MMM: Burda 3/2015 Nr.127 ist besiegt

Ich habe als Beitrag zum heutigen Wickelkleid-MMM das Schreckenskleid aus der Burda 3/2015 angegriffen und besiegt.DSC_0808Im allgemeinen mag ich keine Wickelkleider. Die Modelle aus Jersey neigen dazu, eine Brust recht unvorteilhaft nachzumodellieren und aus Webware sind sie oft recht bieder. Außerdem ist mir der Gedanke, bei einem Windstoß oder einem größeren Schritt bis zur Unterwäsche entblößt zu werden, sehr zuwider.

Als ich jedoch das Kleid aus der März-Burda gesehen habe, hatte ich spontan diesen Stoff im Sinn. Es ist die alte Gardine, die in meiner Kindheit bei meinen Eltern am Fenster über dem Esstisch hing. (Ich komme mir vor, wie Scarlett o’Hara, nur ohne grünen Samt) Total 60-er Jahre, die Gardine, ein schwerer Baumwollsatin. Nicht gerade, was Burda für dieses Kleid vorsieht, aber vom Muster her passend zu diesem leicht japanisch-angehauchten Schnitt. Außerdem ist es gar kein echtes Wickelkleid, der Rock ist nämlich geschlossen. Die Vorderteile werden oben nur übereinander gezogen und es entsteht eine Falte (die ich in diesem Stoff wohl besser bis zum Saum bügeln sollte).

Dann hat Anmasi dieses Kleid alias den Palmensack genäht, und das Kleid wanderte erst einmal von meiner Liste. Einen Monat später präsentierte Burda ein weiteres (echtes) Wickelkleid in 3 Variationen und in der neuen Fashion-Style ist ebenfalls ein Wickelkleid, mit Prinzessnähten im Oberteil und einem Reverskragen. Ich überlegte mir, eines von denen mit einem Fake-Wickelrock zu nähen, bis meine Schwester mir „bieder“ ins Ohr flüsterte und mir zu meiner ersten Wahl riet.

Also habe ich den Schnitt angepasst. Ich finde es übrigens eine Frechheit von Burda, ein Kleid am Modell so zurecht zu klammern, dass es eine Passform zu haben scheint. Habt ihr gesehen, wie die Frau die Arme an die Seite quetscht? So etwas habe ich in letzter Zeit bei vielen extra-weiten Oberteilen gesehen. Da ist die Enttäuschung vorprogrammiert!  Auch die A-Variante meines Kleides, die von einem nicht-professionellen Modell präsentiert wird, ist so fotografiert, dass das zu weite Oberteil eher auf die vorgebeugte Haltung der Frau geschoben werden kann.

Mit Hilfe des angepassten Schnittes von Burda 8/2014 Mod. 116  habe ich das Oberteil radikal  verkleinert.

DSC_0802Blau die Original-Linien, schwarz die neuen, rot meine angezeichnete Standard-Zugabe. Den versetzten Abnäher habe ich übrigens wieder zurück gesetzt, die verringerte Tiefe jedoch gelassen. Die angeschnittenten Ärmel sind auch wieder ab, das war mit dem steifen Stoff nicht so toll. Ich habe als Basis eine Größe 36 gewählt, die passt bei mir obenrum, und in der Taille etwas dazugegeben. Insgesamt habe ich beim Oberteil vorne in der Länge 2cm , hinten 1,5cm bis 3cm und an den Seitennähten jeweils 2,5cm, also in der Summe 10cm Weite herausgenommen. Allerdings muss ich bei Burda immer 2cm in der Oberteillänge zufügen, das müsste man theoretisch noch abziehen, wenn einem Burda sonst gut passt.

Im Schnitt wird das Oberteil übrigens durch kleine Druckknöpfe am Klaffen gehindert, das ist zwar irgendwie gemogelt, aber dieser Zweck heiligt die Mittel.

DSC_0807Ganz zufrieden bin ich allerdings nicht mit dem Kleid. Mein Mann urteilte : „Total bieder, du siehst aus wie eine Hausfrau aus den 50-er Jahren!“ Ich fürchte, er hat nicht ganz unrecht, mein erster Eindruck vor dem Spiegel war auch eher „langweilig“. Vielleicht sollte ich die Falten erst mal besser einbügeln und gegebenenfalls das Kleid um ein Viertel der Rocklänge kürzen.

Beim heutigen MMM zeigt sich die gesammte Crew im Wickelkleid, und ich bin gespannt, ob ich unter den Beiträgen doch noch das ultimative Wickelkleid finde, das ich mir dann noch nähen muss.

9 Antworten zu “MMM: Burda 3/2015 Nr.127 ist besiegt

  1. Mir gefällt dein Kleid sehr und ich finde es mutig, nach all den wenig ermutigenden Beispielen im Netz, den Schnitt zu verwenden. Aber deine Anpassungen lassen das Kleid zu dem werden, was es zu versprechen scheint. Klasse! Falls es dir zu bieder ist, stecke es doch mal in Kniehohe ab vielleicht wirkt es dann weniger bieder. LG, Nina

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    • Mittlerweile bin ich mit der Länge versöhnt. Man sollte sich einfach nicht vom Urteil des Partners abhängig machen, im Heft hatte mir diese Länge gerade gut gefallen. Die andere Variante ist ja auch deutlich kürzer!
      LG, Stefanie

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  2. Sehr schlön, dieses Kleid an Dir zu sehen.
    Ich habe es auch genäht und bei mir liegt dieses „sackartige Etwas“ in der Ecke und wartet auf Vollendung. Ich bin bei mir nicht zufrieden. Bei dir sieht es gut aus.
    Liebe Grüße
    Susan

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    • Einfach enger machen, es ist nämlich echt bequem und lohnt sich. Im Grunde musst Du bloß das Oberteil abtrennen, die Seiten enger nähen (und je nach Körbchengröße die Abnäher etwas flacher machen). Dann brauchst Du nur noch die Länge vom Oberteil anzupassen. Ich habe das vorher gemacht, weil ich zum abstecken und anprobieren immer nicht so viel Lust habe. An der Rockweite habe ich im Prinzip nicht wirklich etwas geändert, denn was ich hinten herausgenommen habe (3cm) habe ich vorne wieder zugegeben, das würde ich ohnehin nicht noch mal so machen.
      LG. Stefanie

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  3. Ich finde das Kleid super an dir, die Schnittmodifizierung ist dir prima gelungen. Ich würde es auch nicht kürzen, denn diese Länge ist doch jetzt modern und sieht auch gut an dir aus. Warte mal ein bißchen ab, dann gewöhnst du dich daran. Das ist ja meist so, wenn die Längen wechseln. Und den Stoff finde ich auch klasse.
    LG von Susanne

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    • Vielen Dank, nach einer Nacht darüber schlafens bin ich mit dem Kleid absolut im Reinen. Die große Tochter hat auch die Midi-Länge bestätigt. Und wenn man K2 tragen muss, ist länger sowieso besser 🙂

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  4. Toll, dass Du den Schnitt bezwungen hast – Glückwunsch!
    Ich finde das Kleid auch toll, vor Allem der Stoff passt super dazu 🙂
    Wenn es Dir zu bieder ist, kannst Du es ja immer noch kürzen.
    Auf das Urteil meines Mannes verlasse ich mich auch nicht (der hat nämlich keine Ahnung 🙂 )
    Also, viel Spaß mit Deinem Kleid, trage es oft!

    Lieben Gruß
    Simone

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  5. Nein, bieder ist das Kleid wirklich nicht zu nennen. Vielleicht magst du ja als Farbkleks mal einen farbigen Gürtel tragen? Erstaunlich finde ich, wie gravierend du das Oberteil anpassen musstest, bis du diese tragbare Silhouette erreicht hast. LG Frau Neu

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  6. Den Stoff fin e ich ganz klasse (seine Geschichte auch), bei der Länge musste ich erst mal überlegen, denke aber inzwischen auch, dass ich es nicht kürzen würde.
    Meinen Mann frage ich höchst selten nach seiner Meinung – er hat wenig Sinn für ausgefallenere Kleider :).
    LG
    Susanne

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