Leben auf dem Dorf

Heute jätete ich vor unserem Haus an der Straße das Unkraut, als eine meiner „Lieblingsnachbarinnen“ von ein paar Häusern die Straße rauf auf mich zu trat. Sie wollte zu meiner direkten Nachbarin ( das ist die, mit der ich praktisch kein Wort mehr rede), die aber nicht öffnete. Es entspann sich folgender Dialog, den ich simultan übersetze:

Sie: Ich hätte sie heute fast nicht erkannt (Du siehts heute aus, wie der letzte Mensch (Ich hatte mückendichte Sachen an, Jeanslatzhose, Outdoorhemd,alter Lederhut, Stiefel))

Ich: Tach Frau X ( mich ostentativ dem Unkraut zuwendend)

Sie: Viel Unkraut, was? (Sieht echt schlampig aus, dein Beet)

Ich: Nein (ohne aufzublicken) (Lass mich bloß in Ruhe, mit dir rede ich nicht)

Sie: Das Gras ist ganz schön lang (Du musst hier mal mähen)

Ich: (keine Antwort, über das Unkraut gebeugt)

Sie: Das Gras ist ganz schön lang ( Mäh gefällgst!)

Ich:  (nachdem ich kurz über „Was geht sie das bitte an?“ nachgedacht habe):

Kann schon sein (ohne aufzublicken)( Geht dich gar nichts an, zieh Leine)

Letzteres tat sie dann auch , ihr Glück.

Dann erwischte mich meine Nachbarin am Komposthaufen, der einzigen Ecke im Garten, wo nur ein Maschendrahtzaun die Grundstücke trennt. Ich sah sie,  drehte mich sofort wieder um und fing an, Grasschnitt zum Mulchen auf die Schubkarre zu häufen.

Sie: Du musst das Zeug da vom Zaun abmachen, das ist giftig. Ich komme da ja nicht ran (Bilde dir ja nicht ein, du könntest mich ignorieren)

Ich (zu gut erzogen, um mich taub zu stellen, aber mit dem Rücken zu ihr) : Ich weiß.

Sie: Ich weiß, ich weiß, warum machst du es dann nicht?! (Schau mich an, wenn ich mit dir rede und gehorche gefälligst)

Mir reißt die Geduld. Zwei von der Sorte an einem Tag ist mehr, als ich verkraften kann. Ich: Mein Unkraut, mein Problem! (Du kannst mich mal!) Sie: Werd ja nicht frech mit mir!

Ich : —

Leider habe ich ihr nicht hinterher gelacht.

2 Antworten zu “Leben auf dem Dorf

  1. Ohje! Was ist denn bei euch los? ;(
    Und ich bemängele die Anonymität in der Stadt.

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    • So sind sie hier auf dem Lande! Die Frauen im Dorf (nicht alle, muss man gerechterweise sagen) tragen ihre Haare nicht nur als Damenbart, sondern besonders auf den Zähnen. Schlimm nur wird es, wenn sie die Kinder mit Süßigkeiten und jungen Kätzchen anlocken, um sie dann auszuhorchen (erinnert einen irgendwie an die Knusperhexe, was?)

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