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MMM am 19.10.: Wer bin ich, und ist das die selbe Frau, für die ich auch nähe?

Heute trage ich eine Kombination, die ich so seit drei Jahren immer wieder trage. Die ich auch hier schon mehrfach gezeigt habe.  Die Frau von Welt umwickelt den zerschnittenen Finger dazu natürlich mit farblich passendem Fingerflex. Es sind immer die Kleinigkeiten!mmm-19-10-16

Der Rock (Norma aus Ottobre 5/2010) ist eins der echten „Bread and Butter“ -Teile, von denen ich immer noch nicht genug zu haben glaube. Aber stimmt das überhaupt? In letzter Zeit habe ich vermehrt Kaufkleidung getragen, irgendwie war mir die Auswahl bei den eigenen Sachen zu gering. Aber ich ertappte mich dabei, dass ich meine beiden mindestens fünf oder sechs Jahre alten Jeans in Dauerschleife mit immer den selben fünf oder sechs alten Shirts trug. Der Schrank ist voll, aber im Grunde beschränke ich mich auf 10 bis 12 Teile, die ich nicht einmal untereinander unterschiedlich kombiniere. Pulli A zu Rock 1, T-Shirt B zu Hose 2. Nicht wirklich kreativ. Kann ich auch mit den selbst genähten Sachen haben. So wie heute. Bekannt, vertraut, sicher.

Natürlich gibt es auch objektive Gründe für diese Art der Beschränkung. Ich habe viele Einzelstücke, und wenige „Allrounder“, Ober- und Unterteile, die zu allem im Schrank passen. Auf meiner Nähliste stehen viele „missing links“, aber seit Monaten komme ich nicht zum Nähen. Ich bin frustriert.

Trotzdem erklärt das nicht meine merkwürdige Abneigung, selber genähtes zu tragen. Vielleicht sind die neuen Sachen zu formell, nicht ganz so bequem oder kuschelig wie die alten. Früher habe ich grundsätzlich Komfort dem Chic vorgezogen. Fleece-Pulli statt Bluse oder T-Shirt und Strickjacke.  Aber eigentlich passt das nicht mehr zu meiner Selbstwahrnehmung. Trotzdem fühlen sich die neuen Kleider fremd an. Möglicherweise deshalb, weil sie genau das sind: Kleider. In denen man sich auch ein bisschen zurecht gemacht fühlt. Etwas, dass mir das Gefühl von „Aufwand betreiben“ gibt, obwohl es objektiv genau so viel Aufwand bedeutet, in eine Strumpfhose zu schlüpfen und ein Kleid überzustülpen, wie eine Jeans  und einen Pulli anzuziehen. Im Gegenteil, denn für letzteres braucht man ja noch extra Strümpfe. Bin ich wohlmöglich doch der „Jeans-und-Fleece-Pulli“-Typ? Benähe ich die Frau, die ich gerne wäre an Stelle der Frau, die ich bin? Un wenn ja, warum?

Ich frage mich, ob das anderen auch so geht. Hat sich Euer Stil geändert, seit Ihr selber näht? Oder Eure Selbstwahrnehmung? Für wen näht Ihr? Für die Frau, die Ihr immer wart oder für die, die Ihr gerne währt? Und wie wohl fühlt Ihr Euch dann in Eurer selbstgenähten Kleidung?

Am heutigen MeMade Mittwoch stellen viele Frauen ihre selbstgenähte Kleidung vor. Vielleicht stellt sich die eine oder andere die selben Fragen leise oder auch laut.

MMM im Trägerkleid und Heidijäckchen

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Heute trage ich den Trägerrock aus der kleinen Änderungsschneiderei. Es ist ein zum zweiten mal umgearbeitetes Umstandskleid, das bei der letzten Änderung den V-Ausschnitt (selber konstruiert)  und den Rock des Old School Teacher-Kleides aus der Ottobre bekommen hat. Das T-Shirt stammt auch aus diesem Projekt. So sieht alles von hinten aus.

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Übrigens sind sogar meine Kompressions-Strümpfe selber geärbt, die Originalfarbe gefiel mir nicht.mmm-21-9-16-3

Weil es morgens noch kühl war, habe ich mein Heidi-Jäckchen an. mmm-21-9-16-11 Hey, ich stehe ja unter dem Apfelbaum!mmm-21-9-16-13 Einer ist noch dran.

Mit einem Blick in meinen herbstlich-verwilderten Garten verabschiede ich mich zum MMM-Blog, wo Dodo heute einen Knip-Rock mit einem tollen Blumenmuster zeigt. Sie sagt, das ist ihr Abschied von den Blumenmustern im Herbst. mmm-21-9-16-1 Guck mal, Dodo, wie schön es hier noch blüht! Der Herbst ist voller Blumen und Blätter.mmm-21-9-16-23

MMM am 19.1.2016 – Jumper Mary

Beim Treffpunkt für selbstbekleidete Menschen ist heute Dodo Vorturnerin. Sie zeigt einen tollen Mantel und einen Holyburn-Rock, unbedingt anschauen!

Jumper Maryblog
Ich zeige ein „Ich war in Bielefeld-Foto“, das Frau Nahtzugabe am Sonntag von mir gemacht hat. Zu sehen: JH-Bielefeld und der Jumper Mary aus der 1950er Vintage-Burda. Er ist quasi mein Abschluss-Oberteil aus der 12-Top-Challenge und erst letzten Mittwoch fertig geworden. Ein echtes Upcycling-Stück, denn in seinem ersten Leben war er dieses Kleid.DSC_0238

Und weil das absolut nicht genug Stoff hatte, habe ich den Jumper mit einem Strickstoff-Rest um diese Passe und die kleinen seitlichen Keile ergänzt.

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Das Zuschnitt-Tetris hat länger gedauert, als die ganze Näherei, und das, obwohl ich die Seitennähte geheftet habe, weil die Ovi partout die Stofflagen gegeneinander verschieben wollte. Ich sollte meinen Nähmaschinen-Händler fragen, ob ich immer noch Anspruch auf die Einführung mit der Ovi habe!
Noch ein Foto, wie in der Zeitschrift mit Blick über die Schulter:

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Die Hose, die ich trage ist die Lady Fit aus der Ottobre. Und weil sie im Grunde eine „Lady total nicht fit“ ist, wie dieses Foto nach zwei Tagen tragen unschwer beweist,Mary1

kommt sie ab Samstag in die „Kleine Änderungsschneiderei“,

Kleine Änderungsschneiderei klein für die ich an dieser Stelle auch noch einmal Werbung machen möchte.

Zurück zum MMM, wo sich wieder gut gekleidete Damen mit ihren neuen und älteren Sachen eingefunden haben.

MeMadeMittwoch im Oktober-Top

Heute morgen war ich bei meiner Freundin zum Basteln. Sie hat einen Fensterstern gefaltet und ich habe einen Ochsen und einen Esel für unsere Fensterkrippe ausgeschnitten. (Bild wird nachgereicht, dafür brauche ich Tageslicht).

Nebenbei hat sie Fotos für den MMM von mir gemacht. Dieses ist am besten gelungen:Oktober-TopIm Becher ist mein derzeitiger zweitliebster Tee: Ingwer-Zitrone. Nur Ingwer-Orange ist besser.

Feine Ringel ergeben auf digitalen Fotos immer psychedelische Muster, daher hier noch einmal ein älteres Bild:

DSC_0242Das Shirt ist mein Oktober-Beitrag zur Twelve-Top-Chalenge von Constance alias Santa Lucia Patterns.

Der Schnitt ist ein umgebautes Patchwork aus der Ottobre 5/2012, die Idee ist von Burda 6722 geklaut, der Stoff kommt vom Tauschtisch bei der Annäherung. Ich liebe Ringelpullis und als ich diesen Schnitt im Burdaflyer sah, wusste ich auch, was der Stoff werden wollte.

Beim heutigen MMM zeigt Wiebke ihre aktuelle Strandgarderobe 🙂 . Und alle anderen selbst benähten Damen treffen sich heute auch dort.

Hier kannst Du weiter lesen:

Zuschneidetetris

Zuschneidetetris

 November

November

Schnittbeschreibung 1960’s Coat und Näh-Tricks für Nahttasche, Ärmel und Futter einsetzen

Ich brauche keine Himalaja-Expedition oder eine Safari im Kongo, um Abenteuer zu erleben. Dafür reicht eine Fahrkarte von der Deutschen Bahn. Die gibt es schon ab 29.-€, mit Bahncard sogar für knappe 23.-€, Spannung und Nervenkitzel garantiert.
Mein Abenteuer begann heute Morgen auf dem Dorfbahnhof mit der Information, dass die Strecke Dorf-Berlin Hbf. bereits in Lichtenberg endet, Weiterfahrt mit der S-Bahn, Anschluss ungewiss. Die Verspätungsmeldung der Bahn hatte mich auch zeitnah informiert, immerhin habe ich um 3 (!!!) Uhr morgens eine Mail bekommen. Da schaue ich auch gerade noch rein, wenn der Zug Sonntagmorgen um 7 Uhr geht. Nicht dass die Baumaßnahme schon seit dem 24. stattfindet! Egal, ich habe es geschafft, den ICE gekriegt und bin für die nächsten 3 ½ Stunden sicher.
Das ist genug Zeit, um den Post über den Frühlingsmantel alias 1960‘ s Coat aus dem GBSB Staffel 2 vorzubereiten. Macht Euch also einen Becher Kaffee und lehnt Euch zurück.1960's Coat Web
Das 2. Buch zur Serie ist 5 Pfund teurer, kommt aber mit einem Schnittmusterpack daher. Sämtliche Schnitte sind dort in 6 Größen (britisch 8-16) drauf. Das erspart ausdrucken und kleben bzw. das Vergrößern auf Karopapier. Die Schnitte sind nicht nummeriert und auf beiden Seiten bedruckt. Man darf also eine Weile suchen, bis man seinen Schnitt findet. Die einzelnen Schnittteile sind nicht etwa in einer einzigen Farbe pro Modell auf dem Bogen sondern in bis zu dreien. Jedes Schnittteil ist beschriftet. Im Falle des Mantels sind aber die Beschriftungen „upper front facing“ (Besatz) und „upper front interfacing“ (Einlage) vertauscht. Es kostete mich mehrere Anläufe, in denen ich über der Anleitung, den Schnittteilen und den Abbildungen in der Anleitung gebrütet habe, bis ich das herausfand. Lästig ist auch, dass viele Markierungen auf dem Schnittmuster fehlen. Pass-Zeichen, die man in der Nahtzugabe einknipst zum Beispiel. Und wenn man die Taschen in den Abnäher einsetzt, wird man vergeblich nach dem Ansatzzeichen für den Taschenbeutel suchen.
Es fehlt auch eine Linie, an der man das Vorderteil für das Futter zerschneiden muss, um den Beleg auszusparen. Die habe ich mit Hilfe des Beleg-Schnittes selber gefunden, nach einiger Gehirnakrobatik wegen der bereits im Schnitt enthaltenen Nahtzugabe. (Um Euch das zu ersparen: Erst die Belegkante in das Vorderteil einzeichnen. Bei 1,5 cm Nahtzugabe muss dann die Teilungslinie von der Belegkante ausgehend 3cm in Richtung Vorderkante verschoben werden.) Die Anleitung ist zwar sehr ausführlich und gut bebildert, aber wegen der vielen Fehler bei den Schnitten selber ist dieser Mantel-Schnitt eindeutig nicht für Anfänger geeignet. (Im Buch selber wird er als „tricky“ bezeichnet, ich würde ihm 3 von 4 Schwierigkeitspunkten geben, vorausgesetzt man beherrscht Paspelknopflöcher). Dass Tamara im GBSB den Mantel in nur 6 Stunden genäht hat, beeindruckt mich zu tiefst.
A propos Paspelknopflöcher: Im Schnitt fällt auf, dass das 4. Knopfloch nicht eingezeichnet ist. Anders als auf dem Foto soll für das vierte Knopfloch die Taillen-Naht zweckentfremdet werden. Mir war das in der Länge zu offen, daher habe ich die Knopflöcher entsprechend wie auf dem Foto verteilt.
Ganz im Retro-Stil wird Einlage zum aufstaffieren verwendet. Eine Verstärkung ist nur für das obere Vorderteil, den unteren Besatz und für die ober Hälfte des Rückenteils vorgesehen. Mir war das zu windig, außerdem habe ich aufbügelbare Einlage genommen, und zwar die Sorte, die mit diagonalen Fäden verstärkt ist. Ich habe das gesamte Rückenteil, das obere Vorderteil und das untere Vorderteil von der Vorderkante bis 4cm über die Abnäher hinweg bebügelt, dazu noch Steiften auf die Armausschnitte und die Ärmelsäume. Besonders die Abnäher im unteren Vorderteil fand ich wichtig, denn sie sollen die Taschenbeutel aufnehmen, und ich weiß ja, was ich immer in meinen Taschen herumschleppe!
Zur Passform: Ich habe eine Größe 12 genäht, das entspricht meiner Oberweite. Mit Ausnahme der Ärmel bin ich mit der Passform sehr zufrieden. Insgesamt ist aber der Mantel sehr schmal geschnitten und erlaubt darunter maximal eine ganz dünne Strickjacke zur Bluse/dem Shirt. Um ihn bei kälteren Temperaturen zu tragen brauche ich ein kuscheliges Lace-Tuch oder einen breiten Schal zum Einwickeln.
Die Ärmel sind viel zu eng. Ich glaube nicht, dass ich übermäßig dicke Arme habe. Heute Morgen allerdings, als ich versuchte, mit einer Fleece-Jacke in Erwartung tieferer Temperaturen in den Mantel zu kommen, gab es das Geräusch, das wir alle kennen und fürchten, und das in der Schriftsprache immer mit „ratsch“ ausgedrückt wird: Futter gerissen. Mein windiger Blusenstoff hat an der Ärmeleinsatznaht nachgegeben. Ich hatte das Futter bereits mit der Overlockmaschine zusammengenäht, weil der Stoff etwas franste. Die Naht ist auch noch ganz, der Stoff ist direkt daneben gerissen. So ein Mist!
Meine Rettung wird darin bestehen, die Ärmel rauszutrennen, was aufgrund meiner Super-Ärmel-einsetz-Technik (s.u.) relativ aufwendig sein wird. Dann werde ich das Armloch vergrößern und aus der 1,5cm Nahtzugabe im Ärmel eine 0,5 cm Nahtzugabe machen und so 2cm mehr Weite gewinnen. Für neue Ärmel, die ich dann auch gleich länger machen könnte, habe ich nämlich keinen Stoff. Eventuell werde ich aber den Saum mit einem Stoffstreifen verstürzen und so noch einen oder anderthalb cm gewinnen.
Ich habe bei den Ärmeln von vorneherein schon 4cm in der Länge zugegeben und das hat bei meinen – zugegeben- langen Armen nicht gereicht. (Bei Burda gebe ich grundsätzlich immer 2cm dazu.)

So, und jetzt verrate ich Euch, welche Tricks ich abweichend zur Nähanleitung noch verwendet habe:

Nahttasche im Abnäher einsetzen:

Allzu sehr habe ich hier nicht getrickst. Beim Taschenbeutel/Futtertaschenbeutel die Nahtzugabe vom oberen Rand und der Rundung markieren. Taschenbeutel/Futtertaschenbeutel rechts auf rechts aufstecken, so dass oben und unten in etwa gleich viele cm der Abnähernaht überstehen. (Ihr erinnert Euch: es gibt keine Ansatzzeichen). Dabei kommt der Futtertaschenbeutel an die Abnäherseite, die zur Vorderkante zeigt, der Stofftaschenbeutel an die Abnäherseite, die zur Seitennaht zeigt. Leider habe ich davon keine Fotos gemacht. Jetzt den Taschenbeutel ca. 2mm von der Abnähernaht entfernt in der Zugabe feststeppen. Nahtzugabe von rechts in Richtung Taschenbeutel bügeln. Den Abnäher jetzt von oben nach unten durchsteppen, dabei dort, wo die Taschenbeutel angesetzt sind, die Abnähernähte mit ein paar Rückstichen sichern und parallel zur Taschenbeutelansatznaht den Abnäher nur heften. Klingt kompliziert? Der Sinn ist folgender: dadurch, dass ich den Taschenbeutel, besonders den Futterbeutel, etwas von der Abnähernaht entfernt festgesteppt habe, steht der Mantelstoff am Tascheneingriff etwas über und das Futter blitzt nicht so schnell. Auf dem Foto unten kann man das etwas erahnen.NahttascheWeb Jetzt den Abnäher aufbügeln. Wir haben jetzt eine Bügelkante am Tascheneingriff, die 2mm von der Taschenbeutelansatznaht entfernt ist. Der Taschenbeutel wird jetzt zugenäht, dabei an der Abnähernaht beginnen. Den zusammengenähten Taschenbeutel habe ich jetzt in Richtung der Vorderkante gebügelt, Nahttasche zurückgeklapptWebund damit der mühsam eingearbeitete Knick nicht verloren geht, habe ich parallel zur Öffnung noch einmal alles zusammengeheftet. Oben und unten am Tascheneingriff habe ich mit engem Zickzackstich noch einen Riegel genäht. (Habt Ihr mitgezählt: das Wort Taschenbeutel kommt 14x im oberen Abschnitt vor! Jetzt aber genug davon!)

Ärmel einsetzen:

Zuallererst feststellen, ob beide Ärmelseiten gleich lang sind, oder ob im Zuge des Ärmelabnäher Nähens vielleicht eine Seite etwas kürzer als die andere geworden ist. Ich habe das vergessen, dadurch musste ich beim Schließen des Armloches ziemlich mogeln. Wenn beide Seiten gleichlang (gemacht worden ) sind, kann der Ärmel eingesetzt werden. Ich schließe die Seitennähte mittlerweile immer erst, wenn der Ärmel eingesetzt ist. Das erspart mir mühsames Balancieren an der Schneiderpuppe.
Beim Ärmelschnitt fehlen hier die Markierungen, ab wo eingehalten werden soll, und an welcher Stelle die Schulter ist. Das mit der Schulter ist hier aber egal, weil derartig viel Mehrweite für die Armkugel im Schnitt ist, dass es auf einen halben cm nicht ankommt und man getrost den Ärmel längs falten und die Mittellinie an der Schulternaht ansetzen kann. Eingehalten habe ich von den beiden Pass-Zeichen an. Diese Mehrweite erlaubt es auch, das Armloch noch ein Stück weiter auszuschneiden als die cm, die man gegebenenfalls in der Weite beim Ärmel zufügt.
Das Einsetzen ist bei so viel Mehrweite übrigens leichter, wenn man die Nahtzugabe der Armkugel und des Armloches von vorneherein auf 1cm zurückschneidet. Breiter sollte sie sowieso nicht sein, das seht ihr später auf den Fotos. Ich habe die Nahtzugabe des Armloches etwas eingeknipst vor dem Annähen des Ärmels.
Ärmel in der Nahtzugabe, 3-5mm von der Nahtlinie entfernt einreihen. Ärmel auf dem ausgebreiteten Mantel feststecken, dabei so lange am Einreihfaden ziehen, bis er in das Armloch passt. Die Weite so verteilen, dass keine Falten entstehen. Einnähen, dabei 5-4cm von der Seitennaht entfernt anfangen bzw. aufhören.Ärmel Nahtende
Eine Stütznaht 2mm von der Ansatznaht in der Nahtzugabe nähen. Ärmel einnähen WebJetzt die Nahtzugabe stufig beschneiden: beim Ärmel nur 7mm stehen lassen, beim Armloch, falls Ihr nicht schon vor dem Einnähen beschnitten habt, die Zugabe auf 1cm kürzen.Zugabe stufig beschnitten Web

Schulter mit FältchenSchulter ohne Falten Web

 

 

 

 

 

Links seht Ihr den Ärmel vor dem Beschneiden der Nahtzugabe, recht danach.

Bügeln, das geht am besten über einem kleinen Bügelkissen und am zweitbesten über einem längs gefalteten und dann fest zusammengerollten Frottee-Handtuch. Möglichst wenig aufdrücken und ganz viel Dampf verwenden, gerade an der Schulter sind Glanzstellen besonders unschön.
Seitennähte und Ärmelnähte schließen, dabei vom Armloch in Richtung Saum nähen. Nahtzugaben auseinander bügeln.
Wenn Ihr sauber gearbeitet habt, passen jetzt die Nähte unter dem Arm genau übereinander und ihr könnt das Armloch einfach schließen.untere Ärmeleinsatznaht Web Wenn die Nähte nicht genau aufeinander treffen, ist das auch nicht tragisch, in diesem Mantel könnt Ihr die Arme ohnehin nicht so weit heben, dass irgendwer das sieht.
Ihr habt jetzt einen Ärmel, der genauso aussieht, wie einer, den man auf die klassische Art eingesetzt hat.

Futter einsetzen:

Ich versuche, mit einem Minimum an Handnäherei auszukommen. Hier ist es wichtig, sich an die beschriebene Reihenfolge zu halten (wenn man das Futter auf meine Art einsetzen will, sonst kann es schnell passieren, dass irgendwo eine Naht im Weg ist.
Das Futter wird genauso wie der Mantel zusammengesetzt, nur bei der Schulternaht unbedingt darauf achten, dass an der Halsseite nicht in die Nahtzugabe genäht wird.
Bevor Ihr das Futter einsetzt, denkt an den Aufhänger! Der Mantel hat keinen Besatz am Halsausschnitt, ein nachträglich anzunähender Aufhänger müsste in die Nahtrille genäht werden.
Bevor ich das Futter einsetze, nähe ich meine Säume. Bei Burda wird der Saum bei der „Konfektionsmethode“ nur hochgebügelt und dann am Futter befestigt. Ich finde das ungeschickt, weil ein nur gebügelter Saum sich selbstständig machen kann. Daher nähe ich den Saum mit Blindstichen in der Mitte der Saumzugabe fest, so dass ungefähr 2cm, Zugabe oben, das ist hier auf dem Bild übrigens rechts, um Euch zu verwirren, überstehen.säumen mit BlindstichfußWeb Zuerst nähe ich aber den Besatz zu zwei Dritteln in der Saumlinie mit dem Vorderteil zusammen, das ergibt eine saubere Ecke. Nahtzugaben in den Ecken beschneiden.
Beim Futter die Bequemlichkeitsfalte im Rückenteil nicht vergessen. Sie wird oben, unten und in der Taille ca. 6cm zugenäht.
Ich beginne damit, den vorderen Besatz an der Schulter festzustecken und dann in der Nahtrille der Schulternaht festzunähen. Dann wird das Futter auf die Nahtzugabe am Rückenteil festgenäht. Dabei beginne und ende ich bei der Schulternaht. Jetzt folgen ein paar Zentimeter Handnäherei, wenn ich das Futter um die Ecke am Besatz festnähe. (wenn man gut steckt und mutig ist, kann man auch hier einen Teil mit der Maschine nähen.) Danach wird das Futter von oben nach unten rechts auf rechts auf den Besatz gesteckt und festgenäht. Umkrempeln. Bügeln.
Nun sind die Ärmel dran. Das Futter in die Ärmel stopfen, aufpassen, dass nicht verdreht ist und eingeschlagen an zwei Stellen feststecken. Von unten zwischen Saum und Futter greifen, in den Ärmel fahren und den Ärmel mit dranhängendem Futter heraus krempeln. Das Futter wird jetzt Kante auf Kante auf die überstehende Saumzugabe des Ärmels gesteckt und festgenäht.Futter an Ärmelsaum nähenWeb Ärmel zurückkrempeln, dabei zieht sich das Futter automatisch in den Ärmel. Kante bügeln. Ich steppe dann das Futter 4-6cm in der Nahtrille fest, damit es nicht so leicht unten herauskriecht.Futter in Nahtrille festnähen Web Dann wird die Nahtzugabe des Futters mit ein paar Stichen auf der Nahtzugabe des Armloches unten festgenäht. Nur ein kleines Stück, damit das Ärmelfutter nicht so schnell aus dem Ärmel kriecht, aber nicht so viel, dass Spannung entsteht.
Als letztes wird das Futter unten auf die Saumzugabe genäht. Damit wir auch in der Länge eine Bequemlichkeitsfalte haben, lässt man das Futter auch ein paar Zentimeter länger. Ich ziehe dafür den Mantel der Schneiderpuppe an und schneide das Futter auf der Höhe der Saumlinie ab. Nur vorne am Besatz muss das Futter ungefähr 4cm überstehen. Das ist notwendig, weil es am Besatz ja bis ganz nach unten festgenäht ist, damit ich beim Einschlagen der Kante immer noch bis zur Kante der Saumzugabe komme. Ich falte die Saumzugabe des Futters um und stecke sie fest. Futter am Saum feststecken webDann wird alles umgewendet und ich kann die Saumzugabe des Futters wie beim Ärmel an die Saumzugabe des Oberstoffes nähen. Weil ich ja irgendwie den Mantel zurückwenden muss, lasse ich in der Mitte ein Stück offen. Der Mantel ist übrigens nicht vollständig umgekrempelt. Ich ziehe nur die Ecken durch die Lücke in der Mitte und nähe sie sozusagen von außen aus zu. Auf dem Foto ist ganz gut zu sehen, wie ich arbeite. Saum herausgezogenWebWenn ich die Öffnung nicht weiter verkleinern kann, schiebe ich die Ecken wieder zurück und schließe den Rest von Hand.Saumöffung schließenWeb Irgendwo ist mir beim Versäubern des Futters Stoff abhanden gekommen und daher musste ich die Bequemlichkeitsfalte unten auftrennen. Gut, dass ich sie hatte.
Mein Mantel hat auch noch Paspelknopflöcher. Ich habe sie eingearbeitet, bevor ich den Besatz an das Vorderteil genäht habe. Dafür habe ich eine Anleitung einer neuseeländischen Bloggerin, Sherry von Pattern, Scissors, Cloth, verwendet. Ich habe diese auch schon oft verlinkt, aber als ich noch einmal nachschauen wollte, hatte sie ihren Blog privat gestellt und diese fabelhafte Anleitung steht nicht mehr zur Verfügung. Zum Glück habe ich sie mir gleich als ich sie entdeckt habe, ausgedruckt, deshalb konnte ich sie verwenden. Inzwischen habe ich die Anleitung an meine eigenen Bedürfnisse angepasst. Ich habe jeden Arbeitsschritt dokumentiert um meine eigene Version einzustellen, aber das ist ein Thema für einen eigenen Post.

Während des Schreibens ist mir noch eine Idee für eine Ärmelrettung gekommen, für die möglicherweise meine Stoffreste reichen könnten: Ich kann ja einen geteilten Ärmel arbeiten und dadurch mehr an Weite einarbeiten. Das werde ich sehen, wenn ich von meiner Reise zurück bin.

MeMadeNovember: Man gönnt sich ja sonst nichts

1.NovemberNormalerweise ist der Novermber der Monat, den ich am wenigsten mag. In der Regel grau, trist, voller Erkältungen. Weihnachten wirft schon seinen beunruhigenden Schatten voraus – man kann schon anfangen, sich  um Geschenke zu kümmern und, um im Dezember eine besinnliche Zeit zu haben, sich den Stress mit Aufräumen, Organisieren und Vorkochen machen, aber das ist halt noch keine echte Vorfreude. Der Garten ist am absterben, die Beete sind bei mir NIE abgeräumt, wenn es zu kalt für die Gartenarbeit ist, nein, den November mag ich nicht.

Grund genug, etwas lustiges, motivierendes zu machen, zum Beispiel jeden Tag etwas selbst genähtes zu tragen und darüber zu bloggen. Den meisten reicht dazu der MMM, aber ich brauche eine Herausforderung, um ein paar Nähprojekte durchzuziehen. Wer mag, kann sich übrigens bei mir über die Kommentarfunktion verlinken, ich mache mir aber keinen Stress und werde nicht jeden Morgen pünktlich meinen Post einstellen, abends ist dann eher eine Chance dafür.

Heute haben wir unfassbare 19° Spitzentemperatur, an einem 1. November habe ich das noch nie erlebt! Bei meiner Lohnarbeit habe ich daher ein Shirt tragen könnnen. In diesem Sommerurlaub hatte ich die Nähmaschine mit, ja ich weiß, das ist auf einem Campingplatz echt grenzwertig, aber hey, das hat mir echt den Urlaub gerettet, denn an der Hälfte der Tage war das Wetter mies.

Ich habe die Zeit genutzt, und ein paar Sachen geändert, mit deren Passform ich nicht zufrieden war.

Hier ist ein Vorher-Nachher-Vergleich:

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Himbeershirt

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe den Ausschnitt angehoben und das ganze Shirt ca. 4cm enger gemacht. Jetzt sitzt es bedeutend besser, auch wenn ich immer noch aufpassen muss, das das Unterhemd nicht blitzt.DSC_0229

Ich denke, der Schnitt funktioniert bei einem kleinen Busen nicht so gut. Es ist Burda 1/2011 Nr. 129, und ich habe ihn hier und hier bereits beschrieben.

 

Herbst-Jacken-Sew-Along 2014: Teil 1 Inspirationen und Schnittmuster

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Ich habe einen Mantel für die Übergangszeit und eine Winterjacke, die dringend ersetzt werden müssen. Gerade, als ich mich fragte, wie ich mich am besten dazu motivieren könnte, entdeckte ich den Herbstjacken-sew-Along, den Chrissy und Dreikah netterweise organisieren.
Beim Wintermantel-Sew-Along mit Lucy und Catherine habe ich für mich diesen MantelPatchworkmantel2 (531x800) und für meine Tochter diesen Mantel genäht. Wintermantel 2012Beide wurden viel getragen. Der Tochter-Mantel war vom Anpassen her eine Herausforderung, mein Mantel war eine Puzzlearbeit aus einem alten Mantel und zwei selbstgefilzten Schals.
Für dieses Mal habe ich es leicht: Die Stoffe liegen bereit, Futter und Steppfutter auch, Knöpfe sind im Fundus, also kein gefrickel mit Stoffresten und widerspenstigen Materialien.
Allerdings muss ich mich noch für einen Schnitt entscheiden.
Ersetzt werden müssen dieser Mantel

heißgeliebter Billigmante

heißgeliebter Billigmante

und diese Jacke.

alte Cabanjacke

alte Cabanjacke

Der Mantel ist ein billiges Poly-Teilchen, für das ich bei Strauss vor einigen Jahren 50€ bezahlt habe. Ich wünschte mir sehnlich einen weißen Mantel für die Übergangszeit und dachte, dass er Preis für so etwas Unpraktisches akzeptabel sei. Seither war er in jedem Frühling ein ständiger Begleiter und wurde liebevoll in der Badewanne gewaschen, weil unsere Reinigung dazu neigt, den Velours von Mänteln wegzureinigen (s.u.) Inzwischen ist er abgeschabt, das Futter ist zerschlissen und er wird nicht mehr richtig sauber.
Ich schätze an diesem Mantel die Prinzessnähte, den breiten Streifen in der Mitte und den Verschluss, den man bis oben knöpfen, aber auch aufgeklappt lassen kann. Er sieht an mir übrigens schmaler aus, als auf dem Kleiderbügel.

Die Jacke ist selbstgenäht nach Burda 9/2002. Eigentlich ist es eine Art Kurzmantel, wurde aber im Heft „Caban-Jacke“ genannt. Ich weiß nicht, wann ich sie  genäht habe, aber sicher später als 2002! Sie ist aus einem mittelschweren ,guten Wollvelours. Beim Zuschneiden hatte ich Angst, dass sie zu dünn für brandenburger Winter weden könnte und habe sie mit einem Wattevlies, dass ich in zwei Lagen geteilt hatte, gedoppelt.

Als ich sie nach ihrem 4. Winter in die Reinigung brachte, bekam ich sie mit blanken Stellen an Taschen und Ärmeln zurück, an denen vorher noch Flausch gewesen war. Die Tante in der Reinigung sagte mir dann doch ganz frech, dass das bei der einfachen Qualität zu erwarten sei, und dass die abgeschabten Stellen vom Tragen kämen! Seither wurde die Jacke mit Wollwaschmittel in der Badewanne gewaschen, was ihr hervorragend bekommen ist. Mittlerweile ist sie  zwar noch immer mollig warm und kuschelig, aber der Velours ist an vielen Stellen abgeschabt bis auf das Gewebe und lässt sich auch nicht mehr mit der Drahtbürste aufrauhen.

An dieser Jacke gefällt mir die Länge, die eventuell sogar noch etwas kürzer sein dürfte, so lange der Po bedeckt bleibt, und die leicht kastige Form, unter die noch ein paar dicke Pullis passen.

Als Ersatz für den weißen Mantel habe ich diese Schnitte zur Auswahl:

Ottobre 5 2010

Ottobre 5 2010

Ottobre 5 2010 Mod 11

Ottobre 5 2010 Mod 11

1960s' Coat

Die ersten beiden Bilder sind aus der Ottobre, wobei der ich das mittlere nur drin habe, um die Rückansicht zu zeigen.Mir gefallen der schmale Schnitt und der Riegel am Rücken.

Das dritte Bild ist aus „The Great British Sewing Bee – Sew Your Own Wardrobe“ und mein Favorit. Die Prinzessnähte, die ein bisschen anspruchsvolle Tasche im Abnäher, die Teilungsnaht in der Taille und nicht zuletzt der Verschluss bis zum Hals gefallen mir sehr. Der Mantel wird hier gezeigt mit einem Kragen, der mit dem Futter gedoppelt ist. Er hat am Vorderteil auch keine Besätze, also blitzt das Futter am Halsausschnitt und an den Kanten. Das würde ich nicht so machen, denn der Stoff, den ich für das Futter vorgesehen habe, ist ziemlich grellfarbig.

Für die Jacke habe ich im letzten Jahr extra die Ottobre wegen dieses Schnittes gekauft:

Ottobre 5 2013

Ottobre 5 2013

Mir gefällt der nicht zu große Kragen. Allerdings ist sie nur einreihig, und das finde ich im Winter nicht wirklich warm genug. Burda hatte im Oktober eine Cabanjacke drin,  die ist zwar zweireihig, aber ganz schön tailliert und der Kragen ist mir etwas zu mächtig. Außerdem sind die Ärmel sehr schmal.

Ich tendiere also sehr stark dazu, meine alte Jacke einfach nachzunähen und die Ecken des Kragens nicht abgerundet, sondern spitz zu machen.

Bis nächste Woche muss ich mich entscheiden, dann werden die Stoffe und der Gewinnerschnitt vorgestellt. Zurück geht es zu Chrissy, die mit Karin diesen Sew-Along moderiert. Vielen Dank, ihr beiden.

Verwandte Beiträge

DSC_0580 (800x531)Der alte Mantel meiner MutterWintermantel 2012

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Me Made Mittwoch im Punkte-Kleid am 24.9.

Mehr als fünf Monate ist mein letzter Blog-Eintrag her, und nach langer Web-Abstinez melde ich mich zurück mit einem Beitrag zum MMM.

DSC_0138Heute trage ich mein „Letztes Sommerkleid des Jahres“.  Als es vorige Woche noch einmal so warm wurde, wollte ich mir  „ganz schnell mal eben“ noch ein Kleid nähen. Der Stoff lag schon seit einem Jahr bereit, der Schnitt war auch schon vor Monaten ausgeschnitten worden, sollte also kein Problem sein. Irgendwie hatte ich dann aber mehr Arbeit als Zeit, und so wurde das Kleid erst heute morgen fertig.

DSC_0144Es hat einen Tellerrock!

Zu den technischen Details: Das Oberteil ist Burda 6/13 Nr.120, an der Taille abgeschnitten und um einen Tellerrock (eigener Schnitt) ergänzt. Ich habe eine 38 zugeschnitten und an den Seiten 1cm weggenommen. Den angeschnittenen Besatz habe ich abgeschnitten und mit einem Kontraststoff wieder angenäht. Obligatorische Nahttasche rechts, RV links. Weil der Stoff so kräftig rot ist, dass er überall durchschimmert, sind die Besätze und der Oberkragen mit einem festen weißen Baumwollstoff gedoppelt. Damit alles nicht zu steif wird, habe ich die oberste, dünne Stofflage nur mit 180er Vlieseline gedoppelt.

Der Stoff stammt aus dem Stoffhaus , die Knöpfe aus dem Fundus und der RV war mal in einer Hose, bevor die zum Rock wurde.

Das Kleid ist superbequem, allerdings sind die Ärmel ein klitzekleines bisschen suboptimal: Hebt man den Arm, rutscht alles mit. Ich weiß jetzt schon, dass es im nächsten Sommer ein Lieblingsstück werden wird. Irgendwie wusste ich das schon, als ich den Stoff dafür kaufte. Es ist auch seit langem das erste Stück, das ich für mich genäht habe, und mit dem ich vollkommen zufrieden bin. Und obwohl ich eigentlich keine Serientäterin bin (es gibt einfach zu viele tolle Schnitte, die ich nähen möchte), könnte ich bei diesem Kleid schwach werden. Vielleicht würde ich es noch um einen Petticoat ergänzen, ich fürchte aber, dass ich damit in der hiesigen Provinz nicht durchkomme.

Zum Schluss gibt es noch ein paar „Wirbelbilder“, bevor ich Euch zum MMM zurückschicke. Ich freue mich übrigens sehr über die Erweiterung des Teams und bin auch auf die Gast-Vorturnerinnen gespannt. DSC_0146 DSC_0145 DSC_0137 DSC_0136

 

 

MeMadeMittwoch im Restekleid die Zweite

Das Kleid von heute ist letzten Februar entstanden und durfte auch schon einmal zum MMM. Aber so ist das wahre Leben: Kleider die man selber näht, trägt man auch öfter. Hier und hier habe ich es schon beschrieben. Ich bin froh, dass es so warm ist, denn in einem anderen Kleid hätte ich heute noch mehr gefroren. Auf dem Foto komme ich gerade von der Arbeit mit Zwischenstop an der Tanke herein, daher die rote Nase und das Halstuch.DSC_0043

Bevor die Stoffe ein Kleid für mich werden durften, waren sie schon ein Mantelfutter für meine Großmutter (karierter Stoff) und ein Rock für meine Schwester. Bei den Karos passen die Teile irgendwo im Rockbereich deshalb auch nur zu 80% zueinander, aber meine Güte, außer mir und anderen selber nähenden Frauen merkt das sowieso kein Mensch, wenn ich ihn nicht gerade mit der Nase darauf stoße. Wenn ich da an die verschnittenen Karos denke, die man in den Klamottenläden so angeboten kriegt…

Der Schnitt ist burda easy Herbst/Winter 2012 Nr. 5c.

So, und jetzt fix beim MMM vorbeigeschaut, und nachsehen, was die anderen an diesem frostigen Mittwoch so tragen.

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Quilting Bee: Blöcke nähen Teil 2

Dieser Post war eigentlich schon gestern fällig, und ich kann mich nur bei allen Lesern, und besonders bei Ernchen entschuldigen, dass er erst heute erscheint.

Was steht heute an?

Hurra, ich bin fast fertig! Oh, nein, die Zeit läuft mir davon! Wir verteilen Trost und virtuelle Taschentücher.

Also Satz eins passt bei mir auf keinen Fall, da ist Satz zwei schon eindeutig die bessere Beschreibung meiner Quilt-Situation. Ich bin noch nicht einmal fertig mit dem Zuschneiden, und bis auf den einen Block habe ich auch immer noch nichts genäht. Für Trost bin ich also durchaus empfänglich und das mit den Taschentüchern ist bei mir gerade nicht virtuell, sondern sehr real ein Thema, denn ich schlage mich mit einer scheußlichen Erkältung herum.

Aber warum ist in den letzten drei Wochen bis auf einen Zuschneide-Vormittag an diesem Quilt nichts passiert? Tja, da ist zum einen der Garten, der winterfit gemacht werden soll und dann habe ich fremdgenäht, und tue es immer noch. Meine Tochter hatte Geburtstag und hat eine halbe Laptop-Tasche bekommen, an der anderen Hälfte arbeite ich noch.

Immerhin hat diese Tasche eine wattierte Trennwand, und die habe ich gequiltet, so dass ich indirekt doch etwas für die Quiltdecke gemacht habe.

Das Muster, das ich verwendet habe, kommt von hier. In dieser Sammlung ist auch ein weniger florales Muster drin, das ich  – wenn es denn dem Gatten gefällt-  auch für seine Decke nehmen werde.

Als erstes habe ich das Quiltmuster ausgedruckt, da es eine PDF-Datei ist, konnte ich bequem den richtigen Maßstab ausrechnen. Dann musste ich alles auf meine Trennwand übertragen, dazu habe ich es ausgeschnitten und mit dem Trickmarker drumherum gemalt. Als letztes habe ich noch einmal eine einzelne Tulpe ausgeschnitten, und die inneren Linien gezeichnet.  Der Trickmarker ist auf dem Stoff fast nicht zu sehen , was auch das Nähen etwas schwierig gestaltet. Man muss auch elend schnell sein, denn sonst ist die Markierung weg, bevor der Stoff überhaupt unter der Nähmaschine lag.Laptop Quiltmuster vorgezeichnet klein

Hier habe ich die Linien noch einmal nachgezogen, auf dem Foto sieht man noch weniger, als in der Realität. Die Quiltmuster aus dieser Sammlung kann man ohne abzusetzen nachnähen, daher sind die für die Nähmaschine besonders geeignet. Laut Anleitung soll man erst die gelben und dann die violetten Linien nähen, ich habe es aber genau andersherum gemacht, weil ich dachte, dass sich der Stoff dann weniger verschiebt.Laptoptrennwand gequiltet

Und so sieht das Ganze dann durchgesteppt aus. Links im Bild seht ihr die ausgeschnittene Zeichnung des Musters.

Für die Quiltdecke habe ich folgendes dabei gelernt: Es ist vielleicht möglich, aber sicher nicht ratsam, ein solches Quiltmuster mit der Nähmaschine auf eine fertiggestellte Decke nähen zu wollen. Also werde ich die einzelnen Blöcke erst wattieren und quilten und erst danach zusammennähen. Als Rückseite für die Wattierung nehme ich irgendwelche Stoffreste, Bettlaken oder alte Oberhemden, und dann wird die Decke erst gefüttert und ich steppe die einzelnen Quadrate nochmal ab.

Am 11.11, also in dreizehn Tagen, ist das nächste Treffen, dann hoffentlich mit mehr Resultaten.