Archiv der Kategorie: Me Made Mittwoch

MMM 5.12.2018 Frankreichliebe II

Beim MeMadeMittwoch- Team geht das Abschiednehmen weiter. Heute sagt uns Sybille, ehemals `dasbürofürschönedinge´ auf Wiedersehen und wir dürfen „die Neue“ begrüßen. Durch dieverse Knit-Alongs ist sie ja eigentlich gar nicht mehr so neu auf dem MMM-Blog. Herzlich Wilkommen und vielen Dank, dass Du diese wunderbare Plattform in Zukunft mitgestaltetest, liebe Sylvia. Sylvia bloggt unter Frauenoberbekleidung.

Ich zeige heute Teil II meiner Frankreichliebe-Mini-Kollektion. MMM 5-12-18 (2)

Das Shirt lag schon eine Weile fertig zugeschnitten und ich habe es schnell noch beendet, bevor der WKSA richtig losgeht. Den Stoff habe ich im letzten Frühjahr in einem schlimmen Anfall von Frankreich-Sehnsucht gekauft um später dann zu Hause erst einmal meine geistige Gesundheit in Frage zu stellen. So als ganzes Tuch sah er doch etwas kitschig aus!MMM 5-12-18 Stoff

Aber jetzt, verarbeitet zur Fashion-Style 12/17 Model 8 gefällt er mir wieder gut. Den Schnitt habe ich schon einmal genäht, damals eine Nummer größer. Fashion Style 12-17 Mod 8 (8)

bei dem Stoff damals war der etwas lockere Sitz O.K., aber bei diesem Stoff gefällt es mir enger besser. Beide Male habe ich den Ausschnitt um einige Zentimeter angehoben, das bleibt auch so, falls ich den Schnitt noch einmal vernähe. Ich habe da noch zwei schöne Jerseys liegen, bin aber nicht sicher, ob ich so viele Shirts mit V-Ausschnitt haben will, zumal ich nicht so viele passende Strickjacken mit V-Ausschnitt habe.

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Die Hose dazu ist die mit Hüftpassentaschen versehene Burda #119-06-2016.

Zurück zum Treffen der Selber-Nähenden geht es hier.

 

MMM am 7.11.2018: Eisen-Cardigan und Fashion-Style Nr. 25 aus 5/18

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An diesem wundervollen, sonnig-warmen Herbst-Mittwoch zeige ich endlich meine Eisen-Cardigan. Ich habe sie im Sommer fertig bekommen und seither gefühlt nicht wieder ausgezogen. Stimmt zwar nicht, der Sommer war ja so heiß, aber sie ist eine ständige Begleiterin geworden. Gestrickt ist sie aus Drops Karisma Wolle, erstaunlich wenig kratzig, muss ich sagen. Im Original ist die Wolle dünner, aber ich finde, dass das dickere Garn dem Muster sehr gut tut, denn die schönen Zöpfe im Kragen und an den Blenden verdienen eine deutliche Plastizität. Leider weiß ich nicht mehr, welche Größe ich gestrickt habe, aber ich weiß, wie ich sie gefunden habe. Ich habe mir auf der Musterzeichnung die Maße für meine Größe herausgesucht und dann anhand meiner Maschenprobe berechnet, wieviele Maschen ich dafür anschlagen müsste. Dann habe ich mir die Anleitung ausgesucht, bei der der Anschlag zu meiner Berechnung passte. Eine weitere Änderung ist, dass ich Knöpfe eingearbeitet habe. Wenn es kalt ist, mag ich eine Jacke gerne schließen.

MMM 7.11 (3)Die Jacke ist die ideale Begleiterin. Die rote Farbe der Wolle ist ein ganz erstaunliches Chamäleon –  sie passt zu fast allem aus meinem Kleiderschrank. Zur schmalen Burda-Hose (121 aus 9/2017) genau so gut wie zu meinem neuen Rock aus der Fashion-Style vom Mai. MMM 7.11 (6)

Den Stoff dazu habe ich bei meinem letzten Frankreich-Besuch gekauf, und als ich die FS in den Händen hielt, wusste ich , dass der Rockschnitt 25 genau der Schnitt war, auf den der Stoff gewartet hatte.

MMM 7.11 (7)Ich bin ganz verliebt in den schönen Druck.

Der Rock ist Teil meiner im Mai zugschnittenen Frankreich-Sehnsuchts-Kollektion, an der ich im Augenblick wieder arbeite. Jetzt, da die Gartenarbeitstage wieder kürzer werden, kommt die Nähmaschine wieder mehr zu ihrem Recht.

Heute ist außerdem MeMadeMittwoch, nach wie vor mein Lieblings-Näh-Event und ständige Inspirations-Quelle, da kommt mein über den Sommer vernachlässigter Blog auch wieder zu seinem Recht.

 

MMM 7.11 (12)Die Fotos sind heute mit der Mediendatei verlinkt und werden groß, wenn man sie anklickt.

MMM im Fliegenpilz-Look

Im letzten Monat habe ich vor lauter Gartenarbeit praktisch nichts genäht, und alle die schönen Sommerkleider und  – Blusen, die auf meiner Nähliste stehen, sind noch nicht einmal auskopiert. Dafür habe ich bereits jede Menge Salat und wunderschöne Rosen. Das Leben besteht aus Entscheidungen!MMM 06-06-18 (2)

Mein Kleid habe ich im September 2014 genäht, und erst 2015 öfters getragen. Komisch, gefühlt ist es noch nicht so alt. Der Schnitt ist obenrum Burda 6/2013 Nr. 120 und unten herum ein 360°- Teller Marke selbst berechnet. Ich liebe das Kleid nach wie vor und werde es bestimmt noch eine Weile im Schrank behalten. MMM 06-06-18 (7)

Und natürlich kann man auch damit herumwirbeln.

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Jetzt gehe ich aber zum MeMadeMittwoch, der erfreulicher Weise noch statt findet und schaue mich bei den anderen Teilnehmerinnen um.MMM 06-06-18 (13)

Vielen Dank liebes MMM-Team, dass Ihr Euch nicht von der neuen Datenschutzverordnung habt kirre machen lassen, sondern den Blog weiter betreibt.

MMM mit Burda 2/18 Modell 113

Liebe Passagiere,

Ich begrüße Euch herzlich auf dem Flug MMM 4-4-2018. Die Notausgänge befinden sich rechts und links hinter Euren Sitzen.

Ich zeige heute das Kleid Nr. 113 aus der Februar-Burda.MMM 04-40-18 (5) Der Schnitt bzw. die Anleitung hat für einige Aufregung gesorgt, unter anderem auch bei mir, weil die Angaben zum Schnittbogen falsch waren. (Zur Erinnerung: Schnitt 113 befindet sich auf dem Bogen C mit blauer Kontur, nicht rosa unterlegt).

Mein Mann fand, dass das Kleid mit Halstuch nach Flugbegleiterin aussieht, und ja, dieser Gedanke drängt sich auf. Mit Blumen kann ich aber auch:MMM 04-40-18 (4)Der Schnitt wird als „Masterpiece“ gehandelt, eine Bezeichnung, die ich immer etwas blöd finde, denn viele dieser „Masterpieces“ sind vielleicht anspruchsvoll zu nähen, aber durchaus machbar. Man darf sich nicht von der Bezeichnung abschrecken lassen.

Machbar ist dieses Kleid eindeutig auch, allerdings sollte man sich durch die Nähschule nicht täuschen lassen. Einfach drauf los nähen und den Bildern folgen geht hier genau so wenig, wie bei jedem anderen Burda-Schnitt. Man muss sich vorher ganz genau im Klaren sein, wo der einzelne Schritt hinführt, das gilt ganz besonders für das mittlere Vorderteil, das über die Taille nach unten verlängert ist und in den Rockabnähern MMM 04-40-18 (9)verschwindet.

Ich bin ja keine Freundin von Probeteilen, aber in diesem Fall wäre zumindest ein Probeoberteil von Vorteil gewesen. Wenn die Abnäher genäht sind, wird die Nahtzugabe auf Höhe der Taille eingeschnitten, und dann kann das Oberteil nicht mehr verlängert werden, egal, wieviel Nahtzugabe man noch angeschnitten hat. Ich hätte einen weiteren Zentimeter Oberteillänge gut gebrauchen können. So habe ich von der vorderen Mitte zu den Seiten hin die Taillennaht schräg genäht und einen 3/4 cm im Bereich der Seitennaht und im Rücken gewinnen können. Der Gürtel verdeckt die Unregelmäßigkeit, aber durch die Schnittführung fällt die ganze Mogelei ohnehin nicht auf. Im Bereich der Oberarme habe ich von Anfang an 1cm mehr zugeschnitten, dafür habe ich den Saum um 4cm verkürzt.

Ansonsten bin ich mit dem Sitz des Kleides außerordentlich zufrieden. Für ein Kleid aus Webware ist es überraschend bequem und ich kann mich gut darin bewegen.MMM 04-40-18 (8)Das Modell hat einen Gürtel aus dem Kleiderstoff, mit einer bezogenen Schnalle. Ich habe den Gürtel auch ganz brav genäht, aber er sah derartig unvorteilhaft aus, dass ich froh war, nicht auch noch eine Schnalle bezogen zu haben. Wenn man keine Sanduhr-Figur hat oder so klapperdürr ist, wie das Model in der Zeitschrift, ist ein Gürtel in einer Kontrastfarbe für dieses Kleid besser geeigntet, finde ich.

Das Kleid ist komplett gefüttert und wenn man überall dieselbe Nahtzugabe hat, passt das Futter wunderbar auf die Besätze und in das Oberteil. Einzig die Falten im Futterrock-Vorderteil würde ich erst legen, wenn es  an der Taillennaht befestigt wird.

Genäht habe ich das Kleid aus einem Tweed-artigen Polytierchen mit einem zarten Lurex-Schimmer, den ich auf der Annäherung 2017 bekommen habe. Eigentlich sollte er eine weite Hose mit Bundfalten werden, aber ich bin sehr froh, dass ich nicht  dazu gekommen bin.FischknopfDie Knöpfe sind noch von meiner Mutter, lange gehütete kleine Fische aus Bronze. Zwei von ihnen hatten schon mal ein Gastspiel an einer Cordhose zu Teenager-Zeiten…

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Kleid: Modell 113 aus Burda 2/2018, Größe 38

Änderungen: Oberteil um 3/4cm verlängert, Ärmel am Oberarm um 1cm erweitert, Saum 4cm gekürzt.

Schwierigkeitgrad: Ganz sicher kein Anfängermodell. Erfordert viel Präzision bereits beim Zuschneiden und auch beim Nähen. Und viel Zeit!

Würde ich das Kleid noch einmal nähen? Wohl eher nicht, ein Kleid von der Sorte reicht.

Meine Hände sind schon eingepackt, aber bevor ich mit Euch zum MeMadeMittwoch weiterfliege, möchte ich noch auf den Homewear Sew Along hinweisen, der ab dem 14.4., also Samstag in einer Woche, bei Manuela von Twill und Heftstich und hier auf dem Blog stattfindet. Vielleicht hat ja eine von Euch Lust, mitzunähen. Ich würde mich freuen! Infos findet ihr hier.

MMM: Le 906 von dp Studio Schnittbesprechung

Das ist Le 906,  die „Robe fourreau à plis couchés“, zu Deutsch: „Etuie-Kleid mit Kellerfalten“ von dp Studio.

dp Studio ist eine französische Schnittmusterfirma mit ausgesprochen extravaganten Schnitten. Bei der Schnittmustersammlung zum Weihnachtskleid bin ich auf diese Firma und speziell auf diesen Schnitt aufmerksam geworden und habe ihn mir sofort zu Weihnachten schenken lassen.

So sieht das Kleid auf der Seite von dp Studio aus. Ich war begeistert. Ein edeles, schmales Kleid, in dn ich hoffte, genauso zart auszusehen, wie das Model. Beim genaueren Hinsehen fällt jedoch auf, dass das Oberteil eher blusig ist und dem ganzen einen leicht sportlichen Touch gibt.

Der Schnitt kommt in einer Pappschachtel, ungefähr A4 und 2cm dick. Weder auf dem Umschlag noch auf den Anleitungen ist ein Foto des Modells, es gibt nur eine Konstruktionszeichnung. Der Schnitt selber ist auf festem weißen Papier von ca. 80g/m^2 gedruckt. Die Anleitung ist bebildert und auf französisch und englisch. Mein Näh-Englisch ist nicht so toll, aber ich glaube, die Übersetzung ist etwas holprig. Auf dem Cover der Verpackung ist ein Schwierigkeitsgrad 1/3 angegeben, auf der Webseite und der Anleitung steht der tatsächliche Grad 3/3. Diese Einschätzung ist absolut korrekt, es ist kein Kleid für einen Nähanfänger.

Der Text in der Anleitung ist dürftig, ein paar Schritte fehlen, allerdings helfen die Zeichnungen, auf denen mit Pfeilen gezeigt wird, welches Teil wo zusammengenäht werden soll. Ich hätte mir eine Numerierung der Nähschritte an den Pfeilen gewünscht.

Die Verarbeitung des Ärmels ist das schwierigste am ganzen Kleid, hat man das erst einmal geschaff, ist der Rest einfach. Da im Schnitt 1cm Nahtzugabe enthalten ist, passen alle Teile gut zusammen und bei Rundungen gibt es Passzeichen.

Als Stoff wird ein Material dass „fluide ou un peu sec“, auf Englisch „fluid or dry-handle“ ist, empfohlen. Mit „fließend“ kann ich ja etwas anfangen, aber was ist bitte ein „trockener“ Stoff? Auch die Auflistung weiter unten: Azetat, Acryl, Shantung, Chinz, Baumwolle, Crepe de Chine, Spitze, Flanell, Microfaser, Nylon, Seide, Satin oder Viscose ist nur mäßig hilfreich.

Ich wollte, weil Winterkleid, einen weichen, dünnen Wollkrepp haben, den es natürlich bei uns nicht gab. Nina (Kleidermanie) hatte mich schon vorgewarnt, dass auf der Schulter 6 (!) Lagen Stoff übereinander treffen und einen Stoff, in den haltbare Falten zu bügeln sind, empfohlen. Ich habe einen Wolle/Polyester-Stetch-Gabardine verwendet. Dieser Stoff ist für den Schnitt ungeeignet, obwohl er sehr schön fällt und auch bei den 6 Lagen nicht zu dick ist hat er eindeutig zu viel Stand.

Schon beim ersten Anprobieren war klar, dass die Falten sich ganz unbotmäßig aufblähen. Ich habe also die Faltentiefe gleich in der Mitte längs zugenäht. Auf den Bildern oben seht Ihr das Kleid nach dieser Änderung. Wenn man alles zurechtzupft und sich nicht mehr bewegt, sieht es auch gut aus. Wenn man aber die Arme hebt, kommt so etwas heraus:

Quasi ein Bomber-Oberteil mit engem Rock. 12 x memade Februar (4)

Das Kleid hat einen eigenen Futterschnitt für das Oberteil, der es möglicherweise etwas zusammenhalten soll. Ich habe die Falten auf Höhe der Längsnaht, mit der ich sie schon verkleinert hatte, am Futter festgenäht, jetzt bläht sich das Oberteil nicht mehr so auf, dafür sind die Querfalten am Seitenteil noch mehr geworden.

Das Kleid ist nicht unbedingt so elegant, wie ich es erhofft habe, aber daür erstaunlich bequem, was am Elasthan-Anteil und dem Stetch-Futter liegen mag.

Was habe ich noch geändert an dem Kleid?

Ich habe das Oberteil um 1,5 cm verlängert, die Durchschnitts-Französin ist etwas kleiner als ich. Genäht habe ich eine Größe 40, das entspricht meinen Maßen auf dem Umschlag und passt. Den Rock habe ich um 3cm verkürzt, die Ärmel um 2 cm verlängert, letzteres muss ich allerdings bei jedem Schnittmusterhersteller. Beim Ärmel habe ich unten den Schlitz nicht mit Knöpfen und Schlingen geschlossen, ich habe Angst, das sie dann zu unbeweglich werden. Sie sind recht eng ab dem Ellenbogen, sollte ich den Schnitt noch einmal aus unelastischem Material nähen, werde ich sie auf jeden Fall um 2cm erweitern.

Außerdem habe ich den Rock gefüttert und die Ärmel von Hand gesäumt, die Anleitung sieht da eine Steppnaht vor, das geht gar nicht!

12 x memade Februar 2 (16)

Schnitt: Le 906 von dp Studio

Größe: 40 (frz)

Material: Stretch-Gabardine aus Wolle , Polyester und Elasthan

Futter: Stretchfutter

Verbrauch: 60cm weniger, als angegeben

Würde ich das Kleid noch einmal nähen?

Wenn überhaupt, dann nur aus einem leichten, weichfallenden Viskose-Krepp ohne Stand oder ähnlichem.

Was würde ich noch ändern: Ich würde eventuell das Oberteil und das Futter in den Nahtrillen der Seitennähte zusammennähen, damit die Falten nicht so sehr stark aufspringen können.

Damit geht es zurück zum MeMadeMittwoch.

 

Merry Christmas – oder so…

Heute am Februar-MMM zeige ich mein endlich fertig gestellte Weihnachtskleid.

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Ich habe es bereits bei Chrissy genauer beschrieben.12xmemade Januar (6)

Der Mantel, den ich darüber trage, ist mein geliebter 1960’s Coat aus dem Great British Sewing Bee. Und weil es gerade so richtig kalt ist und der Mantel eher für den Frühling geeignet ist, trage ich meine neue Strickjacke drunter, die ich im Sommerurlaub gestrickt habe.

Es ist die Peggy Sue Jacke von Linda Wilgus, die gibt es bei Ravelry als freien Download. Ich habe sie etwas reichlicher gestrickt und lange Ärmel zugefügt. Verstrickt habe ich Flora von Drops, zweifädig. Es ist nicht die ideale Wolle für diese Jacke, denn sie filzt leicht und dann verlieren die Zöpfe an Plastizität.12xmemade Januar (20)

Um das (wirklich übel zu strickende) Zopfmuster wirklich gut zur Geltung zu bringen, braucht man ein wesentlich stärker gezwirntes Garn, eventuell Drops Merine extra fine oder ein Baumwollgarn.

Nichts desto trotz mag ich die Jacke gerne. Sie ist eine ideale Ergänzung zu Kleidern und echt kuschelig warm. Sie wird von oben nach unten gestrickt, und im Gegensatz zur Miette hat sie keine ausgeklügelte Zunahme und deshalb einen U-Boot-Ausschnitt, den ich eigentlich nicht so schön finde. Die Ausschnitt-Blende wird als erstes gestrickt, wenn man also einen runden Ausschnitt haben will, müsste man mit verkürzten Reihen (eigentlich mit sich verlängernden Reihen ab der Rückenmitte) arbeiten.

Von oben nach unten zu stricken ist sehr praktisch, wenn man möglicherweise nicht genug Wolle hat: erst strickt man bis zur Taille, dann die Ärmel und am Ende macht man die Jacke so lang, wie noch Wolle da ist!

Dodo zeigt heute auf dem MMM-Blog einen tollen Rock der französichen Schnittmusterfirma DP Studio. Mir gefällt deren Programm auch, und bei mir lag deshalb auch zu Weihnachten das Kleid Le 906 unterm Baum, das ich mir demnächst nähen will.

MMM: Lieblingskleid(ungsstück) 2017

Eine schöne Tradition beim MMM ist, das Lieblingskleidungsstück des Vorjahres am ersten Mittwoch des Jahres zu zeigen. Das birgt gleich mehrere Vorteile: Erstens sind alte Fotos erlaubt und für viele von uns ist das aktuelle Foto ja eine Hürde, die oft unüberwindlich zwischen uns und unserem Blogpost steht.

Zweitens, und viel wichtiger, erfordert die Entscheidung über das Liebling-Teil ein gewisses Nachdenken über das im alten Jahr Genähte und ist vielleicht auch Anstoß, um über das Nähen und Bloggen im allgemeinen und im besonderen nachzudenken.

Und dann ist da noch die Frage: Was macht ein Kleidungsstück denn überhaupt zu einem Lieblingsstück?

Die letzte Frage ist für mich relativ einfach zu beantworten: Ein Lieblingsstück ist bequem, hat eine Lieblings-Farbe, die mir gut steht, ist pflegeleicht, alltagstauglich und ich fühle mich darin schöner, besser angezogen und einfach toller, als in anderen Kleidungsstücken. Es versorgt mich mit Energie und guter Laune.

Im letzten Jahr hat genau ein Kleid alle diese Anforderungen erfüllt:MMM 10-05-17 (3)

Es ist aus der Januar-Fashion Style von  2017.

Allerdings gibt es noch ein weiters Kleidungsstück, das ich, seit es genäht habe, andauernd trage:MMM-08-03-17 (5)Diese Hose. Sie ist einfach ein Kleidungsstück, das ich dringend brauchte, um nicht nur in Jeans herumzulaufen. Allerdings ist sie einfach 2cm zu kurz. Das ärgert mich schon, seit ich sie die erste Woche getragen habe. Aber natürlich hatte sie sofort einen weißen Streifen an der Bruchkante, also konnte ich sie nicht einfach verlängern. Neulich machte sogar eine Kollegin eine boshafte Bemerkung darüber und da habe ich dann auch eine praktische Lösung für das Problem gefunden: ich werde einen Aufschlag annähen und damit die alte Bruchkannte verdecken. Jetzt dürfen die Stoffreste in jeder Wäsche mitschwimmen, damit sie den selben Auswaschungsgrad wie die Hose erhalten.

Wegen der Kürze ist fühle ich mich zwar nicht unbedingt besser angezogen oder toller darin, als in anderen Hosen, aber die Alltagstauglichkeit und der wirklich schöne Schnitt, der mir so gut gefällt, gleichen das aus, also : Lieblingsstück? Häkchen dran!

Beim durchsehen der Fotos in der Mediathek meines Blogs habe ich dann noch den Pyjama aus dem Januar gesehen. pyjamaparty-mmm-08-02-3Den hätte ich ja fast vergessen, dabei liebe ich ihn heiß und innig, und der einzige Grund dafür, dass ich ihn nicht morgens wasche, um ihn am selben Abend wieder anziehen zu können ist, dass ich ihn etwas schonen will, damit ich lange etwas davon habe.

Was mich zu den ersten Fragen bringt: Was habe ich überhaupt in diesem letzten Jahr genäht? Viel war es nicht, und das wenige fand auch größtenteils im ersten Halbjahr statt. Eine genaue Auswertung will ich noch machen, die gehört nicht an diese Stelle. Im Sommerurlaub habe ich zwar ganz viel zugeschnitten, aber nichts vernäht. Wie so oft, musste das Nähen hinter den Anforderungen des Alltages, der Familie, des Gartens und des Berufs zurückstehen. Ich bin nicht sicher, ob das O.K. ist, denn Näh-Zeit ist „Ich-Zeit“, also Zeit, in der ich mich um mich selber kümmere, und das ist im letzten  Jahr echt zu kurz gekommen. Das gleiche gilt für das Bloggen. Ich habe noch weniger gebloggt, als Kleidung gefertigt, denn ich habe mir zwei Jacken gestrickt, über die ich nicht eine Zeile geschieben habe, was schade ist, denn sie sind schön, und die eine davon schließt wieder eine Lücke in meinem Kleiderschrank.

Ich nehme mir für diese Jahr nur vor, mich besser um mich selber zu kümmern und mehr Sachen zu tun, die mir gut tun. Dabei wird dann vermutlich automatisch mehr Nähzeit anfallen und wenn ich, ohne mir Druck zu machen, auch noch darüber schreiben kann, werde ich das sicher tun.

Seit Mittwoch zeigen noch viel andere ihre Lieblinge aus dem letzten Jahr auf dem MMM-Blog. Ein schönes, erfolgreiches Näh-Jahr wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen.

MMM mit Burda Titel 9/2017

Heute trage ich die eben fertig gewordene Hose 121 aus Burda 9/2017.

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Natürlich habe ich einen Haufen Änderungen vorgenommen. Die offensichtlichste ist: Die Aufschläge fehlen, dafür ist die Hose lang. Da ich in der Regel wenig attraktive Kniestrümpfe trage, mag ich die 7/8 Längen nicht besonders, und mit Aufschlägen sieht die lange Hose aus „wie zu lang und umgekrempelt“, sagt die Tochter. Stimmt!

Außerdem habe ich die Hose mit Taschen versehen. Hose ohne Taschen geht gar nicht!22-11-17 Burda 09-17-121 (3)

Für Euch getestet: Fotos im Sitzen von der Treppe aus aufgenommen sehen merkwürdig aus.

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Aber es zeigt deutlich, dass die Hose sehr bequem ist und maximale Beweglichkeit bietet. Kunststück, ich habe ja einen bi-elastischen Polyester-Gabardine genommen. Im Schnittmuster steht bei Stoffempfehlungen: „Hosenstoffe mit oder ohne Elasthan-Anteil“. Ich möchte mal wissen, wie dieser schmale Schnitt ohne Elasthan funktionieren soll!

Das Shirt ist übrigens auch ein Burda-Schnitt: Nr.129 aus 1/2011. Er sieht allerdings an vollbusigen Frauen besser aus und erfordert Unterwäsche mit einem graden Ausschnitt.

Für meine Figur mit dem dicken Po betonten Gesäß muss ich den Schnitt immer kräftig anpassen. Dieses Mal habe ich an der hintern Mittelnaht gleich beiderseits 2cm herausgenommen und das rückwärtige Hosenteil zur hinteren Mitte zum Ausgleich um 2cm erhöht. Soviel hatte ich bei der letzten Hose auch geändert. Es hat von Anhieb an gepasst, ich bin sehr zufrieden.

An dem Schnitt mag ich besonders die schmale Passform und den breiten Bund mit dem angeschnittenen Knopfverschluss, der übrigens eine Mogelpackung ist. Durch den Nahtreißer in der Seitennaht ist die Hose schnell genäht (wenn man keine Taschen arbeitet). Meine Taschenbeutel gehen übrigens über die gesamte vordere Seite und werden in der Mittelnaht mitgefasst. Dadurch tragen die Taschen nicht auf und der Bauch bleibt schön flach. Sollte ich die Hose noch einmal nähen, würde ich aber horizontale Nahttaschen in der Bundansatznaht arbeiten. Eventuell probiere ich den Schnitt doch noch einmal mit unelastischem Stoff aus, dann müsste ich aber einiges an Bequemlichkeitszugabe einplanen.

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Noch ein Foto von der Treppe und zurück geht es zum MMM wo lauter gut gekleidete Menschen ihre selbst genähte Kleidung präsentieren.

MMM mit Twelve Colors of Handmade Fashion: Gelb im April

Bei Selmin von Tweed and Greet wurde im April nach der Farbe Gelb gefragt. Und obwohl meine Bluse bereits seit über zwei Wochen fertig ist, habe ich mein Ergebnis noch nicht verbloggt. Für einen angemessenen Post zum Thema hat die Zeit einfach nicht gereicht.
Daher mache ich heute etwas, was ich sonst nicht so gerne tue: ich verbinde zwei Blog-Aktionen miteinander.


Die Bluse, die ich heute vorstelle, stammt aus der diesjährigen Januar-Burda. (Ich bin gerade auf einer Reise, darum kann ich die Model- Nummer nicht mal eben nachsehen.)
Als ich die Bluse im Heft gesehen habe, war ich sofort angefixt. Ich wusste auch sofort, welcher Stoff als einziger dafür in Frage käme: Ein sehr stretchiger Satin, den ich von der ersten Annäherung von Marc Aurel mitgebracht hatte. Er wurde mir „nachgekauft“, als ich einen schönen Spitzenstoff vom Tauschtisch fand, aber das ist eine andere Geschichte, und die ist hier bereits erzählt worden.


Im Heft hat die Bluse lange Ärmel, aber selbst bei allerbestem Zuschnitt-Tetris hat es dafür nicht gereicht. Zu nähen ist die Bluse relativ unproblematisch, wenn man erst einmal verstanden hat, wie das Vorderteil in Falten gelegt werden soll. Ich habe zuerst einmal mit dem auskopierten Schnittmuster die Faltentechnik geübt und dann alle Linien mit Heftgarn markiere und zu guter Letzt die eingelegten Falten geheftet, denn sie sollen nicht eingebügelt werden. Die Anleitung ist eine gewisse Herausforderung an das Vorstellungsvermögen. Am einfachsten geht das Nähen hier, wenn man die Nahtzugabe exakt an den Schnitt anzeichnet und dann wirklich präzise zuschneidet und näht. Selbst kleinere Pfuschereien werden hier nicht verziehen.


Beim rückwärtigen Halsausschnitt musste ich massiv anpassen. Ich weiß nicht, ob das an meiner Figur oder am Schnitt oder schlicht und ergreifend an meinen (übertriebenen?) Ansprüchen an die Passform liegt. Aber einen Ausschnitt, der hinten fast 4 cm absteht finde ich persönlich inakzeptabel. Ich habe die Ausschnittkante um 3 cm tiefer gelegt, rechts und links jeweils 1,5 cm in Abnähern versteckt und den Rest in der rückwärtigen Mitte im Reißverschluss verschwinden lassen. A propos Reißverschluss: Natürlich war der erste Versuch beim Einsetzen auf Anhieb perfekt und ebenfalls natürlich musste ich dann nach dem Anpassen des Ausschnittes 3 mal wieder auftrennen, bis die Schößchen-Nähte halbwegs akzeptabel aneinander passten. Und was lerne ich daraus? Beim nächsten Mal wird erst der Halsausschnitt angepasst und danach der Reißverschluss eingesetzt!


Die Hose, ebenfalls aus einem Marc-Aurel-Stöffchen, wird von mir quasi in Dauerschleife getragen und ist hier bereits beschrieben worden.
Das war‘ s zum Thema MeMadeMittwoch, dem Treffpunkt für gut gekleidete Selbstschneider/-innen.
Weil dieser Beitrag aber auch zum Thema „GELB“ gehört, folgen jetzt alle die Gedanken, die mir zu dieser Farbe eingefallen sind.


Für mich gehört Gelb eindeutig zum Frühling: Das fängt schon mit den gelben Krokussen an, die bei mir im Garten diese Jahreszeit einläuten. Die Primeln dürfen sogar einem Gelbton den Namen geben. Die gelben Forsythien zeigen den Zeitpunkt für den Rosen- und Brombeerenschnitt an, weiter geht es mit „Narzissus und den Tulipan“ und (nicht im Garten) gelben Osterküken. Dann leuchtet irgendwann die Wiese im Obstgarten gelb von Löwenzahn, der ist zwar nicht ganz so beliebt, aber hübsch ist es trotzdem.


Beim Nachdenken über Gelb ist mir aufgefallen, dass erstaunlich viele Farbnuancen nach Lebensmitteln benannt werden: Zitronengelb, Buttergelb, Honiggelb, auch Mais Curry und Senf werden gerne zitiert. Warum die Banane nicht Namensgeber sein darf, liegt auf der Hand: Sie fängt mit grün an und endet bei braun, das ist natürlich viel zu wenig eindeutig. Allerdings haben Kartoffeln auch eine sehr schöne gelbe Farbe, und davon spricht kein Mensch. „Vanillegelb“ zu sagen ist übrigens eher falsch, denn die Farbe bezieht sich auf Vanilleeis, und das bekommt seine Farbe von dem Eigelb, das darin ist (Dottergelb!) und nicht von der schwarzen Vanilleschote und schon gar nicht von der Blüte der Vanilleorchidee, die in der Farbe irgendwo zwischen Zitronen und halbreifen Bananen rangiert.


Im Sommer sind in meinem Garten vor allem die Rosen gelb, die Vögel nisten in einem gelben Kasten und im letzten Herbst habe ich ein bisschen „Land-Art“ mit gelben Blättern gespielt. Und die Wespe hat im letzten Jahr im Gewächshaus genistet. So eine tiefenentspannte Sorte habe ich noch nie erlebt, ich hoffe sehr, das die in diesem Jahr wieder bei mir einziehen!
In meinem Kleiderschrank spielt gelb eine eher untergeordnete Rolle, es gibt das das bereits erwähnte Spitzenkleid und dann gab es mal ein Kauf-T-Shirt, das in den Stoffschrank zum upcyclen gewandert ist. Allerdings stricke ich gerade eine gelbe Frühlingsjacke, die wegen erstrickter Nackenwirbelprobleme aber momentan auf Eis gelegt ist. Außerdem liegt da noch ein maisgelbes Viskose/Baumwollgemisch mit Leinenoptik, das unbedingt ein „Simple Stitch“ aus irgendeiner Ottobre von vor ein paar Jahren werden soll, vorzugsweise noch in diesem Frühjahr.
Jetzt ist aber erst einmal das weiße Kleid für den Mai dran, ich habe sogar schon einen Anlass, mal sehen, ob ich das in dieser Woche noch hinbekomme.

MMM: Fashion Style 1/2017 Kleid 24

Weil es einfach nicht warm werden will, habe ich mir noch schnell ein Kleid für die „Übergangszeit“ genäht:

Nr. 24 aus der Januar-Knip/Fashion Style. Aus einem Punto di Roma von Stoff und Stil entstand es in nur vier oder fünf Stunden.

Ein simples 3-Schnittteile Kleid, dessen Pfiff in dem aus dem Vorderteil hochgezogenen und dann umgefalteten angeschnittenen Stehkragen liegt. Durch eine kleine Drehung bilden sich beiderseits des V-Ausschnittes zwei Falten.Die scheinbare Taillennaht auf den Fotos ist eine optische Täuschung, hervorgerufen von den Taillengummis von  Strumpfhose und Unterrock. Im Schnitt ist eine unmotivierte vordere Mittelnaht vorgesehen, deren einziger Zweck zu sein scheint, dass man dann den Ausschnittbesatz auf der Nahtzugabe festnähen kann. Die habe ich gleich erstmal weggelassen und den Besatz unsichtbar mit zwei Stichen festgenäht. Im Rücken soll ein Reißverschluss sein, aber bei einem normal-stretchigen Jersey kann man getrost darauf verzichten und das Kleid einfach über den Kopf ziehen. Meinen Maßen nach Anleitung entsprechend habe ich unterhalb der Taille eine Gr. 38 und oberhalb der Taille eine Gr. 36 genäht und bin mit der Passform sehr zufrieden.

In der rückwärtigen Mitte wird die Naht zur Taille hin um einen Zentimeter eingestellt, um dann im Bereich des Gesäßes 1 1/4 cm ausgestellt zu werden. Das bedeutet in der Gesamtheit 2,5 cm mehr Weite über dem Po , die dann zum Saum hin wieder um einen cm verringert wird.

Dadurch, und durch die langen Abhäher, die durch die Taille gehen, schmiegt sich der Stoff im Rücken wunderbar an und dieser Hohlraum im Bereich der Lendenwirbel, den man so oft bei Kleidern findet, deren Rückenteil im Stoffbruch zugeschnittenen wurde,  entsteht hier nicht.

Konstruktionstechisch bekommt der Schnitt von mir also volle Punktzahl. Das gilt aber keineswegs für die Anleitung. Es gehört ja inzwischen fast schon zum guten Ton, sich über Burda-Nähanleitungen zu beschweren. Kann ich persönlich nicht so nachvollziehen, auch wenn ich zugeben muss, dass die früher tatsächlich mal besser waren, und dass es oft eine Herausvorderung für die bildliche Vorstellungskraft bedeutet, nur nach Text zu nähen. Die Schnitte sind halt oft etwas komplizierter als z.B. in der Ottobre und natürlich sind Abbildungen beim Nähen unschlagbar.

Allen, die sich immer besonders laut beschweren, kann ich jedoch nur dieses Kleid empfehlen. Was ich aber hier beim Ansetzen des Kragenteils am Rückenteil erlebt habe, war unglaublich, und nur mit Hilfe der technischen Zeichnung des Kleides überhaupt zu bewältigen. Jede Standard-Burda-Anleitung ist im Vergleich dazu betreutes Nähen für Anfänger. Also: Schnitt topp, Anleitung sechs, setzen!

Und weiter gehts zum MeMadeMittwoch, wo Nina heute einen sehr schönen französischen Schnitt vorstellt.