Druckversuche mit der Gelatineplatte

Ich hatte versprochen, dass ich über meine ersten Druckversuche mit der Gelatinelpatte berichte, und zwar bevor die Anmeldefrist zur Adventspost ausläuft. Et Voilà:

Am Donnerstag habe ich endlich Zeit gefunden, mit der neuen Drucktechnik zu spielen. Meine ersten Versuche habe ich mit Linoldruckfarbe gemacht. Mein Ziel waren Druck wie die Rehe von Ruth Alice Kosnick. Bei ihr sieht das ganz einfach aus. also habe ich mich frisch ans Werk gemacht.

Erster Abzug

Neue Farbe drauf, Schablonen aufgelegt, erster Abzug. Schon ganz gut.

Jetzt mit hellerer Farbe die Schablonen vorsichtig überrollt, dann die Schablonen abgenommen und ein Stück versetzt.

Das hat gar nicht funktioniert, wahrscheinlich war die Farbe zu dünn und ist noch auf der Platte eingetrocknet. Aber warum hat sie sich nicht angelöst und drucken lassen, als ich sie mit Wasser besprüht habe? Bei der Monotypie von der Glasplatte im letzten Jahr hat das doch wunderbar geklappt?!

Egal, weitergedruckt. Ich wollte Schnee auf meinen Tannen haben. Die Schablone habe ich mit einer Stanze hergestellt. Und links unten seht ihr, was passiert, wenn man nicht rechtzeitig aufhört. Merke: Mehr Druckschichten ergeben nicht zwangsläufig ein besseres Bild.

Für den ersten Versuch hatte ich genug. Allerdings sah die Folie, auf der ich die Farbe ausgerollt hatte, sehr vielversprechend aus:

Samstag: Neuer Tag, neues Glück

Inzwischen hatte ich mich mittels vieler Videos über Gelatineplattendruck beschult, also sollte es dieses Mal viel besser klappen.

Start mit Acrylfarbe und Gräsern und Blättern.

Das war wohl nichts. Zu wenig Farbe und die kühlschrankkalte Platte wird auch gleich feucht, so dass sich diese Tröpchen bilden.

Schon viel besser. Hier sieht man aber, dass ich auf meiner Platte die Farbe nicht direkt anmischen kann. Die Farbe mischt sich nur an der Oberfläche, darunter sieht man die ursprünglich aufgetragene weiße Farbe als dicke Klekse.

Mit diesem Bild bin ich sehr zufrieden.

Jetzt wollte ich aber noch einmal die Technik mit verschobenen Schablonen probieren.

Im Uhrzeigersinn von oben links: Farbe dick aufgetragen, erster Abzug, neue Farbe drauf, dann der zweite Abzug und er Geisterdruck. Auf dem Geist sieht man wieder , dass ich die Farbe besser auf der Glasplatte anmischen sollte, es sei denn, ich wünsche die bunten Flecken.

Hm.so richtig gut gefällt mir das nicht.

Weiter ging es mit Linoldruckfarbe und Tannenbäumen.

Und das ist die Ausbeute von vier Stunden (inklusive Aufräumen)

Ich habe bei den Tannen noch andere Hintergründe mit Prägeschablonen und Wellenlinien mit der Gabel ausprobiert. Sparsam eingesetzt ist auch der Schnee sehr schön.

Beim Laub sieht man, das der Kontrast von der mittleren zur obersten Farbschicht zu gering ist. Ich habe vergessen, wie stark Acrylfarbe doch nachdunkelt beim Trocknen.

Zusammengefasst habe ich folgendes gelernt:

  • Eine kalte Platte druckt schlecht
  • Pflanzen sollten bis zum Drucken im Wasser stehen, angewelkte Blätter lassen sich schlecht auflegen
  • Mischen geht auf meiner Platte nicht wirklich gut
  • Die einzelnen Farbschichten brauchen gute Kontraste
  • Meine Farben (Acryl von Marabu, Linoldruckfarbe von Schmincke) müssen dick genug aufgetragen werden
  • Man braucht echt viele Baby-Feuchties zum reinigen der Platte, aber Küchenrolle mit Wasser geht auch fürs Grobe
  • wenn man denkt, die Platte ist sauber, nochmal mit einem Feuchttuch drüberreiben. Es ist erstaunlich, wieviel Farbe dann immer noch oben ist. Das gilt besonders vor dem Wechsel zu weißer Farbe
  • Der fransige Rand der Platte ist zwar ein hübscher Efekt, aber erschwert das exakte Auflegen des Druckpapiers und die Reinigung
  • Papierschablonen lassen sich nicht reinigen und wiederverwenden. Für meine Adventspost mache ich mir welche aus Folie
  • Wenn ich meine Karten drucke, werde ich eine Ansatzline für das Papier markieren, damit ich es immer wieder an der gleichen Stelle auflegen kann

Ich hoffe, die Zögerer sind jetzt auch überzeugt und machen mit. Je länger ich gedruckt habe, desto schneller ging mir die Arbeit von der Hand. Und weniger ist eindeutig mehr. Man muss nicht massenweise Schichten drucken, bei mir waren die Abzüge mit maximal drei Schichten die schönsten. Und ach ja, man kann auch Negativ-Schablonen verwenden, das macht alles etwas einfacher.

3 Kommentare

  1. Danke Dir sehr! Das mit den Schablonen habe ich mir auch schon so gedacht, denn man macht ja nicht nur ein Bild und die Post soll ja doch auch einen einheitlichen Character haben
    Das mit dem Obstnetz hatte ich mir auch schon überlegt
    (dann muss und mag ich jetzt noch mal anderweitig schauen)
    In den Filmchen sind das alles immer so einfach aus (und dann auch noch schneller gedreht oftmals)
    aber ich werde auch vorher mal üben (es gibt ja so viele Möglichkeiten)
    Liebe Grüsse
    Nina

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    • Ich glaube nicht, dass ich die einzige mit dem Obstnetz bin. Ich habe die Idee auch beim Stöbern im WWW gefunden. Fühle Dich also bitte völlig frei, Obstnetze zu verwenden! Sie passen so gut zu Fischen und sehen ein bisschen wie Schuppen auf dem Druck aus.
      Ich finde es im Gegenteil eher spannend, zu sehen, wie unterschiedlich das selbe Hilfsmittel bei verschiednen Anwendern wirken kann. Ich freue mich übrigens, dass wir mal wieder in einer Gruppe gelandet sind.
      LG, Stefanie

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      • Ich habe es noch nicht weg getan 🙂
        Ich mag dieses regelmäßige Muster, die Grafik sozusagen…
        Mal sehen.
        Ideen sind da, Ausprobieren ist angesagt und es muss für viele Karten praktikabel sein.
        Ja, ein paar Namen sind bekannte 🙂 schön
        Liebe Grüße zurück
        Nina

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