Im Mai war ich im wesentlichen damit beschäftigt, die Arbeiten aufzuholen, die in der zweiten April-Hälfte liegen geblieben waren. Der Mai ist für den Gemüse-Gärtner sowieso der schlimmste Monat, denn gefühlt alle Gemüsesorten müssen gleichzeitig in die Erde. Bei mir sind einige Wochenenden für den Garten ausgefallen und das Wetter brauchte auch ziemlich lange, bis es warm genug war. Die Eisheiligen haben sich in diesem Jahr echt Zeit gelassen, waren sie in den letzten Jahren noch fast immer zwei Wochen zu früh dran, haben sie dieses Jahr bis nach der kalten Sophie (15. Mai) noch Bodenfröste gebracht und meine Aprikosen-, Pfirsich- und Mirabellen-Blüten bis auf ein paar Mirabellen vollsständig absterben lassen. Auch das Kernobst wurde in Mitleidenschaft gezogen, aber nach dem Rekordjahr 2025 haben die Bäume auch eine Ruhepause verdient. Ernten werden wir auf jeden Fall, aber deutlich weniger.
Das Mai-Bild wurde ziemlich spät aufgenommen, zwischen dem April-Foto und dem vom Mai liegen sechseinhalb Wochen. Die Erbsen sind inzwischen groß und fangen teilweise schon an zu blühen. Die kleinen Broccolipflänzchen brauchen keine Schneckenkragen mehr, die sind jetzt mit Kohlrabi bestrückt. Das Mutterkraut ist zu riesenhaften Büschen herangewachsen und die vormals kleinen und mickrigen Erdbeerpflanzen haben sich großartig herausgemacht.Die meisten Beete sind bereits zum zweiten Mal durchgejätet, nur mit dem mulchen komme ich nicht hinterher.
Im Ziergarten habe ich tatsächlich einmal die Clematis rechtzeitig erwischt und aufgebunden. Sie wird im Frühling immer in Bodennähe abgeschnitten, denn diese Sorte blüht am einjährigen Holz und braucht den starkten Rückschnitt. In der Regel bekomme ich das Abschneiden gut hin, dann aber wachsen die Triebe unkontroliert zu einem gewaltigen Knäuel, das ich dann nur mit Mühe irgendwie am Zaun befestigen kann, weil man die Tribe kaum auseinander sortieren kann.


Links sind die Ranken bereits ein bisschen auseinander gezupft, rechts das Ergebnis eine knappe Stunde und ettliche Meter Bindeband später. Die Clematis heißt „Prince Charles“ und wird im Juli hellblau blühen, passend zum Nachbarhaus, das hinter diesem Zaun steht. Ich bin gespannt, welche Farbe das Haus haben wird, wenn die neuen Nachbarn mit der Renovierung fertig sind, aber Blau passt ja eigentlich immer.


Die Rosenblüte hat auch Ende Mai eingesetzt, hier die Rosen „Ilse Krohn superieur“ an der Pergola und „Golden Showers“ am Zaun und im Blumenstrauß, zusammen mit Salbei, Katzenminze und Mutterkraut.


In der Zinkwanne wächst das „Mohnschwestern-Projekt und muss dringend ausgedünnt werden und in der Multitopfplatte warten die Bartnelken darauf, einen Platz in einem Beet zu bekommen. Sie sind nicht die einzigen, auf der Terrasse unter der Pergola stehen zig Zwiebeln und weitere Blumen.

Das Marokanische Leinkraut vegetiert in viel zu kleinen Töpfchen vor sich hin. Es ist ein warer Hungerkünstler und kommt anscheinend nur mit Luft und Liebe ( und regelmäßigen Wassergaben) zurecht. Tatsächlich habe ich das normale europäische Leinkraut ( das sieht aus wie gelbe Mini-Löwenmäulchen) in Franreich auch schon in in Mauerfugen gesehen, die Zähigkeit scheint in der Familie zu liegen.

Eigentlich soll sich das Leinkraut dieses Beet mit Nigella damascena, der Jungfer im Grünen oder auch Gretel im Busch, teilen. Die wächst hier auch schon, aber viel zu dicht. Zwischen den einzelnen Pflänzchen ist nicht mal ein halber Zentimeter Platz. Schuld daran bin natürlich ich. Als ich das Beet das erste Mal ausgejätet habe, standen da nur die Verblüten Nigella vom Vorjahr herum und ich dachte, sie haben sich nicht ausreichend ausgesät. Also habe ich die Samenkapseln sehr gründlich über dem Beet ausgeschüttelt…
Nigella scheint bei Schnecken übrigens außerordentlich beliebt zu sein. Nicht zum fressen, wohlgemerkt. Sie kommen zum Chillen her. Ich habe aus diesem Drittel Quadratmeter an die dreißig Schnecken gezogen, und es ist mir ein echtes Rätsel, wie die es gschafft haben, zwischen den dicht stehenden Pflanzen hindurch zu kriechen.
Hier ist noch einmal die Übersicht. Die erste Hälfte ist fast geschafft, ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist.
Eva, Verfuchst und zugenäht, sammelt die 12-tel Blicke der anderen Teilnehmerinnen. Bei ihr sieht man ganz deutlich, wie mit jedem Monat das Grün in der Landschaft zunimmt. Sie nennt es den „Grün-Effekt“, den ich nur unterschreiben kann.

