Im Konzert von Hilary Hahn

Donnerstag sind wir in die Hautpstadt gefahren, um Hilary Hahn, die Geigerin, in der Philharmonie zu hören. Es war ein Sonatenabend und sie spielte mit einen jungen Pianisten namens Cory Smythe,  den ich noch nicht kannte. Eigentlich ist Kammermusik nicht so sehr mein Ding, aber ich wollte unbedingt mal Frau Hahn hören. Bei einem Blick ins Programm stellte ich dann fest, dass  drei Stücken von drei der vier großen „B“s – Beethoven Violin Sonate Nr 2. A-Dur, Bach Sonate Nr. 2 a-Moll für Solo Violine und Brahm Scherzo in c-Moll aus der „F-A-E“-Sonate (das vierte große „B“ steht für Bruckner, für alle die das wissen möchten, also die vier größten deutschen Komponisten, die mit einem „B“ anfangen) gespielt werden sollten. Und dann nur noch modernes Zeug von Zeitgenossen. Das hatte ich ganz erfolgreich verdrängt in den Monaten, seit wir die Karten gekauft hatten. Normalerweise finde ich (klassische) Musik von lebenden Menschen ziemlich schrecklich, Ausnahmen bestätigen die Regel. In Cottbus hören wir regelmäßig kleine Urauführungen von „Composers in Residence“, und die fallen zu 80% in die Kategorie :“Stücke, die die Welt nicht braucht“, und das ist noch freundlicht geschätzt! Und es ist kein Ende abzusehen, seit dem philharmonischen Orchester im letzten Jahr ein Preis für das innovative Programm verliehen wurde.

Ich ging also Böses ahnend ins Konzert, aber was soll ich sagen? Es war schlicht umwerfend! Ich war so begeistert von den Stücken, dass ich beinahe den Beethoven schwach fand im Vergleich. Da kann man mal sehen, was herauskommt, wenn ein Komponist die Instrumente so einsetzt, wie sie ursprünglich gedacht waren und eben nicht sämliche Geräuscheffekte ausreitzt, die mit einer Geige oder dem Klavier noch möglich sind. Aber dazu muss man es eben „drauf haben“. Wie ein befreundeter  Musiker einmal sagte: „Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, denn sonst würde es ja Wunst heißen“.

Und oh, die beiden Musiker! Da gab es kein „Ich-Solist-Du-Begleiter“ oder „Ich-drücke-meine-Tasten-und-der-Rest-ist-mir-egal“. Man merkte deutlich, dass da zwei Künstler an einer gemeinsamen Interpretation gearbeitet hatten. Bei den Zeitgenossen geht das auch nicht anders, aber das hatte auch auf die Klassiker abgefärbt, die ganz sensibel von beiden gespielt wurden. Obendrein ist Frau Hahn auch noch eine Augenweide und muss ihr phänomenales Spiel weder mit Grimassen noch mit Verrenkungen unterstreichen. Sie hat einen unglaublich schönen Ton und bringt in ein simples „E“ von vier Schlägen mehr Spannung als andere in zwei Zeilen komplizierter Läufe. Fazit: Da gehe ich wieder hin!

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