MMM : Sommerurlaubs-Mode

Wer kennt sie nicht, die legendäre Szene in „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“, in der Halle Berry aus dem Wasser steigt und auf Bond zugeht? Zum 40.Jubiläum von 007 wurde diese Szene als Hommage an die noch legendärere Szene mit Ursula Andress in „Dr. No“ gedreht. Weniger bekannt ist, dass das Wasser an diesem Drehtag eisig war und die arme Halle Berry halb erfroren, bis sie endlich für den Regisseur „sexy genug“ aus dem Wasser kam.

Ich glaube, jede Frau möchte wie Halle Berry anmutig, schön und sexy aus dem Wasser schreiten. Ich bin da keine Ausnahme an diesem MeMade Mittwoch.Badenixe (2)

Hmm. Nun ja. Natürlich trage ich auch nur einen Einteiler. Aber die eisige Kälte habe ich immerhin geschafft!Badenixe (7)

Schweriner SchlossIn diesem Sommerurlaub habe ich mit  zwei Dingen beschäftigt – wenn ich nicht gerade die touristischen Schönheiten von Mecklenburg-Vorpomern um die Müritz herum besichtigt habe:

Ich hab mir den Badeanzug „Scarlett“ von Sewy genäht.MMM 4.9.19 (2)Und ich habe mich hemmungslos der DNS (Dessous-Näh-Sucht) hingegeben und endlich meinen ersten BH, der nicht so gut gepasst hatte, angepasst und noch etwas andere Unterwäsche genäht, von der ich aber später berichten werde.

Der Badeanzug ist aus diesem Stoff entstanden:MMM 4.9.19 (3)

Ich habe ihn beim Stöbern bei Sewy entdeckt und war spontan schockverliebt. Ich habe mir dann gleich das entsprechende Badeanzug-Nähpaket gekauft – das hier ist übrigens keine Werbung, auch wenn es vielleicht so klingt- , da ist nämlich neben dem Schnitt auch alles andere, wie der Monocup, Badegummi, Powernet und ein passender Bikini-Verschluss sowie die Bügel drin. Da ich bei Badeanzügen blutige Anfängerin bin, finde ich das sehr praktisch, denn so vergisst man nicht die Hälfte der Materialien aus Unkenntnis zu bestellen. Die Nähpakete sind zudem immer recht großzügig bemessen, so dass bei meiner kleinen Größe noch genug Stoff für mindestens einen Bikini übrig ist, der dann im nächsten Jahr genäht werden wird.

MMM 4.9.19 (4)So sieht der Badeanzug ohne die Frau aus. Und ich kann sagen: Badeanzug nähen ist viel einfacher, als befürchtet, aber es ist hilfreich, wenn man schon mal BH’s und Slips genäht hat. Das Wichtigste, aber das gilt für alle Dessous, ist, ganz exakt zu arbeiten. Garade im Cup-Bereich können zwei Millimeter über gute Passform oder herausrutschenden Busen entscheiden.

Ich bin mit dem Schnitt ziemlich zufrieden. Die Anleitung ist gut verständlich und ausreichend bebildert, nur beim Zuschnitt wird das Powernet für das obere Rückenteil unterschlagen, das fällt später dann aber auf. Es empfielt sich unbedingt, die Anleitung gründlich zu lesen, bevor man mit dem Zuschneiden beginnt, manche Schritte erscheinen einem zu Beginn unlogisch und erklären sich im weiteren Verlauf, da ist es gut, wenn man sich vorher ein Bild von der Arbeit macht. Vorne ist der Badeanzug vollständig unterfüttert, an der Brust ist dieser Monocup ( so etwas habe ich vorher noch nie gesehen) eingearbeitet, der vermutlich das Schwimmen auch im Eiswasser ermöglicht. Richtig schwimmen war ich in diesem Badeanzug allerdings noch nicht, nur für die Fotos habe ich ein bisschen geplanscht, weil ich an unserem zweiten Urlaubstag in einen Zelthering gestolpert bin und deshalb ein Loch im Fuß hatte.  Na ja, Süßwasserseen sind eh nicht so meins…

Nachdem ich meinen Fotografen weggeschickt hatte („es reicht, wenn sich einer todfriert“), habe ich mich kurzentschlossen noch einmal aus dem Bademantel geschält und den Wassertauglichkeitstest gemacht. Die gute Nachricht: durch das Badefutter und den Monocup bleibt der Badeanzug blickdicht. Die schlechte Nachricht: Scarlett ist ein Bade– und kein Schwimm-Anzug. Bereits der erste Schwimmzug machte aus dem Monocup ein Mono-Unterbrustband. Und dabei bin ich geschwommen wie eine alte Frau, den Kopf hoch aus dem Wasser! Dieser Badeanzug eignet sich für keinerlei sportliche Betätigung, die über einen Strandspaziergang hinausgeht.Badenixe (9)Hier auf dem Bild sieht man diese Problematik ganz gut, und dabei habe ich nur die Arme ein bisschen angehoben!

Ein Grund dafür könnte sein, dass der Schnitt für eine Körpergröße von 1,68 ausgelegt ist und ich 1,70 groß bin. Ich habe zwar den Schnitt nach Anweisung verlängert, aber möglicherweise reicht das nicht aus. Vielleicht habe ich auch den falschen Monocup gewählt, aber da der Bügel gut passt, glaube ich das eher nicht. Der Schnitt ist einfach sehr tief dekolletiert. Ich kann die Träger noch ca. einen Zentimeter nach innen versetzten, ohne dass es spießig aussieht, und auch noch ein paar Zentimeter einkürzen. mal sehen, was das bringt. Wenn ich mich allzu unwohl fühle, werde ich oben an den Cup zwei halbmondförmige Verlängerungen anbringen und die Ansatznaht eventuell mit einer schwarzen Paspel verzieren.

Nocheinmal nähen werde ich den Schnitt sicher nicht, aber er ist als gute Basis für eine Eigenkonstruktion geeignet. Ich habe bereits die Beinausschnitte geändert, die waren mir zu flach. Als Vorlage für die neuen Beinausschnitte habe ich den Acacia-Slip von Megan Nielsen (gibt es als Gratis-Download), meinen bevorzugten Unterhosen-Schnitt, verwendet, die Gummibänder aber, wie bei Sewy angegeben, mit 20% Abzug hinten und 10% Abzug vorne genäht. Diese unsymmetrische Verteilung hat sich bewährt, der Badeanzug rutscht nicht vom Po runter.

Ansonsten hatte ich fast nur selbstgenähtes mit im Urlaub. Die Obelix-Hose hat es nicht ins Gepäck geschafft, weil ich die erst noch ändern will, aber dieses Outfit zeige ich mal exemplarisch für einen kühlen Tag :

MMM 4.9.19 (5)Tardis-Jeans, Eisen-Cardigan und das Top aus der Fashion-Style. Hintergrund: Italienisches Rondell hinter dem MV-Landtag.

MMM 4.9.19 (7)

Ebenda, allerdings auf der Schloss-Seite, genauer gesagt vor der Orangerie. Wunderschön angelegter Schattengarten, da jauchzt das Gärtnerherz.

 

 

21 Gedanken zu “MMM : Sommerurlaubs-Mode

    1. Durch die Anpassung des BH’s ist mein Dessous-Näh-Knoten geplatzt, hoffe ich. Ich habe Mengen von Material gebunkert und das Nähen immer vor mir hergeschoben. Da kommt auf jeden Fall noch was nach!
      LG, Stefanie

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  1. Ha ha ha, rund um die Müritz … und dann ist das Schweriner Schloss zu sehen, sehr spaßig 😉 Ich ziehe meinen Hut vor Dir, BAdeanzug nähen ist zwar nicht schwer, aber doch mühsam und ein gutes Ergebnis ist kein Selbstläufer. Dein Anzug sieht sehr schön aus, auch wenn die Passform noch nicht 100% ist. vielleicht brauchst Du doch noch etwas mehr Länge im Oberkörper, ich muss da zwar immer kürzen, aber wie schön, dass wir als Näherinnen uns die Schnitte passend machen können. LG Kuestensocke

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    1. Wenn man sich erst einmal aus dem Spreewald bis zur Müritz vorgearbeitet hat, wird der Radius rund um die Müritz etwas weiter gefasst ;). Schwerin ist auf jeden Fall einen Ausflug wert! Ich denke auch, dass ich den Rumpf etwas verlängern müsste, aber beim Zuschnitt habe ich mich nicht getraut, aus Angst, der Stoff könnte sich nass zu sehr ausdehnen. Beim nächsten Badeanzug weiß ich es besser. Das ist ja auch das Gute, man lernt halt mit jedem Stück dazu.
      LG, Stefanie

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  2. Der Badeanzug sieht ja toll aus! Spontan fällt mir zu der Rutschproblematik ein, dass man ganz rigoros ein Unterbrustgummi von Seitennaht zu Seitennaht nähen könnte und dabei die Cups leicht mitfasst (ähnlich wie bei einem BH auch). Dann hättest du zwar vorne eine sichtbare Naht, aber ich kann mir vorstellen, dass es hilft…
    LG Maria

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    1. Liebe Maria,
      das ist eine gute Idee, und vermutlich kann ich das unsichtbar hinbekommen, wenn ich das Gummiband nur auf den Cup nähe. Besonders, weil der Verschluss auf der Rückseite wie ein BH-Verschluss konstruiert ist. Allerdings komme ich um eine Vergrößerung des Cups nicht herum, macht aber auch nichts, da habe ich schon eine Idee.
      Vielen Dank, Stefanie

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  3. Schön, das du so mutig warst, dich im Badeanzug zu zeigen; nur am Bügel sieht er längst nicht so gut aus, wie an der Frau.
    Ich drück die Daumen, dass du ihn noch schwimmtauglich hinbekommst.
    LG von Susanne

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    1. Danke, ein kleiner Unterschied zum Strand ist es schon, das stimmt. Inzwischen habe ich das Beitragsbild von Vorne gegen das von Hinten ausgetauscht, da hat mich der Mut etwas verlassen. Für die Schwimmtauglichkeit habe ich schon einen Plan, oben kommt was dran und eventuell probiere ich das mit dem Unterbrustband aus, was Maria vorschlägt.
      LG von Stefanie

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  4. Bei dem Namen Scarlett muss ich sagen, denke ich auch eher an Sonnenbaden im Liegestuhl an der Riviera als an sportliche Betätigung in eiskaltem Wasser. Und in dem Stoff ist der Badeanzug wirklich filmreif! Wenn das Dein erster Versuch ist, bin ich schwer beeindruckt. Beim BH Nähen habe ich bis heute nicht die erste Schwelle geschafft, vielleicht sollte ich endlich auch mal so ein Paket bestellen. Liebe Grüße Manuela

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    1. Vielen Dank Das Nähen war wirklich nicht schwer, nur zeitraubend, weil ich ziemlich pingelig gearbeitet habe. BH-Nähen ist auch nicht wirklich schwer. Wir sollten das einfach mal zusammen machen! Wie wär’s?
      Liebe Grüße, Stefanie

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  5. Ha, ich habe neulich beim Schwimmbadbesuch meine zugegeben gekaufte Bikinihose in einem Strudel verloren, weil ich auf jedem Arm ein Kind hatte! Sofort danach habe ich Badelycra bestellt und jetzt muss ich da irgendwie ran… Dein Beitrag macht Mut. Ich brauche noch ein paar Kleinigkeiten, da ich natürlich kein Paket bestellt habe… Dann näh ich mich auch Bademode, das scheint ja machbar! 😉 LG Sarah

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    1. Oh, Du Arme! Badehosen verlieren ist ein echter Alptraum!.
      Im Prinzip ist das Nähen von Badebekleidung nicht viel schwieriger als jede andere Jersey-Verarbeitung, Leggings zum Beispiel. Du nähst halt mit negativer Bequemlichkeitszugabe, das heißt, Dein fertiges Kleidungsstück ist enger als Dein Körperumfang. Und auch kürzer. Wichtig ist, dass Du Badegummi verwendest, das ist Chor-resistent und weitet sich nicht, wenn es nass wird, und ich denke auch dass man die Gummis immer leicht gedehnt aufnähen sollte. Sewy empfiehlt 5% bei geraden Kanten, 10%-15% bei Rundungen, dann sitzt hinterher alles schön stramm. Viel Erfolg und viel Spaß.
      Liebe Grüße, Stefanie

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  6. Toll sieht der Badeanzug aus, und kaum zu glauben, daß das Dein erster Versuch ist! Die Paßform sieht super aus, und daß er nicht so tauglich zum Schwimmen ist, das kenne ich auch gut von Kauf-Badeanzügen. Ich habe hier auch noch so ein Nähpaket von Sewy liegen, allerdings für einen BH. Irgendwann muß ich mich mal dran machen, und Dein Beispiel macht mir Mut!
    LG Barbara

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    1. Ja, es gibt eindeutig Badeanzüge, in denen man besser keinen Startsprung macht! Für so etwas bevorzuge ich dann doch die Modelle einschlägiger Sportbekleidungs-Hersteller. (nicht dass ich so etwas viel machen würde, ich bin mehr so die Gelegenheitsschwimmerin). Bis auf die flachen Cups gibt es auch absolut nichts zu meckern an dem Schnitt, ich kann ihn echt empfehlen. Und BH-Nähen macht einfach Spaß. Es gibt zwar haufenweise Schritte, die man machen muss, da lernt man auch einen Industrie-BH ganz anders wertzuschätzen, aber man wird am Ende regelrecht süchtig danach. Ich finde die Nähpakete von Sewy sehr gut für den Anfang, empfehlen kann ich auch die Posts von Julia und Mema aus dem BH-Sew-Along. Ich versuche sp schnell wie möglich Zeit für einen BH-Post zu finden, dann verlinke ich alle Beiträge, die ich persönlich am hilfsreichen fand.
      Viel Erfolg beim Dessous-Nähen,
      LG, Stefanie

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  7. Danke für die so ausführliche Beschreibung und vor allem auch den Tragetest.
    Mittlerweile habe ich ja drei Badeanzüge genäht und meine Erfahrung lehrt mich, daß Badefutter sehr sehr wichtig für die Paßform im nassen Zustand ist. Außerdem können die schmalen Träger bei diesem Modell den Stoff nicht an Ort und Stelle halten, wenn der Stoff naß ist. Da Du ja noch Stoff übrig hast: Wäre es nicht besser, die Träger so wie hier bei diesem Badeanzu von mir
    https://naehfreundin.blogspot.com/2019/08/burda-72019-modell-112-der-tragetest.html

    oder aber generell breiter und mit mehr Stoff, also keine Spaghettiträger, zu nähen.
    Ich denke, da wirst Du noch mehr Freude an diesem schönen Modell haben, der Badeanzug steht Dir nämlich gut.
    Liebe Grüße
    Susan

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    1. Liebe Susan,
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar auf meinem Blog. Ich habe mir Deine Posts im Vorfeld angesehen, weil ich den Burda-Badeanzug im Heft auch sehr schick fand. Ich fand das damals klasse und mutig, dass Du Dich mit dem Anzug gezeigt hast und auch die Schwächen des Badeanzuges so gut beschrieben hast. (Leider habe ich nur mit dem Handy in der Mittagspause geguckt, da kann man nicht kommentieren 😦 ).
      Jetzt, im Vergleich fällt mir auf, dass bei Sewy das Badegummi immer leicht gedehnt eingesetzt wird, meistens 10-15%. Dann wird mit 3-fach Zick-Zack drübergenäht.
      Ich verwende übrigens Stretch-Nadeln für elastische, dünne Jerseys, die haben hier auch sehr gut funktioniert. Außerdem habe ich mir für das Nähen von Jersey ganz dünne 0,4mm Stecknadeln gekauft, die verbiegen zwar schneller, aber die normalen Nadeln rutschen oft nicht durch das feine Maschengewebe durch und verziehen alles, oder sie hinterlassen Löcher.
      Zu meinem Trägerproblem: Tatsächlich habe ich für meinen geplanten Bikini ein Oberteil wie Deines in der engeren Auswahl, aber bei meinem Badeanzug gefällt mir dieses Dekolletee gerade gut. Die Träger sind auch eigentlich sehr stabil, sie sind nämlich mit Badegummi gefüllt, es ist eher ein Problem der Position, aber in der Mitte der Cups sähen sie ziemlich unsexy aus. Das Hauptproblem besteht m.E. darin, dass die Cups sehr flach sind und die Brust nur knapp bedecken. Ich werde also erst einmal dort erweitern und erst dann über die Träger nachdenken.
      Liebe Grüße, Stefanie

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      1. Ich glaube, man muß bei jedem Material die Nadeln neu austesten. Auf deine weiteren Posts zu diesem Thema bin ich sehr gespannt und werde das weiter verfolgen, auch wenn ich nicht jedes Mal kommentiere. Das schafft ja keiner….
        Liebe Grüße
        Susan

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  8. Danke für deinen ausführlichen Bericht zu dem Badeanzug. Ich selber habe bislang Werder BHs noch Badekleidung genäht und stelle mir dies sehr schwer vor.
    Dein Badeanzug gefällt mir sehr gut.

    LG, Heike

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