Diesen Monat war ich versucht, den Juni- und den Juli-Blick gemeinsam abzuhaken, aber nein, jeder Monat verdient seinen eigenen Post, zumal jetzt im Sommer unglaublich viel im Garten passiert.
Mit einem Klick auf das Bild seht ihr wie immer mehr. Das Foto ist am frühen Morgen entstanden, der Gemüsegarten wird noch von den Obstbäumen hinter der Fotografin verschattet. Der Lavendel blüht und lockt alle möglichen Schmetterlinge an, leider auch die Kohlweißlinge, die sich bald über den Kohl hermachen werden.
Die um 90° versetzte Perspektive zeigt den Kohl und die Erbsen. Meine Lieblingssorte, die frühe Harzerin hat prächtig angesetzt.

Aufgepasst, Stadtkinder: So sehen Erbsen aus, bevor sie aus den Schoten gepellt und in Dosen verpackt werden.
Brokkoli und Kohlrabi sind auch schon erntereif. Einige Brokkoli-Pflanzen mickern vor sich hin. Sie haben Kohlhernie. Das ist eine Krankheit, die durch einen Pilz im Boden verursacht wird. Ich bin ziemlich geschockt, wie konnte das nur passieren? Ich halte immer mindestens 5 Jahre Anbaupause zwischen den Kohlgewächsen ein, damit der Pilz sich nicht weiter verbreiten kann.



In der Mitte kann man das weiße Pilzmycel sehen, recht die deformierten Wurzeln. Befallene Pflanzen müssen in den Müll und die Erde tausche ich aus. Die wilde Wiese hinter der Scheune hat genügend Löcher. Irgendwann dämmert mir die Erkenntis: Das Elend ist hausgemacht. Vermutlich habe ich mit den Schneckenkragen pilzverseuchte Erde in das Beet eingetragen. In Zukunft werden alle Schneckenkragen nach Gebrauch sauber abgespült, vielleicht sogar mit Essigreiniger.

Mit Essigreiniger muss ich wohl auch im Gewächshaus sauber machen, wenn die Wespen ausziehen. Bislang hatte ich immer Rotflügel-Wespen, die im Gegensatz zu ihren Schwestern, den gemeinen Wespen, kein bisschen agressiv sondern eher tiefenentpannt sind. Sie haben ihre Nester an den Balken und bauen dort jedes Jahr neue. Ich lasse sie in Ruhe und im Gegenzug nerven sie mich nicht und halten die gemeinen Wespen fern. Aber in diesem Jahr ist eine weitere Sorte eingezogen, irgendwo hinter den aufgestellten Pflanzuntersetzern an der Rückwand oder vielleicht sogar in der Miete, die im Gewächshaus eingegraben ist. Diese Wespen sind alles andere als ruhig und haben mich bereits gestochen, als ich die Tomanten gepflegt habe.
Wespen orientieren sich am Geruch ihrer alten Nester und bauen gerne wieder dort, wo sie im Vorjahr schon mal gewohnt haben. Ich hoffe, dass der Essigreiniger den Wespenduft übertönt. Diese Erdwespen brauche ich definitiv kein weiteres Jahr im Garten.



Die Ecke, in der die Schnecken im Mai so gerne gechillt haben, hatte ich ja schon einmal ausgedünnt, allerdings mit wenig Erfolg. Jetzt habe ich die Jungfer im Grünen und die Ringelblumen großzügig entfernt und in die Lücken marokanisches Leinkraut gepflanzt. Es sieht noch sehr mickerig aus, weil es monatelang in viel zu kleine Töpfe gesperrt war, wird aber in kürze wieder neu ausschlagen.
Im kleinen Schnittblumenbeet hat das Mutterkraut für Furore gesorgt. Ich hatte eigentlich Pflanzen von maximal 50cm Höhe erwartet und jetzt überwuchern sie mit locker 80cm Höhe das ganze Beet. Nur der Schlafmohn, der im Ziergarten natürlich kein Morphin enthält, überragt das Mutterkraut. Leider sind die Blüten sehr kurzlebig, ein, zwei Tage, dann ist die Herrlichkeit vorbei.



Die Bienen freut es trotzdem.
Ein letzter Blick auf die Collage des ersten Halbjahres. Kaum zu fassen, dass der Sommer bereits zu einem Drittel herum ist und das Jahr zur Hälfte.
Eva von „Verfuchst und Zugenäht“ sammelt die 12-tel Blicke. Vielen Dank, das Du unsere Gastbeberin bist.






Ich finde es gut, dass Du Dich am Ende doch dazu entschieden hast, jedem Monat seinen eigenen Beitrag einzuräumen. Ich finde die immer gleiche Perspektive auf Deinen Garten fast schon heilsam, ohne pathetisch werden zu wollen. Sie macht anschaulich: Nicht nur, dass alles stets im Wandel ist, sondern wenn man Zeit und Mühe in etwas steckt, bekommt man offenbar auch etwas zurück. Um Dein selbst angebaute Gemüse beneide ich Dich ja. 😉 Liebe Grüße, Manuela
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Durch den 12-tel Blick verwende ich in diesem Jahr deutlich mehr Zeit und Arbeit auf den Gemüsegarten als im letzten Jahr und esse interessanterweise auch mehr Gemüse. Die meisten Beete sind bereits zum 3.Mal durchgejätet. Und ich bekomme viel mehr zurück, als nur eine gute Ernte. Im letzten Jahr war Gartenarbeit immer ein gewisser Angang. Ich arbeite wirklich gerne im Garten, aber irgendwie musste ich mich immer dazu zwingen. Wenn ich einmal angefangen habe, bleibe ich meistens viel länger dabei, als ich mir vorgenommen habe, ganz schlechtes Zeitmanagement. In diesem Jahr gehe ich häufiger nach draußen, OHNE Hörbuch auf den Ohren und merke, wie ich entspannter bin und im wahrsten Sinne des Wortes geerdet werde. Außerdem läuft nicht so viel Arbeit auf, so dass ich nicht die ganze Zeit nur immer das dringendste erledige sondern (teilweise) auch einfach mir immer wieder ein Beet nach dem anderen in Ruhe vornehme. Natürlich kommt mir dabei teilweise die Ernte „in die Quere“, und die Blumenbeete würden sich definitiv über mehr Aufmerksamkeit freuen. Aber ich bin zuversichtlich, dass nach und nach auch die liegengebliegenen Arbeiten aus den letzten Jahren erledigt bekomme. Bei mir im Flur hängen Ausdrucke des 12-tel Blicks an der Wand und ab und zu stelle ich mich davor und denke: Ist das wirklich erst 3 Monate her? Und ich sehe, wieviel ich geschafft habe. Auch das ist ein Geschenk des Gartens: Er versorgt mich mit sichtbaren Erfolgserlebnissen.
Liebe Grüße, Stefanie
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Liebe Stefanie,
Du hast so einen richtig schönen (Gemüse)garten! So, wie man ihn immer in den Büchern der Bauerngärten sieht… da komme ich nie hin! *lach*
Kohl versuche ich gar nicht, ich habe zu wenig Wechselmöglichkeit, zu wenig Beete und brauche den Platz für andere Kulturen.
Das Mutterkraut war hier auch deutlich über einen Meter, jetzt habe ich es zurück geschnitten, es ist verblüht und trocknet zusammen.
Gutes Wachsen und Gedeihen!
LG
Elke
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Danke für das Kompliment. Unser Garten ist groß genug, dass ich mit dem Gemüse auch Blumen anpflanzen kann. Ein Gemüsegarten sollte nicht nur Zweckmäßig aussehen, finde ich.
Der Garten ist in 5 Viertelkreise eingeteilt und hinter unserer Scheune habe ich noch zwei Beete. Jeder dieser Viertelkreise hat einen relativ festen Anbauplan. Die einzelnen Abschnitte rotieren jedes Jahr. In einem Abschnitt wachsen Erdbeeren, die nehmen nur alle zwei bis drei Jahre an der Rotation teil, so dass ich ein fünfer bis sechser Jahresschema habe, nachdem die Beete bestückt werden.
Die Idee mit den kreisförmigen Beeten habe ich mal unterwegs gefunden. Außer wenn es darum geht, die Kulturen mit Vlies vor Frost oder Schädlingen zu schützen, ist das nicht nur hübsch, sondern auch super praktisch, denn dadurch habe ich für Gemüse, das wir lieben, wie Karotten oder Lauch, lange Beete zur Verfügung und für Pflanzen wie Zucchini, von denen man maximal 2 Stück braucht, kurze. Ab dem nächsten Jahr bekommt der Kürbis allerdings einen Platzverweis. Ich habe nur zwei Pflanzen, an Wurzelplatz bräuchten sie also nur ein kurzes Beet. Aber sie schieben ihre Ranken ungeniert in die anderen Beete und wenn ich sie nicht ständig beschneiden würde, würden sie den gesamten Gemüsegarten überwuchern. Ab dem nächsten Jahr kommen die hinter die Scheune. Dort können sie dann gerne in die Wiese wuchern und bekommen jedes Jahr eine andere Beethälfte. Sie brauchen eine vierhährige Anbaupause, das passt.
Mein Mutterkraut treibt immer noch nicht aus, ich fürchte, ich habe es zu tief abgeschnitten, bin etwas in Sorge.
Viele liebe Grüße, Stefanie
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Viertelkreise finde ich ja sehr spannend. Und wenn genug Platz da ist, passt das ja auch. Die meisten Gärten würden das nicht zulassen.
Wir haben hier 1,20er Beete auf Terrassen in der prallen Sonne. Nicht so leicht zu versorgen im Sommer.
Aber das sieht natürlich auch sehr hübsch aus! Wir lieben es jedenfalls und da ich nicht den Anspruch auf Selbstversorgung habe, passt das für uns auch.
Heute wurden die ersten Kartoffeln ausgebuddelt â sehr fein.
Liebe GrüÃe
Elke
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Oh, du hast auch Erbsen im Garten! Ich habe es als Kind geliebt die rohen Erbsen aus den Schoten zu essen. Und natürlich liebe ich auch gekochte Erbsen.
Jetzt habe ich leider keinen Garten. Aber Ende nächsten Jahres ziehe ich um und habe dann auch ein bisschen Garten. Nicht so einen großen wie deinen, aber auch aus einem kleinen Garten kann man etwas machen. Und das habe ich bereits fest vorgenommen.
Für Pflanzentipps weiß ich dann ja, wo ich nachfragen kann!
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Ein großer Garten ist ehrlich gesagt auch eine Belastung. Trotzdem liebe ich ihn und würde icht freiwillig von keinem Quadratmeter trennen. Und kleine Gärten haben unheimlich viel Potential. Beim 12-tel Blick zeigt der Kampfknoten immer Einblicke in das Hochbeet, es ist erstaunlich, wieviel man daraus ernten kann.
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Das denke ich auch, dass ich auch aus meinem kleinen Garten dann einiges machen kann. Ich habe mir schon einiges überlegt. Aber es dauert wohl noch bis 2028.
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