Archiv der Kategorie: Me Made Mittwoch

MMM: Lieblingskleid(ungsstück) 2017

Eine schöne Tradition beim MMM ist, das Lieblingskleidungsstück des Vorjahres am ersten Mittwoch des Jahres zu zeigen. Das birgt gleich mehrere Vorteile: Erstens sind alte Fotos erlaubt und für viele von uns ist das aktuelle Foto ja eine Hürde, die oft unüberwindlich zwischen uns und unserem Blogpost steht.

Zweitens, und viel wichtiger, erfordert die Entscheidung über das Liebling-Teil ein gewisses Nachdenken über das im alten Jahr Genähte und ist vielleicht auch Anstoß, um über das Nähen und Bloggen im allgemeinen und im besonderen nachzudenken.

Und dann ist da noch die Frage: Was macht ein Kleidungsstück denn überhaupt zu einem Lieblingsstück?

Die letzte Frage ist für mich relativ einfach zu beantworten: Ein Lieblingsstück ist bequem, hat eine Lieblings-Farbe, die mir gut steht, ist pflegeleicht, alltagstauglich und ich fühle mich darin schöner, besser angezogen und einfach toller, als in anderen Kleidungsstücken. Es versorgt mich mit Energie und guter Laune.

Im letzten Jahr hat genau ein Kleid alle diese Anforderungen erfüllt:MMM 10-05-17 (3)

Es ist aus der Januar-Fashion Style von  2017.

Allerdings gibt es noch ein weiters Kleidungsstück, das ich, seit es genäht habe, andauernd trage:MMM-08-03-17 (5)Diese Hose. Sie ist einfach ein Kleidungsstück, das ich dringend brauchte, um nicht nur in Jeans herumzulaufen. Allerdings ist sie einfach 2cm zu kurz. Das ärgert mich schon, seit ich sie die erste Woche getragen habe. Aber natürlich hatte sie sofort einen weißen Streifen an der Bruchkante, also konnte ich sie nicht einfach verlängern. Neulich machte sogar eine Kollegin eine boshafte Bemerkung darüber und da habe ich dann auch eine praktische Lösung für das Problem gefunden: ich werde einen Aufschlag annähen und damit die alte Bruchkannte verdecken. Jetzt dürfen die Stoffreste in jeder Wäsche mitschwimmen, damit sie den selben Auswaschungsgrad wie die Hose erhalten.

Wegen der Kürze ist fühle ich mich zwar nicht unbedingt besser angezogen oder toller darin, als in anderen Hosen, aber die Alltagstauglichkeit und der wirklich schöne Schnitt, der mir so gut gefällt, gleichen das aus, also : Lieblingsstück? Häkchen dran!

Beim durchsehen der Fotos in der Mediathek meines Blogs habe ich dann noch den Pyjama aus dem Januar gesehen. pyjamaparty-mmm-08-02-3Den hätte ich ja fast vergessen, dabei liebe ich ihn heiß und innig, und der einzige Grund dafür, dass ich ihn nicht morgens wasche, um ihn am selben Abend wieder anziehen zu können ist, dass ich ihn etwas schonen will, damit ich lange etwas davon habe.

Was mich zu den ersten Fragen bringt: Was habe ich überhaupt in diesem letzten Jahr genäht? Viel war es nicht, und das wenige fand auch größtenteils im ersten Halbjahr statt. Eine genaue Auswertung will ich noch machen, die gehört nicht an diese Stelle. Im Sommerurlaub habe ich zwar ganz viel zugeschnitten, aber nichts vernäht. Wie so oft, musste das Nähen hinter den Anforderungen des Alltages, der Familie, des Gartens und des Berufs zurückstehen. Ich bin nicht sicher, ob das O.K. ist, denn Näh-Zeit ist „Ich-Zeit“, also Zeit, in der ich mich um mich selber kümmere, und das ist im letzten  Jahr echt zu kurz gekommen. Das gleiche gilt für das Bloggen. Ich habe noch weniger gebloggt, als Kleidung gefertigt, denn ich habe mir zwei Jacken gestrickt, über die ich nicht eine Zeile geschieben habe, was schade ist, denn sie sind schön, und die eine davon schließt wieder eine Lücke in meinem Kleiderschrank.

Ich nehme mir für diese Jahr nur vor, mich besser um mich selber zu kümmern und mehr Sachen zu tun, die mir gut tun. Dabei wird dann vermutlich automatisch mehr Nähzeit anfallen und wenn ich, ohne mir Druck zu machen, auch noch darüber schreiben kann, werde ich das sicher tun.

Seit Mittwoch zeigen noch viel andere ihre Lieblinge aus dem letzten Jahr auf dem MMM-Blog. Ein schönes, erfolgreiches Näh-Jahr wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen.

MMM mit Burda Titel 9/2017

Heute trage ich die eben fertig gewordene Hose 121 aus Burda 9/2017.

22-11-17 Burda 09-17-121 (1)

Natürlich habe ich einen Haufen Änderungen vorgenommen. Die offensichtlichste ist: Die Aufschläge fehlen, dafür ist die Hose lang. Da ich in der Regel wenig attraktive Kniestrümpfe trage, mag ich die 7/8 Längen nicht besonders, und mit Aufschlägen sieht die lange Hose aus „wie zu lang und umgekrempelt“, sagt die Tochter. Stimmt!

Außerdem habe ich die Hose mit Taschen versehen. Hose ohne Taschen geht gar nicht!22-11-17 Burda 09-17-121 (3)

Für Euch getestet: Fotos im Sitzen von der Treppe aus aufgenommen sehen merkwürdig aus.

22-11-17 Burda 09-17-121 (4)

Aber es zeigt deutlich, dass die Hose sehr bequem ist und maximale Beweglichkeit bietet. Kunststück, ich habe ja einen bi-elastischen Polyester-Gabardine genommen. Im Schnittmuster steht bei Stoffempfehlungen: „Hosenstoffe mit oder ohne Elasthan-Anteil“. Ich möchte mal wissen, wie dieser schmale Schnitt ohne Elasthan funktionieren soll!

Das Shirt ist übrigens auch ein Burda-Schnitt: Nr.129 aus 1/2011. Er sieht allerdings an vollbusigen Frauen besser aus und erfordert Unterwäsche mit einem graden Ausschnitt.

Für meine Figur mit dem dicken Po betonten Gesäß muss ich den Schnitt immer kräftig anpassen. Dieses Mal habe ich an der hintern Mittelnaht gleich beiderseits 2cm herausgenommen und das rückwärtige Hosenteil zur hinteren Mitte zum Ausgleich um 2cm erhöht. Soviel hatte ich bei der letzten Hose auch geändert. Es hat von Anhieb an gepasst, ich bin sehr zufrieden.

An dem Schnitt mag ich besonders die schmale Passform und den breiten Bund mit dem angeschnittenen Knopfverschluss, der übrigens eine Mogelpackung ist. Durch den Nahtreißer in der Seitennaht ist die Hose schnell genäht (wenn man keine Taschen arbeitet). Meine Taschenbeutel gehen übrigens über die gesamte vordere Seite und werden in der Mittelnaht mitgefasst. Dadurch tragen die Taschen nicht auf und der Bauch bleibt schön flach. Sollte ich die Hose noch einmal nähen, würde ich aber horizontale Nahttaschen in der Bundansatznaht arbeiten. Eventuell probiere ich den Schnitt doch noch einmal mit unelastischem Stoff aus, dann müsste ich aber einiges an Bequemlichkeitszugabe einplanen.

22-11-17 Burda 09-17-121 (5)

Noch ein Foto von der Treppe und zurück geht es zum MMM wo lauter gut gekleidete Menschen ihre selbst genähte Kleidung präsentieren.

MMM mit Twelve Colors of Handmade Fashion: Gelb im April

Bei Selmin von Tweed and Greet wurde im April nach der Farbe Gelb gefragt. Und obwohl meine Bluse bereits seit über zwei Wochen fertig ist, habe ich mein Ergebnis noch nicht verbloggt. Für einen angemessenen Post zum Thema hat die Zeit einfach nicht gereicht.
Daher mache ich heute etwas, was ich sonst nicht so gerne tue: ich verbinde zwei Blog-Aktionen miteinander.


Die Bluse, die ich heute vorstelle, stammt aus der diesjährigen Januar-Burda. (Ich bin gerade auf einer Reise, darum kann ich die Model- Nummer nicht mal eben nachsehen.)
Als ich die Bluse im Heft gesehen habe, war ich sofort angefixt. Ich wusste auch sofort, welcher Stoff als einziger dafür in Frage käme: Ein sehr stretchiger Satin, den ich von der ersten Annäherung von Marc Aurel mitgebracht hatte. Er wurde mir „nachgekauft“, als ich einen schönen Spitzenstoff vom Tauschtisch fand, aber das ist eine andere Geschichte, und die ist hier bereits erzählt worden.


Im Heft hat die Bluse lange Ärmel, aber selbst bei allerbestem Zuschnitt-Tetris hat es dafür nicht gereicht. Zu nähen ist die Bluse relativ unproblematisch, wenn man erst einmal verstanden hat, wie das Vorderteil in Falten gelegt werden soll. Ich habe zuerst einmal mit dem auskopierten Schnittmuster die Faltentechnik geübt und dann alle Linien mit Heftgarn markiere und zu guter Letzt die eingelegten Falten geheftet, denn sie sollen nicht eingebügelt werden. Die Anleitung ist eine gewisse Herausforderung an das Vorstellungsvermögen. Am einfachsten geht das Nähen hier, wenn man die Nahtzugabe exakt an den Schnitt anzeichnet und dann wirklich präzise zuschneidet und näht. Selbst kleinere Pfuschereien werden hier nicht verziehen.


Beim rückwärtigen Halsausschnitt musste ich massiv anpassen. Ich weiß nicht, ob das an meiner Figur oder am Schnitt oder schlicht und ergreifend an meinen (übertriebenen?) Ansprüchen an die Passform liegt. Aber einen Ausschnitt, der hinten fast 4 cm absteht finde ich persönlich inakzeptabel. Ich habe die Ausschnittkante um 3 cm tiefer gelegt, rechts und links jeweils 1,5 cm in Abnähern versteckt und den Rest in der rückwärtigen Mitte im Reißverschluss verschwinden lassen. A propos Reißverschluss: Natürlich war der erste Versuch beim Einsetzen auf Anhieb perfekt und ebenfalls natürlich musste ich dann nach dem Anpassen des Ausschnittes 3 mal wieder auftrennen, bis die Schößchen-Nähte halbwegs akzeptabel aneinander passten. Und was lerne ich daraus? Beim nächsten Mal wird erst der Halsausschnitt angepasst und danach der Reißverschluss eingesetzt!


Die Hose, ebenfalls aus einem Marc-Aurel-Stöffchen, wird von mir quasi in Dauerschleife getragen und ist hier bereits beschrieben worden.
Das war‘ s zum Thema MeMadeMittwoch, dem Treffpunkt für gut gekleidete Selbstschneider/-innen.
Weil dieser Beitrag aber auch zum Thema „GELB“ gehört, folgen jetzt alle die Gedanken, die mir zu dieser Farbe eingefallen sind.


Für mich gehört Gelb eindeutig zum Frühling: Das fängt schon mit den gelben Krokussen an, die bei mir im Garten diese Jahreszeit einläuten. Die Primeln dürfen sogar einem Gelbton den Namen geben. Die gelben Forsythien zeigen den Zeitpunkt für den Rosen- und Brombeerenschnitt an, weiter geht es mit „Narzissus und den Tulipan“ und (nicht im Garten) gelben Osterküken. Dann leuchtet irgendwann die Wiese im Obstgarten gelb von Löwenzahn, der ist zwar nicht ganz so beliebt, aber hübsch ist es trotzdem.


Beim Nachdenken über Gelb ist mir aufgefallen, dass erstaunlich viele Farbnuancen nach Lebensmitteln benannt werden: Zitronengelb, Buttergelb, Honiggelb, auch Mais Curry und Senf werden gerne zitiert. Warum die Banane nicht Namensgeber sein darf, liegt auf der Hand: Sie fängt mit grün an und endet bei braun, das ist natürlich viel zu wenig eindeutig. Allerdings haben Kartoffeln auch eine sehr schöne gelbe Farbe, und davon spricht kein Mensch. „Vanillegelb“ zu sagen ist übrigens eher falsch, denn die Farbe bezieht sich auf Vanilleeis, und das bekommt seine Farbe von dem Eigelb, das darin ist (Dottergelb!) und nicht von der schwarzen Vanilleschote und schon gar nicht von der Blüte der Vanilleorchidee, die in der Farbe irgendwo zwischen Zitronen und halbreifen Bananen rangiert.


Im Sommer sind in meinem Garten vor allem die Rosen gelb, die Vögel nisten in einem gelben Kasten und im letzten Herbst habe ich ein bisschen „Land-Art“ mit gelben Blättern gespielt. Und die Wespe hat im letzten Jahr im Gewächshaus genistet. So eine tiefenentspannte Sorte habe ich noch nie erlebt, ich hoffe sehr, das die in diesem Jahr wieder bei mir einziehen!
In meinem Kleiderschrank spielt gelb eine eher untergeordnete Rolle, es gibt das das bereits erwähnte Spitzenkleid und dann gab es mal ein Kauf-T-Shirt, das in den Stoffschrank zum upcyclen gewandert ist. Allerdings stricke ich gerade eine gelbe Frühlingsjacke, die wegen erstrickter Nackenwirbelprobleme aber momentan auf Eis gelegt ist. Außerdem liegt da noch ein maisgelbes Viskose/Baumwollgemisch mit Leinenoptik, das unbedingt ein „Simple Stitch“ aus irgendeiner Ottobre von vor ein paar Jahren werden soll, vorzugsweise noch in diesem Frühjahr.
Jetzt ist aber erst einmal das weiße Kleid für den Mai dran, ich habe sogar schon einen Anlass, mal sehen, ob ich das in dieser Woche noch hinbekomme.

MMM: Fashion Style 1/2017 Kleid 24

Weil es einfach nicht warm werden will, habe ich mir noch schnell ein Kleid für die „Übergangszeit“ genäht:

Nr. 24 aus der Januar-Knip/Fashion Style. Aus einem Punto di Roma von Stoff und Stil entstand es in nur vier oder fünf Stunden.

Ein simples 3-Schnittteile Kleid, dessen Pfiff in dem aus dem Vorderteil hochgezogenen und dann umgefalteten angeschnittenen Stehkragen liegt. Durch eine kleine Drehung bilden sich beiderseits des V-Ausschnittes zwei Falten.Die scheinbare Taillennaht auf den Fotos ist eine optische Täuschung, hervorgerufen von den Taillengummis von  Strumpfhose und Unterrock. Im Schnitt ist eine unmotivierte vordere Mittelnaht vorgesehen, deren einziger Zweck zu sein scheint, dass man dann den Ausschnittbesatz auf der Nahtzugabe festnähen kann. Die habe ich gleich erstmal weggelassen und den Besatz unsichtbar mit zwei Stichen festgenäht. Im Rücken soll ein Reißverschluss sein, aber bei einem normal-stretchigen Jersey kann man getrost darauf verzichten und das Kleid einfach über den Kopf ziehen. Meinen Maßen nach Anleitung entsprechend habe ich unterhalb der Taille eine Gr. 38 und oberhalb der Taille eine Gr. 36 genäht und bin mit der Passform sehr zufrieden.

In der rückwärtigen Mitte wird die Naht zur Taille hin um einen Zentimeter eingestellt, um dann im Bereich des Gesäßes 1 1/4 cm ausgestellt zu werden. Das bedeutet in der Gesamtheit 2,5 cm mehr Weite über dem Po , die dann zum Saum hin wieder um einen cm verringert wird.

Dadurch, und durch die langen Abhäher, die durch die Taille gehen, schmiegt sich der Stoff im Rücken wunderbar an und dieser Hohlraum im Bereich der Lendenwirbel, den man so oft bei Kleidern findet, deren Rückenteil im Stoffbruch zugeschnittenen wurde,  entsteht hier nicht.

Konstruktionstechisch bekommt der Schnitt von mir also volle Punktzahl. Das gilt aber keineswegs für die Anleitung. Es gehört ja inzwischen fast schon zum guten Ton, sich über Burda-Nähanleitungen zu beschweren. Kann ich persönlich nicht so nachvollziehen, auch wenn ich zugeben muss, dass die früher tatsächlich mal besser waren, und dass es oft eine Herausvorderung für die bildliche Vorstellungskraft bedeutet, nur nach Text zu nähen. Die Schnitte sind halt oft etwas komplizierter als z.B. in der Ottobre und natürlich sind Abbildungen beim Nähen unschlagbar.

Allen, die sich immer besonders laut beschweren, kann ich jedoch nur dieses Kleid empfehlen. Was ich aber hier beim Ansetzen des Kragenteils am Rückenteil erlebt habe, war unglaublich, und nur mit Hilfe der technischen Zeichnung des Kleides überhaupt zu bewältigen. Jede Standard-Burda-Anleitung ist im Vergleich dazu betreutes Nähen für Anfänger. Also: Schnitt topp, Anleitung sechs, setzen!

Und weiter gehts zum MeMadeMittwoch, wo Nina heute einen sehr schönen französischen Schnitt vorstellt.

Ginkos ’n Roses

Heute grüße ich zum MMM aus dem phantastischen Garten meiner Freundin.

Weil sie gerade keine Zeit zum fotografieren hatte, habe ich ein Natur-Stativ gesucht und gefunden: Kamera in die Astgabel klemmen und hin und her sprinten.

Ich trage heute den Vogue-Trenchcoat, darunter meine Ginko-Norma, eine Strickjacke im Gladiolen-Muster (da sind die ersten Blumen für den heutigen Motto-MMM) und eine neue Bluse:

 

Nr. 120 aus Burda 5/2007. Diese Bluse hatte ich schon bei Brot und Butter im Plan und jetzt ist sie endlich fertig. Ich habe gefühlt Jahre daran genäht, immer in Etappen, und jedes mal, wenn ich sie aus der UFO-Kiste nahm, um daran weiter zu arbeiten, war ich überrascht, wie weit ich doch schon gekommen war, und wie wenig eigentlich noch fehlte. Kennt Ihr so etwas auch? Projekte, an denen eigentlich nur noch wenig fehlt, was sich aber dann doch immer so endlos lange hinzieht, weil es in einem Anlauf doch nicht fertig wird, so dass es wieder in der Kiste landet!(Klick auf Bild macht es groß)

Ich habe die Spitze und die Schleifchen weggelassen, und statt dessen 15 (!) schöne Knöpfe verwendet. Der Blusenstoff mit den Rosen ist eine Ikea-Bettwäsche, aus der ich schon mein Tina-Kleid genäht habe. Die Strickjacke aus dem letzten Herbst-Jäckchen-Knit-Along wurde extra für diesen Stoff gestrickt. Geschlossen sieht sie nicht so gut aus, weil die Ausschnitte nicht so gut zusammenpassen und der oberste Blusenkopf dann blitzt, aber offen bringt sie genau die Wärme, die für dieses Wetter nötig ist.

Ein letztes, verfrorenes Foto und dann geht es zum MMM zurück, der ganz passend zur Jahreszeit unter dem Motto „Blumen“ in allen Farben, Variationen und Formen steht.

Merken

MMM mit Cordjeans und Strickjacke

Heute habe den Bund meiner Hose zum fünften oder sechsten Mal aufgetrennt weil ich immer, wenn ich sie anziehe, mit dem Sitz unzufrieden war.MMM 19-04-2017 (3) Beim Auftrennen fiel mir ein, dass ich den Bund so gelassen hatte, weil ich die rückwärtige Teilungsnaht nicht noch schäger nähen konnte. Aber er stand immer etwas ab ruinierte den Sitz der ansonsten gut angepassten Hose. Also mussten irgendwo andere Abnäher hin. Ich habe zwei kleine jeweils unter den Gürtelschlaufen plaziert. Jetzt habe ich eine gut sitzende Hose, genau wie ich es mag. MMM 19-04-2017 (4)Allerdings sitzt sie jetzt, nach einem Tag tragen etwas lockerer und wirft ein paar Falten mehr.

Schuld am Bund-Dilemma ist der Schnitt. Eine Hose, die unterhalb der Taille sitzt, braucht immer einen Formbund, es sei denn man hat keine Taille und keinen Po. Wenn der Schnitt das nicht berücksichtigt, muss man sich fragen, ob man ihm überhaupt vertrauen will oder ob man nicht ein paar Extrazentimeter und ein paar Tage zum Anpassen einplanen sollte.MMM 19-04-2017 (2)

Wegen des plötzlichen Kälteeinbruches trage ich dazu mein Heidi-Jäckchen.MMM 19-04-2017 (1)

Andere frierende Selbernäher zeigen ihre Kleidung hier beim MeMadeMittwoch.

 

MMM: Anwältin des Weihnachtsmannes

„Wie sehe ich aus?“ frage ich meine Tochter. „Wie die Anwältin des Weihnachtmannes“ sagt sie. Das könnte an der Bluse mit dem Ilex-Muster liegen, die ich heute einmal in einer anderen Kombination trage.

Sonst trage ich sie zu meinem grüngefärbten Kaufdirndl, aber heute wollte ich mal eine andere Kombinaion probieren. Eine schicke Anwältinnen-Aktentasche habe ich zwar nicht, aber eine Laptotasche tut es auch.Unterm 1960’s Coat trage ich den Mandarine-Rock aus der Ottobre 2/2015 aus dem Sommerrock-Sew-Along 2016 und eine Kostümjacke 118 aus Burda 2/2007.

Und so sieht es nur mit der Bluse aus.

Original hat der Rock keine Taschen, die habe ich hinzugefügt. Die Hemdbluse ist übrigens eine modifizerte Burda 118-6-2013 .

Auf dem MMM-Blog schreibt Dodo, dass die meisten Teile ihrere heutigen Garderobe direkt oder indirekt mit dem MMM-Blog zu tun haben, und so ist das hier auch:

Mein Nähen  wird durch den MMM und das Bloggen enorm beflügelt, erst recht, weil ich kein regelmäßiges Nähkränzchen oder anderes Gruppennähen habe und die virtuelle Gemeinschaft für mich eine große Motivation-, Inspirations- und Informationsquelle ist. Das ist einfach immer wieder toll.

Merken

MMM im Bürzelrock (Burda 115 -01-17)

Willkommen bei „Vom Winde Verweht im Spreewald“.Ich zeige heute den Bleistiftrock aus der Januar-Burda, hier  noch einmal ohne Haare im Gesicht.Der Rock mit den interessanten Faltenpartien im eingesetzten Seitenkeil und dem Godet im Rücken hat mich vom ersten Blick an fasziniert. Insgesammt dreimal ist er im Heft und kein einziges Mal wird die Kehrseite gezeigt, das gab mir dann doch zu denken. Wohlmöglich sah das Godet wie ein Bürzel aus?

Ute hat dann  bei der Annäherung den Rock genäht und siehe da, es gab keinen Bürzel. Sie hatte einen grünen Karo-Stoff dafür verwendet, und ein Rest eines ähnlichen leichten Flanells lag auf dem Tauschtisch. Also habe ich frech ihren Rock kopiert. (Merke: Nachahmung ist die höchste Form der Schmeichelei).Hier die windige Rückansicht. Leider hatte ich Ute nicht so genau zugehört, als wir über die Größe sprachen und mir irgendwie etwas von „enger machen“ gemerkt. Ich habe dann munter in Größe 36 zugeschnitten und genäht und den fertigen Rock kaum über die Hüften bekommen! Nachdem ich alle Nähte wieder aufgetennt und auch den letzten halben Zentimeter herausgelockt habe, passt der Rock aber perfekt. Das (oder der?) Godet wird mit einem Stück Futter unterlegt, das nur so breit ist, wie die Lücke im Rock, so dass der Rock seine Form behält. Das Futterstück endet aber eine Handbreit oberhalb des Saumes, so dass man sich im Rock sehr gut bewegen kann. Mit dem Schnitt könnte ich mich glatt an enge Röcke gewöhnen. Die interessante Faltenpartie an der Seite gefällt mir auch, und ich würde gerne mit dem Rock in Serie gehen, dann müsste ich aber erst einmal den Schnitt aufs neue auskopieren, dafür fehlt mir gerade die Zeit und Lust. Stoff hätte ich ja schon noch da…Nett ist, dass man wegen der vielen schrägen Nähte sich kaum Gedanken um die Karoverarbeitung an den Seiten machen muss, nur die Rückwärtige Mitte ist halt etwas tricky. Burda sieht eine höhergesetzte Taille und eine Länge unter das Knie vor, ersteres mag ich nicht, für letzteres war ohnehin nicht genug Stoff da. Der Reißverschluss ist verdeckt eingesetzt, und oben gibt es einen Haken mit einer genähten Schlaufe, ganz so, wie man es vor Erfindung von Nahtreißern gemacht hat. Ich habe noch alte Reißverschlüsse, die ich auf diese Weise gut verbrauchen kann. Eigentlich steht er auch nicht so ab, das sieht auf dem Foto nur so aus.

Der Rock ist das erste Teil meiner neuen Kollektion passend zur roten Strumpfhose und wird heute beim Me Made Mittwoch gezeigt.

Dort zeigt Sibylle ihre neue Latzhose und es gibt wie immer tolle selbstgenähte Kleidung zu bewundern.

Pussy-Hat am Frauentag

Hier im Osten ist heißt der 8. März „Frauentag“. „Früher haben wir immer Fresien im Betrieb bekommen“, erzählte mir einmal eine ältere Kollegin. Als im Westen der Republik Aufgewachsene bekam ich damals große Augen.

Ich begehe den Weltfrauentag heute mit einem nigelnagelneuen Pussy-Hat, schnell gestrickt an den letzten drei Abenden.Dazu trage ich noch zwei weitere Strickstücke, die gänzlich unverbloggt (!) sind , lauter Premieren. Der 1960’s Coat ist ein bereits mehrfach gezeigter Freund. Es liegt halt in der Natur von Jacken und Mänteln, dass man sie quasi in Dauerschleife trägt. Die Lace Stola ist im Sommer gstrickt worden, und im Anschluss zeige ich eine Art Mini-Tutorial für die garstigen Noppen, aus denen sie zum größten Teil besteht. Das Muster „Soft Spring“ von Drops ist natürlich so schön, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat, aber das mache ich nie wieder!

Der Pussyhat passt prima zum Innenleben des Mantels und auch zum vor ein paar Wochen während einer Grippe fertiggestellten Herbstjäckchen. Letzteres ist wohl doch ein bisschen zu kurz zur Hose und ich sollte es besser nur zu Kleidern tragen, bei denen dann keine Bauchröllchen blitzen können.

hier kann man das Gladiolenmuster etwas besser erkennen

Bleiben nur noch die Hose und das weiße Shirt zu nennen. Als ich fertig angezogen war, stellte ich fest, dass alles bis auf Unterwäsche und Strümpfe selbst genäht ist, das fühlte sich schon echt gut an!

 

„Schöne Mütze“ sagte eine Kollegin zur Begrüßung. „Das ist keine Mütze, sondern ein politisches Statement“, war meine Antwort. Ein Zeichen gegen Sexismus, böse Präsidenten und der Solidarität mit allen Frauen, denen es in jeglicher Hinsicht schlechter geht, und deren Rechte (im wahrsten Sinne des Wortes) mit Füßen getreten werden.

Aber es ist eben auch eine Mütze, und ich freue mich total, dass etwas, das eigentlich als nicht  ganz ernst gemeintes Kleidungsstück gedacht war, mir so gut steht. Endlich mal ein Mützenschnitt, den ich tragen kann!

Ich habe die Brigitte-schnell-schnell-Anleitung genommen, aber aus Zeitmangel das Rechteck kürzer gestrickt und dann statt die Längs-Kanten unten bzw oben zu verwenden, sie als Seitennähte genommen. Weil ich sehr locker abkette, war es kein Problem, die kurzen Kanten unten zu haben, es dehnt sich alles prima. Im Gegensatz zur Anleiltung liegt die Mütze schön eng am Scheitel an, nur die Öhrchen stehen ab, so gefällt es mir. Es werden mit Sicherheit noch Mützen nach diesem Schnitt mit anderen Farben und anderen Strickmustern folgen.

Beim heutigen MMM kann man jede Menge Pussy-Hats mit den dazugehörigen Gesamtoutfits sehen.

Hier kommt nun das versprochene Mini-Tutorial zu den Noppen:

In der Anleitung steht, dass man mit abwechselnden rechten Maschen und Umschlägen aus der selben Masche 7 Schlaufen von ca. 1cm Länge stricken soll. Wie das mit den dünnen Nadeln und dem dünnen Garn mit einem vertretbaren Aufwand hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel. Ich bin bereits an der ersten Test-Noppe verzweifelt. Und dann habe ich mir folgenden Trick ausgedacht:

Um genügend lange Schlaufen zu bekommen, verwende ich eine Hilfsnadel (hier eine Zopfnadel)

Dann fädele ich die sieben Maschen auf eine Büroklammer. Das geht ganz leicht, weil ich sie zwischen den beiden Nadeln durchschieben kann.Das sieht dann so aus.

Auf der Rückreihe kann ich das Maschenbündel mit der Büroklammer (im Bild schwarz nachgezeichnet) etwas aufziehen, so dass ich die Nadel zum links stricken hindurchschieben kann. Der Faden wird durchgezogen und am Ende wird die Büroklammer entfernt.

Noppe fertig

Danke an meinen lieben Mann, der diese Phasen-Fotos im Urlaub gemacht hat.

Ich verabschiede mich in die Nacht und zum MMM.

Merken

Merken

Merken

Merken

MMM: Weite Hose und Shirt mit Schärpe

Heute trage ich eine weite Hose und ein Burda-Shirt, in das ich mich sofort, als ich die November-Burda im letzten Jahr sah, schockverliebt habe.mmm-22-02-17-5

Über die Entstehung des Shirts (Burda 11/16, Nr. 105) habe ich bereits geschrieben. Als ich es in der Zeitschrift sah, dachte ich : Ausschnitt-Schlitz -ja, Schärpe und Schlitze in der Raglannaht – nein. Die Schärpe wollte ich aber dann doch mal probieren, der Stoff reicht, und ausgetrennt ist so etwas ja auch ganz schnell. Letztendlich durfte sie bleiben, und er Ausschnitt-Schlitz, den ich zunächst weglassen wollte durfte auch dazukommen. So einen Schlitz nachträglich in ein gefälteltes Oberteil zu nähen, ist keine Freude, allerdings war es ein Vorteil, die Schlitzlänge vor dem Spiegel festlegen zu können. Constanze fragte, wie das Shirt sich mit Strickjacken verträgt – ich würde sagen: Geht so, optimal ist es nicht.

mmm-22-02-17-3Das könnte aber an der Jacke (gekauft) liegen, der Kragen ist doch sehr merkwürdig. Ein Jäckchen wie aus der aktuellen Fashion-Style wäre da vielleicht besser.

Seit ich Kompressions-Strümpfe trage, sind enge Hosen nicht mehr wirklich geeignet für mich, denn die Beine krabbeln gerne an den Strümpfen hoch und kommen dann nicht mehr runter. Außerdem bin ich durch die wunderbare Krimi-Serie  „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ von der Mode der End-20-er Jahre angefixt und für weite Hosen hatte ich schon immer eine Schwäche.

Über die Hose habe ich ebenfalls bereits geschrieben. Der Stoff von Marc Aurel in Verl war ursprünglich für eine ganz schmale Hose gedacht und ist für eine weite Hose nur bedingt geeignet, denn er ist relativ steif. Durch das Elasthan hat er sich nach 3 Tagen tragen auch noch ein Stück geweitet. Aber bis ich nicht weiß, ob die Kilos, die ich durch diesen Erkältungs-Winter verloren habe, nicht wieder zurück kommen, bleibt die Hose wie sie ist.

Der Schnitt ist übrigens auch von Burda, Nr. 6/2016, Modell 119. Die Taschen habe ich selber dazukonstuiert, das Anpassungs-Drama könnt ihr hier lesen.mmm-22-02-17-6

Mit dem Outfit reihe ich mich heute auf dem MMM, der Plattform für selbst eingekleidete Frauen und Männer, ein.

Das könnte Dich auch interessieren:

pyjamaparty-mmm-08-02-4

Pyjama-Party am MMM

cabanjacke-2

Wintermantel Sew Along Finale der Herzen