Mantel-Sew-Along: Einlagen und Futter

Heute dreht sich alles um Einlagen und Futter.

  • Brauch ich nicht, mein Stoff ist warm genug.
  • Welches Futter soll ich wählen, damit ich nicht friere?
  • Der Schnitt sieht kein Futter vor, wie konstruiere ich mir einen?

Beim Auskopieren des „Ramie“-Schnittes in Größe 42, also 2 Nummern größer, als ich eigentlich brauche, habe ich festgestellt, dass das Ärmelloch groß genug ist für den „Alma“-Ärmel. Im Umkehrschluss sollte also auch der „Ramie“-Ärmel weit genug sein, und weil er die etwas schickere (wenn auch weniger bewegliche) hohe, leicht eingehalten Armkugel hat, habe ich beschlossen, nicht aus zwei Schnitten einen neuen zu basteln, sondern beim Original-Schnitt zu bleiben.

Mein Schnittmuster sieht ein Futter vor, dazu muss man an dem Schnitt für den Oberstoff an einigen Stellen etwas zugeben für die Beweglichkeit und die Besätze abtrennen. Das ist größtenteils eingezeichnet. Nicht eingezeichnet, aber hochinteressant, ist die Anweisung: „An den Seitenkanten der vorderen und rückwärtigen Oberteile sowie der Ärmel dicht am Armausschnitt 5mm zusätzliche Nahtzugabe dazugeben.“ Das habe ich noch nirgends gesehen, finde es aber echt gut, denn gerade im Bereich des Armloches hat man oft Spannungen mit dem Futter.

Ich werde möglicherweise aber gar keine zusätzliche Weite zum Futter dazugeben, weil mein Futterstoff etwas sperrig ist. Aktuell hoffe ich, dass das alte Winterfutter aus dem elterlichen Trenchcoat ausreicht, wenn nicht, werde ich ein Steppfutter nehmen, das noch bei mir herumliegt. Ich hoffe allerdings, dass es dazu nicht kommen muss, denn ich kann Steppfutter nicht leiden, und ich bin nicht sicher, ob der Mantelstoff das verträgt. Wenn er nicht schwer genug ist, wird er vom Steppfutter unangenehm versteift und das sieht dann vermutlich echt blöd aus. Als letzte Möglichkeit wäre da noch etwas dünner Molton, den ich mal zum Krawatten-Nähen als Einlage gekauft habe, aber dann wird der Mantel wohl nicht warm genug. Den Rest meiner Klima-Wattierung , den ich von der roten Caban-Jacke übrig habe, zu nehmen, erscheint mir zu warm.

Für’s Erste habe ich den Oberstoff zugeschnitten, und weil die Farbe im Stoff wirklich ziemlich ungleichmäßig ist, sind die abgekettelten Teile mit einer Portion „Tiefseegrün“ in der Waschmaschine. Der Stoff ist bereits zweimal gefärbt worden, bin gespannt, ob er überhaupt noch Farbe annimmt. Der Schnitt (ich erinnere : die Ottobre spricht von einem „City-Mantel“) sieht keinen echten Verschluss sondern nur drei Häkchen vor. Das ist mir aber viel zu kalt, und deshalb habe ich mich für einen Metall-Reißverschluss als Design-Element entschieden. Aktuell ist er noch rot, aber ich hoffe, die Waschung mit „Tiefseegrün“ wird ihn umfärben. Zumindest Polyamid nimmt diese Farbe gut an, ob die RV-Bänder allerdings daraus und nicht aus Polyester sind, weiß ich nicht. Wie man sieht, ist er aus einer alten Jacke recycelt, mal sehen, ob ich da etwas brauchbares bekomme.

Die Einlage, die die Ottobre vorsieht, ist die leichte, bielastische G785. Für meinen Stoff gänzlich ungeeignet, weil zu leicht. Ich werde sie nur im Bereich der Säume verwenden und ansonsten die H 410 mit den Fäden in Längsrichtung, die stabilisier hier besser. Interessant ist auch hier wieder, dass der Ärmel im Bereich der eingehaltenen Ärmelkugel mit Vlieseline stabilisiert werden soll, in wie weit man dann die Rundung einbügeln kann, frage ich mich noch. Bei einem Wollvelours würde ich das komplette Rückenteil mit Vlieseline verstärken. Bei meinem Stoff frage ich mich, ob es tatsächlich reicht, wie vorgesehen nur die Kanten zu verstärken.

Erstmal das Färbeergebnis abwarten, möglicherweise ist der Stoff bei 60° noch einmal eingelaufen und ich kann mir einen neuen suchen, wodurch diese Überlegungen allesamt hinfällig werden dürften.

Beim nächsten Treffen gibt es mehr zu berichten. Jetzt verlinke ich diesen Beitrag noch einmal bei Anke von Grenzgänger-Design. Sie hat ihren Futterschnitt selber konstruiert und beschreibt ganz genau, wie so etwas geht.

2 Kommentare

  1. Tiefseegrün klingt sehr poetisch! Ich liebe diese klangvollen Bezeichnungen für Farben. Was Deinen Stoff betrifft, fehlt mir nach wie vor die Phantasie für einen Mantel dafür. Aber natürlich lasse ich mich gern eines Besseren belehren. Welche Vlieseline und wo fällt mir daher auch schwer von hier aus zu beantworten. Am Bildschirm sieht der Stoff wie ein japanischer Dobby Stoff aus. Aber vermutlich täuscht das total… Liebe Grüße Manuela
    P.S. Du hast Dich, glaube ich, vergessen zu verlinken…

    Liken

Deine Meinung interessiert mich

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.