Archiv der Kategorie: Genähtes

Seniorenhose zwei punkt null

Sehr junge und sehr alte Menschen haben mehr gemeinsam, als man annimmt. Eine dieser Gemeinsamkeiten sind die Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen von Hosen. Daher steckt man beide gerne in Hosen mit einem Gummizug-Bund.

Während bei sehr jungen Menschen diese Hosen recht weit geschnitten sind, damit die Mütter ihre Kinder trotz Gegenwehr leicht hineingestopft bekommen, sind bei den alten Menschen die Hosen oft möglichst schmal geschnitten, so dass sie eben über die Hüfte gehen und nicht zuviel Stoff in der Taille haben. Schick halt.

Meine Mutter hat auch ein paar von der Sorte (rechts habe ich die Dekoration schon abgetrennt). „Seniorenhosen“ nennt der Handel sie, mit welchem Recht, ist mir schleierhaft. Wie kann man denn einem Senioren eine taschenlose, hosenschlitzlose schmale Hose anbieten, in die man sich ja als 40-50 Jähriger kaum hineinwinden kann? Mal ganz abgesehen davon, dass ich keinen einzigen alten Menschen kenne, dem nicht andauernd die Nase tropft!

Ich habe also die Hosen Anfang Dezember in meine Obhut genommen und eine schon mal seniorentauglich gemacht. Die Entscheidung, die braune Hose mit einseitigen Paspeltaschen zu versehen, war ganz leicht, es ist die einzige Taschenvariante, bei der man keinen Originalstoff braucht, um ein akzeptables Resultat zu erzielen.

Als erstes habe ich die eingenähten Gummibänder in den Seitennähten festgesteppt und  dann im Vorderteil aufgetrennt, damit ich vorne keine Kräuselung hatte. Dann habe ich die Eingriffe mit Kreide und dann noch einmal mit Heftfäden markiert. Wie man einen Paspeltasche näht, steht in den einschlägigen Büchern, da ich keine Fotos gemacht habe, spare ich mir die Beschreibung. Ich habe allerdings den hinteren Taschenbeutel , der an der oberen Schlitzkante festgemacht wird, so groß gemacht, dass er sowohl unter dem Bund mitgefasst als auch auf der Nahtzugabe der Seitennaht festgesteppt werden kann. Eine Paspeltasche, die ab dem Schlitz nur nach unten baumelt, verzieht die Hose, der nicht so gut passenden Futterstoff blitzt die ganze Zeit und so etwas braucht kein Mensch. Und weil das echt etwas tricky ist und ich Fotos habe – hier das „So gehts“.

Taschenbeutel gefärbt

Das ist also der Schnitt vom Taschenbeutel, stellt Euch vor, er stößt oben an den Bund, und an der Seite an die Seitennaht. Der Schlitz mit der Paspel geht bis zu den beiden Querstrichen. Die Verlängerung ist eine Hilfslinie zum Ansetzen der Taschenbeutel. An die grüne Schlitzkante wird der grün umrandete Beutel angesetzt, an die pinkfarbene Kante kommt zweitere Beutelteil, den ich mal rosa eingefärbt habe.

 

 

 

Hier ist das ganze grüne Teil aus Stoff, dummerweise seitenverkehrt. Ich habe die Ansatznaht markiert,  gefaltet und gebügelt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man den Stoff so an den Schlitz stecken muss, dass beim Durchziehen auf die Innenseite der Hose der Beutel so liegt, wie auf der Abbildung links. Die Schlitzmarkierungen werden also aneinander gelegt, dann wird der untere Taschenbeutelteil hochgeklappt und in der Markierungslinie festgesteppt. Dazu habe ich leider keine Fotos.

An die untere Schlitzkante habe ich erst die Paspel aus „beinahe-Leder“ genäht und dann erst den rosa Taschenbeutelteil an der Paspel festgenäht und schließlich den Taschenbeutel geschlossen. Fertig sieht das ganze dann so aus:DSC_0982Wer genau hinschaut, sieht, dass der Reißverschluss schon drin ist.

Ursprünglich wollte ich einen einfachen Damenhosenschlitz nach diesem fabelhaften Buch machen (hat mir meine Tochter zum Geburtstag geschenkt, bekommt man nur noch selten und nur gebraucht, eines der allerbesten Bücher überhaupt)

aber weil ich nur einen echten Metall-Reißer in der richtigen Größe bekommen habe, habe ich mich für einen echten Schlitz mit Untertritt entschieden. Vermutlich wird meine Mutter meckern, weil ich einen anderen Stoff angestückelt habe, aber das ist dann eben so!

DSC_0981

Mit einem extra großen Knopf und Gürtelschlaufen aus der Dekoration und dem wieder festgesteppten Gummizug sieht die fertige Hose jetzt so aus:DSC_0990Einen Bügelpreis werde ich dafür wohl eher nicht gewinnen! Aber man kann sie notfalls auch ohne sie zu öffnen herunterziehen und zum Anziehen ist der Schlitz natürlich Gold wert. Inzwischen ist sie bereits unterwegs und mit etwas Glück kommt sie morgen bei meiner Mutter an. Seniorenkompatibel. Wenn sie meiner Mutter gefällt, gönne ich mir den ganzen Spaß mit Hose zwei.

MMM 5.12.2018 Frankreichliebe II

Beim MeMadeMittwoch- Team geht das Abschiednehmen weiter. Heute sagt uns Sybille, ehemals `dasbürofürschönedinge´ auf Wiedersehen und wir dürfen „die Neue“ begrüßen. Durch dieverse Knit-Alongs ist sie ja eigentlich gar nicht mehr so neu auf dem MMM-Blog. Herzlich Wilkommen und vielen Dank, dass Du diese wunderbare Plattform in Zukunft mitgestaltetest, liebe Sylvia. Sylvia bloggt unter Frauenoberbekleidung.

Ich zeige heute Teil II meiner Frankreichliebe-Mini-Kollektion. MMM 5-12-18 (2)

Das Shirt lag schon eine Weile fertig zugeschnitten und ich habe es schnell noch beendet, bevor der WKSA richtig losgeht. Den Stoff habe ich im letzten Frühjahr in einem schlimmen Anfall von Frankreich-Sehnsucht gekauft um später dann zu Hause erst einmal meine geistige Gesundheit in Frage zu stellen. So als ganzes Tuch sah er doch etwas kitschig aus!MMM 5-12-18 Stoff

Aber jetzt, verarbeitet zur Fashion-Style 12/17 Model 8 gefällt er mir wieder gut. Den Schnitt habe ich schon einmal genäht, damals eine Nummer größer. Fashion Style 12-17 Mod 8 (8)

bei dem Stoff damals war der etwas lockere Sitz O.K., aber bei diesem Stoff gefällt es mir enger besser. Beide Male habe ich den Ausschnitt um einige Zentimeter angehoben, das bleibt auch so, falls ich den Schnitt noch einmal vernähe. Ich habe da noch zwei schöne Jerseys liegen, bin aber nicht sicher, ob ich so viele Shirts mit V-Ausschnitt haben will, zumal ich nicht so viele passende Strickjacken mit V-Ausschnitt habe.

MMM 5-12-18 (8)

Die Hose dazu ist die mit Hüftpassentaschen versehene Burda #119-06-2016.

Zurück zum Treffen der Selber-Nähenden geht es hier.

 

Ruri-Sweatpant ist fertig

Letzte Woche ist die Ruri Sweatpant, die ich für den Homewear-Sew-Along geplant hatte, endlich fertig geworden. Es gibt keine Bilder, denn sie ist in unfotografierbarem Schwarz und draußen ist es trübe und stürmisch. Außerdem passt sie nicht.

Das Problem mit Hosen, die im Bund ein eingestepptes Gummiband haben ist, dass man im Grunde erst ganz am Schluss merkt, ob sie passen oder nicht. Meine habe ich eine Nummer zu groß genäht. Natürlich habe ich den zusammengesteckten Bund getestet und natürlich hat sich der Gummi beim durchsteppen geweitet und natürlich habe ich ihn danach noch einmal anprobiert. Da schien es gerade so zu gehen, und wenn ich es vermeiden kann, mit Dreifachstich genähte Steppungen aufzutrennen, dann tue ich das auch! Aber nach drei Tagen tragen schlabbert die Hose. Ich werde also nicht daherumkommen, am Bund alles aufzutrennen und ein paar Zentimeter an den Seitennähten herauszunehmen. Mit ein bisschen Glück brauche ich das Gummiband dann nicht zu kürzen.

Leider muss das allerdings noch warten, weil ich meiner Mutter eine Hosenänderung versprochen habe. Sie trägt inzwischen sogenannte Schlupfhosen, und zwar welche von der etwas schickeren Art, die man nur mit Mühe über die Hüften  bekommt, damit sich nicht zu  viel Stoff auf der Taille quetscht. Außerdem haben die Hosen keine Taschen. Wer entwirft bitte Hosen ohne Taschen für alte Menschen? Die brauchen doch immer ein Taschentuch! Ich werde einseitige Paspeltaschen mit einem Satinband oder Samtband als Paspelstreifen nähen und in den falschen Hosenschlitz einen echten Reißverschluss mit einem Druckknopf arbeiten. Durch den Gummizug kann die Hose auf den Gürtel verzichten und ist dennoch bequem anzuziehen. Und dann kann ich meine Ruri auftrennen und den Bund ändern.

Homewear-Sew-Along: Das Finale

Tataaa! Heute präsentiere ich stolz das Finale des Homewear-Sew-Alongs den Manuela von Twill und Heftstich  und ich in den letzten Wochen organisiert haben. Es hat mir viel Spaß gemacht mit Euch zu nähen und Eure Blogs und Manuela auch persönlich kennen zu lernen.

Schön ist es geworden. Jetzt darf es klingeln, wir sind für jeden Überraschungsbesuch vorbereitet!

Darf es das wirklich? Klingeln? Nun ja, von den vier Kleidungsstücken, mit denen ich vor vier Wochen in den Sew-Along gestartet bin, sind zwei fertig geworden und ein drittes ist immerhin zugeschnitten. Das Hanfblätter-Zen-Shirt alias Raja aus der März-Fashionstyle habe ich ja schon gezeigt. Gestern abend habe ich dann zur Hälfte fertiggestellte Shorts beendet, inklusive auftrennen, weil nicht aufgepasst und Gummiband zu eng,  und mehrfachen Versäuberns, weil die Ovi mit den dicken Stofflagen nicht mehr zurecht kam.DSC_0672Ich habe bei den Taschen nur die oberen Kanten mit grau eingefasst und bei den  unteren Kanten gelb genommen und grau abgesteppt. Dabei habe ich bei Tasche 1 den Steifen erst angenäht und dann umgeklappt und mit eine Covernaht festgenäht. Das war sehr mühselig, zumal ich dann auch noch beim Aufnähen der Tasche exakt auf der Naht nähen musste. Bei der zweiten Tasche war ich schlauer: Ich habe mit einer füßchenbreiten Naht den Streifen nach dem Umklappen festgenäht und dann die Tasche schmalkantig aufgesteppt. Um Vergleich zum Heft habe ich die Beine noch um ca. 3cm verlängert und im Bund ein Gummiband mit eingenäht, damit die Hose besser hält.

Ottobre 2/2015 Modell 18 Gym & SportDSC_0680

Die Hose sitzt recht hüftig, ich muss aufpassen, dass ich sie mir nicht immer in die Taille ziehen will, denn sonst sieht sie blöd aus. Insgesamt eine sehr bequeme, kuschelige Sommer-Haus-Hose.

 

DSC_0674Das sind sie also, die beiden Teile. Eine kuschelige Shorts für warme Tage und ein Shirt, das sich heute als leicht und warm aber leider nicht besonders kuschelig gezeigt hat.

Finale Homewear-S-A

Ottobre 2/2015 Mod. 18 und Fashion Style 3/2018 Mod. 18

So sehem beide Teile an der Frau aus, und hier noch einmal mit etwas mehr Blumen.

Finale Homewear-S-A2

Die Sweat-Hose „Ruri“ von Named habe ich bereits zugeschnitten, tatsächlich habe ich mit dem zusammenkleben und verlängern des Schnittes den größten Teil der Nacht zugebracht. Nina von Kleidermanie hat die Hose hier besprochen. Sie erwähnt, dass die Taschen gerne aus der Hose krabbeln, also habe ich sie nach ihrer Empfehlung bis an den Bund zugeschnitten.DSC_0671Nina schreibt auch, dass sie eine Hose innerhalb von 2 Stunden genäht hat. Das werde ich wohl eher nicht hinbekommen, aber diese Wochenende wird sie sicher noch fertig. Die Hose Nummer vier ist insoweit angefangen, dass ich meine alte Lieblingshose zerschnitten habe und nun einen Schnitt daraus machen muss. Ob das noch fertig wird, bis ich das Linktool schließem weiß ich nicht.

Was auf jeden Fall heute im Laufe des Tages eingestellt wird, sind Tragefotos, wenn das Wetter und das Licht etwas besser ist.

So, und jetzt seid Ihr an der Reihe. Alle Pläne geschafft? War Ihr möglicherweise nicht ausgelastet  mit den Plänen und habt noch eine kleine Pyjama-Kollektion dazugenäht? Ich bin gespannt. Das Linktool bleibt eine Woche geöffnet . Wenn es dann geschlossen ist, würde ich, Euer Einverständnis vorrausgesetzt, Bilder von Euren Beiträgen direkt in meine jeweiligen Posts aus dem Sew-Along einsetzen, und die dann mit Euren Beiträgen verlinken. So muss man,  wenn man den Sew-Along nochmal nachlesen will, nicht noch einmal auf diese extra-Seite wechseln sondern kommt, wie bei Google-Blogs direkt auf Eure Seite zu Euren Beiträgen.

Es gelten die gleichen Bedingungen für die Verlinkung wie vorher auch: Kleidung, die Ihr für Euch genäht habt und bitte keine Werbung.

Favorit des Monats: April

der Favorit des MonatsBei Sandra wird seit gestern wieder der Favorit des Monats gesammelt, eine Aktion, in der das Lieblingsstück aus entweder der aktuellen Burda oder der Fashion-Style genäht wird. Bloß gut, dass Sandra dieses Jahr auch die FS dazugenommen hat, denn seit der sensationenllen Februar-Burda hat mir in den anderen Heften nichts wirklich gefallen. Die FS hat diese Lücke gut gefüllt.

Anfang des Monats habe ich ja meine Favoriten aus der Fashion-Style vorgestellt. Drei schöne Kleidungsstücke haben mir gefallen:

Und was ist es  am Ende geworden?

FS 4-18 Raja (1)Das Shirt Raja! Genäht ist es für den Homewear-Sew-Along, der zur Zeit bei Manuela und mir stattfindet. Für die schönen Kleider oder die Bluse fehlt mir einfach die Zeit. Im Hintergrund seht Ihr einen kleinen Ausschnitt meiner Zeitfressmaschine alias Garten. Es ist halt Frühling.

Der Sweater ist aus einem wenig elastischen Voll-Poly-Jersey, der eine Art Double-Face ist und das Muster ist auch kein Druck, sondern eingestrickt oder gewirkt. Bin sehr gespannt, wie er den Homewear-Test besteht.

Geschlossen wird er mit einem Polo-Verschluss, dabei habe ich die Anleitung der FS kurzerhand ignoriert und mich an „leichter Nähen“ Teil 2 von Burda gehalten. Mein Kragen ist auch an der Oberkante verstürzt, wenn man Scuba verwendet, wie in der FS, kann man offenkantig arbeiten. Geschlossen wird alles mit ein paar schwarzen Kam-Snaps, das passt am besten und ging auch am schnellsten.

Und weil die Fotografin den geschlossenen Ausschnitt spießig findet, hier noch Bilder mit offenem.

Sandra hat auch aus der Fashion Style genäht, das Kleid Klaartje ist bildhübsch geworden.

12x MeMade März

Dieser März war eindeutig nicht mein Monat. Nachdem ich die Beerdigung am Monatsanfang hinter mich gebracht hatte, bekam ich Magen-Darm und war für drei Tage aus dem Verkehr gezogen. Kaum war das überstanden, streckte mich eine Erkältung auf die Bretter. Wenn es gerade für den Job reicht, setzt man sich abends nicht mehr an die Nähmaschine. Mein Kleiderprojekt habe ich mit Ach und Krach fertig bekommen, und als ich noch auf die Schnelle für Sandras Favoriten des Monats eine Variante der Bundfaltenhose aus der Burda nähen wollte, wurde meine Kollegin krank. 10 Stunden einspringen = keine Hose! Den Gartennachmittag wollte ich nicht opfern…

Also habe ich nur das Kleid 113 aus der Februar-Burda genäht. Ich bin ein großer Fan von Kostümen, aber für solche Zweiteiler ist in meinem Beruf kein Platz, und zu Hause mag ich es gerne leger ( a propos: am 14, März startet bei Manuela unser gemeinsamer Homewear Sew Along. Wer noch legere Kleidung braucht, ist herzlich eingeladen , mitzumachen)

12xMeMade März (3)Als ich dieses Kleid in der Burda fand, war das daher wie eine Erhörung meiner Wünsche. Mit einem leichten Retro-Touch und Taschen: klar, das war meins.

12xMeMade März (5)

So sieht das Kleid aus, wenn man nach 10 Stunden Dienst im Blumenbeet mit dem Abendessen spielt ( nein, wir essen die Rote Beete, nicht den rostigen Fisch!). Es ist doch knitteriger, als ich dachte. Ausgezogen ist das Kleid erstaunlich glatt.

Jetzt gib es noch ein paar Detailbilder, draufklicken sollte sie größer machen.

Die vordere Mitte des Rockes zieht ein bisschen nach unten. Der Rock wird zwischen den Abnähern nicht am Oberteil fixiert, vielleicht, um die Zweiteiler-Illusion zu verstärken. Vielleicht werde ich den Rock doch ein wenig anheften. Über weitere Änderungen und Probleme, die beim Nähen aufteten können, habe ich ja bereits berichtet.

Eine Kleinigkeit habe ich allerdings noch gemacht: Mitte des Monats waren wir wieder zum Ball in Limbach-Oberfrohna. Auf der Reise habe ich dann das zweite versprochene Paar Handschuhe für das jüngere Kind gestrickt.

Wie immer ist ein kontrastreiches Schwarz nur im Sucher der Fotografin….

Bei Chrissy haben sich schon ganz viele verlinkt mit den tollen Projekten aus dem März, da geselle ich mich jetzt noch dazu.

MMM mit Burda 2/18 Modell 113

Liebe Passagiere,

Ich begrüße Euch herzlich auf dem Flug MMM 4-4-2018. Die Notausgänge befinden sich rechts und links hinter Euren Sitzen.

Ich zeige heute das Kleid Nr. 113 aus der Februar-Burda.MMM 04-40-18 (5) Der Schnitt bzw. die Anleitung hat für einige Aufregung gesorgt, unter anderem auch bei mir, weil die Angaben zum Schnittbogen falsch waren. (Zur Erinnerung: Schnitt 113 befindet sich auf dem Bogen C mit blauer Kontur, nicht rosa unterlegt).

Mein Mann fand, dass das Kleid mit Halstuch nach Flugbegleiterin aussieht, und ja, dieser Gedanke drängt sich auf. Mit Blumen kann ich aber auch:MMM 04-40-18 (4)Der Schnitt wird als „Masterpiece“ gehandelt, eine Bezeichnung, die ich immer etwas blöd finde, denn viele dieser „Masterpieces“ sind vielleicht anspruchsvoll zu nähen, aber durchaus machbar. Man darf sich nicht von der Bezeichnung abschrecken lassen.

Machbar ist dieses Kleid eindeutig auch, allerdings sollte man sich durch die Nähschule nicht täuschen lassen. Einfach drauf los nähen und den Bildern folgen geht hier genau so wenig, wie bei jedem anderen Burda-Schnitt. Man muss sich vorher ganz genau im Klaren sein, wo der einzelne Schritt hinführt, das gilt ganz besonders für das mittlere Vorderteil, das über die Taille nach unten verlängert ist und in den Rockabnähern MMM 04-40-18 (9)verschwindet.

Ich bin ja keine Freundin von Probeteilen, aber in diesem Fall wäre zumindest ein Probeoberteil von Vorteil gewesen. Wenn die Abnäher genäht sind, wird die Nahtzugabe auf Höhe der Taille eingeschnitten, und dann kann das Oberteil nicht mehr verlängert werden, egal, wieviel Nahtzugabe man noch angeschnitten hat. Ich hätte einen weiteren Zentimeter Oberteillänge gut gebrauchen können. So habe ich von der vorderen Mitte zu den Seiten hin die Taillennaht schräg genäht und einen 3/4 cm im Bereich der Seitennaht und im Rücken gewinnen können. Der Gürtel verdeckt die Unregelmäßigkeit, aber durch die Schnittführung fällt die ganze Mogelei ohnehin nicht auf. Im Bereich der Oberarme habe ich von Anfang an 1cm mehr zugeschnitten, dafür habe ich den Saum um 4cm verkürzt.

Ansonsten bin ich mit dem Sitz des Kleides außerordentlich zufrieden. Für ein Kleid aus Webware ist es überraschend bequem und ich kann mich gut darin bewegen.MMM 04-40-18 (8)Das Modell hat einen Gürtel aus dem Kleiderstoff, mit einer bezogenen Schnalle. Ich habe den Gürtel auch ganz brav genäht, aber er sah derartig unvorteilhaft aus, dass ich froh war, nicht auch noch eine Schnalle bezogen zu haben. Wenn man keine Sanduhr-Figur hat oder so klapperdürr ist, wie das Model in der Zeitschrift, ist ein Gürtel in einer Kontrastfarbe für dieses Kleid besser geeigntet, finde ich.

Das Kleid ist komplett gefüttert und wenn man überall dieselbe Nahtzugabe hat, passt das Futter wunderbar auf die Besätze und in das Oberteil. Einzig die Falten im Futterrock-Vorderteil würde ich erst legen, wenn es  an der Taillennaht befestigt wird.

Genäht habe ich das Kleid aus einem Tweed-artigen Polytierchen mit einem zarten Lurex-Schimmer, den ich auf der Annäherung 2017 bekommen habe. Eigentlich sollte er eine weite Hose mit Bundfalten werden, aber ich bin sehr froh, dass ich nicht  dazu gekommen bin.FischknopfDie Knöpfe sind noch von meiner Mutter, lange gehütete kleine Fische aus Bronze. Zwei von ihnen hatten schon mal ein Gastspiel an einer Cordhose zu Teenager-Zeiten…

MMM 04-40-18 (6)

Kleid: Modell 113 aus Burda 2/2018, Größe 38

Änderungen: Oberteil um 3/4cm verlängert, Ärmel am Oberarm um 1cm erweitert, Saum 4cm gekürzt.

Schwierigkeitgrad: Ganz sicher kein Anfängermodell. Erfordert viel Präzision bereits beim Zuschneiden und auch beim Nähen. Und viel Zeit!

Würde ich das Kleid noch einmal nähen? Wohl eher nicht, ein Kleid von der Sorte reicht.

Meine Hände sind schon eingepackt, aber bevor ich mit Euch zum MeMadeMittwoch weiterfliege, möchte ich noch auf den Homewear Sew Along hinweisen, der ab dem 14.4., also Samstag in einer Woche, bei Manuela von Twill und Heftstich und hier auf dem Blog stattfindet. Vielleicht hat ja eine von Euch Lust, mitzunähen. Ich würde mich freuen! Infos findet ihr hier.

Sonntagssachen 25.3.2018

Den ersten Kaffee nach fünf Tagen Zwangsfasten getrunken, Hähnchencurry gekocht, einen Blumenkübel mit halb erfrorenen Frühblühern bepflanzt, Aussaaten vor Schnecken geschützt, Bärlauch gefunden, aus den Hähnchenresten und Suppengrün eine Brühe gekocht, Kekse für das Keksabo gebacken, eine Hülle für den Einkaufsbeutel genäht, das März-Kleid angepasst.

12x Me Made im Februar

12x MeMadeIn diesem Februar bin ich von den 4 Wochen, die er hat, ganze zwei Wochen vereist gewesen, ein Wunder, dass ich überhaupt etwas genäht habe!

Geplant war  Le 906 von dp Studio , das Kleid 113 aus der Februar-Burda, und der Morgenmantel aus Muriels Sew Along.

Den Morgenmantel habe ich pünktlich abgeliefert ,Morgenmantel Füße oben allerdings soll er doch noch ein bisschen verlängert werden und Taschen bekommt er, sobald ich den Stoff dafür von meiner Schwiegermutter zurückbekomme. Sie sollte  mir eigentlich Erdbeeren darauf sticken, das war, bevor ich für die Blende einen anderen Stoff nehmen musste (hat nicht gereicht) und wir wussten, das die Stickmaschine aktuell kaputt ist.

12 x memade Februar 2 (16)Le 906 ist ein Anlasskleid, das ich für eine Beerdigung genäht habe.

Leider war die Nähzeit recht knapp, und so war das Nähen eher eine Hetzerei, als ein Innehalten, das fand ich ein bischen traurig.

Nichtsdestotrotz war es gut, dieses Kleid zu tragen, denn der Mann, den wir begraben haben, war immer unheimlich stolz auf die Nähkünste der Frauen aus der Familie.

 

 

 

Das Schnittmuster habe ich hier besprochen. Das Kleid 113 ist noch in Arbeit und wird auf den März verschoben.

Alle anderen Frauen, die im März fleißig genäht haben, versammeln sich hier bei Chrissy, die diese schöne Näh-Aktion ins Leben gerufen hat.

Morgenmantel-Sew-Along Großes Schaulaufen

Morgenmantel SA FinaleHeute ist das Finale des Morgenmantel-Sew-Alongs bei Muriel alias „Nahtzugabe 5cm„.

Morgenmantel aufgehelltSeit Donnerstag ist mein Mantel nach einer langen Näh-Nacht fertig. Vor den Ende eines Sew-Alongs mein Projekt zu beenden, das habe ich noch nie geschafft. Das lässt hoffen für meine weiteren Nähpläne!

Jetzt bin ich im Skiurlaub, mit meinen Morgenmantel im Gepäck. Nur die Taschen fehlen noch, weil die Stickerei noch nicht fertig war. Allerdings will ich noch eine Blende aus dem Blümchenstoff an die Ärmel nähen und an die Taschen kommt auch noch eine Blende. Und endlich habe ich auch genug Internet im Skihotel, um den Beitrag loszuschicken.
Die Verbreiterung der Vorderteile hat genauso funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe beim Schnitt vom Vorderteil die Seitennähte, das Armloch und die Schulternähte kopiert und dann die neue vordere Kante mit 7cm Abstand zur alten Kante eingezeichnet. Dann habe ich nur die Schulternaht mit der Vorderkante verbunden, dafür passte die Ausschnittlinie von Größe 42 zufälligerweise perfekt. Bei der Blende habe ich es analog gemacht und ebenfalls die Nahtlinie von Größe 42 genommen, so dass alles zusammenpasst. Jetzt habe ich eine kurzes Revers wie ich es mag und vorne klafft nichts.Morgenmantel Füße oben Natürlich werde ich im Fitness-Studio aufpassen müssen, wie ich mich bewege vor meinem Spind, der Morgenmantel ist ziemlich kurz geworden, oder aber ich nähe auch noch eine Blende an den Saum. Einen kleinen Streifen Blümchenstoff hätte ich noch dafür.
Der Morgen/Bademantel für die Tochter ist nicht einmal zugeschnitten. Aber wer seine Schnitte nicht auskopiert hat halt Pech gehabt. Ich glaube nicht, dass ich in diesem Monat noch dazu komme, den zu nähen, schade eigentlich.
Noch ein paar alpine Impressionen, dann geht es zum Schaulaufen zu Muriel und dem Morgenmantel-SA.

Innerkrems1

Innerkrems2
Nachtrag:
Es ist der dritte  Gestern war der dritte Tag auf der Piste und für heute den Tag hatte ich mich genug im Schnee herumgewälzt. Es ist echt demoralisierend, bei der ersten Abfahrt auf dem Idiotenhügel auf der Nase zu landen, also mache ich doch mal etwas, was ich tatsächlich kann: Für Sarah , bei der ich kryptische Erklärungen hinterlassn habe (und alle anderen, die es interessiert) ein Mini-Tutorial darüber, wie ich meine Blenden am Saum verarbeitet habe.WP_20180220_007
Zuallererst muss der Saum des Morgenmantels zweimal eingeschlagen und umgebügelt werden. Dann wird wieder aufgeklappt und die Blende angenäht. Dabei bleibt der Saum einmal umgeschlagen. Auf dem Foto habe ich das mit Hotel-Handtüchern nachgestellt. Quergestreift ist der Mantel, längs gestreift ist die Blende.

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Die Naht wird gebügelt, dabei wird die Zugabe in die Blende gebügelt. An der Kante der Blende, die dann innen angenäht werden soll, die Zugabe auch schon umbügeln.
Von der rechten Seite sieht das so aus:WP_20180220_017
Jetzt wird die Blende rechts auf rechts gefaltet, dabei wird die seitliche Nahtzugabe der Blende umgefaltet. WP_20180220_015Rot ist die Nahtlinie, schwarz die Linie, an der der Saum umgeklappt werden soll. Wenn die rote Naht genäht ist, wird an der grünen Linie die Ecke abgeschnitten. Unten kann die Nahtzugabe auch etwas eingekürzt werden.
Nach dem Umkrempeln sieht das ganze so aus:WP_20180220_013
Die Blende umschließt den Saum. Sie kann innen angenäht und fortlaufend kann der Saum mit festgenäht werden.
Saumverarbeitung Blende (1)So sieht das aus, wenn man nachts um halb zwei keine Lust zum Bügeln hatte,
Blende linksund so, wenn man sich ein bisschen mehr Mühe gibt.