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Warum brauchen wir eine Datenschutzverordung?

Bei Sandra habe ich heute etwas über die neue Dateschutzverordung gelesen. Ich fiel aus allen Wolken. Das sollte uns kleine private Blogger betreffen?

Ich kenne das Datenschutzdilemma teilweise aus dem Beruf und finde es auch richtig, dass man die Leute aktiv darauf aufmerksam machen muss, dass ihre Daten gesammelt werden. Wem ist z. B. schon bewusst, dass man mit einer Mitgliedschaft bei Whatsapp erlaubt, dass sämtliche Handy-Daten ausgelesen werden? Diverse Verwandte und Bekannte  haben also durch Whatsapp meine Telefonnummer weitergegeben, ohne mich zu fragen, ohne dass ihnen das bewusst gewesen wäre. Ich selber kann so verantwortungsvoll mit meinen Daten umgehen, wie ich will, auf FB, Google oder Whatsapp verzichten und sensible Daten von mir landen trotzdem dort, wo ich es nicht will. Das stinkt mir ganz gewaltig!

Zum Kommentieren im Netz habe ich eine eigene e-mail-Adresse und bekomme jede Menge Spam, der nichts mit Nähblogs zu tun hat. Wer verkauft hier meine Adresse?
Ich bin gerne bereit, einen Hinweis zum Datenschutz auf das Kommmentar-Formular zu setzen, denn wer bei WP kommentiert, muss eine e-mail-Adresse angeben, die ich dann sehen kann. Das finde ich auch O.K., wer nicht bereit ist, von mir kontaktiert zu werden, von dem möchte ich auch keine Kommentare.
Allerdings finde ich auch, dass jeder selber dafür verantwortlich ist, welche Daten er im Netz preisgibt. Das Netz vergisst nichts, das sollte inzwischen wohl jeder wissen. Ein Hinweis zu den Datenschutzbedingungen meines Bloganbieters, das der hoffentlich bald zur Verfügung stellt, sollte da genügen. Das Netz ist kein Kindergarten und ich fühle mich auch nicht dafür verantwortlich,  andere daran zu hindern, ihre Daten überall verstreuen.

Den meisten ist Datenschutz ohnehin völlig egal, die werden sich auch nicht durch Datenschutzhinweise belehren lassen. Solange die Leute für 3% Bonusrabatte ihre gesamten Einkaufs-, Bewegungs-, Gesundheits- und Verhaltensdaten an wer weiß wen verkaufen, sehe ich für den Schutz ihrer Daten sowieso schwarz. Gerade hier in den neuen Bundesländern, in denen die Menschen doch wissen, wie es ist, wenn Fremde dich bis in das Schlafzimmer ausspionieren, ist mir diese Gleichgültigkeit vollkommen unbegreiflich! Das berühmte „Ich habe ja nichts zu verbergen“ habe ich schon so oft gehört, das ich das Thema gar nicht mehr anschneiden mag. Davon wird mir nur schlecht. Nur weil kein ekeliger Stasi-Mitarbeiter, der seine Macht und sein Wissen missbraucht um einen zu drangsalieren, hinter der Spionage steht, sondern große Konzerne, die uns anonym und viel raffinierte manipulieren, als es der Staat damals konnte, stört das die Leute nicht im geringsten. Die Manipulation macht ihnen keine Angst, weil sie sie nicht bemerken. Dass z.B. die Anzeigen in der Suchmaschine genau auf ihr Kaufverhalten zugeschnitten sind und die Informationen, die sie bekommen, bereits vorselektiert wurden, merken sie gar nicht. Wie denn auch?

Grundsätzlich soll uns diese neue Datenschutzverordung darauf aufmerksam machen, dass wir unsere Daten im Netz verstreuen und uns die Möglichkeit geben, uns davor zu schützen. Dumm nur ist, dass die Währung, mit der wir die Dienste im Netz bezahlen, unsere Daten sind. Wollen wir nichts preisgeben, dürfen wir nicht mitspielen, also nicht am Austausch von Informationen teilhaben. Insofern nutzt die Datenschutzverordnung nichts. Wir bekommen nur noch einmal deutlich gesagt, was wir ohnehin schon wissen sollten und mit jedem Kommentar, jeder Link-Party und jedem Besuch einer Webseite durchnicken.

Wer liest denn schon die AGB, wenn er etwas online bestellt? (Sollte man übrigens. Im Sommer hörte ich im Radio von einem Laden, dem Du bei einer Bestellung die Rechte an Deinem Erstgeborenen versprichst!)
Schade nur ist, dass gewiefte Abmahn-Anwälte diese neuen Regelungen nutzen werden, um sich ein goldenes Näschen zu verdienen an harmlosen privaten Bloggern wie uns, während die Menschen, die geschützt werden sollen sich einen Dreck darum scheren.

Sonntagssachen 25.2.2018

Nistkästen gereinigt, ein Rotkehlchen beobachtet, eine Miete für das Gemüse fertiggemacht, 2 Sorten Marmelade aus eingefrorenem Obst gekocht, Urlaubsgepäck aufgeräumt, Staub gesaugt, Wäsche gelegt.

12x memade – Januar-Finale

Bei Chrissy ist heute das Januar-Finale von 12 x memade zu bewundern. Sie näht jeden Monat ein Kleidungsstück nach einem noch nicht von ihr genähten Schnitt.

12xmemade Januar (29)

Diesen Monat bin ich auch dabei. Mein Schnitt ist allerdings alles anders als neu, ich habe ihn schon seit mindestens 5 Jahren, und als ich ihn kaufte, war er auch schon alt. Aber er ist noch nicht von mir genäht worden. Es ist Vogue 8701, mein Weihnachtskleid, das ich endlich fertig genäht habe. Angefangen hatte ich schon auf der Annäherung, da habe ich auch mit Hilfe von Muriel, Carola und Heidy einige wesentliche Änderungen am Ausschnitt vorgenommen.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Kleid. Es hat Taschen (von mir ergänzt) , ist wunderbar bequem und die Karo-Verarbeitung ist mir überall, sogar am Reißverschluss fast perfekt gelungen.

Und irre ich mich, oder kann man sich in Raglan-Ärmeln tatsächlich besser bewegen?

Auch beim Innenleben habe ich mir viel Mühe gegeben:

Die Blümchen auf den Säumen kann man zwar nicht sehen, aber ich weiß, dass sie da sind!

Für den nächsten Monat habe ich schon viele Pläne, unter anderem ein Kleid aus der Februar-Burda, das dann bei zwei link-Partys dabei sein darf.

Vielen Dank, liebe Chrissy, für Dein wunderbar motivierendes Sew-Along.

12 x Me Made – Januar

12x MeMade

Chrissy hat für 2018 zum gemeinsamen Kleidernähen aufgerufen. Sie selber will jeden Monat einen Schnitt nähen, den sie noch nicht zuvor genäht hat, aber den Teilnehmern bleibt selbst überlassen, ob sie einen alten oder bereits erprobten Schnitt nähen wollen. Dass nette an dieser Aktion ist, dass über das eigentliche Nähen, den Erfolg oder den Misserfolg, mitberichtet wird, also eine Art „Making of“ gezeigt wird. So etwas finde ich beim lesen auf Blogs immer besonders interessant, und weil ich mir schon vorgenommen habe, mehr über das eigentliche Nähen zu berichten und nicht immer nur fertige Werke zu präsentieren, ist das für mich ein idealer Anstupser, diese Pläne auch umzusetzen. Vielen Dank, liebe Chrissy.

Das Motto :  „Alles kann — nichts muss“, kommt mir dabei entgegen. Im Januar ist meine Näh- und Blog-Zeit immer reichlich und hoch, dann kommt im Laufe des Jahres das „Säen und Ernten“ dazu und Zeit wird knapp. Möglicherweise muss ich dann also eine Sommerpause einlegen, aber ich will das Jahr nicht vor seinem Ende schlecht reden!

Jedes Mal etwas Neues zu nähen ist für mich jetzt keine so große Herausforderung. Ich nähe höchst selten einen Schnitt zweimal, dafür gibt es viel zu viele spannendes Schnitte, die ich alle ausprobieren will und ich nähe dafür auch einfach nicht genug.

Für den Januar habe ich mir vorgenommen, das Weihnachtskleid 2017 fertig zu nähen. Ich bin auch schon fast damit durch, denn es war auf der Annäherung dabei. Also gibt es heute keine Vorstellung, sondern gleich einen Zwischenstand.

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Genäht wird Kleid Nr. 1, das ist der Vogue-Schnitt links im Bild. Der Stoff ist übrigens vom Stofftisch in Bielefeld vor zwei Jahren und ich glaube er kommt von unserer Gastgeberin Chrissy!

Was man auf dem Umschlag des Schnittes nicht sieht, ist der sehr weite Ausschnitt des Kleides. Das rückwärtige V habe ich gleich am Schnitt „weggkorrigiert“ und ich habe auch versucht, die Ausschnittlinie nach oben zu versetzen, aber bei Raglan-Ärmeln ist das für mich doch noch zu kompliziert.DSC_0533Die Ärmel habe ich auch verlängert und erweitert, um mehr Bewegungsfreiheit in dem Kleid zu haben. Beim ersten Anprobieren sah ich aber aus, wie eine Presswurst. Die Erklärung: Trotz gemessener (und im Schnitt angekreuzter!!!) Größe 12 habe ich eine 10 zugeschnitten! Ich will gar nicht wissen, was mein Unterbewußtes mir da wohl für einen Streich gespielt hat. Bei gehefteten Nähten und 1,5cm Nahtzugabe war das aber ganz leicht zu korrigieren. Der Ausschnitt war da schon komplizierter, aber Muriel schlug vor, Folie aufzustecken, die Linien für einen Einsatz aufzuzeichnen und danach dann ein Schnittteil zu arbeiten. Mit der Hilfe von Nähkatze und Heidy habe ich das auch hinbekommen.

Dann reichten die mitgebrachten sämtlichen Stoffreste (Merke: niemals ohne alle Stoffreste zur Annäherung reisen, NIEMALS!!! ) nicht für die vordere Passe, also musste ich sie an den Raglan- statt an den Schulternähten teilen.DSC_0596

Und dann habe ich eine geschlagene halbe Stunde herumgepusselt, bis ich zwei identische Rückteile zuschneiden konnte, nur um irgenwie eine Asymetrie beim Einnähen zu produzieren. Die fällt aber kaum auf und bleibt jetzt so.

Rückwärtige Passe

Den kleinen Abnäher, den man auf dem Probestoff am Nacken sieht, habe ich übrigens in einer stärkeren Krümmung der Ansatzlinie verschwinden lassen:

Auf dem unteren Bild sieht man den Unterschied ganz deutlich.

Eingesetzt habe ich die Karo-Passe dann zu Hause. Von dem grauen Stoff für das Probeteil habe ich einen Paspelstreifen geschnitten, damit abgesetzt sieht die Stückellei nicht mehr nach gestückelt sondern ganz gewollt aus.

 

Beim Futter musste ich diese Operation natürlich auch noch durchführen. Dabei habe ich mir zum Auffnähen einen Zierstich gegönnt. Den sieht man natürlich nicht, außer, wenn ich das Kleid an- und aushziehe, aber ich weiß dass er da ist 😉 .DSC_0617

Um den Nahreißverschluss perfekt einzunähen habe ich drei Tricks kombiniert:

Zuerst habe ich die Naht geheftet, so dass die Karos zusammenpassten. Dann habe ich den RV mit Klebestift eingeklebt und dann die Bänder mit dem normalen Reißverschluss-Füßchen eingenäht. Danach habe ich die Heftnaht aufgetrennt und zum Schluss mit dem Spezialfüßchen den RV richtig eingenäht. Hat perfekt geklappt, so mache ich es in Zukunft immer. An der Stelle, wo der Rock an das Oberteil genäht ist, habe ich die Nadel ein bisschen nach außen positioniert, also nicht ganz so dicht an der Raupe genäht. Beim Bügeln nach dem Einnähen kann man das unsichtbar machen, aber dieser halbe Millimeter auf jeder Seite erleichtert das Zuziehen später enorm.

Das fertige Kleid gibt es am Ende des Monats zu sehen, erst einmal geht es jetzt zum Link-up mit den anderen Januar-Projekten von 12 x MeMade.

 

 

 

 

5 Jahre Annäherung

Die Einladung zur Jubiläums-Annäherung kam bereits im September, aber weil ich nur alle paar Tage meine E-mails lese, war ich leider zu spät mit meiner Anmeldung. Das Ergebnis: Platz 6 auf der Warteliste – also eigentlich keine Chance, teilzunehmen.

Bockig, wie ich bin, habe ich trotzdem an dem Wochenende Urlaub eingereicht und auch bekommen. „Bielefeld ist überall“, dachte ich mir und plante ein Nähwochenende, eventuell mit Freundinnen. Dienstag und Mittwoch habe ich sogar Essen für das Wochenende vorgekocht, um ja keine Störung an der Nähmaschine zu riskieren.

Ein kleines Quäntchen Hoffnung hatte ich aber immer noch, darum habe ich ab Montag mehrmals täglich meine Mails kontrolliert. Schließlich ist Januar Erkältungszeit, und auch wenn ich keiner wünsche, dass eine Erkrankung sie von der Annäherung fern hält, weiß man ja nie. Und am Donnerstag Abend kam tatsächlich die Nachricht: Ein Platz war kurzfristig frei geworden.

Freitag Vormittag war ich dann mit Frau Lila und Gelb unterwegs zur Jugendherberge.

DSC_0591Meine Projekte – denn ich habe immer mehrere Projekte dabei und bin noch nicht ein einziges Mal mit einem vollständig fertigen Kleidungsstück von der Annäherung nach Hause gefahren – waren die beiden Weihnachtskleider und eine angefangene Hose für meine Tochter. An der Hose nähe ich schon seit Monaten, was daran liegt, dass ich sie parallel mit der Freundin meiner Tochter nähe, die von mir einen Mini-Nähkurs zum Geburtstag bekommen hat. Die Hose dient dabei quasi als Anschauungsmaterial. Jetzt drängelte die Tochter aber doch ein wenig, die Hosen werden anscheinend knapp.

An der großen Tafel zeigen die anderen ihre Projekte:

Projektafel

So sieht es dann in Bielefeld aus: Inseln aus jeweils 8 Tischen, an denen dann 6 bis 8 Näherinnen sitzen.

 

Seit der zweiten Annäherung gibt es immer einen Tausch-Tisch, der Stoff für die beiden Weihnachtskleider stammt auch von dort.Tauschtisch

 

Die Hose wurde am Samstag Vormittag fertig, war ja auch nicht mehr viel zu tun, nur die Fake-Paspeltasche auf der Rückseite versäubern und dann Mittel- und Seitennähte schließen und den Bund ansetzen.Tochterhose 1 Letzterer musste erst noch einmal in einen geteilten Bund umgewandelt werden, wenn man nicht anprobieren kann, sollte die Hosenweite einfach zu ändern sein. Tatsächlich musste ich auch noch 3cm in der Weite hinten herausnehmen, damit die Hose passte.Tochterhose 2

 

Weihnachtskleid annäherungDas erste Weihnachtskleid (Nummer 2 war eh nur pro Forma dabei) ist natürlich nicht fertig geworden, und die 6 Nähstunden, die in die Hose geflossen sind, hätten das vemutlich auch nicht geändert. Aber ich bin sehr froh dass ich es mitgenommen habe, denn mit der Hilfe von Muriel, Carola und Heidy konnte ich mit den Ausschnitt anpassen, was ich alleine nie geschafft hätte. Mit dem Kleid nehme ich an Chrissys Näh-Aktion „12x Me-Made“ teil, dann schreibe ich noch genaueres über die Anpassung.

Und weil dies die 5. Annäherung war, gab es von unserem Orga-Team zwei tolle Überraschungen: Susi, Alex und Miriam haben Etiketten mit der Aufschrift „anNÄHerung, die 5.“ weben lassen, die wir in die auf der Annäherung genähten Kleider nähen können. Und dann gab es Samstag Nacht Torte. Bei einer der besten Konditoreien (oder auch der besten) Bielefelds hatten sie drei wunderschöne Torten bestellt, die obendrein auch noch oberlecker waren.Jubiläumstorten

Viel zu schnell ging das Wochenende vorbei, und während Sonntag Mittag an manchen Tischen noch wild genäht wurde, Annäherung 4waren andere schon zur Häfte verwaist. Nach der obligatorischen Abschluss-Präsentation (wie schaffen das manche bloß, 3 und mehr Sachen an einem Wochenende zu nähen?!) ging es auf die Heimreise.

Danke an Alex, Susi und Miriam für die fabelhafte Organisation und die tolle Überraschung. Danke auch an die Jugendherberge in Bielefeld, die sich immer richtig freundlich um unser leibliches Wohl kümmert und hilfsbereit auf unsere Wünsche eingeht.

Schön war’s, bis zum nächsten Mal.

Galerie

Weihnachtskleid-Sew-Along – Teil 2

Diese Galerie enthält 2 Fotos.

Ursprünglich veröffentlicht auf Nadelexperimente:
Heute ist das Thema bei WKSA 2017 „Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“. Entschieden habe ich mich für ein Kleid und zwar für die Toni von Milchmonster mit Stilloberteil. Der Vorschlag kam…

WKSA 2017 Teil 2 -Ich habe mich entschieden

Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff.

Stimmt nicht ganz, den Stoff habe ich schon seit langem, und dass ich sowohl das Vogue-Kleid als auch das karierte Burda-Kleid irgendwann nähen will, stand bereits auch schon fest. Die Frage war nur, welches ich zu Weihnachten tragen will.

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hier noch einmal zur Erinnerung die beiden Schnitte

Nun, weil ich mich nicht entscheiden kann, nähe ich beide! Die Frage ist nur, mit welchem ich anfangen will. Das Vogue-Kleid kommt mit deutlich weniger Schnitt-Teilen aus, nicht einmal Einlage muss man aufbügeln, weil es komplett gefüttert wird, also wäre es vernünftig, damit anzufangen.

Aber wann wäre ich schon mal vernünftig?! Also habe ich erst einmal beide Schnitte auskopiert, allerdings noch nicht zugeschnitten.

Beim Burda-Kleid habe ich bereits eine Anpassung am Ärmel vorgenommen. Für meine vom Unkraut Jäten gestählten, Muskelbepackten Oberarme ist der Standard-Burda-Ärmel in der Regel zu eng, so erlebt beim letzten Weihnachtskleid. Damals habe ich die Nahtzugabe bis zum letzten bisschen ausgereitzt, und dennoch spannt der Ärmel unangenehm unterhalb des Ellenbogens.

Dana von Cuticakes Welt empfiehlt in ihrer Beschreibung des Schnittes einen elastischen Stoff, meiner ist feste Webware, also habe ich erst einmal das Schnittmuster vermessen und mit dem Ärmel des letzten Weihnachtskleides verglichen. Und dann habe ich gleich mal einen Zentimeter Weite zugegeben. (roter Pfeil).

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Ich zeichne übrigens immer gleich die 1,5 cm Nahtzugabe an den Schnitt, dann passt alles aufeinander und ich muss keine Linien auf dem Stoff einzeichnen und dann übereinander bringen. Das gefällt mir bei den Vogue-Schnitten und denen von Butterick ganz besonders.

Wenn man an der Ärmelweite etwas zugibt, muss man natürlich in der Höhe ein bisschen wegnehmen, weil sonst der Ärmel nicht mehr in das Armloch passt.

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Die rote Linie ist die alte Naht, darunter ist die angepasste. Ich benutze dafür einen spezielles, biegsames Lineal und habe das Stück zwischen den beiden Punkten angepasst.

Mit dieser Anpassung habe ich mehr Bewegungsfreiheit im oberen Ärmel, und wenn ich dem Arm hebe, ist da auch weniger Stoff, der sich knautscht. Das geht aber auf Kosten des schönen Falls, denn wenn meine Arme herunterhängen, faltet sich der Stoff im Achselbereich stärker. Da ich aber in der Regel selten mit hängenden Armen dastehe und mich weit mehr über ein hochrutschendes Kleid ärgere, wenn ich die Arme hebe, kann ich mit diesen Falten sehr gut leben.

Ich habe mich bei dem Schnitt für eine Größe 38 entschieden und bei 1,5 cm Zugabe sollte genug Spielraum für Anpassungen sein.

Das Spitzenkleid aus der aktuellen Burda ist übrigens noch nicht vollständig aus dem Rennen. Ich habe ein Kleid entdeckt, dass ich mir zu meinem 25. Geburtstag genäht habe, und dessen Minirock ich dann irgendwann durch einen angekräuselten Rock aus Dupionseide in Mitternachtsblau und Schwarz changierend ersetzte. Außerdem besitze ich noch einen Rest Spitze vom Konfirmationskleid der jüngeren Tochter, also wäre mit einem passenden Futterstoff für das Oberteil alles vorhanden. Die Durchsicht des Kleiderschrankes zeigt, dass da durchaus auch Raum für etwas Edles ist, ich habe einiges Ausgemustert. Mal sehen, wie lange ich für die karrierten Kleider brauche, Anfang Dezember, wenn alles möglich zu sein scheint, wenn man nur gut genug plant, ist noch Raum für Träume.

Alle anderen Träume und realistischen Planungen rund um das diesjährige Weihnachtkleid sind hier auf dem MMM-Blog zu finden.

MMM mit Burda Titel 9/2017

Heute trage ich die eben fertig gewordene Hose 121 aus Burda 9/2017.

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Natürlich habe ich einen Haufen Änderungen vorgenommen. Die offensichtlichste ist: Die Aufschläge fehlen, dafür ist die Hose lang. Da ich in der Regel wenig attraktive Kniestrümpfe trage, mag ich die 7/8 Längen nicht besonders, und mit Aufschlägen sieht die lange Hose aus „wie zu lang und umgekrempelt“, sagt die Tochter. Stimmt!

Außerdem habe ich die Hose mit Taschen versehen. Hose ohne Taschen geht gar nicht!22-11-17 Burda 09-17-121 (3)

Für Euch getestet: Fotos im Sitzen von der Treppe aus aufgenommen sehen merkwürdig aus.

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Aber es zeigt deutlich, dass die Hose sehr bequem ist und maximale Beweglichkeit bietet. Kunststück, ich habe ja einen bi-elastischen Polyester-Gabardine genommen. Im Schnittmuster steht bei Stoffempfehlungen: „Hosenstoffe mit oder ohne Elasthan-Anteil“. Ich möchte mal wissen, wie dieser schmale Schnitt ohne Elasthan funktionieren soll!

Das Shirt ist übrigens auch ein Burda-Schnitt: Nr.129 aus 1/2011. Er sieht allerdings an vollbusigen Frauen besser aus und erfordert Unterwäsche mit einem graden Ausschnitt.

Für meine Figur mit dem dicken Po betonten Gesäß muss ich den Schnitt immer kräftig anpassen. Dieses Mal habe ich an der hintern Mittelnaht gleich beiderseits 2cm herausgenommen und das rückwärtige Hosenteil zur hinteren Mitte zum Ausgleich um 2cm erhöht. Soviel hatte ich bei der letzten Hose auch geändert. Es hat von Anhieb an gepasst, ich bin sehr zufrieden.

An dem Schnitt mag ich besonders die schmale Passform und den breiten Bund mit dem angeschnittenen Knopfverschluss, der übrigens eine Mogelpackung ist. Durch den Nahtreißer in der Seitennaht ist die Hose schnell genäht (wenn man keine Taschen arbeitet). Meine Taschenbeutel gehen übrigens über die gesamte vordere Seite und werden in der Mittelnaht mitgefasst. Dadurch tragen die Taschen nicht auf und der Bauch bleibt schön flach. Sollte ich die Hose noch einmal nähen, würde ich aber horizontale Nahttaschen in der Bundansatznaht arbeiten. Eventuell probiere ich den Schnitt doch noch einmal mit unelastischem Stoff aus, dann müsste ich aber einiges an Bequemlichkeitszugabe einplanen.

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Noch ein Foto von der Treppe und zurück geht es zum MMM wo lauter gut gekleidete Menschen ihre selbst genähte Kleidung präsentieren.

Frühlingsjäckchen-Knit-along 2. Zwischentreffen

Wie sieht er denn aus, der offizielle Plan zum FJKA 2017?

02. April:
Nun ist es ganz offiziell Frühling und dank Zeitumstellung können wir abends lange im Hellen stricken! Oder ist die Stricklust ein wenig ermüdet? Oder habe ich das fertige Jäckchen schon ausgeführt?

Pech, die Verlinkung habe ich um wenige Minuten verpasst! Immerhin kann ich jetzt unterwegs zum Tanzkurs im Auto stricken. An ein fertigs Jäckchen ist im Moment nicht zu denken.

16. April:
Draußen scheint hoffentlich die Frühlingssonne und wir können gut gekleidet beim Osterspaziergang flanieren!

Da mir noch mehrere Zentimeter von Vorder- und Rückenteil fehlen, von Ärmeln ganz zu schweigen, sieht es schlecht aus für einen Osterspaziergang, zumal die Stricknadeln gerade sehr starke Konkurenz durch die Nähmaschine und den Garten bekommen.

Finale der Herzen am 14. Mai

Jepp, schätze mal, das wird mein Termin.

Denn so sieht es hier zur Zeit aus: Nach 10 Stunden Autofahrt als Beifahrerin ist ein Vorderteil fertig, am Rückenteil fehlen noch 7cm oder so, und beim rechten Vorderteil habe ich immerhin das Ärmel-Abnehmen schon beendet. Ich habe kurzfristig zwischen 3/4 und langen Ärmeln geschwankt, aber da die Wolle vermutlich reicht und die fertige Jacke möglicherweise so kratzt, dass Blusen oder Shirts darunter zwingend erforderlich werden, habe ich mich für lange Ärmel entschieden. Ohnehin kann ich 3/4-Ärmeln bei Jacken nicht allzuviel abgewinnen, schließlich ziehe ich eine Strickjacke (besonders aus Wolle) an, weil mir kalt ist, und das schließt die Arme mit ein.

Fröhliches Weiterstricken allen anderen Strickerinnen, und wie weit die anderen sind könnt ihr hier lesen.

 

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider: 12 Colours of Handmade Fashion

Selmin vom Blog Tweet and Greet hat sich in den letzten Jahren immer wieder interessante Näh-Herausforderungen ausgedacht.Bei Ihrer diesjährigen dreht sich alles um das Thema Farbe. Jeden Monat gibt es eine neue Farbe, mit der wir uns auseinander setzen dürfen. Sympathischer Weise sind die Link-Tools, die auch als Inspiration-Datenbank gedacht sind, das ganze Jahr geöffnet, so dass ich also noch im März zum Thema Grün etwas schreiben kann.

Ich hätte ja auch Bilder aus dem Archiv verwenden können, aber ich wollte auch gerne etwas Neues zum Thema fabrizieren. Mein grünes Kleidungsstück ist nur vorwiegend grün, das Schottenkaro enthält auch noch eine Menge Blau, Gelb und ein wenig Rot. Das passt, denn in der Natur haben wir grün ja auch nur selten isoliert stehen.

Als Gärtnerin habe ich natürlich eine besondere Beziehung zur Farbe grün, umso verwunderlicher finde ich es, dass es bis vor 12 Jahren nur zwei armselige grüne Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gab (das pfefferminzgrüne Examens-Kostüm, dass ich mir genäht habe, als ich besser für’s Examen hätte lernen sollen, lassen wir mal außen vor). Die Wende kam, als ich Anfang des Jahrtausends den Stoff für diesen Mantel fand:

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Gekauft bei einem Besuch bei meinen Eltern vor ungefähr 12 Jahren, sollte es dann aber noch einmal 10 Jahre dauern, bis der Mantel endlich fertig war. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings begonnen, kräftig mit Grüner Kleidung aufzurüsten: Zuerst gekaufte Fleece-Shirts, T-Shirts und eine Jeans, die ich grün gefärbt habe. Letztere ist bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wird nur noch zur Gartenarbeit hinzugezogen. Auch grüne Schuhe wurden gekauft, mit der Idee von grünen Jeans, Schuhen und diesem Mantel Gesamtoutfit. Irgendwann entdeckte ich ein beiges Leinendirndl im Second-Hand-Shop und färbte es – na, wie wohl?- Grün.
Dann fing ich wieder mit dem Selbernähen für mich an und es folgte dieser Rock, der inzwischen zu diesem Rock umgearbeitet wurde,

ein Kleid nach einem Colette-Schnitt,

dass ich einige Male nach-angepasst habe, bis ich mit dem Resultat zufrieden war und ein Sommerkleid nach Burda, dass ich viel zu selten trage.

Eins der grünen T-Shirts hat ein neues Leben als Garten-Shirt erhalten. Auch die ersten beiden Strickjacken, die ich nach Jahren des Nicht-Strickens zum Wiedereinstieg strickte, durften grün werden.


Und was sind die grünen Zukunftspläne?
Die Alpaka-Jacke rechts wird gerade wieder neu gestrickt, ich habe die erste verloren und das hat eine schmerzliche Lücke in meinen Kleiderschrank gerissen. Das hellgrüne Jäckchen sitzt im Schulterbereich auf der einen Seite merkwürdig und es hat einige Zeit der Analyse gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass ich das eine Vorderteil weiter gestrickt habe, als das andere. Leider ist das keine Änderung für „mal eben schnell“, denn die Blende muss dazu abgetrennt werden. Die Ärmel sind in das Armloch hineingestrickt, weil ich nicht genug Wolle hatte, also könnte ich im Grunde gleich alles auftrennen und von vorne Stricken. Eventuell mache ich das sogar, wenn ich genug Courage aufbringe, denn so wie sie ist, wird die Jacke eh nicht getragen!
Von dem grünen Paisley-Stoff, aus dem ich das Burda- Sommerkleid genäht habe, gibt es noch genug für eine Bluse, die schon im letzten Jahr auf dem Nähplan stand. Sie soll zum Dirndl passen und natürlich auch zu dem grünen Rock.
Man sieht also: Grün ist bei mir im Kleiderschrank ist zum Dauerbrenner geworden und es ist auch kein Ende davon in Sicht. Mir egal, was die Mode dazu sagen mag, ich kann ja selber nähen und wenn es keine grünen Stoffe gibt, färbe ich sie mir einfach!
Liebe Selmin, vielen Dank für Deine inspirierende Reihe, es macht richtig Spaß, sich einmal mit den Farben, die man so trägt, auseinanderzusetzen. Die Februar-Farbe ist beige, aktuell ist Rosa das März-Thema, damit werde ich anfangen, denn obwohl ich schon Pläne für ein beiges Kleid habe, ist es doch ein Sommermodell, und das rosafarbene Kleidungsstück kann schon eher getragen werden.