
In meinem Kleiderschrank herrscht akute Sommer-Pyjama-Knappheit. Entweder sind die PJ’s zerschlissen oder hässlich (wie die Nacht Ha, Ha) und definitiv nichts worin ich länger schlafen will. Der grüne Stoff mit den kleinen Sternchen sollte ursprünglich mal ein Schlafanzug für den Liebsten werden, er lag ungefähr 20 Jahre lang zugeschnitten in einer Kiste. Inzwischen mag der Liebste aber keine Pyjamas aus Webware mehr und seine Figur hat sich auch ein bisschen geändert.

Die Bluse „Bruna“ aus der LMV 2/2018 habe ich bereits einmal genäht, war aber mit der Passform nicht so 100% zufrieden. Also wurde sie als „wearable muslin“ neu angepasst, getreu der Devise: was in der Nacht bequem ist, kann am Tag nicht verkehrt sein. Meine erste Bruna habe ich in Gr. 36 genäht. Ich habe es mir mit der Anpassung leicht gemacht: Einfach Vorder- und Rückenteil in der Mitte der Schulter von oben nach unten durchgeschnitten und einen 1cm breiten Streifen eingesetzt. Beim Ärmel habe ich die hohe Armkugel radikal abgeflacht und den Ärmel auseinander gezogen, so dass er mehr wie ein Hemdsärmel eines Männerhemds geformt ist. Dadurch bekam ich mehr Bewegungsfreiheit im Schulter- und Armbereich.
Die Shorts „Calypso“ aus der LMV 4/2020 habe ich um 5cm eingekürzt, im Rückteil an den Seitennähten je 3cm herausgenommen und anstelle des festen Bundes und der Falte vorne und des Gummizugs hinten einen Gummizug rundherum gemacht. Die Sitzhöhe dieser Hose ist deutlich höher, als bei meinen beiden gekauften Schlafshorts und dadurch zwickt auch nichts beim Liegen. Die Taschen sind im Schnitt bereits vorgesehen, ich hätte sie allerdings sonst extra eingefügt.
Nach der ersten gemeinsamen Nacht kann ich sagen: Passt ganz OK, und man kann darin sogar die morgentlichen Yoga-Übungen absolvieren. Aber Pyjamas aus Webware sind nicht wirklich meins. Zumindest nicht, wenn der Stoff so vollkommen unelastisch ist, wie dieser Baumwoll-Satin, der übrigens als Bettwäsche-Stoff verkauft wurde, wenn ich mich richtig erinnere. Es ist eine ziemlich schwere Qualität und eigentlich auch angenehm zu tragen. Als Bluse für den Tag ist der angepasste Schnitt genau richtig, ich bin froh, dass ich damit jetzt endlich in Serie gehen kann. Das gleiche gilt für die Hose, die ich mir sicherlich noch ein paar mal nähen werde, allerdings aus Jersey für ein paar Mix-and-Match Pyjama-Hosen.
Zu den wahren Freuden im Leben gehört es, im Sommer im Garten zu frühstücken, und dafür ist der neue Pyjama sehr gut geeignet. Und zum schmökern in den Beiträgen vom MeMadeMittwoch. Dana zeigt heute, dass es nicht unbedingt jedes Mal etwas Neues sein muss. Und das der selbe Schnitt schon bei unterschiedlichen Farben eine ganz ander Wirkung haben kann. Außderdem gibt es einen zweiten Pyjama zu bewundern, der allerdings aus wesentlich edlerem Material gefertigt ist.

