Archiv der Kategorie: Quilting-Bee

Was wurde eigentlich aus dem Quilting-Bee?

Draußen fällt eine warmer Frühlingsregen, aber das kann mich nicht stören: Ich war bereits eine Stunde im Garten, das Tagespensum ist erledigt. Also habe ich Zeit, ein bisschen zu bloggen. Und da fällt mir ein, dass ich noch gar nicht über meinen Quilt berichtet habe.
Vor eineinhalb Jahren habe ich zum Quilting-Bee aufgerufen. Mein Ziel war es, einen Quilt bis Weihnachten zu nähen. Das Top wurde auch pünktlich fertig, allein das Quilten brauchte seine Zeit. Ein dreiviertel Jahr lang habe ich dafür gebraucht (natürlich nicht am Stück!) aber ich kann vermelden, dass der Quilt seit Oktober letzten Jahres fertig ist und auch hängt.

Quilt fertig
Ich habe jeden der vierzig Blöcke einzeln gequiltet, mit einem Muster, das für das Quilten mit der Maschine entworfen wurde. Wenn man nur zwei kleine Nähte doppelt näht, kann man es ohne Abzusetzen in einem Rutsch durchnähen. Die Muster kann man hier als PDF herunterladen und dann einfach in der benötigten Größe ausdrucken ( wie viel Prozent das sind, muss man ausrechnen). Mein Muster heißt Marigold, (zu Deutsch Tagetes) und besteht aus ineinander verschachtelten gleichseitigen Fünfecken. Ich habe es mit dem Schneiderkreide-Druckbleistift und mit einem Trickmarker aufgezeichnet, Top, Wattierung und Unterstoff (irgendwelche Stoffreste gehen prima, man sieht sie später eh nicht) zusammengesteckt und dann die Linien nachgenäht. Dann habe ich die einzelnen Blöcke mit den Oberseiten zusammengenäht, dabei aber die Wattierung und den Unterstoff nicht mit gefasst. Das geht, weil die Quiltnähte nicht bis an den Rand gehen. Den Unterstoff habe ich von Hand grob zusammengeheftet, damit er im fertigen Quilt nicht herumschlabbern kann.
Geplant war jetzt eine Einfassung aus dunkelblauem Stoff von ca. 5cm Breite, aber eine „Anprobe“ an der Wand zeigte, dass der Quilt zu schmal war. Es fehlten 10cm, damit der untere Rand unter dem Plattenspieler verschwindet. Ich war echt bedient und weigerte mich standhaft, eine weitere Reihe Blöcke zu nähen! Statt dessen fügte ich noch einen Rahmen aus gelben und blauen Quadraten ein, (ich hatte ohnehin versehentlich zu viele davon zugeschnitten) und eine weitere blaue Einfassung. Durch diesen breiten Rahmen hat der Quilt obendrein echt gewonnen.
Die Einfassung wurde dann auch mit Wattierung unterlegt und die dann in der inneren Nahtrille zwischen blauem Stoff und den Quadraten festgesteppt. Das habe ich vor dem Annähen an den Quilt gemacht, weil das sonst zu mühsam wird.
Nachdem der breite Rahmen dann also am Quilt festgenäht war, habe ich den ganzen Quilt gedoppelt. Der Stoff für die Rückseite ist ein alter Bettbezug, den ich an den Kanten mit dem dunkelblauen Stoff eingefasst habe, damit nichts hässlich blitzen kann. Ich habe beide Teile, Quilt und Rückseite rechts auf rechts gelegt, ringsherum zusammengenäht (Wendeöffnung nicht vergessen) und nach dem umkrempeln und leicht ausbügeln in der äußeren Nahtrille zwischen Quadraten und blauem Rahmen festgesteppt.
Für eine Tagesdecke würde ich natürlich die Stepperei auf der Rückseite sehen wollen und daher einen schönen Unterstoff wählen und das ganze sauber von Hand zusammennähen.
Mein Quilt ist aber als Wandbehang gedacht und braucht das deshalb nicht. Für die Aufhängung habe ich beim annähen des blauen Streifens am Rückseiten-Stoff Schlaufen mitgefasst. Das Ganze hängt an zwei Gardinenstangen an der Wand und – große Erleichterung – das Ziel der verbesserten Raumakustik ist erreicht!
Optisch erinnert mich der Quilt an der Wand an ein Kirchenfenster, besonders wenn die Sonne darauf scheint. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an den Anblick zu gewöhnen, er beherrscht den ganzen Raum, gefällt uns aber inzwischen sehr gut.

Insgesamt stecken rund 150 Arbeitsstunden in diesem Quilt, das heißt, ich habe ein Jahr lang 3 Stunden pro Woche daran genäht, ein Wunder, dass obendrein so viele Kleider für mich dabei herausgekommen sind. Aber es hat Spaß gemacht, und beim Stoffschrank aufräumen sind genügend Fleece-Reste für eine Zufalls-Wolldecke à la Lucy zusammengekommen für das nächste Patch-Projekt.

Quilting Bee: Tataaa?

Wenn ich mir den Plan des Quilting-Bees ansehe, war gestern folgendes dran:

Es ist geschafft: So sieht mein fertiger Quilt aus und er ist ja so richtig kuschelig! Gemeinsames Jubeln und Geschenk einpacken

Ich kann nicht behaupten, dass ich auch nur annäherungsweise dort angekommen wäre. Allerdings habe ich in den letzten Tagen echt fleißig genäht, und möchte euch meinen Zwischenstand nicht vorenthalten, außerdem sollte Ernchen, die fleißige, eine Gelegenheit haben, ihren bestimmt fertigen Quilt zu zeigen (ich bin echt neugierig).

Ich habe bei diesem Sew-Along eine Menge gelernt:

  1. Für eine Gastgeberin bin ich nicht zuverlässig genug. Nicht nur, dass ich an einigen Terminen zu spät dran war ( heute zum Beispiel), den letzten vor 4 Wochen habe ich ganz geschwänzt und an mein selbstauferlegtes Pensum habe ich mich sowieso nicht gehalten. 6, setzen! Ernchen, ich entschuldige mich bei Dir.
  2. Wenn man an einem solchen Projekt arbeitet, sollten die Unterbrechungen zumindest so kurz sein, dass man sich daran erinnert, was man eigentlich bereits gemacht hat. Nachdem ich einen Tag mit Zuschneiden und kleine Quadrate nähen verbracht hatte, fand ich, als alle Blöcke fertig waren, eine Tüte mit 50 (in Worten: Fünfzig!!! ) bereits fertig genähten halben gelb-blauen Quadraten. Mir fehlen dazu die passenden Worte.
  3. Überhaupt ist es sinnvoll für ein solches Projekt, wenn man zählen kann. Ich habe meine Blöcke mindestens ein halbes Dutzend mal gezählt, und am Ende hatte ich doch einen zu viel. Was sagt die pragmatische Tochter: Besser einen zuviel, als einen zu wenig. Denk doch, wie du dich sonst erst ärgern würdest!
  4. Aus einem Block und einem Computerentwurf allein kann man absolut keinen Eindruck für das fertige Werk ableiten. Ich hatte die ganzen letzten Tage eine Riesenangst, dass alles ganz scheußlich werden würde, ja ich war fast überzeugt davon, aber seht selbst:Blöcke ausgelegt 2

Der überzählige Block wird den schräg rechts darüber ersetzen, denn bei dem sind die Farben etwas matt.

Im Bild sieht man am oberen Rand zwei verschiedene Stoffe , einmal einen dunkelblauen Streifen, dann eine mittelblaue Ecke, da habe ich mit den Stoffen für die Einfassung experimentiert. In echt sieht das dunkle Blau glaube ich besser aus, denn es verleiht dem Quilt einen markanteren Rahmen. Wenn ich mir das Foto ansehe, bin ich allerdings doch etwas verunsichert über meine Entscheidung. Nun, da die einzelnen Blöcke ja nur ausgelegt sind und vor dem Zusammennähen noch wattiert werden müssen, habe ich ja noch genug Zeit für eine Entscheidung. Ob ich das ganze noch bis Weihnachten fertig bekomme, ist die Frage. Zu vieles ist noch vor dem Fest zu erledigen. Zwei Puppenkleider-Aufträge sind heute dran, Kekse sollen noch gebacken werden, damit das Paket an meine Eltern weg kann, und ich will auch noch etwas schmücken. Und dann ist da ja auch noch das Weihnachtkleid, das ich gerne hätte… Und obwohl ich Lucys und Katharinas Aufrufen zu weniger Perfektion an Weihnachten prinzipiell zustimme, glaube ich, dass alles, was ich vorhabe, vielleicht doch noch „zu wuppen“ ist. Ich habe in den letzten Wochen enorm viel vorgearbeitet und meine persönliche Deadline ist der Samstag Abend: was bis dahin nicht geschafft ist, bleibt liegen, und bis dahin gilt: Maximales Pensum tagsüber, nachts 8 Stunden Schlaf und vernünftiges Essen zwischendrin. Außerdem habe ich einen Joker geschenkt bekommen: Meine Cheffin teilte mir zwei unerwartete freie Tage zu! Ich dachte, die Überstunden bleiben bis Januar stehen, wäre auch vollkommen OK gewesen, aber ich habe mich natürlich nicht gewehrt. Hier gibt es noch einmal eine weitere Ansicht vom Quilt , bevor ich mich zum Kekse-backen verabschiede.Blöcke ausgelegt 1

 

Quilting-Bee am 18.11. Wattieren, Füttern, Einfassen

Wie wattiert man eine 1,70m breite Decke mit einer Wattierung, die nur 90cm breit liegt? Verschiedene Möglichkeiten, eine schöne Ecke zu nähen. Ich habe zu viel Zeit und will keine ganz einfache Einfassung haben.

Also, um es kurz zu machen: Bislang habe ich erst vier Blöcke fertig. Bei dem Tempo dauert es sicher bis zum Sankt Nimmerleinstag, bis mein Mann seinen Akustik-Verbesserer an der Wand hat. Aber Hey, schon bei den paar Blöcken sieht man, wie unterschiedlich sie im Verbund wirken, je nach dem, wie man sie anordnet. Und man sieht auch, dass ein paar der kleinen Quadrate falsch herum eingenäht sind. Also wieder Auftrennen! Die grünen Dreiecke aus dem ersten Block habe ich schon ausgetauscht, jetzt kommen also die kleinen Quadrate dran. Wer keine Arbeit hat, macht sich welche!

Leider bin ich  im Moment aber einfach zu beschäftigt damit, den Garten winterfest zu machen, das Baumhaus mit einer neuen Dacheindeckung zu versehen und Puppenkleider für den Adventsmarkt und dann für meinen DaWanda-Shop zu nähen. Daher muss sich der Quilt hinten anstellen.

Aber theoretisieren ist kein Problem. Also zuerst einmal die Wattierung:

Wenn das Wattevlies zu schmal ist, legt man es so aus wie der Quilt breit werden soll. In der Mitte sollte es überlappen. Wenn es nur auf Stoß liegt, braucht ihr eine weitere Bahn. Das Überlappende wird übereinander festgesteckt. Dann schneidet man in Schlangenlinien durch die doppelte Schicht, nimmt die Überstände weg und hat zwei ineinander verzahnte Bahnen. Mit dieser Methode vermeidet man, dass ein Spalt in der Decke zu fühlen ist. Nach dem Quilten  sieht man die Schlangenlinie nicht mehr.

Die andere Möglichkeit ist, die überlappenden Vliesschichten auf die halbe Stärke zu zupfen und dann mit lockeren Handstichen zu fixieren.  Vermutlich werde ich es so machen, weil ich meine Blöcke ja einzeln Quilten will. Allerdings soll mein Quilt ja an  der Wand hängen, und dann ist es egal, ob man einen Spalt zwischen den einzelnen Blöcken fühlen  kann.

Zur Einfassung: Eine Einfassung für den Quilt ist wie ein Rahmen für ein Bild und reine Geschmackssache. Ich persönlich  würde den  Quilt mindestens mit einem Schrägband einfassen, aber wie gesagt:  Geschmackssache. Eine breite Einfassung kann man noch einmal mit einem aufgenähten Streifen unterteilen. Man kann auch Elemente aus dem Patchworkmuster aufgreifen, und eine Einfassung aus z.B. Quadraten oder Dreiecken arbeiten, ich würde sie aber nicht zu unruhig machen, sowohl im Muster , als auch in der Farbe. Häufig wird die Einfassung auch separat mit einem anderen Muster gequiltet, das sieht immer sehr schön aus. Letzten Endes ist es eine Frage der Zeit, die man zur Verfügung hat.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine schöne Ecke zu nähen? Ich persönlich kenne nur zwei: Einmal treffen die Kanten gerade aufeinander und dann gibt es noch die Briefecke. Weil ich nicht dazu gekommen bin, ein paar Ecken zur Anschauung zu nähen und mit Fotos zu dokumentieren, habe ich ein paar Links dazu herausgesucht. Hier könnt ihr sehen, wie man es richtig macht.

Montag Nachmittag: Da fehlten doch noch die Links: Ich habe zwei gute Bildernähkurse gefunden für Briefecken: einmal von Pattydoo und dann noch eine von Klasse-Kleckse. Sie näht erst zwei Streifen an den Stoff, die in der Ecke bereits schräg miteinander verbunden sind und die Briefecke auf der Rückseite, also genau die Einfassung, die man bei einer Quiltdecke haben möchte.

Noch ein paar Anleitungen für schmale Einfassungen, hier, hier und hier.

Und natürlich kann man an den gepatchten Oberstoff ring herum einen breiten Streifen Stoff nähen und muss  dann alles zusammen nur noch mit einem schmalen Schrägstreifen einfassen, ein tolles Bild davon gibt es hier.

Ernchen quiltet auch fleißig, und was sie macht, findet ihr auf ihrem Blog.

Quilting Bee: Zusammennähen der Blöcke

Heute steht Blöcke zusammennähen an. Das setzt vorraus, dass Blöcke zum Zusammennähen vorhanden sind. Ihr merkt schon an der Formulierung, dass das hier nicht der Fall ist. Heute morgen wollte ich schnell zwei Blöcke nähen, um irgendeinen Fortschritt dokumentieren zu können, aber schnell und nähen sind zwei Begriffe, die sich gegenseitig ausschließen.

Seht selber:

Quilt falschMan sollte die Richtung der Diagonalen beachten! Einen Streifen konnte ich durch eine geschickte 90° Drehung rette, für den Rest gibt es das Trennmesser.

So ist es richtig:DSC_1461 Im Laufe der Woche wird noch viel gepatcht werden im Hause Mirabell, ich halte Euch auf dem Laufenden.

Wie weit Ernchen mit ihrer Decke ist, seht ihr hier.

Quilting Bee: Blöcke nähen Teil 2

Dieser Post war eigentlich schon gestern fällig, und ich kann mich nur bei allen Lesern, und besonders bei Ernchen entschuldigen, dass er erst heute erscheint.

Was steht heute an?

Hurra, ich bin fast fertig! Oh, nein, die Zeit läuft mir davon! Wir verteilen Trost und virtuelle Taschentücher.

Also Satz eins passt bei mir auf keinen Fall, da ist Satz zwei schon eindeutig die bessere Beschreibung meiner Quilt-Situation. Ich bin noch nicht einmal fertig mit dem Zuschneiden, und bis auf den einen Block habe ich auch immer noch nichts genäht. Für Trost bin ich also durchaus empfänglich und das mit den Taschentüchern ist bei mir gerade nicht virtuell, sondern sehr real ein Thema, denn ich schlage mich mit einer scheußlichen Erkältung herum.

Aber warum ist in den letzten drei Wochen bis auf einen Zuschneide-Vormittag an diesem Quilt nichts passiert? Tja, da ist zum einen der Garten, der winterfit gemacht werden soll und dann habe ich fremdgenäht, und tue es immer noch. Meine Tochter hatte Geburtstag und hat eine halbe Laptop-Tasche bekommen, an der anderen Hälfte arbeite ich noch.

Immerhin hat diese Tasche eine wattierte Trennwand, und die habe ich gequiltet, so dass ich indirekt doch etwas für die Quiltdecke gemacht habe.

Das Muster, das ich verwendet habe, kommt von hier. In dieser Sammlung ist auch ein weniger florales Muster drin, das ich  – wenn es denn dem Gatten gefällt-  auch für seine Decke nehmen werde.

Als erstes habe ich das Quiltmuster ausgedruckt, da es eine PDF-Datei ist, konnte ich bequem den richtigen Maßstab ausrechnen. Dann musste ich alles auf meine Trennwand übertragen, dazu habe ich es ausgeschnitten und mit dem Trickmarker drumherum gemalt. Als letztes habe ich noch einmal eine einzelne Tulpe ausgeschnitten, und die inneren Linien gezeichnet.  Der Trickmarker ist auf dem Stoff fast nicht zu sehen , was auch das Nähen etwas schwierig gestaltet. Man muss auch elend schnell sein, denn sonst ist die Markierung weg, bevor der Stoff überhaupt unter der Nähmaschine lag.Laptop Quiltmuster vorgezeichnet klein

Hier habe ich die Linien noch einmal nachgezogen, auf dem Foto sieht man noch weniger, als in der Realität. Die Quiltmuster aus dieser Sammlung kann man ohne abzusetzen nachnähen, daher sind die für die Nähmaschine besonders geeignet. Laut Anleitung soll man erst die gelben und dann die violetten Linien nähen, ich habe es aber genau andersherum gemacht, weil ich dachte, dass sich der Stoff dann weniger verschiebt.Laptoptrennwand gequiltet

Und so sieht das Ganze dann durchgesteppt aus. Links im Bild seht ihr die ausgeschnittene Zeichnung des Musters.

Für die Quiltdecke habe ich folgendes dabei gelernt: Es ist vielleicht möglich, aber sicher nicht ratsam, ein solches Quiltmuster mit der Nähmaschine auf eine fertiggestellte Decke nähen zu wollen. Also werde ich die einzelnen Blöcke erst wattieren und quilten und erst danach zusammennähen. Als Rückseite für die Wattierung nehme ich irgendwelche Stoffreste, Bettlaken oder alte Oberhemden, und dann wird die Decke erst gefüttert und ich steppe die einzelnen Quadrate nochmal ab.

Am 11.11, also in dreizehn Tagen, ist das nächste Treffen, dann hoffentlich mit mehr Resultaten.

Quilting Bee: Blöcke Nähen Teil 1

Welche Probleme können auftauchen? So viel habe ich schon geschafft. Hilfe, ich bin immer noch am Zuschneiden!

Heute geht es um das Nähen der Blöcke in meinem Fall und bei Ernchen um das Zusammennähen der Streifen. Ich bin gespannt, wie weit sie schon ist.

Ich habe am Freitagabend mal einen Block zusammengesetzt, um etwas zum Zeigen zu haben. Dabei ist mir dann auch gleich ein mögliches Problem aufgefallen: Die Farbverteilung ist eher suboptimal.Steps to the Altar

Das Gelb der kleinen Quadrate ist zu gedeckt und das Grün der mittleren Dreiecke muss wirklich strahlend sein. Das Dunkelblau der kleinen Quadrate hat teilweise zu wenig Kontrast zu den blauen Dreiecken und die grünen Dreiecke sollten nicht so sehr ins Blaue gehen wie bei dem Dreieck oben links. An und für sich sind die Farben ja OK  , aber sie sollen ja zur Wandfarbe passen.

Ein weiteres Problem kann auftauchen, wenn nicht exakt zugeschnitten wird. Damit alle Kanten und Ecken genau aufeinander treffen, ist es gut, wenn alle Teile die selbe Zugabe haben, das erleichtert das Nähen ungemein.
Ansonsten schneide ich noch zu. Dabei halte ich mich an die kombinierte Näh-Schneide-Technik, die ich letzte Woche schon beschrieben habe. Heute gibt es eigene Bilder dazu.DSC_1403Streifen zusammennähen und in kleine Abschnitte zerschneiden. Dann zu Quadraten zusammensetzen.DSC_1405Von diesen Quadraten brauche ich 120 Stück, also 240 halbe Quadrate. Ich habe jetzt 94. Wegen der Naht in der Mitte kann ich nur einlagig schneiden. Bewährt hat sich hier ein Lineal, das ich mal mit einer kleinen Schneidematte gekauft habe. Es ist eigentlich für Papier gedacht und hat einen schmalen Moosgummi-Streifen auf der Rückseite, dadurch rutscht der Stoff nicht unter dem Rollschneider.

Nächstes Treffen ist dann erst wieder in drei Wochen, bis dahin sollte ich mehr geschafft haben!

Hier ist die Möglichkeit zum Verlinken.

Quilting Bee am 30.September

Erst der 3. Termin und schon schwächele ich bei  der pünktlichen Abgabe meines Artikels! Aber ich habe eine ziemlich gute Entschuldigung: Ich war nämlich eine Woche verreist. Den letzten Beitrag habe ich in der Bahn geschrieben und bei meiner Freundin in die virtuelle Welt geschickt. Jetzt bin ich seit drei Tagen zu Hause und noch nicht einmal in die Nähe meiner Nähmaschine gekommen. Die Kinder haben Ferien und beschlossen, ihre Zimmer einmal aufzuräumen, folglich hatte der Wäscheberg, der mich begrüßte, die Ausmaße des Mount Everests. Inzwischen habe ich ihn auf’s Zugspitzmassiv zusammengeschrumpft, aber im Garten bedrohen die ersten Nachtfröste die Reste der Gemüseernte. Dementsprechend bin ich heute , wie auch die letzten Tage, im wesentlichen zwischen Herd und Waschmaschine herumgesprungen und habe nichts Genähtes vorzuweisen.

Allerdings ist mein Entwurf auch im Familienrat durchgefallen. „Zu durcheinander“ war noch der netteste Kommentar dabei. Beim erneuten Versenken in das Muster muss ich allerdings zugeben, dass so ein Sampler sich tatsächlich nicht besonders als Wandbehang eignet.  Also haben wir gemeinsam unter den zur Wahl stehenden Mustern eines ausgewählt, und uns für eine weitere Variante von „Steps to the Altar“ entschieden, die ich hier noch nicht gezeigt habe.

So sieht der einzelne Block aus:

Quilting-Bee: Zuschneiden

Und so soll dann in etwa der Wandbehang aussehen:Wandteppich, vorwiegendblau

Im Vergleich zum Einzelblock habe ich blau und grün vertauscht, weil die grüne Variante meinem Mann nicht gefiel. Dummerweise sieht das Muster nur mit einer geraden Anzahl von Reihen bzw. Spalten gut aus, daher darf  ich jetzt also 40 anstelle von 36 Blöcken nähen, man gönnt sich ja sonst nichts.

Aber heute soll es natürlich auch um das Zuschneiden gehen. Ich fasse mich da kurz: Am besten geht das mit dem Rollschneider. Allerdings kann man gerade bei meinenem Muster gut abkürzen:

StepstotheAltarEinzelblockSieht man sich den Einzelblock einmal an, dann sieht man 3×3 Quadrate, die ihrerseits nochmal unterteilt sind, entweder diagonal in zwei Dreiecke oder horizontal und vertikal in vier weitere Quadrate.

Für die Dreiecke legt man zwei verschiedenfarbige Quadrate übereinander, markiert die Diagonale und näht zu beiden Seiten der Linie eine Naht. In der Mitte durchschneiden = fertig sind zwei Quadrate bestehend aus zwei unterschiedlichen Dreiecken ( das Bild dazu gibt es hier ). Das Schwierigste dabei ist, die Größe der Quadrate festzulegen. Dabei hilft eine Zeichnung in Originalgröße auf Rechenkaropapier: Um das Dreieck herum zeichnet man die Nahtzugabe (=Breite des Steppfußes) . Die äußere Linie zum Quadrat ergänzen – fertig ist die Schablone, nach der zugeschnitten wird. (das Ganze klingt deutlich komplizierter, als es ist)

Die kleinen Quadrate gehen viel einfacher: Man näht einfach zwei Stoffstreifen aneinander, die man dann zerschneidet. So spart man sich eine Menge kleiner Nähte, wie es im Quilters Cache beschrieben ist.

Ernchen war schon superfleißig und hat nicht nur fast alles zugeschnitten, sondern auch schon ganz viel genäht. Im Gegensatz zu ihr werde ich übrigens nicht versäubern, denn meine Zugabe hat -den breiten Pfaff-Nähfüßchen sei Dank- 1cm Breite und ist daher ungefährdet. Ohnehin wird der Quilt ja wattiert, gefüttert und durchgesteppt, da ist die einzelne Naht eigentlich keinen Belastungen ausgesetzt. Wenn man entsprechend vorsichtig bügelt, braucht man nicht einmal die Enden der Nähte mit Rückstichen  zu sichern.

Ich hoffe, dass ich im Verlauf der Woche noch ein bisschen mehr nähen kann, dann gibt es auch noch ein paar Bilder.

Hier ist auch das Link-Tool für alle, die sich noch verlinken möchten, auch Quereinsteiger sind willkommen.

Quilting-Bee: Musterauswahl, Stoffkauf, Plan für die Anordnung der Blöcke

Welches Muster nehme ich? Nähe ich erst einzelne Blöcke oder gleich alles zusammen? Habe ich genug Stoff? Wie soll mein Quilt am Ende aussehen?
 

Meine Musterauswahl stand schon von vorneherein fest: Ich nähe einen Quilt nach einer Krimi-Serie, die ich sehr gerne lese. Die Romane sind von Earlene Fowler, und im amerikanischen Original heißt jedes Buch nach einem traditionellen Quiltmuster. Ich musste also nur im großen Online-Lexikon die amerikanischen Titel heraussuchen. Und was habe ich gemerkt? Schweinerei, von den 15 Titeln sind nur sieben (!) auf deutsch erschienen! Na ja, dann muss ich mir den Rest halt auf englisch besorgen.

Die Muster im einzelnen sind:

Marcia Hohns Seite war wie immer eine ideale Quelle, um die Muster zu finden.

So stelle ich mir das Endergebnis vor:BenniHarperQuiltEntwurfeine ebene

Allerdings bin ich von der Farbverteilung noch nicht so ganz überzeugt, und auch der Rahmen ist noch nicht ganz ausgereift. Möglicherweise arbeite ich die Umrandung auch noch etwas anders aus.

Stoffe habe ich glaube ich genug, denn meine Schwiegermutter hat einige Schätze gehoben: Sie hat eine Sammlung  alter Musterbücher von Dekostoffen, und die durfte ich ausschlachten.DSC_1368

Gekauft werden müssen noch Wattierung und der Stoff für die Umrahmung. Für das Futter bestelle ich noch Bühnen-Molton, der ist einige Millimeter dick, und dämpft wohl ausgezeichnet den Hall.

Jetzt ist das Zuschneiden dran. Die Waffe der Wahl ist dabei der Rollschneider mit spezieller Schneidematte (die besten sind selbst-verschließend). Schneidematten bekommt man im Patchwork-Bedarf, genau so wie Rollschneider und Klingen, aber im Fachversand für Künstlerbedarf gibt es sie oft günstiger.DSC_1330

Alle, die sich vielleicht noch beim Quilting-Bee anschließen möchten, können sich gerne hier verlinken.

Quilting Bee: Der Plan

Vielleicht entscheidet sich noch jemand, bis Weihnachten einen Patchwork-Quilt zu arbeiten. Im Moment sind wir noch zu zweit, und ich freue mich sehr über die Gesellschaft.

Heute also stelle ich den Zeitplan für das Projekt vor. Ich habe den Morgen über dem Kalender und meinem Patchwork-Buch verbracht und versucht, abzuschätzen, was für eine Zeiteinteilung sinnvoll ist, besonders mit Hinblick auf den Dezember, in dem man ja nie genug Zeit hat für alles, was man so tun will.

Als Wochentag für das Treffen schlage ich den Montag vor, allerdings nicht unbedingt jede Woche, damit kein Stress entsteht. Dann hat man am Wochenende gut Zeit, um einen Post vorzubereiten. Das erste Treffen wäre dann

23.9. Musterauswahl, Stoffkauf, Plan für die Anordnung der Blöcke

Welches Muster nehme ich? Nähe ich erst einzelne Blöcke oder gleich alles zusammen? Habe ich genug Stoff? Wie soll mein Quilt am Ende aussehen?

Zu diesem Thema schreibe ich heute schon ein bisschen, was vielleicht hilfreich für diejenigen ist, die noch nie gepatcht haben.

30.9. Zuschneiden

Welche Tricks zum Zuschneiden gibt es? Kann man irgendwo vereinfachen oder abkürzen? Ich habe schon 500 Dreiecke geschnitten! Meine Schere ist stumpf!

7.10. Blöcke Nähen – Teil 1

Welche Probleme können auftauchen? So viel habe ich schon geschafft. Hilfe, ich bin immer noch am Zuschneiden!

28.10. Blöcke Nähen – Teil 2

Hurra, ich bin fast fertig! Oh, nein, die Zeit läuft mir davon! Wir verteilen Trost und virtuelle Taschentücher.

11.11. Blöcke zusammensetzen

Muss ich irgendetwas beachten? Hilfe, die Blöcke sind unterschiedlich groß! Katastrophe: Ich habe meinen Entwurf falsch berechnet und meine Decke wird zu klein! Das sieht jetzt fast schon wie eine echte Decke aus.

18.11. Wattieren, Füttern, Einfassen

Wie wattiert man eine 1,70m breite Decke mit einer Wattierung, die nur 90cm breit liegt? Verschiedene Möglichkeiten, eine schöne Ecke zu nähen. Ich habe zu viel Zeit und will keine ganz einfache Einfassung haben 🙂 .

25.11. Der letzte Schritt: Das Quilten

Quilten mit der Hand oder mit der Nähmaschine? – Keine Glaubensfrage! Wo finde ich schöne Quiltmuster? Was kann ich tun, damit mir die Lagen nicht verrutschen? Quiltet man besser vom Rand zur Mitte oder andersherum?

16. 12. Das Finale – Weihnachten kann kommen

Es ist geschafft: So sieht mein fertiger Quilt aus und er ist ja so richtig kuschelig! Gemeinsames Jubeln und Geschenk einpacken

Das ist mein Entwurf für einen Zeitplan. Jetzt muss ich erst mal Mittagessen kochen, aber heute Nachmittag gibt es die ersten Tipps zur Musterauswahl, den Stoffen und dem Werkzeug, dass die Quilterin benötigt.

Später

Die Kinder haben ihre Kartoffel-Zuccini-Puffer bekommen und ich habe erfolgreich ein paar Bilder gemacht, die ich hier gleich verwenden kann.

Fangen wir mit der Musterauswahl an. Eine der besten – wenn nicht sogar die umfangreichste Sammlung traditioneller Quilt-Muster findet ihr bei Marcia Hohn. Sie zeigt auch Decken mit den Mustern, das ist besonder gut, weil man oft vom einzelnen Block sich das Ganze schwer vorstellen kann. Außerdem gibt es Anleitungen zum Zuschneiden und zusammensetzen und ein super Tutorial, wie man einen Quilt arbeitet, alles zwar auf Englisch, aber die Bilder sprechen für sich. Klick auf „where do you want to go today“ dann die Lessons.

Es ist ratsam, den ausgewählten Block einmal originalgroß aufzuzeichnen, und dann eine Skizze der fertigen Decke mit allen Blöcken zu machen, um zu sehen, wie die Farbverteilung wirkt. Das kann manchmal sehr unterschiedlich sein. Ein gutes Beispiel ist das Blockhaus oder Log Cabin Muster. Normalerweise wird es mit einer hellen und einer dunklen Hälfte gefertigt, und nun seht selbst, wie unterschiedlich die einzelnen Kombinationen aussehen können:Log Cabin 1 001

Log cabin 2 001Log Cabin QuiltHier ist mein eigener Log Cabin Quilt. Der Hell/Dunkel-Kontrast ist nicht allzu hoch weil ich damals nur wenig dunkle Stoffreste hatte.

Auch bei anderen Mustern gibt es Unterschiede , je nach dem wie die Blöcke zusammengesetzt werden, zum Beispiel bei Drunkards Path, fertige Decken hier und hier.

Im Verbund wirkt ein Block oft ganz anders, das kann man bei Marcia Hohn gut sehen.

Flying Geese Einzelblock

Flying GeeseFlying Geese 001

Cat in the Corner Einzelblock

Cat in the Corner Einzelblock

Cat in the Corner 001

Noch ein Wort zur Größe: Ein Block ist meist zwischen 25×25 und 40×40 cm groß. Je kleinteiliger das Muster, desto größer sollte er sein, sonst wird man erstens nie fertig und zweitens gewinnt das Muster oft nicht durch die Verkleinerung.

Die verwendeten Stoffe haben idealer Weise die gleiche Qualität, meist verwendet man Baumwolle. Aber ein Material-Mix ist durchaus möglich, besonders, wenn man einen echten Reste-Quilt machen will. Wenn man den Quilt nicht nur an die Wand hängen und bewundern möchte, sollten die verwendeten Stoffe die selben Wascheigenschaften haben! Überhaupt ist es sinvoll, die Stoffe vorzuwaschen, damit sie später nicht unterschiedlich einlaufen. Ein bisschen Wäschestärke ins letzte Spülwasser erleichtert das Zuschneiden und das Nähen, besonders bei viskosehaltigen Stoffen.

Wer alle Stoffe neu kaufen will, muss das Material berechnen. Am einfachsten geht das, wenn man den Enwurf in Originalgröße (besser: seine Kopie) zerschneidet und die einzelnen Teile nochmal mit Nahtzugabe aufzeichet. Die ist am einfachsten so breit wie der Steppfuß der Nähmaschine, also irgenwo zwischen 7 und 10 mm. Dann die einzelnen Teile vermessen und berechnen, wieviel Teile man von jeder Farbe braucht. Auf diese Quadratzentimeterzahl 10 bis 15% für Verschnitt und Irrtümer aufschlagen und alles durch die Stoffbreite in cm teilen = Stofflänge in cm. Im Zweifel nehmt etwas zuviel Stoff, manchmal gestaltet sich das Nachkaufen schwierig bis unmöglich!

Ich fasse meinen Quilt ein, das ist wie ein Bilderrahmen und bring Ruhe in die ganze Angelegenheit. Den Stoff muss man auch noch dazurechnen, und dann noch das Futter und die Wattierung.

Wer schon über das spätere Durchsteppen der Lagen, also das Quilten nachdenken will, für den gibt es tolle Quilt-Muster hier , hier, hier und hier.

Für alle, die beim Quilting-Bee teilnehmen möchten, gibt es unten ein Link-Tool für Text-Links

Einladung zum Quilting-Bee

Heue nehme ich zum erste Mal bei „RUMS- Rund ums Weib am Donnerstag“ teil mit einer Einladung und meinem ersten uns einzigen selbstgenähten Quilt – einem Bettüberwurf, der sich auch als Sommerdecke und bei Picknicks bewährt hat. Einladung zum Quilting-BeeBeinahe jeder Stoff dieser Patchwork-Decke erzählt eine kleine Geschichte, denn die meisten stammen von alten Kleidungsstücken, die entweder meine Mutter oder ich für uns genäht haben.

Ich verlinke mich hier, weil der RUMS ein toller Treffpunkt für kreative Frauen ist, die sich vielleicht auch für  meine Aktion interessieren. Auf dem Bild seht ihr besagten Quilt. Es ist  vor 25  Jahren entstanden, und als er fertig war, habe ich gleich Stoff gekauft und einen neuen zugeschnitten. Ihr seht den Zuschnitt im kleinen Korb neben dem Stuhl. Jetzt plane ich wieder einen neuen Quilt, der aber nicht so enden, sondern fertig werden soll. Und das kam so:

Als ich letzte Woche  Dienstag in den Supermarkt kam, entdeckte ich zu meinem Entsetzen auf der Aktionsfläche vor dem Käseregal die ersten Marzipankartoffeln, Lebkuchen und Spekulatius. Bei 25° im Schatten begann man sich hier auf Weihnachten vorzubereiten! Zu Hause zerrte ich meinen Kalender hervor: Nur noch 17 Wochen bis zum Heiligen Abend! Kein Wunder, dass der Einzelhandel schon in die Startlöcher geht.

In der darauf folgenden Woche, gelang es mir, diese Tatsache weitestgehend zu ignorieren, vermutlich, weil ich damit anfing, meine echten Kartoffeln aus der Erde zu holen, aber ein gewisses Unbehagen blieb. Irgendetwas kratzte am Rand meines Unterbewusstseins, etwas, das mit Terminen und Geschenken zu tun hatte.

Dann fiel es mir ein: Seit wir unser Wohnzimmer umgeräumt haben, ist die Wand hinter dem Fernseher leer, und ein klitzekleiner Hall beeinträchtigt die Raumakustik. Meinen audiophilen Gatten stört das so sehr, dass er hässliche Wörter wie „Schall-Absorber“ in den Mund nahm, hinter denen sich noch hässlichere Objekte, die man an die Wand hängt, verbergen. Das wurde mir schnell zu bunt, und ich machte ihm klar, dass der einzige Schallabsorber, der mir ins Haus kommt, ein Patchwork-Quilt sein würde. „Alles klar, mach mir den zu Weihnachten!“

Jetzt hänge ich also drin. Ich plane bereits seit einiger Zeit einen Sampler nach einer Krimi-Buch-Serie. Die englischen Titel der „Benni-Harper“-Serie von Earlene Fowler heißen alle nach einem traditionellen Patchworkmuster und da ich diese Romane gerne lese, möchte ich diese Buchtitel zu einem Quilt verabeiten.

Ich habe aber keine Lust, das alleine zu tun! In der Gruppe nähen macht so viel mehr Spaß, dass ich euch heute zu einem virtuellen Quilting-Bee, bzw. genauer gesagt zum gemeinsamen Nähen einer Patchwork-Decke einladen möchte. Wie oben erwähnt, ist in 16 Wochen Weihnachten, und wer für Mutter, Tochter, Ehemann, Sohn oder Erbtante schon immer eine Patchwork-Decke nähen wollte, sich aber die nötige Ausdauer dafür nicht zugetraut hat ist hiermit herzlich aufgefordert, sich mir anzuschließen. Vielleicht wollt ihr für Sohn oder Tochter, die aus dem Haus gehen, eine Flickendecke aus den Resten aller Kleidungsstücke, die ihr im Laufe der Jahre für sie genäht habt nähen, um ihnen ein Stück ihrer eigene Geschichte mitzugeben. Viellicht fehlt auf dem Sofa, auf dem ihr fernseht noch eine gemütliche Decke zum kuscheln, oder ihr habt einmal einen Quilt gesehen, dessen Muster euch nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist, und ihr wollt ihn endlich einmal nachnähen. Vielleicht habt ihr sogar schon eine Patchwork-Decke zugeschnitten , aber seid angesichts der unzähligen Stoffstücke verzweifelt und habt den Mut verloren. Das soll sich beim Quilting-Bee ändern.

Gemeinsam wollen wir uns bei der Auswahl des Musters und der Stoffe beraten, Tipps zum Zuschneiden und nähen geben und uns dann, das Wichtigste, Mut machen das angefangene Projekt durchzuziehen, um dann an Weihnachten tatsächlich die fertige Decke für unsere Lieben unter den Baum legen zu können.

Startschuss ist der nächste Donnerstag mit dem Fahrplan für die Aktion und ich hoffe auf viele eifrige Mit-Quilterinnen.

Und damit nicht der Verdacht aufkommt, ich hätte mich beim „Great Britisch Sewing-Bee“ für den Titel meiner Aktion bedient, erzähle ich hier den interessierten Lesern noch ein wenig über die Geschichte des Patchwork im Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts.

Als die Pioniere den amerikanischen Mittelwesten besiedelten, gab es für die Frauen wenig zu lachen. Sie schufteten den ganzen Tag, und und selbst am Abend konnten sie ihre Hände nicht in den Schoß legen und sich ausruhen. Statt dessen nähten sie aus den Stoffresten, die sie vom Nähen ihrer Kleider (und der Kleider der gesammten Familie) übrig hatten, warme Decken, um die kalten Prärie-Nächte zu überstehen. Das Nähen von Patchworkdecken gab den Frauen immerhin die Möglichkeit, sich auch einmal eine Weile mit gutem Gewissen hinzusetzen.

Nach und nach entwickelte sich diese „Flickerei“ zur Volkskunst und heute sind zahlreiche traditionelle Muster überliefert, deren Namen zum Teil einen Blick auf den Alltag der Frauen werfen lassen: „Broken dishes“, „Long way to Arkansas“ oder auch „Drunkards‘ Path“ zum Beispiel. Andere zeigen die Beobachtung der Natur oder der Umgebung, wie beispielsweise: „Dove in the Window“, „Cat in the Corner“, und „Flying Geese“ von denen es gleich mehrere Varianten gibt.

Die schönen Patchwork-Oberstoffe, die in den langen Wintern entstanden, mussten dann noch mit mehreren Lagen Stoff zusammengesteppt – „gequiltet“ werden. Dazu wurden die einzelnen Lagen grob mit Nadeln zusammengehalten, über einen Rahmen gelegt und dann vom Rand aus durchgesteppt. Diese Arbeit machten die Frauen aber nicht allein, sondern sie trafen sich den Sommer über mit anderen Frauen der Gemeinde zu den sogenannten Quilting-Bees und erledigten diese Arbeit gemeinsam. Das gemeinsame Quilten war die einzige Möglichkeit für die Frauen, sich mit anderen Frauen zu treffen und sich auszutauschen, ohne dass man ihnen vorwerfen konnte, sie würden Zeit vertrödeln.

Für alle diejenigen, die bereits eine Weile „patchen“, ist das natürlich alles nichts Neues, aber vielleicht hat es der einen oder anderen Appetit auf einen eigene Quilt gemacht. Beim RUMS findet ihr auch noch viele andere tolle Sachen, die Frauen selber gemacht haben, also schaut dort vorbei.