Zwischen Juni- und Juli-Blick ist im Garten ungeheure viel passiert.
Der Lavendel im Vordergrund ist praktisch verblüht und die Erbsen sind von Salat und Fenchel ersetzt worden. Ich habe ungefähr 2kg geerntet, das ist ein sehr gutes Ergebnis.


Neben dem Spalier wächst die Zucchine „Eight Balls“. Sie ist zum füllen gut geeignet und kan eingefroren werden. Allerdings ist die ideale größe dieser Bälle ungefähr 10cm Durchmesser und den zu erwischen ist ein echtes Kunststück. Wenn ich am Abend denke: “ Die kann noch einen Tag dran bleiben“, ist sie am nächsten Abend schon zu groß und wird sofort faserig und zäh. Und wenn man für mehr als eine Person gefüllte Zucchine machen will, muss man ein paar Tage sammeln. Viel Eigengeschmack haben die Dinger ohnehin nicht, aber mit einer Füllung aus Chorizo, Mais, Oliven, Paprika, Käse und etwas Reis waren sie ziemlichgut. Ob ich sie im nächsten Jahr nochmal anpflanze, muss ich mir aber noch überlegen.
An den Stangen in der rechten Bildmitte, die im Juni noch kahl waren, sind die Bohnen in die Höhe geschossen, am Spalier wachsen die Gurken bis nach ganz oben und verdecken die Staudenwicke, die allerdings auch schon ihre Hauptblüte hinter sich hat. Würde ich das verblühte regelmäßig abschneiden, würde sie vielleicht durchblühen, das könnte ich ja mal im nächsten Jahr ausprobieren.
Im Hintergrund blüht der Sonnenhut wunderschön gelb, und die kleine Ecke vor dem Gewächshaus hat sich richtig schön herausgemacht.


Innerhalb eines Monats sind aus diesen mickrigen kleinen Pinorkeln ganz zauberhafte Blumen geworden.

Auch der Rosenkohl ist ins Beet gekommen. Ich habe mir ein paar Hybrid-Sorten gegönnt, die riesengroß und ungeheuer Ertragreich werden sollen und obendrein auch resistent gegen die Kohlhernie (die Pflanzen links). Na ja, wer’s glaubt! Eingepflanzt habe ich sie zumindest in meine von mir selbst patentierte Mischung aus Kompost und mit Vinasse (organischer Stickstoffdünger aus Zuckerrüben, Abfallproduckt aus der Zuckerproduktion und nicht mit Melasse zu verwechslen) und Brottrunk aktivierter Holzkohle, aufgedüngt mit etwas Hornspänen, eingepflanzt.
Zusammen mit dem Alpaka-Mist, mit dem ich das Beet vorbehandelt habe sollten zumindest genügend Nährstoffe vorhanden sein. Die Holzkohle soll mit ihrer großen Oberfläche den Stickstoff aus dem Dünger etwas festhalten, so dass er die Pflanzen nicht verbrennt oder ausgeschwemmt werden, und dann später freisetzen, sozusagen ein „Retard-Dünger“ und außerdem den Milchsäurebakterien aus dem Brottrunk ein Zuhause bieten und so die Kohlhernie-Pilze vergraulen. Um das zu erreichen, gebe ich auch einmal pro Woche etwas Brottrunk ins Gießwasser für alle, die anfällig für Pilzerkrankungen sind:
Bei den Tomaten gegen die Krautfäule, bei den Gurken gegen den Mehltau und beim Kohl halt gegen die Kohlhernie. Bei den beiden ersten wäre es vermutlich auch hilfreich, bei der Bewässerung auf den Regner zu verzichten, aber alternativ eine Tröpfchenbewässerung zu installieren ist mir zu aufwändig und zu teuer und Gießkannen schleppen zu zeitintensiv.
Den Titel „Wucherer des Monats“ hat eindeutig der Kürbis verdient.



Anfang des Monats hatte er bereits weite Teile sowohl des Möhren/Zwiebel-Lauch-Beetes als auch des Erdbeerbeetes überzogen, so dass ich ihm ein Rankgerüst angeboten habe, um den ungeheuren Ausbreitungsdrang aus der Horizontalen in die Vertikale zu dirigieren. Unnötig zu sagen, dass ich bei dieser Gelegenheit eine Schubkarre voller Ranken entfernt habe. Keine vier Wochen später hat der Kürbis weite Teile sowohl des Möhren/Zwiebel-Lauch-Beetes als auch des Erdbeerbeetes zurückerobert. Kürbis ist ein Starkzehrer, aber offensichlich habe ich es mit dem Alpaka-Mist ein wenig übertrieben.
„In the jungle, the mighty jungle the pumpkin creeps tonight. Ahaaaaaaahahahahaaaa!“
Der 12-tel Blick wird von Eva (Verfuchst und zugenäht) gesammelt, wo ich leider die Verlinkung für den Juli verpasst habe und deshalb einen Monat verspätet meinen Juli präsentiere.
Mehr als die Hälfte des Jahres ist vorbei, und heute, da ich diesen Bericht schreibe, fühlt sie die Luft schon sehr herbstlich an. Die Störche sind vor zwei Wochen abgereist und die Schwalben sammeln sich auch schon.
Die Hitze, die den Juli auch hier ein paar Tage lang unerträglich gemacht hat, ist eindeutig gebrochen. Anders als im Süden hatten wir allerdings mit ganz wenigen Ausnahmen immer Nächte unter 25°, und im Gegensatz zum letzten Jahr, das ja wochenlang unfassbar trocken war, immer wieder mal wenigstens ein paar Stunden Regen.


