MMM am 3./4. Juni 2026: Odie, la Jupe

Seit ich den Rock Odie von Apolline Patterns vor drei Jahren das erste Mal bei Sam Sunstred gesehen habe, schleiche ich um diesen Schnitt herum. Im Frühjahr habe ich dann zugeschlagen, zu groß war die Angst, dass das Schnittmuster irgendwann nicht mehr zu kaufen ist.

Odie gibt es mit einem hohen Formbund, kann aber problemlos auf Taillenhöhe gekürzt werden. In den einen der vorderen Abnäher ist eine raffinierte kleine Leistentasche gearbeitet, mit der ich allerdings meine liebe Not hatte. Ich habe bei meiner Version, die Tasche zu nähen, haufenweise Fotos gemacht, mit denen ich hoffentlich bald einen Post schreiben will für alle, die Odie einmal selber nähen wollen.


Dank der Schnittbesprechung von Sam Sunstred wusste ich, dass der Rock sehr kurz ist und habe den Schnitt gleich um drei Zentimeter verlängert. Mehr war nicht drin, denn die 55cm Wollflanel, die ich vernäht habe, waren ursprünglich mal für eine Weste gekauft worden.
In der Anleitung sind auch die Fertigmaße des Rocks angegeben, und da habe ich mich nach dem Hüftmaß orientiert und eine Größe 38 ausgedruckt. Zum Glück ist mir mein Fehler aufgefallen, bevor ich die Schere angesetzt habe! Der Rock ist ausgestellt und sitzt an der Hüfte entsprechend etwas locker. Also habe ich die Teile mit 1cm mehr weite an der Seitennaht zugschnitten, genauso wie es für die Größe 40 passt.

Ich trage Odie hier mit meiner „Beifang-Bluse“ aus dem Hemdblusenkleid-Sew-Along, an der ich meinen Schnitt angepasst habe. Selbst wenn die Bluse richtig angezogen ist, denke ich, dass Odie eher ein „Bluse drin-Rock“ ist.

Beim Vergrößern habe ich dann bemerkt, dass das Taschenteil und die Leiste 1cm zu wenig Nahtzugabe haben. Ich habe die Teile versuchsweise aufeinander gelegt, um die Anleitung zu verstehen, und bei 1cm Nahtzugabe wie im Schnitt angegeben, fehlt an der Seitennaht 1cm. Ich habe diesen Zentimeter dummerweise am der Rockteil zugegeben, jetzt sind die Taschen so eng, dass ich mit Mühe etwas herausholen kann. Aber das ist auch schon der einzige Schönheitsfehler.

Im Rücken habe ich aus den zwei Abnähern vier gemacht, zwei längere an den Seiten und zwei kürzere in der Mitte. Anders als in der Anleitung habe ich mit der rückwärtigen Mittelnaht und dem nahtverdeckten Reißverschluss begonnen und dann die Taschen und die Abnäher am Vorderteil gearbeitet. Statt den einen vorgesehenen Abnäher zu nähen und dann mühsam anzupassen, habe ich einfachdie passenden Weite mit vier Fältchen abgesteckt und daraus nach Gefühl zwei längere Abnäher an den Seiten und zwei kürzere in der Mitte genäht. Passte auf Anhieb. Dann habe ich die Seitennähte wieder getrennt. Mit einem Vorder- und Rückenteil als Vorlage habe ich einen passenden Formbund konstruiert, den ich aus den letzten Resten des Stoffe genäht habe. Einen Futterrock habe ich ebenfalls spendiert, etwas weiter und kürzer als der Rock. Auf Abnäher habe ich hier verzichtet und einfach den Stoff passend zum Formbund in Fältchen gelegt.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Rock und kann mir durchaus noch eine weiter Odie mit breiteren Taschen in meinem Kleiderschrank vorstellen, aber das sage ich gefühlt bei jedem Basic Schnitt, also werden wir sehen, ob daraus jemals etwas wird.

Aktuell suche ich ein Schnittmuster für einen klassischen Jeans-Minirock mir 5 Taschen, Teilungsnähten vorne und hinten und einer rückwärtigen Passe. Kennt irgendwer einen solchen Schnitt? Idealerweise von Burda vor 2022, denn bis dahin habe ich 12 Jahrgänge komplett.

Ich verabschiede mich mit einem letzten sommerlichen Bild an den MeMadeMittwoch, wo Ina ihr traumhaftes Weihnachtskleid präsentiert. Manchmal brauchen die Dinge etwas mehr Zeit. Herzlichen Glückwunsch, Ina, dass Du durchgehalten hast, denn das Resultat ist absolut sehenswert.

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