Frühlings-Postkunst 2026: Die vier Elemente – Muster im Walzendruck

Dieses Jahr habe ich seit langem wieder an einer Frühlings-Postkunst teilgenommen. Ähnlich wie bei der Adventspost arbeitet man an einem festgelegten Thema mit einer festgelegten Technik. Bei der Frühlingspost sind allerdings die Themen größe, dafür aber die Gruppen kleiner. Das Thema waren die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, die Technik war Walzendruck und es gab kein Farbschema. Format etwas über A4.

Ich fands spannend und weil ich diesen Beitrag von Stroh zu Gold gefunden hatte, die ihre Walze gleich beim Drucken mit Farbe einrollt, dachte ich, das ganze wäre mit einem vertretbaren Aufwand zu schaffen, auch wenn im Frühjahr der Garten immer an erster Stelle steht.

Meine Idee war, nahtlose Muster in dünnes Stempelgummi zu schneiden und dann auf eine Walze zu kleben, mir der ich dann die Muster ohne Versatz auf das Papier bringen könnte.
Spoiler: Hat nicht wirklich geklappt.
Mein erstes Element war Luft, das fand ich persönlich am schwierigsten zu erfassen. (liegt irgendwie auf der Hand, oder?)

Auch das Drucken gestaltete sich schwieriger als gedacht. Die ersten Versuche mit Acrylfarbe funktionierten gar nicht, ich hatte die Farbe zu stark verdünnt. Sie kroch in die Vertiefungen des Stempelgummis und war auch ganz schaumig durch die Schaumstoffrolle mit der ich die Walze einfärbte.

Mit Linoldruckfarbe klappte das ganze besser, allerdings reichte die Rolle nicht sehr weit und ich musste die Gummiwalze zwischendurch wieder neu einfärben, wärend ich die Druckwalze auf dem Papier anhielt. Der Farbauftrag war auch ziemlich ungleichmäßig und den richtigen Ansatzpunkt für das Muster habe ich sowieso nicht getroffen. Letztendlich hat mich das aber nicht so sehr gestört. Über die hellblauen Streifen druckte ich noch kleine pinkfarbene Punkte mit Noppenfolie. Wenn man übrigens versucht, nur mit ein paar Noppen diese Punkte zu drucken, reicht es nicht, die anderen Noppen zu öffnen und die Luft herauszulassen. Die Reste der Folie drucken gnadenlos mit, und das einzige, was funktioniert ist, die nicht benötigten Noppen abzuschneiden. :/ Die Idee dahinter waren Blütenblätter die der Wind in Stößen vor sich hertreibt. Unten bei den Karten sieht man das ganze Motiv.

Das nächste Muster war Erde. Dafür habe ich Packpapier, das in Paketen zum Ausstopfen verwendet wurde, erst glatt gebügelt, dann hellgrün grundiert und schließlich mit einem Steinmuster gewalzt. Mit dem ersten Versuch war ich so unzufrieden, dass ich dieses Muster zweimal gewalzt habe. Irgendwie waren die Abstände zwischen den Steinreihen viel zu groß geworden. Beim zweiten Blatt habe ich dann bewusst mit einem weiteren Braunton über die erste Reihe Steine gewalzt. Als ich die Bögen dann zugeschnitten habe, war ich mit dem Ergebnis aber doch zufrieden. Manchmal macht es der Ausschnitt.

Feuer und Wasser waren dann einfacher. Ich habe meine Walze nicht mehr vollflächig beklebt sondern nur ein Flammen und ein Wellenelement ausgeschnitten, dass ich dann mehrfach übereinander gedruckt habe.

Wasser ist das einzige Element, das ich mit Acrylfarbe gedruckt habe. Damit die Oberfläche der wasserlöslichen Linoldruckfarbe unempfindlich wird, musste ich sie noch mit Fixierspray versiegeln.

Zur Postkunst gehört immer auch ein Anschreiben und ein schön gestalteter Umschlag. Ich geben auch gerne noch ein paar „Goodies“ dazu, in diesem Fall Karten aus den Resten, die beim Zuschnitt angefallen sind. Bei den anderen Karten habe ich das Papier dazu noch farbig geprägt.

Das Element Feuer macht sich auch als grüne Ranke gut.

Mit einer geprägten Banderole zusammengepackt ging meine Postkunst dann zu den sechs anderen Frauen meiner Gruppe auf die Reise.

Mit meiner Gruppe hatte ich dieses Mal etwas Pech. Vier der sechs Frauen habe wirklich unglaublich schöne Musterpapiere geschickt, mit genauso viel Liebe und Mühe gemacht wie meine. Frau Nummer fünf schickte eine Sammlung „Collagenpapiere“, die sie aus alten Kalendern und Zeitschriften ausgeschnitten hatte. Erst hatte sie um Aufschub bei ihrem Termin gebeten und dann kam als Begründung „das Leben seie sehr groß gewesen“, was auch immer sie damit meint. Ich habe ja schon einiges bei der Postkunst erlebt. Frauen, die zu kreativ waren, um sich an das Farbschema zu halten und andere, die das Format nicht richtig gelesen hatten. Aber zumindest haben sie sich mit dem gestellten Thema auseinander gesetzt. In der Zeit die es gebraucht hat, um alles diese Papiere auszuschneiden, hätte man auch sehr gut eine Rolle Küchenpapier mit Noppenfolie umwickeln und zumindest ein Element drucken können. Ehrlich fallen mir spontan sogar drei Elemente ein:

  • Blau auf Weiß = Regen = Wasser
  • Weiß auf Blau oder Grün = Aufsteigende Luftblasen = Luft
  • unterschiedliche Brauntöne oder Braun auf Beige = Erde

Mit einem „Tut mir leid, ich habe die Aktion unterschätzt und bei mir ist zu Hause einfach zuviel los, darum gibt es von mir nur ein Element/ nur drei Elemente in ganz reduzierter Form“ wäre ich absolut einverstanden gewesen.
Tja, und auf die Postkunst von Frau Nummer sechs warte ich immer noch. Vor 14 Tagen habe ich mal freundlich per Mail nachgefragt…

Letzten Endes ist es egal. Ich habe mich mit einer spannenden künstlerischen Technik auseinander gesetzt und dabei soviel Musterpapier produziert, dass ich gar nicht weiß, wohin damit. Die Hintergründe für einen riesigen Haufen Karten sind zumindest gesichert. Und es hat total viel Spaß gemacht, auch wenn ich mir dafür die Nächte um die Ohren geschlagen habe und der Küchefußboden immer wieder kaum zu betreten war. Zum Glück habe ich einen äußerst toleranten Gatten, der vorsichtig zwischen Papierbögen zum Kühlschrank getappt ist und die tagelange Blockade des Küchentisches mit Fassung getragen hat. (Ehrlich gesagt wird der Küchentisch ohnehin nur von mir genutzt).

Mit der Postkunst kann ich das Feld Muster bei Antetannis Jahresbingo auskreuzen. Ein Bingo ist noch immer nicht in Sicht und das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern ;).

2 Kommentare

  1. Beim ersten Lesen des Titels wurde ich an die Walzendrucke erinnert, mit denen im Haus meiner Oma und auch bei vielen anderen die Wände mit Mustern verziert wurden, statt Tapeten. Macht heute kaum mehr jemand, eigentlich schade. Das Weiterlesen brachte dann die Erkenntnis, nein, andere Technik. Nicht minder interessant. Und sehr schöne Muster. Am besten gefällt mir ja das Wellenmuster. Und die Zusammenstellung der vier Elemente im Kreis für die Karte finde ich auch sehr schön. Die Post-Kunst-Aktion finde ich wunderbar. Musste mir jedoch schon länger eingestehen, dass sich beim besten Willen nicht noch ein weiterer kreativer Themenbereich in meine Freizeit packen lässt. Also schaue ich ab und zu bei anderen und erfreue mich an den schönen Ergebnissen.

    Liebe Grüße heike

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    • Nein, tatsächlich ist es grundsätzlich die selbe Technik. Es fehlt nur der Tank, in dem die Farbe ist, damit die Walze ständig gleichmäßig eingefärbt werden kann. Ich habe das mit meinem System versucht nachzumachen, andere haben einfach so große Rollen genommen, dass sie mit einer Umdrehung das gesamte Papier einfärben konnten. Und natürlich arbeitet man in der horizontalen.
      Wasser ist tatsächlich auch mein Lieblingsmuster, obwohl die Luft mit dem Prägedruck auch etwas hat. Ich werde meine Kollektion an Musterpapieren für mein Kartenprojekt verwenden, mal sehen, was daraus entsteht.
      Postkunst ist tatsächlich sehr aufwandog, aber es ist immer nur ein relativ kleiner Zeitraum von 2-3 Wochen, in denen man zu wenig anderem kommt. Manchmal geht es auch schneller, je nach dem wieviel Verpflichtungen (Garten, Ernte) noch anstehen. Es macht aber immer so viel Spaß, dass ich sie irgendwie immer in meinen Tag quetsche, wenn das Thema passt.
      Liebe Grüße, Stefanie

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