Archiv der Kategorie: Me Made Mittwoch

MMM mit Twelve Colors of Handmade Fashion: Gelb im April

Bei Selmin von Tweed and Greet wurde im April nach der Farbe Gelb gefragt. Und obwohl meine Bluse bereits seit über zwei Wochen fertig ist, habe ich mein Ergebnis noch nicht verbloggt. Für einen angemessenen Post zum Thema hat die Zeit einfach nicht gereicht.
Daher mache ich heute etwas, was ich sonst nicht so gerne tue: ich verbinde zwei Blog-Aktionen miteinander.


Die Bluse, die ich heute vorstelle, stammt aus der diesjährigen Januar-Burda. (Ich bin gerade auf einer Reise, darum kann ich die Model- Nummer nicht mal eben nachsehen.)
Als ich die Bluse im Heft gesehen habe, war ich sofort angefixt. Ich wusste auch sofort, welcher Stoff als einziger dafür in Frage käme: Ein sehr stretchiger Satin, den ich von der ersten Annäherung von Marc Aurel mitgebracht hatte. Er wurde mir „nachgekauft“, als ich einen schönen Spitzenstoff vom Tauschtisch fand, aber das ist eine andere Geschichte, und die ist hier bereits erzählt worden.


Im Heft hat die Bluse lange Ärmel, aber selbst bei allerbestem Zuschnitt-Tetris hat es dafür nicht gereicht. Zu nähen ist die Bluse relativ unproblematisch, wenn man erst einmal verstanden hat, wie das Vorderteil in Falten gelegt werden soll. Ich habe zuerst einmal mit dem auskopierten Schnittmuster die Faltentechnik geübt und dann alle Linien mit Heftgarn markiere und zu guter Letzt die eingelegten Falten geheftet, denn sie sollen nicht eingebügelt werden. Die Anleitung ist eine gewisse Herausforderung an das Vorstellungsvermögen. Am einfachsten geht das Nähen hier, wenn man die Nahtzugabe exakt an den Schnitt anzeichnet und dann wirklich präzise zuschneidet und näht. Selbst kleinere Pfuschereien werden hier nicht verziehen.


Beim rückwärtigen Halsausschnitt musste ich massiv anpassen. Ich weiß nicht, ob das an meiner Figur oder am Schnitt oder schlicht und ergreifend an meinen (übertriebenen?) Ansprüchen an die Passform liegt. Aber einen Ausschnitt, der hinten fast 4 cm absteht finde ich persönlich inakzeptabel. Ich habe die Ausschnittkante um 3 cm tiefer gelegt, rechts und links jeweils 1,5 cm in Abnähern versteckt und den Rest in der rückwärtigen Mitte im Reißverschluss verschwinden lassen. A propos Reißverschluss: Natürlich war der erste Versuch beim Einsetzen auf Anhieb perfekt und ebenfalls natürlich musste ich dann nach dem Anpassen des Ausschnittes 3 mal wieder auftrennen, bis die Schößchen-Nähte halbwegs akzeptabel aneinander passten. Und was lerne ich daraus? Beim nächsten Mal wird erst der Halsausschnitt angepasst und danach der Reißverschluss eingesetzt!


Die Hose, ebenfalls aus einem Marc-Aurel-Stöffchen, wird von mir quasi in Dauerschleife getragen und ist hier bereits beschrieben worden.
Das war‘ s zum Thema MeMadeMittwoch, dem Treffpunkt für gut gekleidete Selbstschneider/-innen.
Weil dieser Beitrag aber auch zum Thema „GELB“ gehört, folgen jetzt alle die Gedanken, die mir zu dieser Farbe eingefallen sind.


Für mich gehört Gelb eindeutig zum Frühling: Das fängt schon mit den gelben Krokussen an, die bei mir im Garten diese Jahreszeit einläuten. Die Primeln dürfen sogar einem Gelbton den Namen geben. Die gelben Forsythien zeigen den Zeitpunkt für den Rosen- und Brombeerenschnitt an, weiter geht es mit „Narzissus und den Tulipan“ und (nicht im Garten) gelben Osterküken. Dann leuchtet irgendwann die Wiese im Obstgarten gelb von Löwenzahn, der ist zwar nicht ganz so beliebt, aber hübsch ist es trotzdem.


Beim Nachdenken über Gelb ist mir aufgefallen, dass erstaunlich viele Farbnuancen nach Lebensmitteln benannt werden: Zitronengelb, Buttergelb, Honiggelb, auch Mais Curry und Senf werden gerne zitiert. Warum die Banane nicht Namensgeber sein darf, liegt auf der Hand: Sie fängt mit grün an und endet bei braun, das ist natürlich viel zu wenig eindeutig. Allerdings haben Kartoffeln auch eine sehr schöne gelbe Farbe, und davon spricht kein Mensch. „Vanillegelb“ zu sagen ist übrigens eher falsch, denn die Farbe bezieht sich auf Vanilleeis, und das bekommt seine Farbe von dem Eigelb, das darin ist (Dottergelb!) und nicht von der schwarzen Vanilleschote und schon gar nicht von der Blüte der Vanilleorchidee, die in der Farbe irgendwo zwischen Zitronen und halbreifen Bananen rangiert.


Im Sommer sind in meinem Garten vor allem die Rosen gelb, die Vögel nisten in einem gelben Kasten und im letzten Herbst habe ich ein bisschen „Land-Art“ mit gelben Blättern gespielt. Und die Wespe hat im letzten Jahr im Gewächshaus genistet. So eine tiefenentspannte Sorte habe ich noch nie erlebt, ich hoffe sehr, das die in diesem Jahr wieder bei mir einziehen!
In meinem Kleiderschrank spielt gelb eine eher untergeordnete Rolle, es gibt das das bereits erwähnte Spitzenkleid und dann gab es mal ein Kauf-T-Shirt, das in den Stoffschrank zum upcyclen gewandert ist. Allerdings stricke ich gerade eine gelbe Frühlingsjacke, die wegen erstrickter Nackenwirbelprobleme aber momentan auf Eis gelegt ist. Außerdem liegt da noch ein maisgelbes Viskose/Baumwollgemisch mit Leinenoptik, das unbedingt ein „Simple Stitch“ aus irgendeiner Ottobre von vor ein paar Jahren werden soll, vorzugsweise noch in diesem Frühjahr.
Jetzt ist aber erst einmal das weiße Kleid für den Mai dran, ich habe sogar schon einen Anlass, mal sehen, ob ich das in dieser Woche noch hinbekomme.

MMM: Fashion Style 1/2017 Kleid 24

Weil es einfach nicht warm werden will, habe ich mir noch schnell ein Kleid für die „Übergangszeit“ genäht:

Nr. 24 aus der Januar-Knip/Fashion Style. Aus einem Punto di Roma von Stoff und Stil entstand es in nur vier oder fünf Stunden.

Ein simples 3-Schnittteile Kleid, dessen Pfiff in dem aus dem Vorderteil hochgezogenen und dann umgefalteten angeschnittenen Stehkragen liegt. Durch eine kleine Drehung bilden sich beiderseits des V-Ausschnittes zwei Falten.Die scheinbare Taillennaht auf den Fotos ist eine optische Täuschung, hervorgerufen von den Taillengummis von  Strumpfhose und Unterrock. Im Schnitt ist eine unmotivierte vordere Mittelnaht vorgesehen, deren einziger Zweck zu sein scheint, dass man dann den Ausschnittbesatz auf der Nahtzugabe festnähen kann. Die habe ich gleich erstmal weggelassen und den Besatz unsichtbar mit zwei Stichen festgenäht. Im Rücken soll ein Reißverschluss sein, aber bei einem normal-stretchigen Jersey kann man getrost darauf verzichten und das Kleid einfach über den Kopf ziehen. Meinen Maßen nach Anleitung entsprechend habe ich unterhalb der Taille eine Gr. 38 und oberhalb der Taille eine Gr. 36 genäht und bin mit der Passform sehr zufrieden.

In der rückwärtigen Mitte wird die Naht zur Taille hin um einen Zentimeter eingestellt, um dann im Bereich des Gesäßes 1 1/4 cm ausgestellt zu werden. Das bedeutet in der Gesamtheit 2,5 cm mehr Weite über dem Po , die dann zum Saum hin wieder um einen cm verringert wird.

Dadurch, und durch die langen Abhäher, die durch die Taille gehen, schmiegt sich der Stoff im Rücken wunderbar an und dieser Hohlraum im Bereich der Lendenwirbel, den man so oft bei Kleidern findet, deren Rückenteil im Stoffbruch zugeschnittenen wurde,  entsteht hier nicht.

Konstruktionstechisch bekommt der Schnitt von mir also volle Punktzahl. Das gilt aber keineswegs für die Anleitung. Es gehört ja inzwischen fast schon zum guten Ton, sich über Burda-Nähanleitungen zu beschweren. Kann ich persönlich nicht so nachvollziehen, auch wenn ich zugeben muss, dass die früher tatsächlich mal besser waren, und dass es oft eine Herausvorderung für die bildliche Vorstellungskraft bedeutet, nur nach Text zu nähen. Die Schnitte sind halt oft etwas komplizierter als z.B. in der Ottobre und natürlich sind Abbildungen beim Nähen unschlagbar.

Allen, die sich immer besonders laut beschweren, kann ich jedoch nur dieses Kleid empfehlen. Was ich aber hier beim Ansetzen des Kragenteils am Rückenteil erlebt habe, war unglaublich, und nur mit Hilfe der technischen Zeichnung des Kleides überhaupt zu bewältigen. Jede Standard-Burda-Anleitung ist im Vergleich dazu betreutes Nähen für Anfänger. Also: Schnitt topp, Anleitung sechs, setzen!

Und weiter gehts zum MeMadeMittwoch, wo Nina heute einen sehr schönen französischen Schnitt vorstellt.

Ginkos ’n Roses

Heute grüße ich zum MMM aus dem phantastischen Garten meiner Freundin.

Weil sie gerade keine Zeit zum fotografieren hatte, habe ich ein Natur-Stativ gesucht und gefunden: Kamera in die Astgabel klemmen und hin und her sprinten.

Ich trage heute den Vogue-Trenchcoat, darunter meine Ginko-Norma, eine Strickjacke im Gladiolen-Muster (da sind die ersten Blumen für den heutigen Motto-MMM) und eine neue Bluse:

 

Nr. 120 aus Burda 5/2007. Diese Bluse hatte ich schon bei Brot und Butter im Plan und jetzt ist sie endlich fertig. Ich habe gefühlt Jahre daran genäht, immer in Etappen, und jedes mal, wenn ich sie aus der UFO-Kiste nahm, um daran weiter zu arbeiten, war ich überrascht, wie weit ich doch schon gekommen war, und wie wenig eigentlich noch fehlte. Kennt Ihr so etwas auch? Projekte, an denen eigentlich nur noch wenig fehlt, was sich aber dann doch immer so endlos lange hinzieht, weil es in einem Anlauf doch nicht fertig wird, so dass es wieder in der Kiste landet!(Klick auf Bild macht es groß)

Ich habe die Spitze und die Schleifchen weggelassen, und statt dessen 15 (!) schöne Knöpfe verwendet. Der Blusenstoff mit den Rosen ist eine Ikea-Bettwäsche, aus der ich schon mein Tina-Kleid genäht habe. Die Strickjacke aus dem letzten Herbst-Jäckchen-Knit-Along wurde extra für diesen Stoff gestrickt. Geschlossen sieht sie nicht so gut aus, weil die Ausschnitte nicht so gut zusammenpassen und der oberste Blusenkopf dann blitzt, aber offen bringt sie genau die Wärme, die für dieses Wetter nötig ist.

Ein letztes, verfrorenes Foto und dann geht es zum MMM zurück, der ganz passend zur Jahreszeit unter dem Motto „Blumen“ in allen Farben, Variationen und Formen steht.

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MMM mit Cordjeans und Strickjacke

Heute habe den Bund meiner Hose zum fünften oder sechsten Mal aufgetrennt weil ich immer, wenn ich sie anziehe, mit dem Sitz unzufrieden war.MMM 19-04-2017 (3) Beim Auftrennen fiel mir ein, dass ich den Bund so gelassen hatte, weil ich die rückwärtige Teilungsnaht nicht noch schäger nähen konnte. Aber er stand immer etwas ab ruinierte den Sitz der ansonsten gut angepassten Hose. Also mussten irgendwo andere Abnäher hin. Ich habe zwei kleine jeweils unter den Gürtelschlaufen plaziert. Jetzt habe ich eine gut sitzende Hose, genau wie ich es mag. MMM 19-04-2017 (4)Allerdings sitzt sie jetzt, nach einem Tag tragen etwas lockerer und wirft ein paar Falten mehr.

Schuld am Bund-Dilemma ist der Schnitt. Eine Hose, die unterhalb der Taille sitzt, braucht immer einen Formbund, es sei denn man hat keine Taille und keinen Po. Wenn der Schnitt das nicht berücksichtigt, muss man sich fragen, ob man ihm überhaupt vertrauen will oder ob man nicht ein paar Extrazentimeter und ein paar Tage zum Anpassen einplanen sollte.MMM 19-04-2017 (2)

Wegen des plötzlichen Kälteeinbruches trage ich dazu mein Heidi-Jäckchen.MMM 19-04-2017 (1)

Andere frierende Selbernäher zeigen ihre Kleidung hier beim MeMadeMittwoch.

 

MMM: Anwältin des Weihnachtsmannes

„Wie sehe ich aus?“ frage ich meine Tochter. „Wie die Anwältin des Weihnachtmannes“ sagt sie. Das könnte an der Bluse mit dem Ilex-Muster liegen, die ich heute einmal in einer anderen Kombination trage.

Sonst trage ich sie zu meinem grüngefärbten Kaufdirndl, aber heute wollte ich mal eine andere Kombinaion probieren. Eine schicke Anwältinnen-Aktentasche habe ich zwar nicht, aber eine Laptotasche tut es auch.Unterm 1960’s Coat trage ich den Mandarine-Rock aus der Ottobre 2/2015 aus dem Sommerrock-Sew-Along 2016 und eine Kostümjacke 118 aus Burda 2/2007.

Und so sieht es nur mit der Bluse aus.

Original hat der Rock keine Taschen, die habe ich hinzugefügt. Die Hemdbluse ist übrigens eine modifizerte Burda 118-6-2013 .

Auf dem MMM-Blog schreibt Dodo, dass die meisten Teile ihrere heutigen Garderobe direkt oder indirekt mit dem MMM-Blog zu tun haben, und so ist das hier auch:

Mein Nähen  wird durch den MMM und das Bloggen enorm beflügelt, erst recht, weil ich kein regelmäßiges Nähkränzchen oder anderes Gruppennähen habe und die virtuelle Gemeinschaft für mich eine große Motivation-, Inspirations- und Informationsquelle ist. Das ist einfach immer wieder toll.

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MMM im Bürzelrock (Burda 115 -01-17)

Willkommen bei „Vom Winde Verweht im Spreewald“.Ich zeige heute den Bleistiftrock aus der Januar-Burda, hier  noch einmal ohne Haare im Gesicht.Der Rock mit den interessanten Faltenpartien im eingesetzten Seitenkeil und dem Godet im Rücken hat mich vom ersten Blick an fasziniert. Insgesammt dreimal ist er im Heft und kein einziges Mal wird die Kehrseite gezeigt, das gab mir dann doch zu denken. Wohlmöglich sah das Godet wie ein Bürzel aus?

Ute hat dann  bei der Annäherung den Rock genäht und siehe da, es gab keinen Bürzel. Sie hatte einen grünen Karo-Stoff dafür verwendet, und ein Rest eines ähnlichen leichten Flanells lag auf dem Tauschtisch. Also habe ich frech ihren Rock kopiert. (Merke: Nachahmung ist die höchste Form der Schmeichelei).Hier die windige Rückansicht. Leider hatte ich Ute nicht so genau zugehört, als wir über die Größe sprachen und mir irgendwie etwas von „enger machen“ gemerkt. Ich habe dann munter in Größe 36 zugeschnitten und genäht und den fertigen Rock kaum über die Hüften bekommen! Nachdem ich alle Nähte wieder aufgetennt und auch den letzten halben Zentimeter herausgelockt habe, passt der Rock aber perfekt. Das (oder der?) Godet wird mit einem Stück Futter unterlegt, das nur so breit ist, wie die Lücke im Rock, so dass der Rock seine Form behält. Das Futterstück endet aber eine Handbreit oberhalb des Saumes, so dass man sich im Rock sehr gut bewegen kann. Mit dem Schnitt könnte ich mich glatt an enge Röcke gewöhnen. Die interessante Faltenpartie an der Seite gefällt mir auch, und ich würde gerne mit dem Rock in Serie gehen, dann müsste ich aber erst einmal den Schnitt aufs neue auskopieren, dafür fehlt mir gerade die Zeit und Lust. Stoff hätte ich ja schon noch da…Nett ist, dass man wegen der vielen schrägen Nähte sich kaum Gedanken um die Karoverarbeitung an den Seiten machen muss, nur die Rückwärtige Mitte ist halt etwas tricky. Burda sieht eine höhergesetzte Taille und eine Länge unter das Knie vor, ersteres mag ich nicht, für letzteres war ohnehin nicht genug Stoff da. Der Reißverschluss ist verdeckt eingesetzt, und oben gibt es einen Haken mit einer genähten Schlaufe, ganz so, wie man es vor Erfindung von Nahtreißern gemacht hat. Ich habe noch alte Reißverschlüsse, die ich auf diese Weise gut verbrauchen kann. Eigentlich steht er auch nicht so ab, das sieht auf dem Foto nur so aus.

Der Rock ist das erste Teil meiner neuen Kollektion passend zur roten Strumpfhose und wird heute beim Me Made Mittwoch gezeigt.

Dort zeigt Sibylle ihre neue Latzhose und es gibt wie immer tolle selbstgenähte Kleidung zu bewundern.

Pussy-Hat am Frauentag

Hier im Osten ist heißt der 8. März „Frauentag“. „Früher haben wir immer Fresien im Betrieb bekommen“, erzählte mir einmal eine ältere Kollegin. Als im Westen der Republik Aufgewachsene bekam ich damals große Augen.

Ich begehe den Weltfrauentag heute mit einem nigelnagelneuen Pussy-Hat, schnell gestrickt an den letzten drei Abenden.Dazu trage ich noch zwei weitere Strickstücke, die gänzlich unverbloggt (!) sind , lauter Premieren. Der 1960’s Coat ist ein bereits mehrfach gezeigter Freund. Es liegt halt in der Natur von Jacken und Mänteln, dass man sie quasi in Dauerschleife trägt. Die Lace Stola ist im Sommer gstrickt worden, und im Anschluss zeige ich eine Art Mini-Tutorial für die garstigen Noppen, aus denen sie zum größten Teil besteht. Das Muster „Soft Spring“ von Drops ist natürlich so schön, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat, aber das mache ich nie wieder!

Der Pussyhat passt prima zum Innenleben des Mantels und auch zum vor ein paar Wochen während einer Grippe fertiggestellten Herbstjäckchen. Letzteres ist wohl doch ein bisschen zu kurz zur Hose und ich sollte es besser nur zu Kleidern tragen, bei denen dann keine Bauchröllchen blitzen können.

hier kann man das Gladiolenmuster etwas besser erkennen

Bleiben nur noch die Hose und das weiße Shirt zu nennen. Als ich fertig angezogen war, stellte ich fest, dass alles bis auf Unterwäsche und Strümpfe selbst genäht ist, das fühlte sich schon echt gut an!

 

„Schöne Mütze“ sagte eine Kollegin zur Begrüßung. „Das ist keine Mütze, sondern ein politisches Statement“, war meine Antwort. Ein Zeichen gegen Sexismus, böse Präsidenten und der Solidarität mit allen Frauen, denen es in jeglicher Hinsicht schlechter geht, und deren Rechte (im wahrsten Sinne des Wortes) mit Füßen getreten werden.

Aber es ist eben auch eine Mütze, und ich freue mich total, dass etwas, das eigentlich als nicht  ganz ernst gemeintes Kleidungsstück gedacht war, mir so gut steht. Endlich mal ein Mützenschnitt, den ich tragen kann!

Ich habe die Brigitte-schnell-schnell-Anleitung genommen, aber aus Zeitmangel das Rechteck kürzer gestrickt und dann statt die Längs-Kanten unten bzw oben zu verwenden, sie als Seitennähte genommen. Weil ich sehr locker abkette, war es kein Problem, die kurzen Kanten unten zu haben, es dehnt sich alles prima. Im Gegensatz zur Anleiltung liegt die Mütze schön eng am Scheitel an, nur die Öhrchen stehen ab, so gefällt es mir. Es werden mit Sicherheit noch Mützen nach diesem Schnitt mit anderen Farben und anderen Strickmustern folgen.

Beim heutigen MMM kann man jede Menge Pussy-Hats mit den dazugehörigen Gesamtoutfits sehen.

Hier kommt nun das versprochene Mini-Tutorial zu den Noppen:

In der Anleitung steht, dass man mit abwechselnden rechten Maschen und Umschlägen aus der selben Masche 7 Schlaufen von ca. 1cm Länge stricken soll. Wie das mit den dünnen Nadeln und dem dünnen Garn mit einem vertretbaren Aufwand hinbekommen soll, ist mir ein Rätsel. Ich bin bereits an der ersten Test-Noppe verzweifelt. Und dann habe ich mir folgenden Trick ausgedacht:

Um genügend lange Schlaufen zu bekommen, verwende ich eine Hilfsnadel (hier eine Zopfnadel)

Dann fädele ich die sieben Maschen auf eine Büroklammer. Das geht ganz leicht, weil ich sie zwischen den beiden Nadeln durchschieben kann.Das sieht dann so aus.

Auf der Rückreihe kann ich das Maschenbündel mit der Büroklammer (im Bild schwarz nachgezeichnet) etwas aufziehen, so dass ich die Nadel zum links stricken hindurchschieben kann. Der Faden wird durchgezogen und am Ende wird die Büroklammer entfernt.

Noppe fertig

Danke an meinen lieben Mann, der diese Phasen-Fotos im Urlaub gemacht hat.

Ich verabschiede mich in die Nacht und zum MMM.

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MMM: Weite Hose und Shirt mit Schärpe

Heute trage ich eine weite Hose und ein Burda-Shirt, in das ich mich sofort, als ich die November-Burda im letzten Jahr sah, schockverliebt habe.mmm-22-02-17-5

Über die Entstehung des Shirts (Burda 11/16, Nr. 105) habe ich bereits geschrieben. Als ich es in der Zeitschrift sah, dachte ich : Ausschnitt-Schlitz -ja, Schärpe und Schlitze in der Raglannaht – nein. Die Schärpe wollte ich aber dann doch mal probieren, der Stoff reicht, und ausgetrennt ist so etwas ja auch ganz schnell. Letztendlich durfte sie bleiben, und er Ausschnitt-Schlitz, den ich zunächst weglassen wollte durfte auch dazukommen. So einen Schlitz nachträglich in ein gefälteltes Oberteil zu nähen, ist keine Freude, allerdings war es ein Vorteil, die Schlitzlänge vor dem Spiegel festlegen zu können. Constanze fragte, wie das Shirt sich mit Strickjacken verträgt – ich würde sagen: Geht so, optimal ist es nicht.

mmm-22-02-17-3Das könnte aber an der Jacke (gekauft) liegen, der Kragen ist doch sehr merkwürdig. Ein Jäckchen wie aus der aktuellen Fashion-Style wäre da vielleicht besser.

Seit ich Kompressions-Strümpfe trage, sind enge Hosen nicht mehr wirklich geeignet für mich, denn die Beine krabbeln gerne an den Strümpfen hoch und kommen dann nicht mehr runter. Außerdem bin ich durch die wunderbare Krimi-Serie  „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ von der Mode der End-20-er Jahre angefixt und für weite Hosen hatte ich schon immer eine Schwäche.

Über die Hose habe ich ebenfalls bereits geschrieben. Der Stoff von Marc Aurel in Verl war ursprünglich für eine ganz schmale Hose gedacht und ist für eine weite Hose nur bedingt geeignet, denn er ist relativ steif. Durch das Elasthan hat er sich nach 3 Tagen tragen auch noch ein Stück geweitet. Aber bis ich nicht weiß, ob die Kilos, die ich durch diesen Erkältungs-Winter verloren habe, nicht wieder zurück kommen, bleibt die Hose wie sie ist.

Der Schnitt ist übrigens auch von Burda, Nr. 6/2016, Modell 119. Die Taschen habe ich selber dazukonstuiert, das Anpassungs-Drama könnt ihr hier lesen.mmm-22-02-17-6

Mit dem Outfit reihe ich mich heute auf dem MMM, der Plattform für selbst eingekleidete Frauen und Männer, ein.

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Wintermantel Sew Along Finale der Herzen

Pyjamaparty am MeMadeMittwoch

Letzte Woche war ich krank. Nicht nur das banale Husten-Schnupfen-Halsweh-Geröchel, mit dem ich mich mehr oder weniger seit Anfang Dezember herumschlage, sondern richtig echt mit Im-Bett-Liegen und Tabletten schlucken, damit die Bettdecke nicht so weh tut.pyjamaparty-mmm-08-02-4

Meine alten, ausgeleierten Pyjamas waren nach 3 Tagen des Elends alle in der Wäsche, mir ging es etwas besser und da dachte ich : Der Stoff liegt doch schon gewaschen bereit, näh‘ dir doch endlich deine neuen Pyjamas. pyjamaparty-mmm-08-02-3

Schnitt auskopieren ging gerade so, dann war ich K.O. Aber jetzt bin ich wieder gesund, und zumindest ein Pyjama ist auch fertig. Ich hatte eigentlich nur Stoff für Hosen gekauft, aber mit geschickter Stückelung habe ich auch noch zwei Ärmel aus dem Stoff bekommen. Der restliche Stoff wurde mal für ein Tochter-T-Shirt gekauft, das nie genäht wurde. Die Bündchen stammen von der Annäherung, danke der Spenderin.

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Die Schitte für beide Teile stammen aus der Ottobre. Die Hose ist Nr.5 Loungers aus Ottobre 5/2011. Sie hat Taschen, weil sie als Freizeithose gedacht ist, aber das finde ich bei Pyjamas total praktisch. Für eine Schlafanzughose ist mir der Bund etwas zu niedrig, ich habe die gerne auf der Taille und ein bisschen lose im Schritt, darum habe ich oben 3cm dazugegeben (bzw ein Bündchen angesetzt). Die Weite gefällt mir bei diesem Pyjama gut, aber bei weiteren, die noch folgen sollen, werde ich ein paar cm in den Beinen zugeben. Unten am Saum habe ich für das Bündchen etwas eingekürzt, grundsätzlich wäre die Länge aber gut gewesen, sogar für meine langen Beine. Ich kann mir den unveränderten Schnitt glaube ich auch ganz gut aus Sweatshirt-Stoff vorstellen, als bequeme Lümmel-Hose.

pyjamaparty-mmm-08-02-5Das Oberteil ist die 4 aus der Ottobre 5/2013 und heißt „Basic Monday“. Es ist die Shirt-Variation des Schnittes, der auch als Kleid ausgelegt ist. Für einen Pyjama ist mir der Ausschnitt deutlich zu weit, deshalb habe ich mit Nahtzugabe zugeschnitten und ein Halsbündchen angesetzt. Mehr Zugabe ist bei einem Raglan-Schnitt nicht ganz unproblematisch, denn dann muss die Raglan-Naht angepasst werden, oder der Halsausschnitt steht wohlmöglich ab. Besonders bei diesem Schnitt ist das Risiko recht hoch, denn auf dem Ärmel sind Abnäher, die die Schulter extra ausformen. Im Schulterbereich sitzt das Shirt auch ausgesprochen gut. Im Original ist es deutlich tailliert, aber das mag ich bei Schlafanzügen nicht, also habe ich die Seitennaht begradigt. Der Schnitt hat aber deutliches Potential, und ich bin nicht abgeneigt, das eine oder andere Raglan-Shirt meinem Kleiderschrank zuzufügen.

pyjamaparty-detailsVon dem fast schwarzen Jersey hatte ich übrigens nicht genug, also habe ich im Rücken getrickst und ein Stück angesetzt. Innen habe ich dann von dem bunten Stoff etwas gegengesetzt, jetzt weiß ich auch ohne Brille, wo vorne und hinten ist. Leider hat meine Ovi (Babylock) beim Covern Stiche ausgelassen, daher ist die Ziernaht nicht so professionel geworden, wie ich es mir gewünscht hätte. Weiß irgendjemand, woran das liegen könnte?

Beim heutigen MeMadeMittwoch gibt Meike ihre „Abschiedsvorstellung“ als „Vortänzerin“. Nachdem ich sie 2015 in dieser unsäglichen Nähsendung erlebt habe, war ich sehr froh, sie auf der Annäherung 2016  im persönlichen Gespräch näher kennen zu lernen und festzustellen, was für eine tolle Frau sie doch ist. Sie hat den MMM wunderbar mit moderiert und wird mir dort sehr fehlen. Wie gut, dass man sie ( und auch Karin und Constanze, um die beiden mit zu erwähnen) immer noch auf ihren Blogs lesen kann.

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Heute trage ich Sachen aus den Anfängen meiner Nähblogger-Karriere, also Kamotten, die locker vier oder fünf Jahre alt sind.

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Eine Norma (Ottobre 5/2012) aus einem Tweed-artigem Stoff, der mal ein Rock von meiner Schwester war und die Stoffmark-Jacke.

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Die Verkäuferin hatte diese Jacke genäht und werbewirksam an ihrem Stand aufgehängt, an dem sie dann den Stoff und den Schnitt dazu verkaufte. Bei mir ist dieses Konzept voll aufgegangen, ich habe gleich alles gekauft und die Jacke schnell nachgenäht. dsc_0146

Der Wollstoff ist warm und bequem, sie saß auf Anhieb gut. Eigentlich ist sie zu warm für’s Haus, aber aus irgendeinem Grund kommt die Heizungswärme nicht so gut in meinem Arbeitszimmer an, das mit Abstand der kühlste Raum im Haus ist, und das, obwohl es direkt über der Heizung liegt. Und weil ich ein paar freie Nähtage habe, kann ich den Annährungs-Flow ausnutzen und nähe gleich weiter…

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Beim heutigen MMM ist Luise  Vortänzerin, und sie tut das in einem Rock, für den sie eine tolle Gardine gekonnt upgecycled hat.