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Wintermantel-Sew-Along Teil 6

Hier auf dem Blog ist es ziemlich ruhig gewesen in der letzten Zeit. Na ja, wenn man versucht, einen Selbstversorger-Garten zu haben, dann muss sich im Herbst jedes Projekt bei Apfel- und Kartoffelernte hinten anstellen. Nähen, geschweige denn Bloggen sind dann gar nicht drin. Mal sehen, wieviele Termine habe ich denn schon geschwänzt? Bloß Zuschneiden und Einlage aufbügeln sowie einmal nähen, scheint es. Also auf zur Aufholjagt. Zum Wochenende wird es kalt und zumindest der Mantel für das Kind (das Gr.36-38 trägt und eingentlich fast erwachsen ist und hoffentlich das hier nicht liest), also Mantel 2 muss bis dahin fertig sein. Ich werde also in den nächsten Tagen fleißig nähen und diesen Artikel unter der Woche immer wieder aktualisieren.

Zugeschnitten habe ich schon in der letzten Woche. Das ging recht unkompliziert (weil in der Burda Easy erfreulicherweise Fertigschnitte sind).

Ich habe sogar die 1,5cm Nahtzugabe an den Schnitt gezeichnet, weil das das Nähen enorm erleichtert. Wenn allerdings in einem Fertigschnitt die Nahtzugabe bereits mitgedruckt ist, schätze ich das gar nicht , denn ich habe gerne die Nahtlinie auf dem Schnittmuster. Gestern abend wurde dann die Einlage aufgebügelt, und weil ich auch noch ein Erfolgserlebnis vor dem Schlafengehen brauchte, habe ich mit den Abnähern im Futter angefangen.

Der trübe Tag brachte ans Licht, was die Funzel in meinem Arbeitszimmer schon ahnen ließ: Das Aufdämpfen der Einlage hat dem Walk nicht gut getan. Er ist ganz platt und glänzt an einigen Stellen sogar! Wie werde ich das wieder los??? Hat jemand einen Tipp? Der Stoff scheint auch so elastisch zu sein, dass ich nicht sicher bin, ob ich nicht die Nähte alle mit Einlage verstärken muss, zumindest im Bereich der Schultern.

Das Vorderteil habe ich dank Lucy Warenkunde komplett mit Einlage bebügelt. Die Taschen kommen in die wagerechten Teilungsnähte, statt sie aufzunähen, wie es der Schnitt vorsieht. Auf den Kragen habe ich die faserverstärkte Einlage mit schrägem Fadenlauf aufgebügelt, Danke Lucy für diesen Tipp.

Jetzt geht es endlich ans Nähen, genug geschrieben. Ich habe micht entschlossen, die Nahtlinien für die Abnäher durchzuschlagen, damit sie vernünftig sitzen, statt mit Kopierpapier oder Stechnadeln herumzuschludern, also los. Später gibt es hier mehr, und wie es den anderern Mantelnäherinnen geht, erfahrt ihr hier.

Wintermantel Sew-Along

Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?

Heute fürchte ich gar nicht. Mein alter Mantel ist nicht einmal getrennt, gewaschen werden dürften die Teile auch noch und ich will in 3 Tagen mit den Mädchen in den Kurzurlaub fahren. Bis dahin muss noch ein Puppennähprojekt fertig werden, denn die geliehene Puppe muss endlich wieder zu ihrer Besitzerin zurück. Der Tag hat definitiv zu wenig Stunden für alles. Wer im Gegensatz zu mir fleißig zugeschnitten hat oder auch noch dem Plan hinterherhinkt trifft sich heute bei Lucy.

Wintermantel Sew-Along 3.Teil

Der Stoff für den Traummantel wird ausgewählt oder ist sogar schon eingetroffen. Mit welchem Futter wird mein Mantel warm genug, welche Knöpfe nehme ich dazu und brauche ich weitere Zutaten?

Mein Post ist verspätet und nur ganz kurz, denn der Garten muss noch diese Woche herbstregenfest werden. Außerdem hatte ich ein zeitraubendes Nähprojekt über das ich heute Abend berichten werde.

Also die Stofffrage erübrigt sich größtenteils, wenn man einen alten Mantel umarbeitet. Der alte Mantel ist aber nicht so arg warm, und dafür (dagegen) habe ich im Fundus das hier entdeckt:

Das ist ein Winterfutter von einem alten Trenchcoat. Die eine Hälfte des teilbaren RV’s war im Mantel festgenäht, und bei Kälte konnte das Futter eingezippt werden. Für die Ärmel nehme ich das Futter, das im Mantel bereits vorhanden ist.

Für den Tochtermantel liegen diese Stoffe bereit:

Rechts im Bild ist ein Walkloden und damit alles warm genug wird, gibt es links das Steppfutter dazu, nicht hübsch, aber kuschelig. Bei den Ärmeln bin ich nicht so sicher, ob ich das Steppfutte verwende, möglicherweise trägt es zu sehr auf. Ich kann mir aber gut vorstellen, einen normalen Futterstoff mit einem dünnen Wollstoff zu versteppen, das dürfte ein guter Kompromiss sein.

Die anderen Näherinnen haben sich bereits seit Tagen bei Lucy versammelt.

Gewonnen hat:…

(Abbildung : „Der Neue Schnitt“, Schwabe , 4/ 1957)

So, das ist er – mein zukünftiger Wintermantel. Er stammt aus „Der Neue Schnitt“ von Schwabe aus dem Jahr 1957.  Dieses alte Modenheft ist zu schön! Alle Modelle stehen da mit neckischen Posen und kokettem Blick. Einige von den Modellen würde ich vom Alter her locker mit 60+ beziffern, so etwas kann man sich heute kaum noch vorstellen. Und erst die Werbung: „Das neue Suwa wäscht noch weißer – weiß, weißer, SUWA-weiß“ oder: “ Es lohnt sich, Eier einzulegen mit Garantol„, wer tut so etwas denn heute noch? Aber ich schweife ab.

Also der Mantel: Für die Länge habe ich vermutlich nicht genug Stoff und ich werde ihn wohl auch etwas weniger ausgestellt arbeiten. Viel Anpassarbeit fürchte ich, vor allem, wenn man sich das Schnittmuster ansieht.

(Abbildung : „Der Neue Schnitt“, Schwabe , 4/ 1957)

Das Problem mit der starken Taillierung werde ich wohl durch Verkleinerung oder Weglassen der Abnäher lösen, durch die Bahnen kommt mir der Schnitt tailliert genug vor. Ich will ja diesen Mantel mit Schal verwenden:Das heißt, die Ärmelstulpen werden 1:1 übernommen und an die neuen Ärmel angenäht, der Schal wird für Kragen, Besätze und wahrscheinlich Taschenklappen verwendet, und sollte wider Erwarten noch etwas von dem Schal übrig sein, setze ich vielleicht noch einen Streifen unten an für mehr Länge. Futter ist nicht besorgt, ich glaube, da ist noch was im Fundus, und bei den Knöpfen schwanke ich noch. Entweder ich behalte die Alten, oder ich umfilze ein paar alte flache Knöpfe. Hat jemand von Euch so etwas schon mal gemacht und weiß, ob solche Knöpfe durch die Knopflöcher rutschen? Vom Prinzip ist es ja nicht viel anders als ein überzogener Knopf, müsste also gehen.

Tja, und das ist der Wunschmantel von Tochter 1 ( aktuelle Burda easy). Ich habe mich breitschlagen lassen (hat nicht allzu lange gedauert) und nähe ihr auch einen neuen Mantel. Der Stoff liegt schon da, dunkelroter Walkloden, ganz tolle Qualität. Ich kann nur hoffen, dass der Schnitt auch wirklich so easy ist und keine bösen Überraschungen für mich bereit hält. (Bei dem anderen sind die bösen Überraschungen quasi schon mit eingeplant!) Ich bin also mit zwei Mänteln am Start. Habe ich schon erwähnt, dass in meiner Familie in jeder Generation  immer eine Irre auftaucht?

Was für tolle Mäntel sich die anderen ausgesucht haben findet Ihr bei Catherine.

Wintermantel Sew-Along 1.Teil

Was brauche ich eigentlich für einen Mantel? Welche Farbe wünsche ich mir? Welche Ansprüche stelle ich an die Beschaffenheit und Kompatibilität? Welche Schnitte sind schwer oder nicht so schwer zu nähen, und schaffe ich das? Oder auch: Wovon habe ich schon immer geträumt? Was bereitet mir Kopfzerbrechen und woran möchte ich mich endlich mal trauen?

Catherine und Lucy haben zu einem Wintermantel Sew-Along aufgerufen und obige Fragen stehen heute an. Fangen wir also einmal an.

Eigenlich brauche ich keinen Mantel. Ich habe einen wunderschönen dunkelblauen warmen Wollmantel mit einem Kaschmir-Anteil. Er geht von ganz oben bis ganz unten, weshalb ich in regelmäßigen Abständen den Saum wieder annähen darf, und ist so weit, dass sogar ein Baby im Tragetuch drunter passt. Da das Baby aus dem Tragetuch im Herbst vierzehn wird, wisst Ihr, seit wann dieser Mantel und ich das Leben miteinander teilen. Aber die Qualität ist so toll, dass er noch immer nicht abgeschabt ist. Gut, die Streifen aus Beinahe-Leder, mit denen die vorderen Kanten eingefasst sind, haben nach der dritten Reinigung aufgegeben, aber die Kante, die man am meisten sieht, habe ich mit einem Samtband neu eingefasst und irgendwann ist auch die andere Kante dran. Ich habe also einen funktionsfähigen Mantel und keinen Anspruch auf einen neuen.

Natürlich kann frau auch mehr als einen Mantel brauchen, aber ich habe auch noch zwei Kurzmäntel für die Übergangszeit. Aber ich habe Glück: Mit dem Stofflager meiner Mutter habe ich  auch noch dieses Schätzchen abgestaubt:

Es ist sehr weit, sack-cape-artig geschnitten irgendwie furchtbar aus den Achzigern. Ursprünglich gehörte noch ein am Kragen festzuknöpfender Schal dazu, der mit kühnem Schwung um den Hals zu werfen war. Ich habe versucht, das gute Stück aufzuwerten, indem ich die Schulterpolster entfernte und die zu kurzen Ärmel mit gefilzten Stulpen versehen habe. Außerdem fügte ich noch einen befilzten Schal hinzu.

Den Schal gibt es sogar zweimal, weil der erste Versuch zu dick wurde und nun Dienst als Tischläufer tun muss, aber für Teile wie Kragen oder Gürtel würde ich ihn völlig ohne jeden Skrupel zerschneiden.

Mein Beitrag zum Sew-Along soll also ein komplettes All-over dieses Mantels werden. Diese Schnitte stehen zur Auswahl:

(Abbildung : „Der Neue Schnitt“, Schwabe , 4/ 1957)

Mein heimlicher Favorit: Der Neue Schnitt, Jahrgang 1957. Leider ist es ein Sommermantel und könnte deshalb zu schmal für den dicken Pulli darunter sein.

Der nächste Kandidat: Burda 101/ 4/ 2004, den habe ich mir im letzten Jahr ausgeguckt, als ich die ersten Pläne zur Mantelumarbeitung gemacht habe. Allerdings ist er ein Zweireiher, und ob ich dafür genug Stoff habe, wissen allein die Götter.

Vermutlich wird es dieser hier werden:Burda 120/12/2005, schmal, leicht tailliert.

Natürlich könnte ich auch zwei Mäntel nähen, im Stoffhaus haben sie gerade soooooo schöne Mantelstoffe bekommen (daraus hätte man auch gerne zwei oder drei). Allerdings sind meine bisherigen Erfahrungen mit Mänteln eher Flops:
Den ersten habe ich vor ungefähr 25 Jahren genäht. Er war ein klassischer Blazer-Mantel, dunkelblauer Wollvelours mit einem tomatenroten Futter mit kleinen schwarzen Punkten. Der Stoff war recht schwer und ich habe die ganze Zeit über beim Nähen geflucht. Gesessen hat das Endprodukt auch nicht so toll, aber ich habe ihn dann tapfer getragen. Das :“Nie wieder nähe ich einen Wintermantel“ habe ich dann ca. 6 Jahre später gekippt. Das neue Objekt war aus grauem Wollstoff, warm gefüttert mit wattiertem Steppfutter und hatte einen Pelerinenkragen sowie samtene Ärmelaufschläge. Er rutschte ständig nach hinten, war am Hals (wegen V-Ausschnitt) zu kalt und sah mit Schal (wegen des Kragens) blöd aus. Seitdem ist das wintermanteligste, an das ich mich bisher getraut habe, eine Cabanjacke aus schokobraunem Wollvelours, gefüttert mit einer halbierten Lage Watteline und normalem Futterstoff. Sie ist kuschlig warm bis minus 20° und wurde mir in der Reinigung ruiniert (der Velours ist ab). Ich trage sie trotzdem noch.

Erst einmal wird der alte Mantel umgearbeitet, vielleicht habe ich danach ja schon die Nase gestrichen voll von Mänteln. Er braucht übrigens ein wärmeres Futter als den Taft, den er zur Zeit hat, hat da jemand einem Tipp? Bei Catherine versammeln sich alle, die sonst noch beim Sew-Along  dabei sind.