Adventskalender 2013 : 1. Dezember

1-12-13Heiligabend

Es war Heiligabend. In der Familie Schuster wurde beschert. Der zehnjährige  Thomas packte das Geschenk seiner Großeltern aus. Die Schachtel war groß und schwer. Er wunderte sich. Was um alles in der Welt hatten die Großeltern denn in das Paket gesteckt? Er hatte sich Mario cart für den Nintendo gewünscht. Das war doch nicht so groß und schwer! Bestimmt hatte Oma ein paar Steine dazu gepackt, um ihn zu verwirren. Das Einwickelpapier fiel zu Boden, er hob den Deckel der Schachtel –  vor ihm lag eine kleine Lok. Sie war aus Holz, wunderschön geschnitzt und bunt bemalt. Dazu gab es einige Wagons, Bäume, Häuser und Schienen. Alles war bildschön gearbeitet – aber es war kein Nintendo-Spiel. Thomas packte Stück für Stück aus, vielleicht war das Spiel ja zuallerunterst. Aber da war nichts.

„Und? Gefällt dir dein Geschenk?“, fragte der Großvater mit leuchtenden Augen. „Wir haben sie auf einem ganz außergewöhnlichen Weihnachtsmarkt gefunden. Ein Mann in meinem Alter hat sie gemacht. Ich wünschte, du hättest sehen können, was es da alles gab.“

Thomas war wütend. Normalerweise wäre er begeistert gewesen, denn er liebte Eisenbahnen. Aber was war denn wohl der Sinn von Weihnachten, wenn man nicht mal das bekam, was man sich gewünscht hatte?!

„Nein“, sagte er. „Ich wollte Mario cart und keine dämliche Eisenbahn für Kleinkinder. Das da kannst du behalten.“

Die Großeltern sahen betroffen aus, Thomas Eltern waren entsetzt und Thomas wurde ins Bett geschickt.

Ein paar Straßen weiter wohnte Familie Schneider. Auch hier wurden Geschenke ausgepackt. Klara, ebenfalls zehn Jahre alt, packte das Geschenk von ihrer Tante aus. Aus dem Paket zog sie Puppenkleider. Einen Regenmantel mit Hut und Stiefeln aus kariertem Wachstuch, bunte Leggins, fetzige Jeans und, und, und. Eine komplette Garderobe lag am Ende vor ihr. Zuunterst lag noch eine weitere Schachtel im Paket. Aha, das war wohl die Barbie-Feenprinzessin, die sie sich gewünscht hatte. Aber was sollten denn bloß alle diese Kleider? Für eine Barbie waren sie viel zu groß. Eilig öffnete Klara die Schachtel – und zog eine Puppe heraus. Sie hatte ein gemaltes Gesicht, braune Haut und helle Haare. Sie sah völlig anders aus, als alle Puppen, die Klara je gesehen hatte.

„Ich war auf einem phantastischen Weihnachtsmarkt, da gab es alle diese schönen Kleider. Sie waren auf einer Puppe wie dieser hier ausgestellt, und da fiel mir meine alte Sasha-Puppe ein. Ich habe sie bekommen, da war ich so alt wie du. Sie war meine Lieblingspuppe, aber jetzt sollst Du sie haben.“

„Das ist aber keine Barbie-Feenprinzessin!“, schrie Klara. „Du kannst deine olle Puppe gern behalten.“ Damit warf sie die Puppe ihrer Tante vor die Füße.

Klara musste nicht ins Bett geschickt werden, sie ging von selber und sah nicht, wie ihre Tante die Puppe aufsammelte, ihr über das Haar strich und sie auf den Gabentisch setzte.

In der Nacht passierte etwas sehr Merkwürdiges. Sowohl bei Klara als auch bei Thomas stand plötzlich der Weihnachtsmann vor dem Bett, und zu beiden Kindern sagte er dasselbe:

„Du hast Menschen, die dir eine Freude machen wollten, verletzt und beleidigt. Du verdienst ein solches Geschenk gar nicht. Aber das Schlimmste ist, dass du nicht begriffen hast, was Weihnachten eigentlich bedeutet. Also muss ich dir das beibringen. Komm mit!

Adventkalender 2012

Adventkalender für Kinder

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