haben sich die Fäden in der ersten Wäsche gleich erst einmal gedreht, dadurch wirkt der Stoff ein wenig verwaschen. Inzwischen habe ich mich mit der Optik versöhnt, im Gegenteil, der leicht unscharfe Eindruck passt irgendwie gut zum Kleid.

Was noch ganz hervorragend zu dem Kleid passt, ist meine im Mai fertig gewordene Eisen-Cardigan, die ich noch nicht verbloggt habe, ein Bericht wird nachgereicht. Heute morgen, bei nebliger Frische, brauchte ich sie noch als Begleitung, Mittags bei 27° ist das Kleid genau richtig.

MMM 05-09-2018 (1)

Heute ist MeMadeMittwoch mit Gastgeberin Dodo, da schaue ich mir gleich mal an, ob Ihr auch die Sommergarderobe mit wärmeren Oberteilen herbsttauglich macht, oder ob bei Euch der Herbst schon richtig Einzug gehalten hat.

MMM im Fliegenpilz-Look

Im letzten Monat habe ich vor lauter Gartenarbeit praktisch nichts genäht, und alle die schönen Sommerkleider und  – Blusen, die auf meiner Nähliste stehen, sind noch nicht einmal auskopiert. Dafür habe ich bereits jede Menge Salat und wunderschöne Rosen. Das Leben besteht aus Entscheidungen!MMM 06-06-18 (2)

Mein Kleid habe ich im September 2014 genäht, und erst 2015 öfters getragen. Komisch, gefühlt ist es noch nicht so alt. Der Schnitt ist obenrum Burda 6/2013 Nr. 120 und unten herum ein 360°- Teller Marke selbst berechnet. Ich liebe das Kleid nach wie vor und werde es bestimmt noch eine Weile im Schrank behalten. MMM 06-06-18 (7)

Und natürlich kann man auch damit herumwirbeln.

MMM 06-06-18 (6)

Jetzt gehe ich aber zum MeMadeMittwoch, der erfreulicher Weise noch statt findet und schaue mich bei den anderen Teilnehmerinnen um.MMM 06-06-18 (13)

Vielen Dank liebes MMM-Team, dass Ihr Euch nicht von der neuen Datenschutzverordnung habt kirre machen lassen, sondern den Blog weiter betreibt.

Unterwäsche Sew Along 2018

uwsa-2018-fc3bcr-blogHeute beginnt der Unterwäsche Sew Along bei Maria vom Blog Fadenwechsel. Dies ist definitiv ein Sew Along, den ich bitter nötig habe. In meiner Wäsche-Schublade sieht es nämlich aus wie… nein, das wollt Ihr gar nicht wissen!

Das Thema heute: Bestandsaufnahme: Was habe ich und was brauche ich? Was gefällt mir? Was habe ich schon genäht? Wo finde ich Inspiration/Augenfutter/Schnittmuster?

BH-Set Amelie

BH Amelie von Sewy

Seit dem BH-Sew Along bei eben julia bin ich vom Thema Unterwäsche nähen angefixt. Ich habe mir damals voller Enthusiasmus ein großes Paket mit Material von Sewy gekauft –  und das war dann auch schon alles. Der BH aus dem Sew-Along wurde zu klein.  Ein weiterer, ebenfalls nur aus Stoffresten und geschlschlachteten alten BH’s genäht, passte zwar, aber das Gummi in der passenden Hose strämmte, wird also auch nicht getragen. Irgendwie waren mir die Schnitte nicht gut genug für die teuren Materialien, die ich gekauft hatte, aber um die Schnitte anzupassen, die Sachen zu ändern oder einen neuen Schnitt auszuprobieren, fehlten mir Zeit und Lust. Inzwischen ist der BH aber aufgtrennt und ich habe eine Lösung für die zu kleinen Cups gefunden.

Um Marias Fragen zu beantworten: Ich brauche alles: BH’s, Unterhosen, Unterhemden und einen neuen Unterrock. Ich habe alle benötigten Materialien.DSC_0691Drei Kreativpakete von Sewy, DSC_0692eine Box mit Jerseyresten von meinen letzten Nähprojekten und drei bereits zugschnittene Unterhosen,

DSC_0693Dazu kommen die BH-Schnittmuster Julie und Amelie von Sewy, der Unterhemden- und der Unterhosenschnitt von Zoe,  und das Buch Bare Essentials, das sich sehr detailliert mit der Konstruktion von BH’s beschäftigt. Es ist kein Buch für Anfänger, aber ich kann es jeder, die etwas tiefer in die Materie einsteigen will, nur empfehlen, denn man bekommt ein ganz anderes Verständnis für Schnittmuster und Material.

DSC_0694Und dann habe ich mir dieses Buch geleistet: Eigenlich mehr ein Bilderbuch als ein Nähbuch. Antike Unterwäsche wird vorgestellt und zu jedem Stück gibt es ein Schnittmuster auf Milimeterpapier, das man dann vergrößern und anpassen kann. Zwei vollständige Prokjekte sind auch darin, ein leichter BH, dessen Schnitt mich nicht reizt und ein Petticoat. Ein paar interessante BH-Schnitt sind drin, Korsetts und Mieder und Strumpfhalter sowie einige trägerlose BH-Mieder, die sicherlich bei der Konstruktion eigener Schnitte hilfreich sind. Kein klassisches Nähbuch, aber eine interessante Ergänzung meiner vorhandenen.

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Das erste Treffen findet heute statt, anscheinend war ich an diesem Sonntag etwas schneller, als unserer Gastgeberin. Eine Verlinkung wird also noch gemacht.