Direkt nach der Farbberatung im letzten Oktober in Leipzig bin ich ja erst einmal Stoffe Shoppen gegangen. Was man halt so macht, wenn jemand einem genau erklärt hat, welche Farben einem am besten stehen. Gleich bei der ersten oder zweiten Adresse habe ich dann auch den Stoff für meine Karo-Hose gefunden, die ich seit einem Monat permanent trage. Sie ist aber auch zu bequem. Bislang habe ich sie vorwiegend mit engen Rollkragen-Shirts getragen, aber ich hätte gerne auch ein etwas wärmeres Oberteil. (Spoiler: ist es nicht). Passenden Stoff dafür hatte ich bei jener Shopping-Tour auch gleich gefunden.
Bei Fibre Mood entdeckte ich den Pulli Soraya ( ist in der Ausgabe 25 erschienen, ich habe den Einzelschnitt im Rahmen meines digitalen Abos heruntergeladen).
„Soraya“ ist ein oversized Shirt (ich habe deshalb auch gleich die kleinste Größe, also zwei Nummern kleiner als normal, genäht) mit einer interessanten Raffung im Vorderteil und einem etwas halsfernen Rollkragen. Ich habe einen etwas festen Sommersweat gewählt, dadurch bekommt das Shirt einen leicht skulpturalen Look. Allerdings komme ich dadurch auch nur mit Mühe durch den Rollkragen hindurch, Leute mit einem größeren Kopfumfang sollten unbedingt einen etwas elastischeren Stoff wählen. Für die Raffung gefällt mir die Festigkeit des Stoffes allerdings sehr gut.
Für mich sind die Ärmel etwas zu kurz, was zum einen an meinen Armen, zum anderen aber sicher auch an der Größenauswahl liegen dürfte. An dieser Stelle sollte man unbedingt etwas mehr Saumzugabe einplanen, denn wie es so schön heißt: Abschneiden geht immer, dranschneiden eher nicht. Durch die Weite und die Kürze und das Material ist das Shirt leider etwas zugig und ich habe bereits einen Tag erbärmlich darin gefroren. Aus einem leichten Fleece-Stoff wäre es aber sicher gut für die kälteren Tage geeignet.
Sowohl von der Schnitttechnik als auch vom Nähen her bietet das Shirt keine großen Herausforderungen. Fibre Mood bewertet die Schwierigkeit mit einer von fünf Scheren, da gehe ich locker mit.
Die Anleitung ist sehr gut und die größte Schwierigkeit besteht darin, den Rollkragen einzunähen. Für die Raffung gibt es eine Teilungsnaht mit zwei Zentimetern Nahtzugabe, die auseinander gebügelt und an den Kanten festgesteppt wird. Bei einem festeren Stoff, so wie dem meinen, würde ich diese Nahtzugabe um einen halben Zentimeter erweitern, weil dann das Bindeband (für das es sogar ein eigenes Schnittteil gibt), besser gleitet und die Raffung etwas weniger steif wird. Man kann das Shirt ohne Probleme auf einer normalen Nähmaschine nähen, wenn man keine Ovi hat, sollte aber dann einen gut dehnbaren Zickzack-Stich oder elastisches Nähgarn auswählen, um den Rollkragen einzusetzen. Die Ovi ist hier nur für die innere Schönheit von Nöten.
Damit gebe ich ab an den MeMadeMittwoch, wo sich wieder gut gekleidete Menschen treffen und ihre selbst gefertigte Frühlingsgarderobe zeigen. Vielen Dank an das Team für Euren großartigen Einsatz und diese schöne Plattform.



