Archiv der Kategorie: Allgemein

Frühlingsjäckchen-Knit-along 2. Zwischentreffen

Wie sieht er denn aus, der offizielle Plan zum FJKA 2017?

02. April:
Nun ist es ganz offiziell Frühling und dank Zeitumstellung können wir abends lange im Hellen stricken! Oder ist die Stricklust ein wenig ermüdet? Oder habe ich das fertige Jäckchen schon ausgeführt?

Pech, die Verlinkung habe ich um wenige Minuten verpasst! Immerhin kann ich jetzt unterwegs zum Tanzkurs im Auto stricken. An ein fertigs Jäckchen ist im Moment nicht zu denken.

16. April:
Draußen scheint hoffentlich die Frühlingssonne und wir können gut gekleidet beim Osterspaziergang flanieren!

Da mir noch mehrere Zentimeter von Vorder- und Rückenteil fehlen, von Ärmeln ganz zu schweigen, sieht es schlecht aus für einen Osterspaziergang, zumal die Stricknadeln gerade sehr starke Konkurenz durch die Nähmaschine und den Garten bekommen.

Finale der Herzen am 14. Mai

Jepp, schätze mal, das wird mein Termin.

Denn so sieht es hier zur Zeit aus: Nach 10 Stunden Autofahrt als Beifahrerin ist ein Vorderteil fertig, am Rückenteil fehlen noch 7cm oder so, und beim rechten Vorderteil habe ich immerhin das Ärmel-Abnehmen schon beendet. Ich habe kurzfristig zwischen 3/4 und langen Ärmeln geschwankt, aber da die Wolle vermutlich reicht und die fertige Jacke möglicherweise so kratzt, dass Blusen oder Shirts darunter zwingend erforderlich werden, habe ich mich für lange Ärmel entschieden. Ohnehin kann ich 3/4-Ärmeln bei Jacken nicht allzuviel abgewinnen, schließlich ziehe ich eine Strickjacke (besonders aus Wolle) an, weil mir kalt ist, und das schließt die Arme mit ein.

Fröhliches Weiterstricken allen anderen Strickerinnen, und wie weit die anderen sind könnt ihr hier lesen.

 

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider: 12 Colours of Handmade Fashion

Selmin vom Blog Tweet and Greet hat sich in den letzten Jahren immer wieder interessante Näh-Herausforderungen ausgedacht.Bei Ihrer diesjährigen dreht sich alles um das Thema Farbe. Jeden Monat gibt es eine neue Farbe, mit der wir uns auseinander setzen dürfen. Sympathischer Weise sind die Link-Tools, die auch als Inspiration-Datenbank gedacht sind, das ganze Jahr geöffnet, so dass ich also noch im März zum Thema Grün etwas schreiben kann.

Ich hätte ja auch Bilder aus dem Archiv verwenden können, aber ich wollte auch gerne etwas Neues zum Thema fabrizieren. Mein grünes Kleidungsstück ist nur vorwiegend grün, das Schottenkaro enthält auch noch eine Menge Blau, Gelb und ein wenig Rot. Das passt, denn in der Natur haben wir grün ja auch nur selten isoliert stehen.

Als Gärtnerin habe ich natürlich eine besondere Beziehung zur Farbe grün, umso verwunderlicher finde ich es, dass es bis vor 12 Jahren nur zwei armselige grüne Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gab (das pfefferminzgrüne Examens-Kostüm, dass ich mir genäht habe, als ich besser für’s Examen hätte lernen sollen, lassen wir mal außen vor). Die Wende kam, als ich Anfang des Jahrtausends den Stoff für diesen Mantel fand:

Merken

Merken

Gekauft bei einem Besuch bei meinen Eltern vor ungefähr 12 Jahren, sollte es dann aber noch einmal 10 Jahre dauern, bis der Mantel endlich fertig war. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings begonnen, kräftig mit Grüner Kleidung aufzurüsten: Zuerst gekaufte Fleece-Shirts, T-Shirts und eine Jeans, die ich grün gefärbt habe. Letztere ist bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wird nur noch zur Gartenarbeit hinzugezogen. Auch grüne Schuhe wurden gekauft, mit der Idee von grünen Jeans, Schuhen und diesem Mantel Gesamtoutfit. Irgendwann entdeckte ich ein beiges Leinendirndl im Second-Hand-Shop und färbte es – na, wie wohl?- Grün.
Dann fing ich wieder mit dem Selbernähen für mich an und es folgte dieser Rock, der inzwischen zu diesem Rock umgearbeitet wurde,

ein Kleid nach einem Colette-Schnitt,

dass ich einige Male nach-angepasst habe, bis ich mit dem Resultat zufrieden war und ein Sommerkleid nach Burda, dass ich viel zu selten trage.

Eins der grünen T-Shirts hat ein neues Leben als Garten-Shirt erhalten. Auch die ersten beiden Strickjacken, die ich nach Jahren des Nicht-Strickens zum Wiedereinstieg strickte, durften grün werden.


Und was sind die grünen Zukunftspläne?
Die Alpaka-Jacke rechts wird gerade wieder neu gestrickt, ich habe die erste verloren und das hat eine schmerzliche Lücke in meinen Kleiderschrank gerissen. Das hellgrüne Jäckchen sitzt im Schulterbereich auf der einen Seite merkwürdig und es hat einige Zeit der Analyse gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass ich das eine Vorderteil weiter gestrickt habe, als das andere. Leider ist das keine Änderung für „mal eben schnell“, denn die Blende muss dazu abgetrennt werden. Die Ärmel sind in das Armloch hineingestrickt, weil ich nicht genug Wolle hatte, also könnte ich im Grunde gleich alles auftrennen und von vorne Stricken. Eventuell mache ich das sogar, wenn ich genug Courage aufbringe, denn so wie sie ist, wird die Jacke eh nicht getragen!
Von dem grünen Paisley-Stoff, aus dem ich das Burda- Sommerkleid genäht habe, gibt es noch genug für eine Bluse, die schon im letzten Jahr auf dem Nähplan stand. Sie soll zum Dirndl passen und natürlich auch zu dem grünen Rock.
Man sieht also: Grün ist bei mir im Kleiderschrank ist zum Dauerbrenner geworden und es ist auch kein Ende davon in Sicht. Mir egal, was die Mode dazu sagen mag, ich kann ja selber nähen und wenn es keine grünen Stoffe gibt, färbe ich sie mir einfach!
Liebe Selmin, vielen Dank für Deine inspirierende Reihe, es macht richtig Spaß, sich einmal mit den Farben, die man so trägt, auseinanderzusetzen. Die Februar-Farbe ist beige, aktuell ist Rosa das März-Thema, damit werde ich anfangen, denn obwohl ich schon Pläne für ein beiges Kleid habe, ist es doch ein Sommermodell, und das rosafarbene Kleidungsstück kann schon eher getragen werden.

FJKA: Vorstellung

Kaum habe ich es geschafft, meine Pläne aufzuschreiben, ist auch schon der nächste Termin des FJKA herangeeilt. Am Freitag habe ich noch schnell meinen Beitrag gepostet, aber schon am Samstag ist die Entscheidung gefallen: Bei strahlendem Sonnenschein und gelb leuchtenden Krokussen auf dem Beet konnte ich ja nur die gelbe Wolle mit dem Anemonen-Muster auswählen.

Krokus

Ich habe mich dann auch gleich vor der Gartenarbeit eine Stunde lang in die Sonne gesetzt und eine Maschenprobe angefangen, die ich gestern fertiggestellt habe.Maschenpobe Dabei habe ich nicht nur ausprobiert, wie ich die Blüten verteilen will, strickschriftim Buch sind sie mir nämlich zu dicht. Vier Maschen und vier Reihen wie unten in der Probe finde ich jedoch zu weit, also habe ich mich für zwei Maschen und zwei Reihen entschieden. Außendem habe ich noch getestet, wie ich die Kanten stricken will. Ich werde die Knopfleisten gleich anstricken, um keine Angst haben zu müssen, dass die Wolle am Ende nicht reichen könnte. Zum Einfassen der Maschenprobe habe ich also rechts und oben kraus-rechte Maschen und unten und links Perlmuster verwendet. An der Seite macht das Perlmuster einen stabileren Eindruck, deshalb nehme ich es für die Knopfleisten, aber unten werde ich den Rand kraus rechts stricken, das sah irgendwie gleichmäßiger aus.

Dann gab es noch eine kleine Mathe-Stunde: Ich habe einen Jackenschnitt herausgesucht bzw aus diversen Schnitten von Drops und aus der Rebecca zusammengestellt und dann die Quadratzentimeterzahl grob überschlagen = knapp 6500 cm^2 bei großzügiger Berechnung.Der EntwurfDann habe ich die Maschenprobe ausgemessen und gewogen. Wenn ich nichts falsch gemacht habe, sollte ich für das Jäckchen ungefähr 166g Wolle brauchen. Ich habe 210g, also wird es reichen. Jetzt muss ich nur noch die Maschenzahl für die Jacke berechnen, die Höhe wird während des Strickens gemessen, dann kann es losgehen.

Luise und Sylvia haben schon ganz viel gestrickt und auch gerechnet. Was sie und die andern stricken und wie weit sie schon sind kann man auf dem MMM-Blog nachlesen.

FJKA – Frühlingsjäckchen 2017

Nachdem ich gerade vor vier Wochen im Bett mit Erkältung mein Herbstjäckchen fertig gestrickt habe, stürze ich mich gleich wieder in ein betreutes Strick-Projekt und nehme teil am Frühlings-Jäckchen-Knit-Along. Heute geht es um Inspirationen, eventuelle Wollauswahl und einen Plan. Pläne finde ich immer gut, und bei Inspirationen darf man einfach mal unrealistisch herumträumen, das ist auch gut.

Wenn ich realistisch an die Sache herangehe, sollte ich als ausgewiesenen Langsam-Strickerin wohl besser das angefangen Alpaka fertigstellen. Es ist ein Re-Knitt einer Jacke, die ich vor einem Jahr verloren habe,

und ich habe auch schon stolze 12 cm von Vorder-und Rückteil (ich stricke beides in einem und teile erst bei den Armlöchern) fertiggestellt. Dann habe ich die Arbeit unterbrochen, um einen dicken Pulli aus dem Rowan-Magazin anzufangen,dsc_0162 bei dem eine Reihe einen halben Zentimeter hoch ist, um einen schnelleren Erfolg zu produzieren. Wenn ich die Jacke wieder aufnehme, ist sie sicher zum Herbst fertig, wenn sie gebraucht wird, bei der Frühlings-Jacke habe ich gewisse Zweifel, ob ich das Projekt im Zeitrahmen bis zum 16. April fertig bekomme.

Aber hey, realistisch sein ist ja so langweilig! Außerdem habe ich das perfekte Muster für eine Frühlingsjacke gefunden. inspiration

Das Magazin habe ich zwar nicht, aber einen passenden Schnitt zu finden und dann zu berechnen ist ja keine große Kunst. Das Muster habe ich auch schon identifiziert, im heiligen Schachenmayr-Lehrbuch von 1939 heißt es „Anemone“ .strickschrift

Ich habe aus den niedergeschriebenen Reihen eine Strickschrift erstellt, und so sieht es gestrickt aus:nadelstarkentest

Für die Wolle hatte ich keine Banderole, daher habe ich verschiedene Nadelstärken getestet, von unten nach oben: 4; 3,5 und 3, und das oberste Maschenbild gefällt mir am besten. Sie  stammt aus dem Fundus meiner Mutter und war bereits einmal verstrickt. (hier wickele ich sie gerade auf) Koffer Rock 2

Das Garn ist ein ziemlich kratziges Mohairgarn, ich hoffe, dass ich die Jacke am Ende auch noch tragen will. Morgen werde ich die Probe einmal auf einer genauen Waage auswiegen, dann kann ich berechnen, wieviele Quadratzentimeter ich aus meinen etwas über 200g Wolle bekomme und den Schnitt entsprechend entwerfen. (soviel zum Thema träumen!)

Ich hätte durchaus auch Lust, eine Hetty zu stricken, für die Mohair-Wolle hat sie mir aber zu viele Löcher. Ich habe aber noch eine hellrosa Drops Love You aus recycling-Baumwolle da, dsc_0160die ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung gekauft habe, denn rosa passt eigentlich überhaupt nicht in meinen Kleiderschrank! Aber für eine Hetty würde die gerade reichen und sehr hübsch sein.

Ich denke aber, dass es die gelbe Jacke wird, die Wolle liegt jetzt schon so lange aufbereitet da und eine Verwendung habe ich auch für eine gelbe Jacke.

Danke an Luise und Sylvia, die diesen Knit-Along , dieses Mal auf dem MMM-Blog moderieren. Der HJKA war schon eine so nette Angelegenheit, das wird es in diesem Frühjahr sicher auch lustig werden.

Merken

Merken

Aktuelle Projekt: Einen Hosenschnitt abwandeln und anpassen

Aktuell befinde ich mich in einem regelrechten Näh-Rausch. Ich bin ungeheuer produktiv. Den Stoff, der gerade seiner Bestimmung zugeführt wurde, habe ich letztes Jahr bei der Annäherung bei Marc Aurel in Verl gekauft. Gedacht war er eigentlich für eine ganz schmale Hose, ein jeansartiger Jaquard mit reichlich Elasthan ( Elastizität 20%). Seit dem Sommer weiß ich aber sicher, dass meine Venen Kompressionsstrümpfe zwingend erfordern. Unter Hosen reichen zum Glück die Kniestrümpfe, aber enge Hosen krabbeln daran immer recht unschön hoch und kommen dann nicht wieder runter. Also sind weite Hosen künftig Pflicht (nicht dass mich das stören würde!)

Der Schnitt, den ich mir dafür ausgesucht habe, ist Burda 119-062016, eine Taillenhohe Schlaghose mit aufgesetzten Taschen, nicht jedoch ohne ettliche Änderungen daran vorzunehmen.

Als erstes habe ich den Schlag begradigt, der Schnitt ist ab den Knien ein wenig ausgestellt. Aufgesetzte Taschen fand ich schon immer doof für mich, alles, was man hineinstopft, drückt sich durch, und obendrein passt sowieso nichts hinein. Die gibt es nur in Ausnahmefällen. Da die Hose obenherum eng anliegen soll, verbieten sich Nahttaschen, also habe ich Hüftpassentaschen in den Schnitt konstruiert. Dabei habe ich gleich den Abnäher vorne in die Tasche verlegt.

hosenschnitt-anpassen-1

als erstes den Tascheneingriff markieren

hosenschnitt-anpassen-2

Dann wird der Abnäher an den Eingriff angezeichnet (rot). Das ist jetzt die Seitenkante des Vorderteils.

Beim Auskopieren habe ich auch gleich die Schnittänderungen, die ich bei meiner engen Jeanshose gemacht habe, übertragen. Die rote Linie in der vorderen Schrittnaht ist die Anpassung gegen die „Katzenbart“-Zugfalten, die sich sonst bei mir bilden.

Als letztes wird der Taschenbeutel konstruiert. Dazu wird die ursprüngliche Seitennaht kopiert (rosa) und dann der erste Tascheneingriff als Anstoßlinie eingezeichnet (rot). Jetzt wird die Anstoßlinie über die neue Tascheneingrifflinie geschoben und die Oberkante der Hose wird kopiert (schwarze Linie, die Abnäher sind bereits abgezogen.

hosenschnitt-anpassen-5 Wenn man den Taschenbeutel bis zur vorderen Mitte ziehen will (hatte ich ursprünglich vor) ist die Oberkante jetzt stärker gekrümmt, wie ein Formbund.

Die verwirrenden Linien unterhalb der Abnäher sind für eine einseitige Paspeltasche, mit der ich geliebäugelt habe und für die der Abnäher verlegt werden musste. Sie interssieren nicht für die beschriebene Schnittänderung.

Ich hatte auch beim rückwärtigen Hosenteil Schnittänderungen übertragen und dann einfach alles durchgenäht. Die Hose saß bei der ersten Anprobe fast perfekt, ein bisschen habe ich  noch an den Seiten abgenäht, voilà.

Bei einem unelastischen  Stoff hätte ich an dieser Stelle mit der Anpasserei aufgehört. Hier habe ich aber diese 20% Elastizität und hatte das Gefühl, dass die Hose etwas rutscht. (Die Falten unter dem Po kommen von den zu langen Beinen. Auf dem Bild scheint die Seitennaht oberhalb der Hüfte abeknickt zu sein, das ist aber der Tascheneingriff.) Ich nahm also in den Seitennähten und in der vorderen Mitte insgesamt 3cm weg. Dann nähte ich den Bund an, der natürlich durch die Einlage nur noch eine Elastizität von 10% hatte.

Ihr könnt Euch denken, was folgte: Alles wieder aufgetrennt! Dann habe ich die (zusammengeheftete, bin ja lernfähig) Hose einen halben Tag getragen und und die Seiten wieder abgehäht. Bin ich froh, dass ich bei Mema über den an den Seiten geteilten Hosenbund gelesen hatte. So genial!

Ehrlich gesagt sieht man auf dem Foto den Unterschied zu oben nicht wirklich.

Den Bund habe ich dann doch noch einmal mit elastischem Stich festgenäht und dann die Heftfäden und die erste, feste Naht entfernt. Merkt man sofort. Ich habe ihn vorne in der Mitte, zu den Seiten auslaufend, auch noch einen Zentimeter tiefer gelegt. Dadurch kommt der Schritt nach oben und das runterrutsch-Gefühl ist weg. Auf dem oberen Foto kann man ja auch sehen, dass meine Taille vorne etwas absackt. Im Spiegel war das anders!

Die zur Mitte durchgezogenen Taschenbeutel habe ich wieder abgeschnitten. Das Futter ist unelastisch, das funktioniert hier nicht. Auf dem Foto kann man auch den Grund für den etwas merkwürdig aussehenden Schritt sehen: Als faule Socke habe ich erst die Mittelnähte und dann in einem rutsch die inneren Beinnähte genäht. Was bei Pyjamahosen geht, klappt hier natürlich nicht, die Nahtzugaben ziehen und das Ganze wirft Falten. Also doch beim nächsten Mal das eine ins andere Bein stecken und sauber arbeiten.

A propos faul: Diese Hose ist mit dem Nahtreißer in der Seitennaht das perfekte Modell für die faule Schneiderin. Wenn man auf stundenlange überflüssige Anpassungen verzichtet ist sie unheimlich schnell genäht. Zum Glück ist dieser Stoff so robust, dass er mehrfaches nähen, auftrennen und wieder nähen problemlos verziehen hat. Nur das Schleudern nach der Wäsche ist ihm nicht so gut bekommen, ich hoffe, dass die weißen Streifen in der nächsten Wäsche verschwinden, wenn ich die Hose tropfnass aufhänge.

Heute, nachdem ich die Hose seit Sonntag trage, ist sie noch ein bisschen weiter geworden, das wird sich in der Wäsche sicher wieder geben. Ich lasse das erst einmal so, bei den vielen Erkältungen in diesem Winter habe ich Gewicht verloren, das sicher wieder dazukommen wird.  Dann will ich nicht gleich wieder auftrennen müssen!

 

EeMerken

Aktuelles Projekt:Burda 11/2016 Shirt 105

Nachdem ich bei der Annäherung und danach so viel Zeit auf meine Caban-Jacke verwendet hatte, ist bei mit der Wunsch nach schnellen Erfolgserlebnissen aufgekommen. Die schnell genähten Pyjamas der letzten beiden Wochen ( 2 1/2 , einer davon schon verbloggt) haben mir gezeigt, dass Shirts das perfekte Projekt dafür sind. Bei einer bestehenden Oberteilschwäche sowieso.

Aktuell nähe ich also ein Shirt aus der letzten November-Burda.burda-105-112016-1

Schon beim ersten Durchblättern war ich davon begeistert, wollte aber die Schlitze in den Raglannähten und das Schärpengedöns weglassen. Stoff dafür gab es auch, ein weicher wollweißer mittelschwerer Interlock aus Viskose mit Elasthan.

Es lohnt sich übrigens auf den Link zu Burda zu klicken, denn dort ist das Shirt noch einmal viel besser fotografiert. Möglicherweise sollte man  immer bei Burda nachsehen, wenn ein Modell im Heft so unmöglich abgebildet wird, dass man gar keine Details sehen kann, ich werde das einmal beobachten!

 

 

burda-105-112016-2Das ist der aktuelle Stand. Ich hatte mich zuerst auch noch gegen den Schlitz am Ausschnitt entschieden, das Bindebandgedöns aber probeweise mit eingeheftet.

Eigentlich gefallen mir die Bindebänder ganz gut, aber selbst bei einem Doppelknoten sind sie auf jeden Fall 5-10 cm zu lang. Der Schlitz darf doch in den Aussschnitt einziehen, sonst sieht das ganze zu langweilig aus. Endgültige Entscheidungen wegen der Bindebänder werde ich aber erst treffen, wenn ich den Ausschnitt fertig gemacht und die Ärmel gesäumt und das Gummiband eingezogen habe.

Ich kann mir den Schnitt auch gut als Bluse aus einer leichten Viskose vorstellen, dann vermutlich aber ohne die Bindebänder und in den Rockbund gesteckt.

Frühling auf dem Fensterbrett

Draußen ist alles Wintergrau. Nicht einmal Schnee haben wir, wenn man mal von den zusammengeschobenen Haufen absieht, die nicht aufgetaut sind. Die Wiesen und Felder sind kahl, das Gras hat eine ungesunde beige Farbe und es herrscht Dauerfrost, der unangenehm unter den Mantel kriecht.

Als ich im letzten Jahr mein Staudenbeet umgestaltet habe, habe ich eine Menge Krokuszwiebeln ausgegraben, um sie an einen neuen Standort zu versetzen. Leider kamen der Frost und eine Grippe, bevor ich alles in der Erde hatte. Der Rest gammelt im Schuppen als Eisklumpen vor sich hin und wartet auf einen sonnigen Tag, um aufgetaut und in die Erde versenkt zu werden. Letztes Wochenende gab es einen solchen Tag, und da habe ich einige Zwiebeln in einen Topf gepflanzt. fruhlingsboten

Auf dem Fensterbrett meines Arbeitszimmers sind sie flugs aufgeblüht. Morgen hole ich mir die nächsten herein, damit es weiter blüht, wenn diese vorbei sind.

Wintermantel-Sew-Along: Finale der Herzen

cabanjacke-1

Gestern ist sie endlich fertig geworden: Meine Cabanjacke. Zur Erinnerung: Ich habe Modell 104 aus Burda 9/2015 genäht. auswahl-der-schnitmuster

Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann, ist das Modell eher als Kostümjacke gedacht, und deshalb habe ich sie ein Paar Nummern größer genäht:

  • eine Größe für den dicken Pulli, der drunter passen muss
  • eine Größe für die Membranwattierung
  • eine Größe, weil es eine Winterjacke ist

und so wurde aus einer Größe 38 eine Größe 44. Im Nachhinein würde ich sagen, dass eine Größe 42 wohl gereicht hätte, ich habe die Knöpfe 2,5 cm versetzt, damit die Jacke doch etwas schmaler wird.

Genäht habe ich auf der Annäherung in Bielefeld, nachdem ich vor Weihnachten absolut nicht dazu gekommen bin. Am Sonntag war die Außenjacke genäht und gesäumt, die Ärmel waren bereit wieder an den Teilungsnähten aufgetrennt, weil sie mir zu eng erschienen und das Futter war auch schon fertig.

Trotzdem habe ich noch zwei Tage gebraucht, um alles fertig zu bekommen!

Die maximal weit gemachten Ärmel waren dann doch zu weit, die Tochter verglich mich mit Momo in ihrer zu weiten Jacke, also habe ich sie noch einmal aufgetrennt, und statt sie 2,5cm weiter zu machen, habe ich sie nur um 1cm erweitert. Aber dieser eine Zentimeter macht den Unterschied zwischen „beweglich“ und „eingeschnürt“ aus, man sollte das kaum glauben.

Die Schulterpolster mussten auch noch eingepasst werden, und dann entdeckte ich eine Falte in der Kragenansatznaht, die auch mehrfaches Trennen und Zusammennähen erforderlich machte. Das Futter selber war dann relativ schnell drin. Ich hatte die Jacke in der Mitte der Saumzugabe mit Blindstichen und der Nähmaschine gesäumt, und auf die überstehende Nahtzugabe wurde dann das Futter aufgesteppt. Dadurch brauchte ich nur wenige Handnähte im Bereich des Schlitzes und der vorderen Besätze zu machen. Ich hasse Handsäumen!

cabanjacke-11

Einen Innenknopf habe ich auch angebracht, bei doppelreihig geknöpften Jacken und Mänteln ist das einfach schöner, weil dann der Mantel besser sitzt.

cabanjacke-7

Die Knopflöcher hat die Maschine nach einigen Kämpfen auch ganz tadellos genäht. Allerdings ging das nicht mit der Automatik, und so habe ich nach 18 Jahren, die ich diese Maschine schon habe zum ersten mal halbautomatische Knopflöher gearbeit. In Zukunft werde ich das wohl öfter machen, denn dann kann ich die Stichdichte bestimmen, das wusste ich noch nicht. (merke: es lohnt sich, eine Bedienungsanleitung immer mal wieder zur Hand zu nehmen!)

cabanjacke-10

Die Membranwattierung  hat mich beim Nähen an den Rand der Weißglut getrieben. So schön mollig, weich und angenehm sie zu tragen ist, so besch…eiden ist sie zu verarbeiten. Hätte ich die  alle Flüche auf der Annäherung laut ausgesprochen, die ich stumm vor mich hingedampft habe, hätten die Mitnähereinnen an meinem Tisch sicherlich ein paar neue Wörter in ihrem Wortschatz mitgenommen!

Das Zeug fasst sich so klebrig an, wie Spinnweben, sammelt jeden Fussel ein,

dsc_0136

und sieht nach drei Tagen herumschieben auf dem Schoß zum Nähen aus, wie ein mehrfach benutzter Billig-Wattepad. In dem Zustand hinterlässt es dann auch klebrige Fäden und Krümel, die man nur mit der Fusselrolle abkriegt.

wp_20170114_004

Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, bügeln kann man es nur unter einem (feuchten) Tuch, bei direktem Kontakt mit dem heißen Eisen schnurrt die Wattierung schneller zuammen, als man auch nur “ Huch“ denken kann. Dabei bleibt die Folie interessanterweise ganz, die Membran ist also deutlich unempfindlicher. Erfreulich war, dass weder die Nähmaschine, noch die Ovi, mit der ich die Membranwattierung und den Oberstoff zusammengenäht habe, Transportschwierigkeiten mit dem Zeug hatten. Ich habe beide Stoffe als eine Lage verarbeitet, nur im Bereich der Saumzugabe und bei dem Teil des Vorderteils, der zum Revers umgeklappt wird, habe ich die Wattierung weggelassen. Sollte ich sie nochmal verarbeiten, und das werde ich mit Sicherheit, denn ich habe noch fast 2 Meter übrig von dem stinkiteuren Zeug, dann werde ich noch eine dritte Lage Wirkfutter spendieren, das ich auf die Wattierung lege, um eine unempfindliche, gut anfassbare Oberfläche zu erhalten. Das kann ich auch nur jedem anderen empfehlen. Keine so gute Idee wäre es vermutlich, die Watteseite auf den Oberstoff und die wetterdichte Membran auf der Futterseite zu haben. Der Hersteller empfiehlt, die Membran so weit nach außen wie möglich zu bringen, und wenn es regnet, wäre sonst die Wattierung voller Wasser und würde nicht mehr wärmen.

Insgesammt bin ich unheimlich zufrieden mit der Jacke. Ich liebe den Schnitt, die rote Farbe, und den ersten Kältetest hat sie auch schon bestanden: 1 1/2 Stunden draußen mit wenig Bewegung, bei 4° minus und nur einem dünnen BW-Rolli drunter ohne zu frieren. Auch der Aktivitätstest verlief zufriedenstellend: eine gute Viertelstunde Holzhacken in der gleichen Versuchsanordung ohne zu schwitzen.

Einige Finalistinnen haben sich schon bei Chrissy auf dem MMM-Blog eingefunden, hoffentlich bekommen die restlichen Herzens-Finalistinnen ihre Mäntel auch noch fertig, kalt genug ist es ja für eine warme Jacke.

Merken

Merken

Finale: Weihnachtskleid oder Sylvester-Kittelschürze

Vor Weihnachten hatte ich furchtbar viele andere Dinge zu tun, die ich wichtiger fand, als noch ein Kleid für mich zu nähen. Nähen für den Ehemann zum Beispiel. Aber auch Shoppen mit der Tochter, Adventskalender für meine Schwestern basteln, an einer Mail-Art-Aktion teilnehmen und nicht zuletzt an drei von vier Adventssamstagen arbeiten.

Also wurde an Heiligabend etwas völlig anderes getragen und das Weihnachtskleid vom letzten Jahr hatte am ersten Feiertag seinen Auftritt.

Aber an den Feiertagen, einem erfreulicherweise freien Dienstag, gestern  nach der Arbeit und heute, einem ebenfalls durch geschicktes Tauschen freien Tag, ist das Kleid (Burda 2/2014, Mod. 116) doch noch fertig geworden. Wenn wir an Sylvester mit Freunden kochen, werde ich es tragen.

Weihnachtkleid 2016 mit dem Mail-Art Adventskalender

Weihnachtkleid 2016 mit dem Mail-Art Adventskalender

Bevor ich die Ärmel einsetzte, gab es einen schrecklichen Moment, an dem ich schon dachte, dass ich mir da wohl eine aufwändig gesteppte Kittelschürze fabriziere. Aber die Ärmel und viel mehr noch der Gürtel haben das Ganze dann doch noch gerettet.

Natürlich nur echt mit Taschen!

Natürlich nur echt mit Taschen!

Die Ärmel saßen anfangs nicht so gut, ich habe das Ärmelloch erweitert und auch die Ärmel selber etwas weiter gemacht. Bei einem Stoff mit Elasthan wäre das kein Problem gewesen, aber meine zusammengesteppten Bettlaken sind doch recht fest. Ich glaube allerdings, dass das Armloch im Schnitt auch etwas zu eng ist. Der Ärmel sollte sich faltenfrei einhalten lassen, und das ging absolut nicht, er hatte ca. 1cm zuviel Weite.weihnachtskleid-2016-3

Am Schnitt habe ich den Ausschnitt verändert, zuerst hatte ich ihn pauschal 3cm höher gesetzt, aber das sah echt kittelschürzig aus, also habe ich die Spitze unten wieder um 2cm abgesenkt, den angehobenen Rückenausschnitt allerdings gelassen und das gerade V etwas bogig ausgerundet, so dass mehr von den Schlüsselbeinen zu sehen ist, aber der BH-Träger auf der Schulter nicht blitzen kann. Selbstverständlich habe ich auch die Gürtelschlaufen aus schmalem Schrägband genäht. Ich bezweifle ganz stark, dass die Sonne jemals zu einem Tag aufgeht, an dem ich freiwillig zwei sechs Zentimeter lange Garnschlaufen nähe!

Ein bisschen steht der Ausschnitt an der Schulter ab, wie ich auf den Bildern sehe, das hängt sicher mit der Steifheit des Materials, aber auch mit der Bewegung zusammen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kleid. Stoff und Schnitt funktionieren gut zusammen, Paisley-Muster ist ja doch sehr heikel. Der Schnitt ist einfach und schnell zu nähen und passte , von den Ärmeln einmal abgesehen, gleich auf Anhieb. Ich glaube zwar nicht, dass ich ihn noch eimal nähen werde, weil ich einfach so viele andere Sachen auch noch nähen will, könnte ihn mir aber auch aus einem dezenter gemusterten Stoff vorstellen.

Jetzt noch einmal umdrehen für die Rückansicht:weihnachtskleid-2016-4weihnachtskleid-2016-5

Und weil man die Knöpfe so gar nicht sieht, hier noch einmal eine minimal bessere Detail-Aufnahme.weihnachtskleid-2016-7Auch wenn ich bei dem Sew-Along aus Zeitmangel einige Termine habe sausen lassen müssen, hat es wieder einmal viel Spaß gemacht. Wie immer ist das Sew-Along ein großartiger Ideen-Pool, und viele Kleider, die auf meinen eigenen Listen stehen, konnte ich bewundern und auch deren Entstehungsgeschichte verfolgen. Das ist das Schöne an der Näh-Community: Sehr oft ist ein Schnitt, der einem gefällt, schon von anderen getestet und bewertet worden, was manches Mal die Auswahl dessen, was man nähen will, vereinfacht.

Dodo und Yvonne ganz herzlichen Dank dafür, dass sie das gemeinsame Nähen so schön organisiert haben, „Vortanzen“ stelle ich mir in einer Zeit, in der man so viel zu tun hat wie vor Weihnachten, besonders schwierig vor. Ihre schönen Kleider und alle anderen Weihnachts- bzw. Sylvester- Kleider können hier auf dem MMM-Blog bewundert werden.

Bild

Weihnachtskleid-Sew Along Teil 3

Them des heutigen Teil 3 des gemeinsamen Nähens ist:

– Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
– Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
– Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Keiner der Punkte der Tagesordnung treffen auf mich zu. Probemodelle nähe ich grundsätzlich (fast) nie, Stoff und Schnitt sollten hoffentlich zusammenpassen, und damit der Schnitt auch zu mir passt (Burda 2/2014, Modell 116) habe ich den Ausschnitt einfach mal 3 cm nach oben versetzt. Und ein zweites Kleid nähe ich höchstens in irgendeinem Parallel-Universum, ich bin froh, wenn Nummer 1 am Heiligabend getragen wird!

Teil Zwei des Sew Alongs habe ich verpasst, ich hatte eh noch nichts gemacht, aber ich habe mich , wenig überraschend, für das Kleid aus dem Paisley-Stoff von Ikea entschieden. Der Stoff war einfach Liebe auf den ersten Blick, und ich will ihn schon eine Weile lang vernähen.

Da es sich um ein Bettlaken handelt, ist der Baumwollsatin naturgemäß recht dünn. Daher will ich ihn mit einem weiteren Bettlaken doppellagig verarbeiten. Ich habe allerdings Sorge, dass sich die Stofflagen bei den recht großen Schnitteilen gegeneinander verschieben könnten. Daher habe ich beschlossen, sie miteinander zu versteppen, und zwar jeweils um die Paisley-Elemente herum. Dabei helfen mir zwei Sachen:dsc_0106

Zum einen eine Sprüh-Fixierung, die ich auf die Rückseite des Oberstoffes gesprüht habe. Dann habe ich ihn vorsichtig auf den Unterstoff geklebt. Die Fixierung hält die Stofflagen zusammen, lässt sich aber auswaschen. Zusätzlich habe ich ein paar Nadeln eingesteckt, aber eigentlich ist das nicht nötig. Man sieht nur leichter, so schon genäht ist, da habe ich die Nadel heraustezogen. Der Unterstoff steht mit Absicht etwas über, dann ist das Aufkleben leichter. Beim Versäubern darf die Ovi alles abschneiden. Ich hoffe nur, dass sich der Stoff nach dem Waschen nicht verzieht.

ApplikationsfußMein zweites Hilfsmittel ist ein sogenannter „Applikationsfuß“. Im Gegensatz zu meinen anderen Nähmaschinem-Füßchen ist er in der Mitte offen und kein Plastik stört die Sicht auf die Nadel und auf die Linie, auf der genäht werden soll. Der Fuß ist ebenfalls gut geeignet, wenn man quasi freihand irgendwelche breiten Muster oder Buchstaben nähen will.

Weiter als bis zum Auskopieren des Schnittes und teilweisen Zuschneiden bin ich leider nicht gekommen, vor lauter Überstunden wegen kranker Kollegen, Adventskalender für meine Schwestern basteln, Mail-Art und Gartenarbeit ist einfach keine Zeit übrig für das Nähen. Eben habe ich obendrein das Link-Tool um wenige Minuten verpasst, ich hätte die hiesige Bambus-Leitung in der brandenburgischen Wildnis nicht überschätzen dürfen. In einer Woche ist dann fast schon das Finale, mal sehen, was ich bis dahin noch schaffe! Zeit sollte ich zumindest haben.

Für alle, die bei mir mitlesen und gerne wissen wollen, wo sich die anderen Weihnachtskleid-Näherinnen treffen, gibt es hier den Link zum MMM-Blog.