Archiv der Kategorie: Allgemein

5 Jahre Annäherung

Die Einladung zur Jubiläums-Annäherung kam bereits im September, aber weil ich nur alle paar Tage meine E-mails lese, war ich leider zu spät mit meiner Anmeldung. Das Ergebnis: Platz 6 auf der Warteliste – also eigentlich keine Chance, teilzunehmen.

Bockig, wie ich bin, habe ich trotzdem an dem Wochenende Urlaub eingereicht und auch bekommen. „Bielefeld ist überall“, dachte ich mir und plante ein Nähwochenende, eventuell mit Freundinnen. Dienstag und Mittwoch habe ich sogar Essen für das Wochenende vorgekocht, um ja keine Störung an der Nähmaschine zu riskieren.

Ein kleines Quäntchen Hoffnung hatte ich aber immer noch, darum habe ich ab Montag mehrmals täglich meine Mails kontrolliert. Schließlich ist Januar Erkältungszeit, und auch wenn ich keiner wünsche, dass eine Erkrankung sie von der Annäherung fern hält, weiß man ja nie. Und am Donnerstag Abend kam tatsächlich die Nachricht: Ein Platz war kurzfristig frei geworden.

Freitag Vormittag war ich dann mit Frau Lila und Gelb unterwegs zur Jugendherberge.

DSC_0591Meine Projekte – denn ich habe immer mehrere Projekte dabei und bin noch nicht ein einziges Mal mit einem vollständig fertigen Kleidungsstück von der Annäherung nach Hause gefahren – waren die beiden Weihnachtskleider und eine angefangene Hose für meine Tochter. An der Hose nähe ich schon seit Monaten, was daran liegt, dass ich sie parallel mit der Freundin meiner Tochter nähe, die von mir einen Mini-Nähkurs zum Geburtstag bekommen hat. Die Hose dient dabei quasi als Anschauungsmaterial. Jetzt drängelte die Tochter aber doch ein wenig, die Hosen werden anscheinend knapp.

An der großen Tafel zeigen die anderen ihre Projekte:

Projektafel

So sieht es dann in Bielefeld aus: Inseln aus jeweils 8 Tischen, an denen dann 6 bis 8 Näherinnen sitzen.

 

Seit der zweiten Annäherung gibt es immer einen Tausch-Tisch, der Stoff für die beiden Weihnachtskleider stammt auch von dort.Tauschtisch

 

Die Hose wurde am Samstag Vormittag fertig, war ja auch nicht mehr viel zu tun, nur die Fake-Paspeltasche auf der Rückseite versäubern und dann Mittel- und Seitennähte schließen und den Bund ansetzen.Tochterhose 1 Letzterer musste erst noch einmal in einen geteilten Bund umgewandelt werden, wenn man nicht anprobieren kann, sollte die Hosenweite einfach zu ändern sein. Tatsächlich musste ich auch noch 3cm in der Weite hinten herausnehmen, damit die Hose passte.Tochterhose 2

 

Weihnachtskleid annäherungDas erste Weihnachtskleid (Nummer 2 war eh nur pro Forma dabei) ist natürlich nicht fertig geworden, und die 6 Nähstunden, die in die Hose geflossen sind, hätten das vemutlich auch nicht geändert. Aber ich bin sehr froh dass ich es mitgenommen habe, denn mit der Hilfe von Muriel, Carola und Heidy konnte ich mit den Ausschnitt anpassen, was ich alleine nie geschafft hätte. Mit dem Kleid nehme ich an Chrissys Näh-Aktion „12x Me-Made“ teil, dann schreibe ich noch genaueres über die Anpassung.

Und weil dies die 5. Annäherung war, gab es von unserem Orga-Team zwei tolle Überraschungen: Susi, Alex und Miriam haben Etiketten mit der Aufschrift „anNÄHerung, die 5.“ weben lassen, die wir in die auf der Annäherung genähten Kleider nähen können. Und dann gab es Samstag Nacht Torte. Bei einer der besten Konditoreien (oder auch der besten) Bielefelds hatten sie drei wunderschöne Torten bestellt, die obendrein auch noch oberlecker waren.Jubiläumstorten

Viel zu schnell ging das Wochenende vorbei, und während Sonntag Mittag an manchen Tischen noch wild genäht wurde, Annäherung 4waren andere schon zur Häfte verwaist. Nach der obligatorischen Abschluss-Präsentation (wie schaffen das manche bloß, 3 und mehr Sachen an einem Wochenende zu nähen?!) ging es auf die Heimreise.

Danke an Alex, Susi und Miriam für die fabelhafte Organisation und die tolle Überraschung. Danke auch an die Jugendherberge in Bielefeld, die sich immer richtig freundlich um unser leibliches Wohl kümmert und hilfsbereit auf unsere Wünsche eingeht.

Schön war’s, bis zum nächsten Mal.

Galerie

Weihnachtskleid-Sew-Along – Teil 2

Diese Galerie enthält 2 Fotos.

Ursprünglich veröffentlicht auf Nadelexperimente:
Heute ist das Thema bei WKSA 2017 „Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“. Entschieden habe ich mich für ein Kleid und zwar für die Toni von Milchmonster mit Stilloberteil. Der Vorschlag kam…

WKSA 2017 Teil 2 -Ich habe mich entschieden

Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff.

Stimmt nicht ganz, den Stoff habe ich schon seit langem, und dass ich sowohl das Vogue-Kleid als auch das karierte Burda-Kleid irgendwann nähen will, stand bereits auch schon fest. Die Frage war nur, welches ich zu Weihnachten tragen will.

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hier noch einmal zur Erinnerung die beiden Schnitte

Nun, weil ich mich nicht entscheiden kann, nähe ich beide! Die Frage ist nur, mit welchem ich anfangen will. Das Vogue-Kleid kommt mit deutlich weniger Schnitt-Teilen aus, nicht einmal Einlage muss man aufbügeln, weil es komplett gefüttert wird, also wäre es vernünftig, damit anzufangen.

Aber wann wäre ich schon mal vernünftig?! Also habe ich erst einmal beide Schnitte auskopiert, allerdings noch nicht zugeschnitten.

Beim Burda-Kleid habe ich bereits eine Anpassung am Ärmel vorgenommen. Für meine vom Unkraut Jäten gestählten, Muskelbepackten Oberarme ist der Standard-Burda-Ärmel in der Regel zu eng, so erlebt beim letzten Weihnachtskleid. Damals habe ich die Nahtzugabe bis zum letzten bisschen ausgereitzt, und dennoch spannt der Ärmel unangenehm unterhalb des Ellenbogens.

Dana von Cuticakes Welt empfiehlt in ihrer Beschreibung des Schnittes einen elastischen Stoff, meiner ist feste Webware, also habe ich erst einmal das Schnittmuster vermessen und mit dem Ärmel des letzten Weihnachtskleides verglichen. Und dann habe ich gleich mal einen Zentimeter Weite zugegeben. (roter Pfeil).

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Ich zeichne übrigens immer gleich die 1,5 cm Nahtzugabe an den Schnitt, dann passt alles aufeinander und ich muss keine Linien auf dem Stoff einzeichnen und dann übereinander bringen. Das gefällt mir bei den Vogue-Schnitten und denen von Butterick ganz besonders.

Wenn man an der Ärmelweite etwas zugibt, muss man natürlich in der Höhe ein bisschen wegnehmen, weil sonst der Ärmel nicht mehr in das Armloch passt.

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Die rote Linie ist die alte Naht, darunter ist die angepasste. Ich benutze dafür einen spezielles, biegsames Lineal und habe das Stück zwischen den beiden Punkten angepasst.

Mit dieser Anpassung habe ich mehr Bewegungsfreiheit im oberen Ärmel, und wenn ich dem Arm hebe, ist da auch weniger Stoff, der sich knautscht. Das geht aber auf Kosten des schönen Falls, denn wenn meine Arme herunterhängen, faltet sich der Stoff im Achselbereich stärker. Da ich aber in der Regel selten mit hängenden Armen dastehe und mich weit mehr über ein hochrutschendes Kleid ärgere, wenn ich die Arme hebe, kann ich mit diesen Falten sehr gut leben.

Ich habe mich bei dem Schnitt für eine Größe 38 entschieden und bei 1,5 cm Zugabe sollte genug Spielraum für Anpassungen sein.

Das Spitzenkleid aus der aktuellen Burda ist übrigens noch nicht vollständig aus dem Rennen. Ich habe ein Kleid entdeckt, dass ich mir zu meinem 25. Geburtstag genäht habe, und dessen Minirock ich dann irgendwann durch einen angekräuselten Rock aus Dupionseide in Mitternachtsblau und Schwarz changierend ersetzte. Außerdem besitze ich noch einen Rest Spitze vom Konfirmationskleid der jüngeren Tochter, also wäre mit einem passenden Futterstoff für das Oberteil alles vorhanden. Die Durchsicht des Kleiderschrankes zeigt, dass da durchaus auch Raum für etwas Edles ist, ich habe einiges Ausgemustert. Mal sehen, wie lange ich für die karrierten Kleider brauche, Anfang Dezember, wenn alles möglich zu sein scheint, wenn man nur gut genug plant, ist noch Raum für Träume.

Alle anderen Träume und realistischen Planungen rund um das diesjährige Weihnachtkleid sind hier auf dem MMM-Blog zu finden.

MMM mit Burda Titel 9/2017

Heute trage ich die eben fertig gewordene Hose 121 aus Burda 9/2017.

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Natürlich habe ich einen Haufen Änderungen vorgenommen. Die offensichtlichste ist: Die Aufschläge fehlen, dafür ist die Hose lang. Da ich in der Regel wenig attraktive Kniestrümpfe trage, mag ich die 7/8 Längen nicht besonders, und mit Aufschlägen sieht die lange Hose aus „wie zu lang und umgekrempelt“, sagt die Tochter. Stimmt!

Außerdem habe ich die Hose mit Taschen versehen. Hose ohne Taschen geht gar nicht!22-11-17 Burda 09-17-121 (3)

Für Euch getestet: Fotos im Sitzen von der Treppe aus aufgenommen sehen merkwürdig aus.

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Aber es zeigt deutlich, dass die Hose sehr bequem ist und maximale Beweglichkeit bietet. Kunststück, ich habe ja einen bi-elastischen Polyester-Gabardine genommen. Im Schnittmuster steht bei Stoffempfehlungen: „Hosenstoffe mit oder ohne Elasthan-Anteil“. Ich möchte mal wissen, wie dieser schmale Schnitt ohne Elasthan funktionieren soll!

Das Shirt ist übrigens auch ein Burda-Schnitt: Nr.129 aus 1/2011. Er sieht allerdings an vollbusigen Frauen besser aus und erfordert Unterwäsche mit einem graden Ausschnitt.

Für meine Figur mit dem dicken Po betonten Gesäß muss ich den Schnitt immer kräftig anpassen. Dieses Mal habe ich an der hintern Mittelnaht gleich beiderseits 2cm herausgenommen und das rückwärtige Hosenteil zur hinteren Mitte zum Ausgleich um 2cm erhöht. Soviel hatte ich bei der letzten Hose auch geändert. Es hat von Anhieb an gepasst, ich bin sehr zufrieden.

An dem Schnitt mag ich besonders die schmale Passform und den breiten Bund mit dem angeschnittenen Knopfverschluss, der übrigens eine Mogelpackung ist. Durch den Nahtreißer in der Seitennaht ist die Hose schnell genäht (wenn man keine Taschen arbeitet). Meine Taschenbeutel gehen übrigens über die gesamte vordere Seite und werden in der Mittelnaht mitgefasst. Dadurch tragen die Taschen nicht auf und der Bauch bleibt schön flach. Sollte ich die Hose noch einmal nähen, würde ich aber horizontale Nahttaschen in der Bundansatznaht arbeiten. Eventuell probiere ich den Schnitt doch noch einmal mit unelastischem Stoff aus, dann müsste ich aber einiges an Bequemlichkeitszugabe einplanen.

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Noch ein Foto von der Treppe und zurück geht es zum MMM wo lauter gut gekleidete Menschen ihre selbst genähte Kleidung präsentieren.

Frühlingsjäckchen-Knit-along 2. Zwischentreffen

Wie sieht er denn aus, der offizielle Plan zum FJKA 2017?

02. April:
Nun ist es ganz offiziell Frühling und dank Zeitumstellung können wir abends lange im Hellen stricken! Oder ist die Stricklust ein wenig ermüdet? Oder habe ich das fertige Jäckchen schon ausgeführt?

Pech, die Verlinkung habe ich um wenige Minuten verpasst! Immerhin kann ich jetzt unterwegs zum Tanzkurs im Auto stricken. An ein fertigs Jäckchen ist im Moment nicht zu denken.

16. April:
Draußen scheint hoffentlich die Frühlingssonne und wir können gut gekleidet beim Osterspaziergang flanieren!

Da mir noch mehrere Zentimeter von Vorder- und Rückenteil fehlen, von Ärmeln ganz zu schweigen, sieht es schlecht aus für einen Osterspaziergang, zumal die Stricknadeln gerade sehr starke Konkurenz durch die Nähmaschine und den Garten bekommen.

Finale der Herzen am 14. Mai

Jepp, schätze mal, das wird mein Termin.

Denn so sieht es hier zur Zeit aus: Nach 10 Stunden Autofahrt als Beifahrerin ist ein Vorderteil fertig, am Rückenteil fehlen noch 7cm oder so, und beim rechten Vorderteil habe ich immerhin das Ärmel-Abnehmen schon beendet. Ich habe kurzfristig zwischen 3/4 und langen Ärmeln geschwankt, aber da die Wolle vermutlich reicht und die fertige Jacke möglicherweise so kratzt, dass Blusen oder Shirts darunter zwingend erforderlich werden, habe ich mich für lange Ärmel entschieden. Ohnehin kann ich 3/4-Ärmeln bei Jacken nicht allzuviel abgewinnen, schließlich ziehe ich eine Strickjacke (besonders aus Wolle) an, weil mir kalt ist, und das schließt die Arme mit ein.

Fröhliches Weiterstricken allen anderen Strickerinnen, und wie weit die anderen sind könnt ihr hier lesen.

 

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider: 12 Colours of Handmade Fashion

Selmin vom Blog Tweet and Greet hat sich in den letzten Jahren immer wieder interessante Näh-Herausforderungen ausgedacht.Bei Ihrer diesjährigen dreht sich alles um das Thema Farbe. Jeden Monat gibt es eine neue Farbe, mit der wir uns auseinander setzen dürfen. Sympathischer Weise sind die Link-Tools, die auch als Inspiration-Datenbank gedacht sind, das ganze Jahr geöffnet, so dass ich also noch im März zum Thema Grün etwas schreiben kann.

Ich hätte ja auch Bilder aus dem Archiv verwenden können, aber ich wollte auch gerne etwas Neues zum Thema fabrizieren. Mein grünes Kleidungsstück ist nur vorwiegend grün, das Schottenkaro enthält auch noch eine Menge Blau, Gelb und ein wenig Rot. Das passt, denn in der Natur haben wir grün ja auch nur selten isoliert stehen.

Als Gärtnerin habe ich natürlich eine besondere Beziehung zur Farbe grün, umso verwunderlicher finde ich es, dass es bis vor 12 Jahren nur zwei armselige grüne Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gab (das pfefferminzgrüne Examens-Kostüm, dass ich mir genäht habe, als ich besser für’s Examen hätte lernen sollen, lassen wir mal außen vor). Die Wende kam, als ich Anfang des Jahrtausends den Stoff für diesen Mantel fand:

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Gekauft bei einem Besuch bei meinen Eltern vor ungefähr 12 Jahren, sollte es dann aber noch einmal 10 Jahre dauern, bis der Mantel endlich fertig war. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings begonnen, kräftig mit Grüner Kleidung aufzurüsten: Zuerst gekaufte Fleece-Shirts, T-Shirts und eine Jeans, die ich grün gefärbt habe. Letztere ist bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wird nur noch zur Gartenarbeit hinzugezogen. Auch grüne Schuhe wurden gekauft, mit der Idee von grünen Jeans, Schuhen und diesem Mantel Gesamtoutfit. Irgendwann entdeckte ich ein beiges Leinendirndl im Second-Hand-Shop und färbte es – na, wie wohl?- Grün.
Dann fing ich wieder mit dem Selbernähen für mich an und es folgte dieser Rock, der inzwischen zu diesem Rock umgearbeitet wurde,

ein Kleid nach einem Colette-Schnitt,

dass ich einige Male nach-angepasst habe, bis ich mit dem Resultat zufrieden war und ein Sommerkleid nach Burda, dass ich viel zu selten trage.

Eins der grünen T-Shirts hat ein neues Leben als Garten-Shirt erhalten. Auch die ersten beiden Strickjacken, die ich nach Jahren des Nicht-Strickens zum Wiedereinstieg strickte, durften grün werden.


Und was sind die grünen Zukunftspläne?
Die Alpaka-Jacke rechts wird gerade wieder neu gestrickt, ich habe die erste verloren und das hat eine schmerzliche Lücke in meinen Kleiderschrank gerissen. Das hellgrüne Jäckchen sitzt im Schulterbereich auf der einen Seite merkwürdig und es hat einige Zeit der Analyse gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass ich das eine Vorderteil weiter gestrickt habe, als das andere. Leider ist das keine Änderung für „mal eben schnell“, denn die Blende muss dazu abgetrennt werden. Die Ärmel sind in das Armloch hineingestrickt, weil ich nicht genug Wolle hatte, also könnte ich im Grunde gleich alles auftrennen und von vorne Stricken. Eventuell mache ich das sogar, wenn ich genug Courage aufbringe, denn so wie sie ist, wird die Jacke eh nicht getragen!
Von dem grünen Paisley-Stoff, aus dem ich das Burda- Sommerkleid genäht habe, gibt es noch genug für eine Bluse, die schon im letzten Jahr auf dem Nähplan stand. Sie soll zum Dirndl passen und natürlich auch zu dem grünen Rock.
Man sieht also: Grün ist bei mir im Kleiderschrank ist zum Dauerbrenner geworden und es ist auch kein Ende davon in Sicht. Mir egal, was die Mode dazu sagen mag, ich kann ja selber nähen und wenn es keine grünen Stoffe gibt, färbe ich sie mir einfach!
Liebe Selmin, vielen Dank für Deine inspirierende Reihe, es macht richtig Spaß, sich einmal mit den Farben, die man so trägt, auseinanderzusetzen. Die Februar-Farbe ist beige, aktuell ist Rosa das März-Thema, damit werde ich anfangen, denn obwohl ich schon Pläne für ein beiges Kleid habe, ist es doch ein Sommermodell, und das rosafarbene Kleidungsstück kann schon eher getragen werden.

FJKA: Vorstellung

Kaum habe ich es geschafft, meine Pläne aufzuschreiben, ist auch schon der nächste Termin des FJKA herangeeilt. Am Freitag habe ich noch schnell meinen Beitrag gepostet, aber schon am Samstag ist die Entscheidung gefallen: Bei strahlendem Sonnenschein und gelb leuchtenden Krokussen auf dem Beet konnte ich ja nur die gelbe Wolle mit dem Anemonen-Muster auswählen.

Krokus

Ich habe mich dann auch gleich vor der Gartenarbeit eine Stunde lang in die Sonne gesetzt und eine Maschenprobe angefangen, die ich gestern fertiggestellt habe.Maschenpobe Dabei habe ich nicht nur ausprobiert, wie ich die Blüten verteilen will, strickschriftim Buch sind sie mir nämlich zu dicht. Vier Maschen und vier Reihen wie unten in der Probe finde ich jedoch zu weit, also habe ich mich für zwei Maschen und zwei Reihen entschieden. Außendem habe ich noch getestet, wie ich die Kanten stricken will. Ich werde die Knopfleisten gleich anstricken, um keine Angst haben zu müssen, dass die Wolle am Ende nicht reichen könnte. Zum Einfassen der Maschenprobe habe ich also rechts und oben kraus-rechte Maschen und unten und links Perlmuster verwendet. An der Seite macht das Perlmuster einen stabileren Eindruck, deshalb nehme ich es für die Knopfleisten, aber unten werde ich den Rand kraus rechts stricken, das sah irgendwie gleichmäßiger aus.

Dann gab es noch eine kleine Mathe-Stunde: Ich habe einen Jackenschnitt herausgesucht bzw aus diversen Schnitten von Drops und aus der Rebecca zusammengestellt und dann die Quadratzentimeterzahl grob überschlagen = knapp 6500 cm^2 bei großzügiger Berechnung.Der EntwurfDann habe ich die Maschenprobe ausgemessen und gewogen. Wenn ich nichts falsch gemacht habe, sollte ich für das Jäckchen ungefähr 166g Wolle brauchen. Ich habe 210g, also wird es reichen. Jetzt muss ich nur noch die Maschenzahl für die Jacke berechnen, die Höhe wird während des Strickens gemessen, dann kann es losgehen.

Luise und Sylvia haben schon ganz viel gestrickt und auch gerechnet. Was sie und die andern stricken und wie weit sie schon sind kann man auf dem MMM-Blog nachlesen.

FJKA – Frühlingsjäckchen 2017

Nachdem ich gerade vor vier Wochen im Bett mit Erkältung mein Herbstjäckchen fertig gestrickt habe, stürze ich mich gleich wieder in ein betreutes Strick-Projekt und nehme teil am Frühlings-Jäckchen-Knit-Along. Heute geht es um Inspirationen, eventuelle Wollauswahl und einen Plan. Pläne finde ich immer gut, und bei Inspirationen darf man einfach mal unrealistisch herumträumen, das ist auch gut.

Wenn ich realistisch an die Sache herangehe, sollte ich als ausgewiesenen Langsam-Strickerin wohl besser das angefangen Alpaka fertigstellen. Es ist ein Re-Knitt einer Jacke, die ich vor einem Jahr verloren habe,

und ich habe auch schon stolze 12 cm von Vorder-und Rückteil (ich stricke beides in einem und teile erst bei den Armlöchern) fertiggestellt. Dann habe ich die Arbeit unterbrochen, um einen dicken Pulli aus dem Rowan-Magazin anzufangen,dsc_0162 bei dem eine Reihe einen halben Zentimeter hoch ist, um einen schnelleren Erfolg zu produzieren. Wenn ich die Jacke wieder aufnehme, ist sie sicher zum Herbst fertig, wenn sie gebraucht wird, bei der Frühlings-Jacke habe ich gewisse Zweifel, ob ich das Projekt im Zeitrahmen bis zum 16. April fertig bekomme.

Aber hey, realistisch sein ist ja so langweilig! Außerdem habe ich das perfekte Muster für eine Frühlingsjacke gefunden. inspiration

Das Magazin habe ich zwar nicht, aber einen passenden Schnitt zu finden und dann zu berechnen ist ja keine große Kunst. Das Muster habe ich auch schon identifiziert, im heiligen Schachenmayr-Lehrbuch von 1939 heißt es „Anemone“ .strickschrift

Ich habe aus den niedergeschriebenen Reihen eine Strickschrift erstellt, und so sieht es gestrickt aus:nadelstarkentest

Für die Wolle hatte ich keine Banderole, daher habe ich verschiedene Nadelstärken getestet, von unten nach oben: 4; 3,5 und 3, und das oberste Maschenbild gefällt mir am besten. Sie  stammt aus dem Fundus meiner Mutter und war bereits einmal verstrickt. (hier wickele ich sie gerade auf) Koffer Rock 2

Das Garn ist ein ziemlich kratziges Mohairgarn, ich hoffe, dass ich die Jacke am Ende auch noch tragen will. Morgen werde ich die Probe einmal auf einer genauen Waage auswiegen, dann kann ich berechnen, wieviele Quadratzentimeter ich aus meinen etwas über 200g Wolle bekomme und den Schnitt entsprechend entwerfen. (soviel zum Thema träumen!)

Ich hätte durchaus auch Lust, eine Hetty zu stricken, für die Mohair-Wolle hat sie mir aber zu viele Löcher. Ich habe aber noch eine hellrosa Drops Love You aus recycling-Baumwolle da, dsc_0160die ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung gekauft habe, denn rosa passt eigentlich überhaupt nicht in meinen Kleiderschrank! Aber für eine Hetty würde die gerade reichen und sehr hübsch sein.

Ich denke aber, dass es die gelbe Jacke wird, die Wolle liegt jetzt schon so lange aufbereitet da und eine Verwendung habe ich auch für eine gelbe Jacke.

Danke an Luise und Sylvia, die diesen Knit-Along , dieses Mal auf dem MMM-Blog moderieren. Der HJKA war schon eine so nette Angelegenheit, das wird es in diesem Frühjahr sicher auch lustig werden.

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Aktuelle Projekt: Einen Hosenschnitt abwandeln und anpassen

Aktuell befinde ich mich in einem regelrechten Näh-Rausch. Ich bin ungeheuer produktiv. Den Stoff, der gerade seiner Bestimmung zugeführt wurde, habe ich letztes Jahr bei der Annäherung bei Marc Aurel in Verl gekauft. Gedacht war er eigentlich für eine ganz schmale Hose, ein jeansartiger Jaquard mit reichlich Elasthan ( Elastizität 20%). Seit dem Sommer weiß ich aber sicher, dass meine Venen Kompressionsstrümpfe zwingend erfordern. Unter Hosen reichen zum Glück die Kniestrümpfe, aber enge Hosen krabbeln daran immer recht unschön hoch und kommen dann nicht wieder runter. Also sind weite Hosen künftig Pflicht (nicht dass mich das stören würde!)

Der Schnitt, den ich mir dafür ausgesucht habe, ist Burda 119-062016, eine Taillenhohe Schlaghose mit aufgesetzten Taschen, nicht jedoch ohne ettliche Änderungen daran vorzunehmen.

Als erstes habe ich den Schlag begradigt, der Schnitt ist ab den Knien ein wenig ausgestellt. Aufgesetzte Taschen fand ich schon immer doof für mich, alles, was man hineinstopft, drückt sich durch, und obendrein passt sowieso nichts hinein. Die gibt es nur in Ausnahmefällen. Da die Hose obenherum eng anliegen soll, verbieten sich Nahttaschen, also habe ich Hüftpassentaschen in den Schnitt konstruiert. Dabei habe ich gleich den Abnäher vorne in die Tasche verlegt.

hosenschnitt-anpassen-1

als erstes den Tascheneingriff markieren

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Dann wird der Abnäher an den Eingriff angezeichnet (rot). Das ist jetzt die Seitenkante des Vorderteils.

Beim Auskopieren habe ich auch gleich die Schnittänderungen, die ich bei meiner engen Jeanshose gemacht habe, übertragen. Die rote Linie in der vorderen Schrittnaht ist die Anpassung gegen die „Katzenbart“-Zugfalten, die sich sonst bei mir bilden.

Als letztes wird der Taschenbeutel konstruiert. Dazu wird die ursprüngliche Seitennaht kopiert (rosa) und dann der erste Tascheneingriff als Anstoßlinie eingezeichnet (rot). Jetzt wird die Anstoßlinie über die neue Tascheneingrifflinie geschoben und die Oberkante der Hose wird kopiert (schwarze Linie, die Abnäher sind bereits abgezogen.

hosenschnitt-anpassen-5 Wenn man den Taschenbeutel bis zur vorderen Mitte ziehen will (hatte ich ursprünglich vor) ist die Oberkante jetzt stärker gekrümmt, wie ein Formbund.

Die verwirrenden Linien unterhalb der Abnäher sind für eine einseitige Paspeltasche, mit der ich geliebäugelt habe und für die der Abnäher verlegt werden musste. Sie interssieren nicht für die beschriebene Schnittänderung.

Ich hatte auch beim rückwärtigen Hosenteil Schnittänderungen übertragen und dann einfach alles durchgenäht. Die Hose saß bei der ersten Anprobe fast perfekt, ein bisschen habe ich  noch an den Seiten abgenäht, voilà.

Bei einem unelastischen  Stoff hätte ich an dieser Stelle mit der Anpasserei aufgehört. Hier habe ich aber diese 20% Elastizität und hatte das Gefühl, dass die Hose etwas rutscht. (Die Falten unter dem Po kommen von den zu langen Beinen. Auf dem Bild scheint die Seitennaht oberhalb der Hüfte abeknickt zu sein, das ist aber der Tascheneingriff.) Ich nahm also in den Seitennähten und in der vorderen Mitte insgesamt 3cm weg. Dann nähte ich den Bund an, der natürlich durch die Einlage nur noch eine Elastizität von 10% hatte.

Ihr könnt Euch denken, was folgte: Alles wieder aufgetrennt! Dann habe ich die (zusammengeheftete, bin ja lernfähig) Hose einen halben Tag getragen und und die Seiten wieder abgehäht. Bin ich froh, dass ich bei Mema über den an den Seiten geteilten Hosenbund gelesen hatte. So genial!

Ehrlich gesagt sieht man auf dem Foto den Unterschied zu oben nicht wirklich.

Den Bund habe ich dann doch noch einmal mit elastischem Stich festgenäht und dann die Heftfäden und die erste, feste Naht entfernt. Merkt man sofort. Ich habe ihn vorne in der Mitte, zu den Seiten auslaufend, auch noch einen Zentimeter tiefer gelegt. Dadurch kommt der Schritt nach oben und das runterrutsch-Gefühl ist weg. Auf dem oberen Foto kann man ja auch sehen, dass meine Taille vorne etwas absackt. Im Spiegel war das anders!

Die zur Mitte durchgezogenen Taschenbeutel habe ich wieder abgeschnitten. Das Futter ist unelastisch, das funktioniert hier nicht. Auf dem Foto kann man auch den Grund für den etwas merkwürdig aussehenden Schritt sehen: Als faule Socke habe ich erst die Mittelnähte und dann in einem rutsch die inneren Beinnähte genäht. Was bei Pyjamahosen geht, klappt hier natürlich nicht, die Nahtzugaben ziehen und das Ganze wirft Falten. Also doch beim nächsten Mal das eine ins andere Bein stecken und sauber arbeiten.

A propos faul: Diese Hose ist mit dem Nahtreißer in der Seitennaht das perfekte Modell für die faule Schneiderin. Wenn man auf stundenlange überflüssige Anpassungen verzichtet ist sie unheimlich schnell genäht. Zum Glück ist dieser Stoff so robust, dass er mehrfaches nähen, auftrennen und wieder nähen problemlos verziehen hat. Nur das Schleudern nach der Wäsche ist ihm nicht so gut bekommen, ich hoffe, dass die weißen Streifen in der nächsten Wäsche verschwinden, wenn ich die Hose tropfnass aufhänge.

Heute, nachdem ich die Hose seit Sonntag trage, ist sie noch ein bisschen weiter geworden, das wird sich in der Wäsche sicher wieder geben. Ich lasse das erst einmal so, bei den vielen Erkältungen in diesem Winter habe ich Gewicht verloren, das sicher wieder dazukommen wird.  Dann will ich nicht gleich wieder auftrennen müssen!

 

EeMerken

Aktuelles Projekt:Burda 11/2016 Shirt 105

Nachdem ich bei der Annäherung und danach so viel Zeit auf meine Caban-Jacke verwendet hatte, ist bei mit der Wunsch nach schnellen Erfolgserlebnissen aufgekommen. Die schnell genähten Pyjamas der letzten beiden Wochen ( 2 1/2 , einer davon schon verbloggt) haben mir gezeigt, dass Shirts das perfekte Projekt dafür sind. Bei einer bestehenden Oberteilschwäche sowieso.

Aktuell nähe ich also ein Shirt aus der letzten November-Burda.burda-105-112016-1

Schon beim ersten Durchblättern war ich davon begeistert, wollte aber die Schlitze in den Raglannähten und das Schärpengedöns weglassen. Stoff dafür gab es auch, ein weicher wollweißer mittelschwerer Interlock aus Viskose mit Elasthan.

Es lohnt sich übrigens auf den Link zu Burda zu klicken, denn dort ist das Shirt noch einmal viel besser fotografiert. Möglicherweise sollte man  immer bei Burda nachsehen, wenn ein Modell im Heft so unmöglich abgebildet wird, dass man gar keine Details sehen kann, ich werde das einmal beobachten!

 

 

burda-105-112016-2Das ist der aktuelle Stand. Ich hatte mich zuerst auch noch gegen den Schlitz am Ausschnitt entschieden, das Bindebandgedöns aber probeweise mit eingeheftet.

Eigentlich gefallen mir die Bindebänder ganz gut, aber selbst bei einem Doppelknoten sind sie auf jeden Fall 5-10 cm zu lang. Der Schlitz darf doch in den Aussschnitt einziehen, sonst sieht das ganze zu langweilig aus. Endgültige Entscheidungen wegen der Bindebänder werde ich aber erst treffen, wenn ich den Ausschnitt fertig gemacht und die Ärmel gesäumt und das Gummiband eingezogen habe.

Ich kann mir den Schnitt auch gut als Bluse aus einer leichten Viskose vorstellen, dann vermutlich aber ohne die Bindebänder und in den Rockbund gesteckt.