Archiv der Kategorie: Aus dem Garten

Sonntagstagebuch

Nach einer längeren Pause, mein letzte Sonntags-Tagebuch-Eintrag ist schon wieder sieben Wochen her, erzähle ich mal wieder, was ich am Sonntag gemacht habe:

Im Garten gearbeitet.*** Möhren mit Lauch gekocht, ein Familien-Liebling. Die Zusammensetzung variiert, heute sind drin: 400g Hackfleisch anbraten, ein Würfel Gemüsebrühe dazugeben. 350 g Möhren in Scheiben mitdünsten, nach 5 Min 2Stangen Lauch in Scheiben dazugeben. Mit etwas Wasser (max eine halbe Tasse) ablöschen. Alles ca. 10-15 weiterdünsten. Das Gemüse sollte noch etwas Biss haben. Meine Banausen-Familie „verfeinert“ das Ganze dann noch mit Sambal oder Ketchup. *** Wieder im Garten gearbeitet: die Beete mit Kompost versorgt, die noch keinen bekommen haben und alles kurz durchgegrubbert *** mit einem homöopathischen Präparat gegen Schnecken gespritzt (Helix tosta D8) ***Aus den geplanten 3 Stunden am Nachmittag wurden etwas über 6 Stunden, also nur noch *** Brot gebacken und den ersten Teil meiner derzeitigen Lieblings-Serie auf Youtube gesehen. Den hatte ich im Fernsehen verpasst.

Und da zur Zeit eine Ankündigung für das FUSSA 16 läuft, gibt es hier einen Film-Tipp: Miss Fishers mysteriöse Mordfälle, ( hier gehts es zum Trailer) Di und Fr (Wdh) auf einsfestival.

Miss Fisher ist eine Detektivin im Melbourne der 1920-er Jahre und es ist Australiens auffwändigste Filmproduktion aller Zeiten. Das sieht man auch, denn die Ausstattung ist unglaublich liebevoll gemacht Detailgetreu. Außerdem ist das Ganze nicht nur ein Augenschmaus sondern amüsant und Geistreich und genau das Richtige nach einem anstrengenden Wochenanfang.

Die Idee des Sonntags-Tagebuches hatte ursprünglich Frau Liebe, die 7 Sachen verbloggt, die sie mit ihren Händen gemacht hat und kam über Siebenhundertsachen zu mir. Meine Sonntage haben die Tendenz, sich aufzulösen oder zu verflüchtigen, mit dem Tagebuch kann ich ein bisschen von ihnen zurückbehalten.

Sonntagstagebuch

Frau Siebenhundertsachen schreibt immer so schön über ihre „Sonntagssachen“. Mir gefällt diese Rubrik so gut, dass ich ihr das einfach nachmache.

Und das war mein Sonntag:

Zwei Sorten Brot gebacken. Ich backe nach diesem schönen Buch, dessen Autor diesen schönen Blog betreibt.

* Gulasch gekocht. Eigene Zwiebeln, eigene Möhren, eigener Kohlrabi. Landleben ist toll.

* Ein Fahrrad repariert. * Drei Sorten Salat ausgesät. * Den Kohlrabi für dieses Jahr beim Keimen erwischt. Er ist erst vor 6 Tagen ausgesät worden!

* Integralrechnung geübt, mit den 3 K’s als Unterstützung: Kaffee, Kuchen, Cookie * Ein Konzert gehört: Dreimal Prokofjew, unter anderem das Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26. Dazu gab es die obligatorische Uraufführung, die sich dieses Mal direkt auf das Klavierkonzert bezog. Ich hatte offensichtlich die falschen Substanzen genommen und konnte deshalb keinen Bezug feststellen. Auf der Blödheits-Skala gab es trotzdem ein „nicht ganz so blöd“, man muss ja die Relationen beachten. Es gab schon viel Blöderes. * Am Ende noch eine Weile gestrickt: Heidi ist fertig! Einen Steek der Ärmel todesmutig abgenäht und aufgeschnitten. Jetzt müssen die Ärmel nur noch eingesetzt werden und die Knöpfe dran.

Pfingsten: Eine Foto-(Land-)Love-Story

DSC_0835Ein Zaunfeld erhöhen (beim Pfeil ist eine Lücke in den Doppelstegplatten bei der überdachten Treppe der interessierten Nachbarin, ehemals mit Ausblick – in meine Küche).

DSC_0826Die ersten Erdbeeren vom Ehemann vor der Nase weggeschnappt kriegen

DSC_0827Im Gewächshaus nach dem rechten sehen

DSC_0831Auf die ersten Kohlrabis freuen

Gurke erntenEine Gurke ernten, die ersten sind immer etwas kleiner

DSC_0828Einen Kopfsalat ernten und draußen putzen (11 Schnecken gefunden!)

DSC_0837Einen Blumenstrauß vor dem Rasenmäher retten

DSC_0839Unterm Ahornbaum GrillenDSC_0836

DSC_0845Die Blumenrabatte etwas ent-Unkrauten

DSC_0843Einen geschmacksverirrten Gartenzwerg finden

DSC_0844Eine fast verlorene Rose freilegen…

DSC_0846…und unter Bewachung stellen

DSC_0840Die Winter-Norma für den Sommerschlaf waschen.

Kochen am MMM

DSC_0820Diese halbe Kiste mit Spinat habe ich gestern geerntet. Und weil Me Made Mittwoch war und ich den Spinat im selbstgenähten Kleid verarbeitet habe, fand ich es lustig, gleich das Kochrezept mitzuliefern. Im Nachhinein finde ich diese Idee nicht mehr so gut, denn beim MMM sollte es doch eher um Kleidung und weniger ums Kochen gehen. Daher habe ich mein Rezept in einen eigenen Post verschoben. Hier also das Rezept für Spinat-Käse-Nudeln: Rezept Spinat-KäsenudelnFür drei bis vier Personen braucht Ihr:

  • 300 g kleine Nudeln
  • 7,5 l gezupften, gewaschenen und geschleuderten Blattspinat (alternativ 1 Paket TK-Blattspinat)
  • 1 Becher Schmand
  • ca. 100-150g Reibekäse (ich hatte gerade Emmentaler übrig)
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Während die Nudeln garen die Schalotte klein würfeln und in einem großen Kochtopf mit Olivenöl andünsten. Den feingeschnittenen Knoblauch für 1 Min mitbraten und dann den Spinat in Portionen zugeben. Also den Kochtopf bis zum Rand mit dem Spinat füllen, den Deckel drauflegen und warten, bis alles zusammengefallen ist. Dann die nächste Portion Spinat dazugeben, etc. bis der ganze Spinat im Kochtopf zusammengefallen ist. Den Schmand unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Inzwischen dürften die Nudeln fertig sein. Abgießen und zum Spinat geben. Darüber den Käse geben und alles gut unterheben. Spinat-Käse-Nudeln Der frische Spinat zieht ziemlich viel Wasser, auch wenn er in der Salatschleuder trocken geschleudert wurde. Wen das stört, der kann ihn separat im Topf vorgaren und das Kochwasser wegschütten oder ihn in den letzten Minuten bei den Nudeln mitkochen. Mir gehen dabei aber zuviele Vitamine verloren.

MMM mit Spinat und Burda 10/12 Mod. 108

Heute ist ein arbeitsreicher Tag: erst ein paar Stunden Garten- und Erntearbeit, dann ein paar mehr Stunden Lohnarbeit, und jetzt verarbeite ich die heutige Spinat-Ernte. DSC_0815

Als der offizielle Teil der Tages begann, also nach der Gartenarbeit, habe ich mir Modell 108 aus der Burda 10/12 übergezogen. Ein wunderbar bequemes Kleid, das nicht zu offiziell aussieht, aber trotzdem nicht zu leger ist.Spinat und Burda 10-12-Mod 108 Genäht habe ich es vor nunmehr 3 Jahren und , wie ich finde, viel zu selten an. Ich weiß gar nicht, warum, denn immer wenn ich es anziehe, fühle ich mich wohl darin.

DSC_0814Hier entsteht gerade unser Abendessen: Spinat-Käse-Nudeln.

Rezept gefällig? Dann bitte im nächsten Post nachsehen. (Bis eben hatte ich das Rezept noch hier stehen, aber der MMM geht um selbstgenähte Kleidung und nicht selbstgekochtes Essen 🙂 daher kriegen meine Nudeln einen eigenen Post)

Über dieses Kleid habe ich schon ein paar mal geschrieben, erwähnen will ich hier noch einmal, dass es ziemlich weit ausfällt und ich locker eine Größe kleiner hätte nähen können, als die, die meinen Maßen entsprach.

Jetzt aber schnell zum MMM, der Plattform für selbst benähte Menschen, wo Claudia heute über den MeMadeMay bei Zoe  und über ihr Verhältnis zu Röcken berichtet.

 

Erstfrühling

DSC_0680Die Blüte der Weidenkätzchen ist durch und in den Gärten stehen die Forsyhtien in gelber Pracht: Dies sind laut dem Phänologischen Kalender, der sich nicht nach dem Datum sondern dem Vegetationszustand der Natur richtet, die Anzeichen den Erstfrühlings. Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Winterlinge gehören in den Vorfrühling, da falle ich immer wieder mit den Begriffen rein.
Für mich bedeutet die Forsythien-Blüte Zeit für den Schnitt der Rosengewächse. Dazu zählen nicht nur die Rosen, von denen ein Haufen im Garten herumsteht, sondern ganz besonders der Schnitt der Brombeeren, die wir am Spalier ziehen.
Bormbeeren vor dem SchnittSo sehen Brombeeren aus, die sich ein Jahr lang vor dem Schnitt drücken konnten. Unten rechts sieht man einen ganz besonders fiesen Trick der lieben Kleinen: Wenn eine Ranke lang genug ist, dass sie auf den Boden aufstößt, bildet sie dort neue Wurzeln und eine neue Pflanze. Zur Vermehrung nutze ich das gerne, aber hier stehen fast 20 neue Brombeerpflanzen um das Spalier.
Dies ist eine alte Sorte mit vollem Aroma und kompletter Stachelausrüstung. Ich bin ja der Ansicht, dass man bei Brombeeren gewisse Opfer bringen muss. Und die modernen stachellosen Brombeeren haben einfach nicht das Aroma und den Geschmack der alten Sorten. Wer also den vollen Geschmack erleben will, muss bereit sein, einen gewissen Blutzoll zu zahlen. Ich stehe zu diesem Dogma. Fast immer. Nur nicht zur Schnitt-Zeit. Da kann es vorkommen, dass meine Überzeugung ins Wanken gerät.
Das ist das Brombeer-Spalier nach zwei Nachmittagen mit der Schere.

brombeeren, wenig übrig
Das ist meine arme Hand nach eben diesen Nachmittagen.

DSC_0675
Die armen Brombeeren hatten das Auslichten bitter nötig.

Themenwechsel: Endlich habe ich mit der der Zaunerhöhung zur interessierten Nachbarin hin begonnen. Nachdem ich lange über die Durchführung gegrübelt und ordentlich Weidenruten gesammelt habe, ist der Plan fertig. Unser Zaun zur interssierten Nachbarin hin ist ja nur 1,80m hoch, die Pfosten stehen aber gute 60 cm über. Diese Lücke wird mit einem Geflecht aus Weidenruten gefüllt, dann kann man auch nicht mehr aus Versehen von der Treppe ins Hochparterre, da wo der Stuhl vor der Lücke im Sichtschutzglas des Vordaches steht, in unsere Küche, Wohnzimmer und den halben Garten schauen. Nicht dass ich das irgend jemandem unterstellen würde!

Zaun zur Straße

Zaun zur Straße

Das ist nicht Zaun zur Nachbarin, aber er sieht genauso aus.

Das Geflecht arbeite ich im Gemüsebeet, da kann ich die Staken gut in die  stecken, sie sollen sowieso überstehen. Wenn es fertig ist, wird zwischen zwei Rahmen aus imprägnierten Dachlatten gelegt, die werden fest miteinander verschraubt und dann zwischen den Pfosten befestigt. Ich bin gespannt, wie weit meine Weidenruten reichen. Im Moment arbeite ich mit der angetrockneten Ernte aus diesem Jahr, aber trockene Ruten weichen schon ein für die nächsten Zaunfelder. halber Weidenzaun

Im Gewächshaus wachen die Radieschen, Pflücksalate, Salatköpfe Kohlrabi und Spinat.DSC_0707 Letzterer ist auch schon im Beet aufgelaufen, das er sich mit den Kartoffeln teilt. Der Plan ist, dass der Spinat geerntet werden kann, wenn die Kartoffeln angehäufelt werden. Dazu bekommt er ca. 3 Wochen Vorsprung bei der Aussaat. Bin gespannt, ob das dieses Jahr klappt.

Die beiden Beete in der Einfahrt vor dem Haus sind immer am frühesten mit der Blüte dran: sie bekommen mit am meisten Sonne und die Erde in den Kästen erwärmt sich schnell.EinfahrtDSC_0678DSC_0677Das Unkraut wächst natürlich auch schon wieder mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit. Es in Grenzen zu halten, ist eine Sisyphus-Arbeit. Ich habe beschlossen, direkt am Haus, das heißt im Käuterbeet vor der Küche anzufangen. Das ist nämlich das erste Stück Garten, das ich morgens sehe, und warum sollte ich nicht den Tag mit einem Blick auf meinen Erfolg beginnen, statt schon am frühen Morgen mit meinen Unzulänglichkeiten konfrontiert zu werden?Kräuterbee vorherEs ist schier unfassbar, mit welchem Tempo sich der Löwenzahn über den Winter ausgebreitet hat!

DSC_0496Das hier ist übrigens ein supergeniales Werkzeug, das mir meine Mutter geschenkt hat: ein Kantenabstecher. Das halbmondförmige, geschärfte Blatt geht durch die Grassoden am Beetrand wie durch Butter, mit dem Spaten ist das Abstechen dagegen eine Quälerei.

DSC_0495Das ungesund-gelbliche ist der Buchs, den die Katzen auf dem Gewissen haben. Keine Pflanze hält das auf Dauer aus, wenn die Katzen daran markieren. Schönen Dank auch. Manchmal wünschte ich mir einen großen, bösen Hund!

Das ist ein Anblick, der meinen müden Augen morgens gut tut:Kräuterbeet nachherNoch ist es etwas kahl, aber man sieht schon die Tulpen in den Startlöchern. Bald werden auch die Ringelblumen, die ihren Samen im letzten Jahr so großzügig im Beet verteilt haben, aufblühen und auch der Liebstöckel und der Estragon zeigen die ersten Triebe.

2. November

2. MeMadeNovember

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Wir bauen uns ein Gewächshaus

9.10.11.24

Neues aus dem Garten

 

2.MeMadeNovember: Gartenarbeit

Hier seht Ihr die Gärtnerin in ihrem natürlichen Umfeld (Unkrautfeld). Heute ist es wieder sonnig und warm, so warm, dass über Mittag tatsächlich ein T-Shirt ausreicht. Das T-Shirt, ein Test-Shirt aus einem alten Hess-Natur-Shirt ist von dem Film „Coraline“ inspiriert und nach Burda 120- 6/2011 genäht (hier das erste Mal beschrieben). Im Ärmelbereich ist es etwas eng, weil die Ärmel eine recht steile Armkugel haben. Der Schnitt ist eher für Stoffe mit Elasthan geeignet. Original Hess-Natur sind noch die Schulternähte und der Halsausschnitt. 2. NovemberIch liebe das Shirt heiß und innig, wegen der Aufschrift, nicht wegen der Passform. Die Bilder sind übrigens von gestern, heute ist schon weniger Unkraut im Beet, und wenn ich bei Dunkelheit nach drinnen gehe, gibt es wieder das Shirt von gestern mit einer bequemen Kauf-Jogginhose. DSC_0266DSC_0265

Wir bauen uns ein Gewächshaus: Die Vollendung

Heute habe ich letzte Hand an unser Gewächshaus gelegt. Nein, keine Angst, ich habe nicht den ganzen Sommer daran gewerkelt. Aber nach dem letzten Beitrag im April lag die Arbeit erst einmal für einige Wochen still. War das Wetter daran schuld? Ostern? Der Besuch in Frankeich über den ersten Mai? Ich habe keine Ahnung. Fest steht, dass ich – der Datumsstempel auf den Fotos belegt es – in der Woche vor Pfingsten den „Rohbau“ fertig hatte. Hier seht Ihr ein paar Bilder:

Gewächshaus-Ostseite

Gewächshaus-Ostseite

Westseite mit Fenstern

Westseite mit Fenstern

Südseite

Als ich dann meinen Rohbau fertig hatte, kam ein Freund vorbei, ein Super-Handwerker, der mich bei der Planung schon beraten hatte. Er besah sich das Haus und dann sagte er : „Du hast nichts falsch gemacht.“ Der Ton ließ keinen Zweifel bestehen, dass da noch ein „Aber“ folgen würde. Und klar, die Auflage an den Dachsparren war zu fipsig (dachte ich mir schon, deshalb hatte ich ja auch bereits Winkel untergeschraubt) und überhaupt würde er mir raten, noch ungefähr einen Zentner Flacheisen, Schwerlastwinkel und noch weitere Winkel anzuschrauben, damit das Holz nicht auf die Idee kommt, sich zu verdrehen und zu reißen.

Ich weiß, wann man besser einen guten Rat annimmt. Jetzt ist das Häuschen so voller Metall und so stabil, dass, wenn die Aliens zur Erde fliegen mit ihren gigantischen Untertassen, an denen Mega-Magnete befestigt sind, um unser Eisen zu klauen, nicht nur alle Autos und Zäune des Dorfes heraufgesogen werden, sondern auch mein Gewächshaus mitsamt den Fundamenten in den Weltraum entschwindet. Und dann war meine ganze Arbeit für die Katz!

Auf dem Detail-Bild seht ihr übrigens wie ich die Dachsparren stabilisiert habe: Ich habe einfach von rechts und links je eine Leiste als Diagonalverstrebung angeschraubt, mit einem kleinen Balkenrest als Abstandhalter dazwischen.Detail Dachsparren

Als dann alles fertig war, wurden die PU-Platten angeschraubt.

Kitty Koma hatte mich in ihrem Kommentar bereits darauf hingewiesen, dass die Platte im Laufe der Zeit eintrüben. Ich habe eine todsichere Methode gefunden, um diesen Prozess zu beschleunigen:

Man lagere die Platten an einem heißen, sonnigen Pfingstwochenende im frisch gemähten Gras und die UV-Stahlung und der aufsteigende Sauerstoff erledigen das im Nu. Zum Glück war das Dach schon oben, bevor ich die restlichen Platten in mehr oder weniger fleckiges Milchglas verwandelte, und das Dach ist klar geblieben. Immerhin hat das auch sein Gutes: Es erspart mir das Schattieren .

Am 12. Juni habe ich im letzten Büchsenlicht die letzen Platten verschraubt und am nächsten Morgen sah alles so aus:DSC_0025 (800x531)DSC_0024 (800x531)Da Sommer war und ich auch noch keine automatischen Fensterheber hatte, habe ich die Giebel offen gelassen – ehrlich gesagt hatte ich auch die Nase voll davon, mit Atemschutzmaske und Schutzbrille gegen den Kunststoffstaub und Ohrenstöpseln gegen das Gekreisch der Flex bei 30° im Schatten herumzuturnen. Das habe ich heute Nachmittag erledigt, die Nächte sind schon empfindlich kühl und die Tomaten und Paprika, die seit Mitte Juni das Gewächshaus bevölkern, sollen noch ausreifen. Fensterheber montiere ich dann im nächsten Jahr, vorrausgesetzt, die Fenster wiegen nicht mehr als 7Kg. Das muss ich erst noch mit der Kofferwage von der Leiter aus herausfinden.

Das Gewächshaus hat zwei Türen, dadurch kann ich in der Mitte eine Abtrennung ziehen und in einer Hälfte ein feucht-warmes Klima für Gurken und Melonen und in der anderen Hälfte ein trocken-warmes Klima für Tomaten und Paprika schaffen, wenn ich will. Geschlossen werden die Türen mit simplen Überwürfen und können oben zusätzlich noch mit einem Sturmhaken gesichert werden.

Westseite mit Fenstern

Türverriegelung

Sicherung mit Sturmh

Sicherung mit Sturmhaken

Fazit:

Wer kein 08/15 Gewächhaus von der Stange haben will, dem kann ich den Bauplan für das Gewächshaus unbedingt empfehlen. Möglicherweise sind in dem Plan, den man sich kaufen kann, mehr Hinweise zur Stabilität und Verwendung von Winkeln, Schrauben etc. zu finden, die Gratis-Anleitung, nach der ich gearbeitet habe, lässt da zu wünschen übrig. Unbedingt sollten Fundamente verwendet werden, das Holz einfach auf den Boden zu legen, wie in der Anleitung geht gar nicht. (Siehe hier)

Die Kosten sind deutlich höher als für ein einfaches Baumarkt-Modell, besonders die Eisenwaren und da vor allem die schicken Spezialschrauben für die Trapezplatten gehen ins Geld. Nicht vergessen sollte man auch, dass das Holz alle paar Jahre gestrichen werden möchte. Trotzdem bekommt man ein solches Haus zu dem Preis auf keinen Fall zu kaufen, und die vielen Arbeitsstunden (ich schätze es waren an die 60 bis 80) haben sich echt gelohnt. Das Gewächshaus ist eine echte optische Bereicherung unseres Gemüsegartens geworden und hat selbst in diesem kühlen Sommer und bei der späten Bepflanzung sogar drei Honigmelonen hervorgebracht.

Wer aus meinen Fehlern lernen möchte, dem empfehle ich, die diagonalen Verstrebungen in den Feldern beiderseits der Türen erst zuzuschneiden, wenn das Häuslein steht und ausgerichtet ist. Selbst mit Milimeterpapier gezeichnet sind die Winkel im Maßstabs-Entwurf nicht genau genug zu messen.

Nachtrag, 7.3.2016

Wenn man die Bilder betrachtet, könnte man glauben, dass das Gewächshaus auf einem Sockel aus Beton steht. Das ist aber nicht der Fall. Wie hier im April beschrieben, ruhen die Bodenbalken auf Punktfundamenten. Sie schweben etwas über der Erde, um vor der Bodenfeuchtigkeit geschützt zu sein, und deshalb hat mein Mann rings herum einen schmalen Graben ausgehoben und Rasenkantensteine aus Beton eingegraben. Die stehen jetzt ein bisschen über und sorgen dafür, dass der Spalt geschlossen ist und die Pflanzen keine kalten Füße bekommen.

Ich habe den alten Link zum Bauplan korrigiert, irgendwie hat sich da eine falsche Adresse eingeschlichen.(http://www.buildeazy.com/greenhouse-1.php) Ansonsten findet man aber auch großartige Pläne, wenn man einfach „Build a greenhouse free plan“ in eine Suchmaschine eingibt. Unter deutschen Suchbegriffen landet man schnell auf den englisch-sprachigen Seiten, aber die Anleitungen sind in der Regel gut bebildert und einfach zu verstehen.

 

Wir bauens uns ein Gewächshaus oder Alle meine Baustellen 2

Draußen zieht der April seine Wettershow ab. Im Moment folgt Regen auf Regen, genau das richtige Wetter, um über den Garten zu berichten. Wenn ich schon nicht draußen arbeiten kann, kann ich wenigstens darüber schreiben.

Alle, die auch nur aus dem Fenster nach draußen schauen können, sind herzlich dazu eingeladen, mir über die Schulter zu schauen. Also: Tee und Kekse holen und gemütlich zurücklehnen.Baumhausdach

Nachdem das Baumhausdach ja so zufriedenstellend vor dem einzigen Schnee dieses Winters fertig geworden ist, arbeite ich an einem neuen Projekt.
Monatelang habe ich meinem Mann wegen eines Gewächshauses die Ohren vollgequengelt, bis er dann schleißlich entnervt aufgab: „Dann kauf‘ Dir halt eins!“
Eine Recherche im Internet ergab, dass das Traum-Gewächshaus unser Budget mehr als nur sprengt. Das bezahlbare Modell aus dem örtlicchen Baumarkt war so niedrig, dass ich den Kopf einziehen musste, hatte eine sehr bescheidene Grundfläche und wackelte wie ein Lämmerschwanz. Es ist klar, worauf das ganze herauslaufen musste: Selbstbau.
Wieder im großen, weiten Netz gesucht, war ein fabelhafter Bauplan auch recht schnell gefunden. Der schicke amerikanische Bauplan zeigt ein Holzhaus mit doppeltem Pultdach und einer beweglichen Fensterreihe dazwischen. Beim näheren hingucken hatte das Ganze ein paar Mängel: Anstelle eines Fundaments verwenden die Planer einen Rahmen aus 10x10cm Balken, die auf der Erde aufliegen und nur durch ein paar angeschraubten, schwertähnlichen Latten im Boden verankert sind. Genau die Sorte Konstruktion, die beim ersten Stürmchen davonfliegt. Hier im alten Europa bauen wir natürlich für alle Ewigkeit, also hat meine Konstruktion einbetonierte Punktfundamente und keinen Bodenkontakt der Holzelemente.
Zu allererst wurde das Holz dreimal mit Holzschutzlasur gestrichen und dann durfte alles erst einmal den Winter über liegen bleiben.
Vor vier Wochen haben wir dann angefangen mit dem Bauen.BaugrundQueckenwurzeln

Zuerst durfte ich den Boden vorbereiten und den Rhabarber umsiedeln. (Er hat überlebt und treibt inzwischen auch wieder aus). Die Ecke, die für das Gewächshaus vorgesehen ist, habe ich im letzten Jahr dem Unkraut sich selbst überlassen (der Fachmann nennt das „Brache“). Es ist unfassbar, wie viele Queckenwurzeln sich innerhalb eines Jahres auf einem derart kleine Stück ansammeln können!

 

 

Dann haben wir die Fundamente gebaut. Ein Freund hatte uns empfohlen, Stücke von Stahlrohr in Löcher zu stellen, sie auszurichten auf die gleiche Höhe, die Löcher dann rings herum mit Beton zu füllen und am Ende die Pfostenanker in die Rohre einzubetonieren. Dadurch sind dann alle Pfostenanker in derselben Höhe und die Basis des Gewächshauses ist waagerecht.

Fertige Punktfundamente

Um es kurz zu machen: 9 Rohrabschnitte von ca. 60cm Länge an die Eckpunkte und die Seitenmittelpunkte eines wirklich rechtwinkligen Rechtecks auf die selbe Höhe zu bringen, erfordert nicht nur ein Wochenende Geduld, sondern vor allem solide Geometrie-Kenntnisse. Dabei ist es durchaus von Nutzen, wenn man sich an den ollen Pytagoras und seine Dreieck-Rechenregeln erinnert. Nach erfolgten Bauarbeiten konnte ich das meine Kindern auch gar nicht lange genug vorhalten. So sieht der Bauplatz also mittlerweile aus:Fundament ist fertig
Natürlich musste dann noch das Holz zugeschnitten werden. Die verwendeten Leisten haben eine Länge von 5 Metern. Dummerweise habe ich bei der Holzberechnung 5 Meter zu wenig berechnet. Klugerweise ist mir das bei der Bestellung aufgefallen. Dummerweise habe ich das nicht sofort notiert. Und fatalerweise habe ich dann, als die Holzlieferung nach „Holz für das Gewächshaus“ und „Holz für den Carport“ aufgeteilt wurde, die herrenlosen Leiste nicht für mich beansprucht und stand auf einmal mit einer Leiste zu wenig da! Eine einzelne Leiste bestellt man nicht nach. Zum Glück hatte ich noch von meinem alten „Gewächshaus-Schrank“ vier Holzpfosten übrig, die ich verwenden konnte.
Das Gewächshaus wird in Modul-Bauweise errichtet: Auf die Basis werden erst die Rahmen für die Seitenwände geschraubt (die Amis machen das mit Nägeln, ich werde Schwerlastwinkel und Flachverbinder verwenden. Im gut sortierten Baumarkt finden sich Broschüren, die eine erstaunliche Vielfalt an Bauteilen für den Hobby-Zimmermann zeigen, die ein hoffentlich Hurrikane-sicheres Resultat garantieren werden). Wenn die Seitenwände stehen, werden die vorher zusammengeschraubten Dachsparren aufgesetzt, dann werden die Türöffnungen in die Giebelwände gesetzt und das Ganze wird am Dach noch mit diagonal aufzuschraubenden Bandeisen ausgesteift. (klingt das nicht beeindruckend? Was man nicht alles für tolle Wörter bei der regelmäßigen Lektüre von DIY-Zeitschriften lernt!)
Bevor man solche Dachsparren zusammenschraubt, muss man sie erst zusägen. Profis und ambitionierte Heimwerker haben für so etwas eine elektrische Kapp- und Gehrungssäge. Ich bin zwar ambitioniert, aber so etwas gibt es bei mir nicht, also arbeite ich auf die altmodische Art mit der Feinsäge und Armschmalz. Beim Kauf einer guten Säge darf man übrigens nicht geizig sein. Es lohnt sich, wenig, aber dafür gutes Werkzeug zu haben, sonst hat man echt keine Freude an der Arbeit. Das fängt schon mit Schraubzwingen an. Wer die Billigangebote neben der Baumarkt-Kasse kauft, darf sich nicht wundern, wenn sie ständig wieder aufgehen. Wieso ich hier von Schraubzwingen anfange? Nun ja, die Dachsparren werden am einen Ende in einem Winkel von 60° und am anderen Ende in einem Winkel von 30° abgeschnitten. Um einen sauberen, senkrechten Schnitt zu erhalten, schraube ich zwei Vierkanthölzer rechts und links von der markierten Schnittlinie auf meine Leiste = fertig ist die Führungsschiene für die Säge.Gehrungssägen
Die Holzteile durften dann noch alle mit der Schnittkante in ein Bad aus Rapsöl, um sich so richtig vollzusaugen und wetterfest zu werden.Schnittkanten ölen2  In der amerikanischen Anleitung wird das Häuschen dann mit Folie bespannt, was eine Lebensdauer von ungefähr 4-6 Jahren hat und jede Menge dünne Holzleisten zum Aufnageln erfordert. Wir haben uns für die Eindeckung mit Wellplatten entschieden. Daher braucht unsere Konstruktion noch zusätzlich fünf Querlatten auf dem Dach und je eine Latte in den Seitenwänden. Diese Latten werden in die Dachsparren versenkt, und dazu müssen diese ausgeklinkt werden. Für das Ausklinken macht man zwei senkrechte Schnitte in die Leiste (und einen dritten in der Mitte, damit das Holz besser herausgeht) und stemmt dazwischen mit dem Stechbeitel und dem Hammer das Holz weg. Das klingt jetzt ziemlich einfach, in der Realität hat das Holz aber oft eine recht eigenwillige Maserung und bricht oft ganz anders weg, als ich das gerne hätte. Ich stemme also nur einen Teil des Holzes weg und arbeite dann mit Raspel und Feile nach. Und wenn ich sauber gearbeitet habe, sieht das Ergebnis dann so aus:
Leider ist diese Sägerei und das Nacharbeiten echte Muskelquälerei, besonders, wenn die Werkbank nur 75cm hoch ist. Ich hatte davon einen derartigen Muskelkater zwischen den Schulterblättern, dass ich nachts weder auf dem Rücken liegen noch schlafen, noch tief atmen konnte. (könnte sich natürlich auch um einen Herzinfarkt gehandelt haben, ein Freund (Arzt) hat mich erst neulich subtil darauf hingewiesen, dass ich mittlerweile zur Risiko-Altersgruppe gehöre). Da eine kleine Rückenmassage mit Kräuterbalsam durch meinen Mann die Beschwerden verbessert hat, war es wohl doch nur Muskelkater. Merke: Wer sägen will, sollte Arnica D6, Kräuterbalsam und einen massierwilligen Partner zur Hand haben.
Wenn alle diese Vorarbeiten erledigt sind, kann man an das eigentliche Zusammenbauen der Rahmen gehen. Dazu bringt man alles Holz zur Terrasse, (Menschen mit Golfrasen, der regelmäßig planiert und gewalzt wird, können das natürlich auch auf dem Rasen zusammenbauen), um alles auszulegen und zusammenzuschrauben. Ein bisschen hat das was von einem ausgepackten IKEA-Möbel: Ich stelle vor „Gürk“ das Gewächshaus.

Wir haben die Holzteile stumpf mit Winkeleisen zusammengeschraubt – die Amis in der Anleitung nageln nur. Ich frage mich, wie man die doch recht schweren Seitenteile wohl zum Bauplatz zurücktragen will, Nägel dürften da wohl wieder herausrutschen. Die Dachteile habe ich mit Flacheisen zusammengeschraubt und ganz ehrlich: Es ist ein richtig tolles Gefühl, wenn die Hölzer, die man berechnet und zugesägt hat, auch genauso zusammenpassen, wie es geplant war! Jetzt regnet es seit Tagen, daher liegen die zusammengeschraubten Einzelteile im Garten herum (und verziehen sich hoffentlich nicht!) Zum Wochenende erwarte ich besseres Wetter, dann können wir hoffentlich unser Gürk aufstellen. Morgen schneide ich noch die Diagonalverstrebungen für die Giebelseiten zu, Türstürze und Türpfosten habe ich schon. Dann fehlen nur noch die Fenster. Eventuell können wir auch schon die PU-Platten aufschrauben, mal sehen, ich werde berichten.

12-tel Blick im März

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Januar

12-tel Blick im Februar

12-tel Blick im Februar

Das erste Quartal ist vorbei und hier kommt der März-Blick auf meine Staudenrabatte. Das Gras im Vordergrund wurde abgesengt, es wächst danach viel besser, die Krokusse sind vorbei und ich bin dazu gekommen, die vertrockneten Staudenstängel abzuschneiden. Ein paar warme Tage gefolgt von Regen haben alles in die Höhe schießen lassen, besonders das Unkraut. Ein bisschen wenig bunt ist es schon hier, das liegt vor allem an den blühfaulen Narzissen, die mich in diesem Jahr ein bisschen hängen lassen. Allerdings sind die Traubenhyazinthen fleißig dabei, Farbe in das Beet zu bringen.

12-tel Blick 3-14

12-tel Blick im März

Mehr Fotos aus dem März findet ihr bei Tabeas außergewöhnlicher Sammlung.