MMM am 1. April 2026: Soraya von Fiibre Mood

Direkt nach der Farbberatung im letzten Oktober in Leipzig bin ich ja erst einmal Stoffe Shoppen gegangen. Was man halt so macht, wenn jemand einem genau erklärt hat, welche Farben einem am besten stehen. Gleich bei der ersten oder zweiten Adresse habe ich dann auch den Stoff für meine Karo-Hose gefunden, die ich seit einem Monat permanent trage. Sie ist aber auch zu bequem. Bislang habe ich sie vorwiegend mit engen Rollkragen-Shirts getragen, aber ich hätte gerne auch ein etwas wärmeres Oberteil. (Spoiler: ist es nicht). Passenden Stoff dafür hatte ich bei jener Shopping-Tour auch gleich gefunden.

Bei Fibre Mood entdeckte ich den Pulli Soraya ( ist in der Ausgabe 25 erschienen, ich habe den Einzelschnitt im Rahmen meines digitalen Abos heruntergeladen).

„Soraya“ ist ein oversized Shirt (ich habe deshalb auch gleich die kleinste Größe, also zwei Nummern kleiner als normal, genäht) mit einer interessanten Raffung im Vorderteil und einem etwas halsfernen Rollkragen. Ich habe einen etwas festen Sommersweat gewählt, dadurch bekommt das Shirt einen leicht skulpturalen Look. Allerdings komme ich dadurch auch nur mit Mühe durch den Rollkragen hindurch, Leute mit einem größeren Kopfumfang sollten unbedingt einen etwas elastischeren Stoff wählen. Für die Raffung gefällt mir die Festigkeit des Stoffes allerdings sehr gut.

Für mich sind die Ärmel etwas zu kurz, was zum einen an meinen Armen, zum anderen aber sicher auch an der Größenauswahl liegen dürfte. An dieser Stelle sollte man unbedingt etwas mehr Saumzugabe einplanen, denn wie es so schön heißt: Abschneiden geht immer, dranschneiden eher nicht. Durch die Weite und die Kürze und das Material ist das Shirt leider etwas zugig und ich habe bereits einen Tag erbärmlich darin gefroren. Aus einem leichten Fleece-Stoff wäre es aber sicher gut für die kälteren Tage geeignet.

Sowohl von der Schnitttechnik als auch vom Nähen her bietet das Shirt keine großen Herausforderungen. Fibre Mood bewertet die Schwierigkeit mit einer von fünf Scheren, da gehe ich locker mit.
Die Anleitung ist sehr gut und die größte Schwierigkeit besteht darin, den Rollkragen einzunähen. Für die Raffung gibt es eine Teilungsnaht mit zwei Zentimetern Nahtzugabe, die auseinander gebügelt und an den Kanten festgesteppt wird. Bei einem festeren Stoff, so wie dem meinen, würde ich diese Nahtzugabe um einen halben Zentimeter erweitern, weil dann das Bindeband (für das es sogar ein eigenes Schnittteil gibt), besser gleitet und die Raffung etwas weniger steif wird. Man kann das Shirt ohne Probleme auf einer normalen Nähmaschine nähen, wenn man keine Ovi hat, sollte aber dann einen gut dehnbaren Zickzack-Stich oder elastisches Nähgarn auswählen, um den Rollkragen einzusetzen. Die Ovi ist hier nur für die innere Schönheit von Nöten.

Damit gebe ich ab an den MeMadeMittwoch, wo sich wieder gut gekleidete Menschen treffen und ihre selbst gefertigte Frühlingsgarderobe zeigen. Vielen Dank an das Team für Euren großartigen Einsatz und diese schöne Plattform.

15 Kommentare

  1. Hallo Stefanie,

    gut gekleidet bist du auch. Beide Teile gefallen mir sehr und herzlichen Dank für die Beschreibung des Shirts.

    Schöner Gruß Mema

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  2. Du scheinst aus Deinem Schnittmuster-Abo mehr zu machen als ich. Das Downsizing war eine gute Idee in meinen Augen. Und auch Deine Stoffwahl und das Skulpturale (dann auch noch in Rot) finde ich sehr gelungen! Mag mir den Schnitt überhaupt nicht Oversize und dann auch noch in Viskosejersey o.ä. vorstellen… Freu mich auf mehr aus Deinem Abo, vielleicht entdecke ich ja den einen oder anderen Fibremood-Schnitt durch Dich neu. Herzliche Grüße, Manuela

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    • Aktuell bin ich von der Fibre-Mood ziemlich genervt. Sie haben die Seite komplett umgestellt, es gibt keine Merklisten mehr, wo man sich die Lieblingsschnitte markieren kann, was die Nutzung des Abo erschwert. Um die Material-Empfehlungen zu bekommen, muss man die Anleitung erstmal herunterladen, und die Bilder aus der Community gibt es auch nicht mehr, also kann man auch nicht sehen, wie das Modell an einer Frau, die dem eigenen Körper eher entspricht, oder aus einem anderen Stoff aussieht. Ich bin nicht böse, dass mein Abo jetzt endet und werde es sicher nicht verlängern.
      Dieser Pulli soll allerdings nach der Anleitung tatsächlich aus eher festen oder dickeren Stoffen wie Scuba, Rippenstrick oder Sommer-Sweat genäht werden. Aus einem Jersey dürfte er eher wie ein Lappen aussehen. In der Fibre Mood haben sie für den Körper einen mittleren Sweat und für den Rollkragen gleichfarbige Bündchenware genommen, ganz fein gerippt, das ist mir erst jetzt aufgefallen. Meine Stoffauswahl war eher ein Zufall, und ich bin vom Ergebnis sehr erfreut.
      Viele liebe Grüße, Stefanie

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  3. Das Shirt ist etwas besonderes mit dem Kordelzug im Vorderteil. Die Farbe ergänzt sich gut zur Karohose. Welche Farbe auf den Fotos kommt denn der Realität näher? Auf dem 2. Foto von oben ist das Rot viel kühler, wie auf den anderen, da sieht es eher nach einem wärmeren Rostrot aus. LG Gabi

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    • Das Foto mit den kühleren Farben ist bei Sonnenuntergang gemacht, die anderen am Vormittag. Tatsächlich ist der Ton ein leicht bräunliches kühles Rot, wie ein Beaujolais.
      LG, Stefanie

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  4. Sehr schöne Outfitkombi für dich! Um die Hose beneide ich dich, die hast du so gut hinbekommen. Deine Vorstellung des Rollkragenpullovers ist spannend und sehr informativ. Vielen Dank für deine Schnittmusterbesprechung hierzu und deine Ehrlichkeit! So schade, dass der Stoff des Pullovers nicht so warm ist wie erhofft! Ich lasse mich überraschen, ob es eine zweite Version des Pullovers geben wird, ganz gleich ob mit Stoff aus dem Lager oder vielleicht sogar neuem Stoff? Du wirst in jedem Fall gute Ideen für dich entwickeln. LG Angela

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    • Danke für das Lob. Bei der Hose hatte ich einfach Glück mit dem Schnittmuster, es sitzt ohne nennenswerte Anpassungen richtig gut. Bei Schnittbesprechungen finde ich es immer wichtig, dass man alle Probleme, die beim Nähen aufgetreten sind, auch beschreibt. Nur so können andere auch davon profitieren. Ich bin auch immer froh, wenn ich etwas über einen Schnitt lesen kann, den ich gerne nähen würde und froh, wenn ich die Schwächen des Schnittmusters schon vorher kenne.
      Vermutlich wird es keine zweite Soraya geben, dafür ist der Schnitt nicht Basic genug. Ich bin eher nicht die Wiederholungstäterin, wenn man mal von Basics absieht. Alles, was ein bisschen extravaganter ist, darf gerne ein Solitär bleiben, auch wenn ich bei manchen Kleidungsstücken auch mal gerne mehr als ein Exempar hätte. Aber es gibt ja so viele interessante Schnitte!
      Viele Grüße, Stefanie

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  5. Hallo Stefanie,

    das schaut super aus und wie toll, wenn es noch aus der Farbe ist, die einem besonders gut steht.

    Aber es hört sich auch sehr kompliziert zu nähen an, da bin ich draußen. Ich kämpfe gerade nicht mit 5 Scheren, sondern 4 Stricknadeln, das Muster besteht aus vielen Verzopfungen. Aber ich will mich Durchkämpfen. 😉

    Liebe Grüße zu Dir und schöne Ostern

    Manu

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    • Nein, der Schnitt ist super einfach. Man näht das Vorderteil zusammen, zieht die Kordel ein, näht die Schulternähte und dann den Rollkragen ein. Dann werden die Ärmel angenäht und am Ende Ärmel- und Seitennähte in einem Rutsch zusammengenäht. Einfacher geht es nicht, ein ideales Anfänger-Modell. Der Schwierigkeitsgrad ist 1 von 5. Im Vergleich dazu sind Zöpfe echt schwierig.
      Liebe Grüße zurück und frohe Ostern

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  6. Gut schaust du aus!

    Ich drücke mich ja schon um Streifen-Stoffe, wo es nur geht, aber Karo finde ich ja der Endgegner… deine Hose ist auf jeden Fall sehr gelungen.

    Ebenso wie dein schicker Pulli. Wirklich mal was anderes mit der eingezogenen Kordel. Schade, dass er nicht so wärmt, wie von dir gedacht.

    Ich war schon länger nicht mehr auf der Fibremood-Seite, aber was du schreibst, klingt irgendwie nach einer Rückwärtsentwicklung. Schade.

    LG Miriam

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    • Bei Karos kommt es auf die richtige Technik beim Stecken an, und natürlich muss man die Teile einlagig zuschneiden und eine Nähmaschine mit Obertransport ist auch nicht verkehrt. Man muss halt nicht nur mehr Stoff, sondern auch reichlich Nähzeit einkalkulieren.
      Von der neuen Aufmachung der Fibre-Mood-Seite bin ich echt enttäuscht.
      LG, Stefanie

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  7. Viel mehr als den Pullover bewundere ich ja die Hose. Ich liebe ja Karohosen, trage sie nur nicht mehr (Warum eigentlich nicht?). Die Farbe von Oberteil und Hose passen super zusammen, und die Bindebänder geben ein schönes Detail. Gut auch dein Tipp, die Tunnelzüge etwas weiter zu nähen. Mit der Fibremood werde ich ja immer noch nicht richtig warm, die meisten Schnitte sind mir zu oversized oder zu stylish. Ich habe auch nur ein paar Hefte, ein paar Schnitte haben mich dann doch angesprochen und werden so nach und nach umgesetzt. Ich bin da ja eher immer hintendran und spät dabei 😉

    Sehr gelungen und fein abgestimmt finde ich jedenfalls dein Outfit.

    Liebe Grüße, heike

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    • Vielen Dank.
      Mir geht es mit der Fibre Mood ähnlich, deshalb kam mir dieses e-Abo für ein Jahr, bei dem man Schnitt aus der gesamten Datenbank auswählen durfte, sehr entgegen. Nur für einen Schnitt kaufe ich mir keine Zeitschrift mit so einem Preis.
      Viele Grüße, Stefanie

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