Sommermantel-UFO und Avina von Fibre Mood: MMM am 4.März 2026

Der Mantel, den ich heute zeige, ist während des UFO-Angriff-Sew-Alongs, den ich im Februar mit Miriam von Mein Lebensspiel veranstaltet habe, fertig geworden.


Das heißt fast fertig, denn die Ärmelsäume und die Knöpfe fehlten noch. Gesäumt habe ich gestern und die Knöpfe habe ich heute, direkt vor dem Fototermin mit meiner Freundin angenäht. Den Stoff habe ich von der Wien-Reise vor anderthalb Jahren als Souvenir mitgebracht. Der Schnitt ist „Christie la Veste“ von Apoline Patterns, leider nicht mehr im Handel.


Im Original ist Christie eine Jacke mit einer interessanten diagonalen Teilungsnaht in den Vorderteilen, in die Nahttaschen eingearbeitet sind. Der Schnitt soll nicht gefüttert werden, dafür werden die Nähte mit Schrägband eingefasst und an den Ärmeln gibt es französische Nähte. Als Stoffempfehlung ist unter anderem ein Jaquard genannt. Für diese Sorte Stoff erscheint mir die Verarbeitung eher unglücklich, da ein solcher Stoff meiner Meinung nach a) zu steif für französiche Nähte ist, besonders bei den Ärmeln, und b) auch nicht rutschig genug, um ohne Futter zu funktionieren.

Mein Stoff ist ein Jaquard mit ein bisschen Lurex, nicht sehr glatt und durchaus mit Stand, obwohl recht leicht. Ich habe die Jacke um gut 30cm auf Mantellänge verlängert und außerdem einen Futter-Schnitt dazukonstruiert. Der Stoff sieht ziemlich edel aus und verdient ein Futter und außerdem braucht er es auch, damit er nicht klebt oder an der Kleidung heraufkrabbelt.
Ich habe eine Größe 36 genäht. Bei den angegebenen Größen bin ich mit meinen Maßen an der Obergrenze der 36 aber der Mantel passt bis auf die Ärmellänge sehr gut. Auf den Fotos auf der Webseite konnte man bereits sehen, dass die Ärmel recht kurz ausfallen, da habe ich den Schnitt von vorneherein verlängert.

Die Aleitung ist eher als dürftig, auf Bilder oder eine Konstruktionszeichnung des fertigen Kleidungsstückes hofft man beim Download-Schnitt vergebens. In der Anleitung gibt es Bilder, die eher künstlerisch als präzise sind. Besonders geärgert habe ich mich über die Ärmel. Sie sind zweigeteilt und im Oberärmel gibt es ein paar Zentimeter Mehrweite für den Ellenbogen, die in der Anleitung mit keiner Silbe erwähnt werden. Nun sind die Ärmel schmal genug, dass diese Mehrweite durchaus sinnvoll ist. Aber an welcher Stelle der Ärmel einzuhalten wird , findet man nicht. Bei meinem Stoff brauche ich nicht darüber nachzudenken, eine Mehrweite einzubügeln, deshalb hab ich zwei kleine Fältchen an der Stelle, an der ich den Ellenbogen vermutete, eingearbeitet. Ich habe sie fast getroffen, 1cm höher wäre besser gewesen, aber es geht auch so. Ich hatte den Ärmel vorher natürlich eingeheftet und es ausprobiert. Das war auch die Stelle, an der ich im vergangenen Jahr ausgestiegen bin und den Mantel seinem UFO-Schicksal überlassen habe.

Gesäumt wird der Mantel mit breiten Streifen, für die es ein extra Schnittteil gibt. Das ist sinnvoll, denn der Mantel hat eine deutliche A-Linie und der Saum wird dadurch an den Seitennähten sehr schön. Die vorderen Besätze gehen auch nur bis zum Saumstreifen und ich habe die Ansatznaht der Besätze unten ein Stück offen gelassen, die Unterkanten der Besätze auf die Oberkanten des Saums genäht und dann die restlichen vorderen und die unteren Kanten in einem zusammen genäht. Durch diese Saumkonstruktion lässt sich das Futter sehr einfach einnähen.

Ich bin mit dem Mantel trotz der schlechten Anleitung sehr zufrieden. Durch das Material und den leichen Retro-Stil fühle ich mich fast wie Grace Kelly, wenn sie in Nizza zu Cary Gant ins Auto steigt, es fehlt nur noch das Seidentuch um den Kopf und die überdimensionierte Sonnenbrille im Gesicht. Das perfekte Kleidungsstück für die Gelegenheiten, in denen die Allwetterjacke im Sommer nicht passt.

Unter dem Mantel trage ich das Kleid Avina aus der Fibre Mood. Ich habe es gesehen und war sofort schockverliebt in diesen Schnitt. Genäht habe ich es aus einem Baby-Cord, den ich geschenkt bekommen habe. Ich habe den ursprünglich hellbraunen Stoff versucht zu einem Espresso-Ton umzufärben, herausgekommen ist ein mittleres Rostbraun. Im Original besteht der Schnitt aus 14 Einzelteilen: 6 Streifen vorne, 6 hinten umd zwei Besätzen. Ich habe noch ein Futter und zwei Taschen spendiert, macht insgesamt 30 Teile. Trotzdem habe ich nur zwei Tage an dem Kleid genäht. Die Anleitung der Fibre Mood ist wie gewohnt sehr gut, selbst die etwas ungewohnte Verarbeitung der Träger, bei der man die Träger an den Außenkanten zusammennäht, indem man sie gleichzeitig nach innen umstülpt, funktioniert ausgezeichnet.

Auch das Kleid war Teil des UFO-Angriffs, quasi eine UFO-Prävention, denn es war für die Annäherung zugeschnitten und kurz davor, ein UFO zu werden.

Am Ende war mir das Kleid etwas zu kurz und ich habe aus den letzten Zentimetern Stoff, die ich noch hatte, einen Saumstreifen geschnitten, um die ursprüngliche Saumzugabe als Verlängerung zu nutzen. Ich bilde mir ein, dass diese 3 Zentimeter entscheidend waren.

Das Kleid sitzt sehr gut, die Passform entspricht genau der Tabelle. Die sehr weit außen sitzenden Träger fühlen sich etwas ungewohnt an, aber sie rutschen nicht von den Schultern. Ich könnte mir durchaus vortellen es noch einmal zu nähen, vielleicht aus dem Originalstoff, einem breiten roten Cord.

Dieser Beitrag ist verlinkt mit dem MeMadeMittwoch, der fabelhaften Plattform für selbstgenähte Kleidung.

19 Kommentare

  1. Toll, dass du deine UFOS vollständig fertig bekommen hast. Jetzt kann der Frühling ja kommen!

    Mein 2. UFO habe ich letztens Wochenende auch noch fertig bekommen, Nummer 3 wird Ende dieser Woche folgen. Und dann können neue Projekte starten.

    Liebe Grüße, Alexandra

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    • Super! ich habe noch einige UFO’s, aber an die gehe ich Stück für Stück. Der Motivationskick hat gereicht, die anderen schaffe ich im Verlauf des Jahres.
      Schönen Gruß, Stefanie

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  2. Die Idee aus der Jacke einen Mantel zu machen war sehr gut, ich sehe dich auch an der Cote d’azure damit 🙂

    Und bei deinem Kleid bin ich ganz bei dir, 3cm machen einen großen Unterschied.

    Grüße, Tina

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    • Danke Dir. Ja, es ist wirklich spanndend mit der Kleiderlänge. 3cm auf eine Körperlänge von 170cm sollte eigentlich kaum auffallen, sie tun es aber doch.
      Liebe Grüße, Stefanei

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  3. Das Cordkleid gefällt mir ganz besonders. Viele Teilungsnähte finde ich gar nicht so einfach zu nähen. Bei mir werden die Kleider dann regelmäßig zu weit, weil ich Angst habe die volle Nahtzugabe wegzunähen. Aber was mit dem Mantelärmel ist? -Ganz merkwürdig. Vielleicht war ein bisschen viel Rundung aufgesetzt, die die Nahtlinie verlängert. Regina

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    • Ich habe das Kleid auch vor dem Nähen einmal geheftet und anprobiert. Der Vorteil dieser Nähte ist, dass man wunderbar anpassen kann, wenn es nötig ist. Beim Besatz hatte ich deshalb extra-Zugaben gemacht, damit ich eventuell zwischen Seitenteil und dem seitlichen Vorderteil etwas Weite herausnehmen könnte. Dann wären die Träger etwas nach innen gerutscht. War aber zum Glück nicht nötig. Die Nahtzugaben sind ja bei der FM bereits enthalten, da kann ich micht sehr gut nach den Linien auf der Nähmaschine richten.
      Den Schnitt vom Ärmel habe ich mir genau angesehen, die beiden Kanten waren 3cm unterschiedlich lang. In einem alten Nähbuch aus den 60ern habe ich diese Mehrweite dann entdeckt. Vor Jahren hatte ich so etwas schon einmal in einer Jacke gehabt.
      Grüße, Stefanie

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  4. So schöne, schwungvolle Bilder, wie du mit Kleid und Mantel auf der Wiese strahlst. Bei dem Ärmelproblem wäre ich auch erst einmal ausgestiegen. Ich finde du hast das mit den Fältchen gut gelöst. Das Kleid steht dir sehr gut und ich bin bei dir und Tina, die 3cm machen den Unterschied. Na, das wird ein herrliches Grace-Kelly-Gefühl, wenn du im Sommer nach deinem neuen Mantel greifst und dich freust, dass er im März fertig wurde. LG Angela

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    • Vielen Dank. Ich hatte echt Glück mit den Fotos, meine Freundin fotografiert nicht nur gut, sondern hat auch diesen sensationellen Garten als Hintergrund. Ich bin auch sehr froh, dass der Mantel endlich fertig ist.
      Liebe Grüße, Stefanie

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  5. Für mich hat der Mantel ja eher 60ies Vibes, insofern passt das mit der in einem Nähbuch aus den 60ern schließlich erklärten Mehrweite bei den Ärmeln ja. Auch der pastellfarbene Jaquardstoff trägt dazu bei. Und ich bin bei dir, Futter war eine gute Entscheidung. Alles in allem gefällt mir der Mantel jedenfalls sehr gut, auch von der Silhouette her. Und auch das Kleid. Gelungene Farbe, gute Länge für dich, und die Träger finde ich an genau der richtigen Stelle, so wirkt das Kleid in sich stimmig. Und passt dir sehr gut. In einer älteren Burda war ein Sommerkleid mit ähnlichen Trägern, aber längerem ausgestellten Rock, an das musste ich gerade denken, weil mir das damals gut gefiel.

    Liebe Grüße, heike

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    • Vielen Dank. Du hast Recht mit der Datierung, ich habe auch eher an die 60er gedacht, da passt der Film nicht hinein. Mit dem Kleid bin ich tatsächlich sehr glücklich, ich habe am Schnitt nichts angepasst, eher ungewöhnlich für mich.
      Liebe Grüße, Stefanie

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  6. Du hast einfach 100% geliefert – beide Kleidungsstücke sind perfekt geworden. Um den Mantel und das perfekt eingenähte Futter beneide ich dich wirklich sehr. Mantel und Kleid stehen dir sehr sehr gut und die 3cm sind genau richtig.

    LG und bis zu den nächsten UFOs 😉 oder Hilferufen meinerseits 😉

    Miriam

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    • Vielen Dank. Durch den Schnitt war das einsetzen wirklich einfach und an den Ecken habe ich ein bisschen von Hand nachgeholfen. Beim Ärmelfutter habe ich allerdings ein bisschen gemogelt und es nur von Hand und nicht sehr hübsch eingenäht.
      Ich habe ja noch ein paar UFO’s.Ich versuche, immer ein neues Teil und ein UFO parallel zu nähen, gerade bin ich an einer Ruri-Sweat-Pant (UFO) und einem neuen Pulli.
      Liebe Grüße und ebenfalls bis zum nächsten UFO oder anderen Projekt oder einem Hilferuf von mir 😀

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  7. beide Teile sind toll, besonders gut gefällt mir das Kleid. Die Länge ist genau richtig und auch der Sitz des gesamten Kleides ist perfekt für deine Figur.

    LG Bella

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  8. Hallo Stefanie,

    der Mantel schaut ja mega schön aus, der ist Dir richtig gut gelungen. Und auch vom Kleid bin ich total begeistert, das steht Dir super!

    Liebe Grüße

    Manu

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  9. Bei de Teile sind ein Hingukcer, der MAntel ist bestimmt lange zu tragen und das Kleid ist sehr schön, toll das das mit dem umfärben gut klappt, blutet dr Stoff dann weiter aus oder ist die Farbe dauerhaft? LG Jeanette

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    • Ich habe Dylon-Farbe verwendet, mit denen habe ich nur gute Erfahrungen gemacht, sogar bei Handrüchern, die regemäßig heiß gewaschen werden. Simplicol ist aber auch sehr gut und haltbar. Sicherheitshalber wäscht man die Sachen aber ein paar Mal mit ähnlichen Tönen. Nach dem Färben muss man ja ohnehin alles einmal waschen, und manchmal lege ich ein etwas ausgewaschenes Teil dazu, in der Hoffnung, dass es wieder etwas frischer wird, aber in der Regel klappt das nicht, so gut hält die Farbe.
      Liebe Grüße, Stefanie

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