MMM im Januar: Das war mein Nähjahr 2022

Allen, die hier mitlesen, wünsche ich ein gesundes, glückliches und entspanntes neues Jahr. Der Jahreswechsel ist immer eine Zeit der Rückblicke und der neuen Pläne. Was habe ich geschafft, was würde ich genauso machen, was auf gar keinen Fall wieder und was viel besser?

Beim Nähen ist das relativ überschaubar. Ich hatte ein sehr arbeitsreiches Jahr und habe zum Ausgleich auch wesentlich mehr Sport getrieben. Irgendwann müssen auch der Haushalt und der Garten erledigt werden, also ist zwangsläufig die Näh- und Handarbeitszeit hinten runter gefallen. Auf den letzten Metern des alten Jahres habe ich aber neben dem Weihnachtskleid parallel eine Softshelljacke und einen warmen Pyjama fertiggestellt.

Um den Stoff bin ich sage und schreibe ein Jahr herumgeschlichen, bis ich ihn endlich gekauft habe. Ich war schockverliebt und konnte mich doch nicht entscheiden, ihn zu kaufen. Dann habe ich 2021 angefangen, die Jacke zu nähen und wurde vom Winter eingeholt. Im Frühjahr fand ich dieses eindeutige Herbstdesign unpassend, also wartete die Jacke auf den Herbst. Bei der Wiederaufnahme stellte sich heraus, dass der ausgewählte Schnitt „Everyday Wear“ aus der Ottobre 2/2015 maximal ungeeignet für mein Material war. Leicht tailliert, leicht ausgestellt in einem steifen Stoff – ich sah aus und fühlte mich wie eine Preßwurst im Miniröckchen. Fairer Weise sollte ich erwähen, das der Schnitt für ein Material namens Techno Jersey gemacht ist, was auch immer das ist, es wird wohl weich fallen.

Ich habe also alles. was ausgestellt war, abgeschnitten, und dann vier Zentimeter breite Streifen an den Seiten und den Ärmeln eingefügt. Passt. Für die aktuellen Temperaturen ist die Jacke genau richtig. Die Kapuze ist vollkommen überdimensioniert, die würde ich auch noch aufziehen können, wenn ich meine Haar mit Zuckerwasser versteife. aber es gibt Momente, in denen man für eine Kopfbedeckung dankbar ist, und außerdem sieht sie schick aus, wenn sie so den Rücken herunterhängt.

Da man eine Jacke durchaus auch mal offen trägt, habe ich die Kanten der Reißverschlüsse und des Saumes mit Falzband eingefasst. Das gilt auch für die Ärmelsäume, also sollte ich mich jemals entschließen, diese aufzukrempeln, brauche ich mich nicht zu schämen.

Aktuell denke ich noch darüber nach, ein oder zwei Blätter mit dem neuen Reflexgarn von Madeira nachzusticken, für das ich gerade eine Werbung gesehen habe. Ich konnte mich bislang nicht zu einer reflektierenden Applikation entschließen, und so eine nachgestickte Kontour wäre ein guter Kompromiss zwischen Schick und Sicherheit.

Das zweite Stück. das im Jahresendspurt fertig geworden ist, ist mein warmer Pyjama. Als es so kalt war und wir trotzdem wenig geheizt haben, bin ich nach drei durchfrorenen Tagen und Nächten schwach geworden und habe die Stoffe gekauft, ich schrieb darüber ja schon.

Jetzt ist er also fertig, sehr kuschelig und gemütlich. Ich habe beschlossen, dass ich ihn auch als Jogginganzug verkaufen kann und ziehe ihn manchmal freitagsabends noch im Fitness-Studio nach dem Sport an. Zuhause muss ich dann nur noch ins Bettchen kriechen, besser kann ich ein Wochenende kaum einläuten.

Der Schnitt ist mein Standard-Pyjama-Schnitt. Für das Oberteil ist das „Monday Basic“ aus der Ottobre 5/2013, wobei ich aber dieses Mal den Halsausschnitt deutlich verkleinert habe und das bei zukünftigen Pyjamas beizubehalten gedenke. Die Hose ist die Leggins Nr.4 aus der Ottobre 5/2011, oben und unten mit Bündchen ergänzt. Die Taschen der Hose sind sehr primitiv: Laut Anleitung wird der Eingriff umgenäht, und weil das bei einer Rundung ziemlich schlampig ist, habe ich ihn mit einem schmalen Jerseystreifen verstürzt und abgesteppt. Der Taschenbeutel, der zugleich auch die Hüftpasse ist, wird einfach untergeschoben und am Rand aufgesteppt. Und weil das zum Wintermotiv gut passt und ich gerne herumspiele, habe ich diese Stepperei mit einer Schneeflockenkette gemacht.

Wie ich bereits oben erwähnte, habe ich ansonsten nicht übermäßig viel genäht. Meine Weihnachtshose wurde erst im Februar fertig, ist aber seither sehr viel getragen worden. Eine Strickjacke und einen Pulli habe ich auch fertiggestellt, beides war bereits 2021 angefangen worden. Dann noch ein Somerkleid, zwei weitere Leggins und ein Sport-BH (unverbloggt) sowie eine Wanderjacke aus leichtem Softshell mit Wollfutter. Und natürlich das Weihnachtskleid.

Für dieses Jahr hoffe ich auf etwas mehr Nähzeit und auch Zeit zum verbloggen. Der Austausch in der Community ist bei mir eindeutig zu kurz gekommen und es gibt eine Menge angefangener Näh-Projekte, die ich fertigstellen will.

Und jetzt ziehe ich weiter zum MMM und schaue mir an, was im letzten Jahr genäht worden ist.

16 Kommentare

  1. Ich bin auch gerade schockverliebt in den Softshell, es gibt immer entweder einfarbig oder kinderdesign, diesen finde ich so klasse, kann verstehen, dass du rumgeschlichen bist und schön, dass du nun eine Jacke daraus hast, lg Anja

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    • Ja, die Softshells sind unglaublich. Ich habe mir den Schnitt von Carola angesehen, da sind viele Beispiele mit schönen Designs drin, man möchte am liebsten den ganzen Schrank damit füllen.
      lg, Stefanie

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  2. Deine Lösung für die Jacke hat sich ja voll ausgezahlt, Sie ist sehr schön geworden. Ganz beeindruckt bin ich von dem Schlafanzug, die Ottobre Schnitte sind so vielseitig, ich nähe da auch viel draus. G Jeanette

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    • Vielen Dank. Der Pyjama-Schnitt ist wirklich super einfach. Ich habe hier noch einen weiteren zugeschnitten liegen, aus einem Jersey und ein paar weite Hosen werden demnächst auch noch umgearbeitet. Die Ottobre hat wirklich fabelhafte Basics.
      Grüße, Stefanie

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  3. Du schaust in Deiner Softshell-Jacke und Deinem neuen Jogginganzug glücklich und zufrieden aus, strahlst förmlich (soweit man das erkennen kann). Ich finde, dass ist immer ein guter Indikator für den Erfolg eines Nähprojektes und viel, viel wichtiger als die vernähten Meter. Dennoch wünsche ich Dir in 2023 (nicht ganz uneigennützig) mehr Zeit fürs Nähen und Bloggen. Liebe Grüße Manuela

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    • Das Strahlen ist eindeutig die Vorfreude auf die zusätzliche Freizeit, die ich in diesem Jahr haben werde. Dank der neuen, supernetten Kollegin habe ich endlich wieder mehr Muße. Mehr nähen und vor allem mehr Bloggen steht dabei auch auf dem Programm, wenngleich ich dabei auch mehr über den Garten schreiben will.
      LG, Stefanie

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  4. Ich finde, du hast durchaus viel genäht, aber das ist ja immer subjektiv. Jacke und Pyjama sind richtig gut geworden.
    Freue mich, mehr von dir zu lesen. Gerne auch zum Garten, darüber sollte ich auch wieder mehr schreiben. Vielleicht schaffen wir es zusammen?

    LG Miriam

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  5. Deine Neuzugänge sind dir sehr gut gelungen, vor allem der Mantel gefällt mir sehr gut.
    Ich drücke dir die Daumen dass du mehr Nähzeit findest in diesem Jahr.

    LG, Heike

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  6. Bei dieser Jacke stimmt wohl der Spruch: was lange währt wird endlich gut!! Und echt gut ist sie wirklich geworden. Daran hast du sicher lange Freude. Urgemütlich auch dein Schlafanzug. Ganz besonders mag ich das Bild in den Bergen! liebe Grüße und bis bald auf mehr! Ellen

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