Plastik? Nein, danke!

Es ist – 1°C, vergleichsweise warm, aber die Dorfstraße ist sauglatt. Seit sie verkehrsberuhigt ist, wird sie nicht mehr wirklich geräumt. Ein bisschen Split wurde halbherzig ausgestreut, mit mäßigem Erfolg.

Ich fahre zu Landstraße, auf einem noch viel glattereren ( wenn das überhaupt geht) Waldweg, weil ich dort mein Auto parken kann, bevor er in die Straße einmündet. Ich krieche mit 20 km/h dahin. In einer der Kurven habe ich vor fast 20 Jahren einmal die Kontrolle über den Wagen verloren und bin im Graben gelandet. Das darf mir nicht noch einmal passieren. Freundliche Menschen haben mir damals geholfen, die Erinnerung tut gut.

An der Straße angekommen, stelle ich das Auto so ab, dass es niemanden gefährdet, nehme den mitgebrachten Beutel mit und gehe den Straßenrand entlang.

Irgendein Vollidiot hat hier pinkfarbene Christbaumkugeln ausgestreut. Ich habe sie Vorgestern entdeckt, habe aber erst heute Zeit, mich darum zu kümmern. Wenn die nun aus Glas sind und ein Tier beißt hinein? Wie intelligent sind Rehe? Oder mache ich aus einer Mücke einen Elefanten?

Ich erreiche die erste Kugel – Plastik. Immerhin. Hübsch sieht es ja aus, das Pink in all dem Weiß. Aber diese Sorte Makro-Plastik hat in der Umwelt echt nichts verloren. Ich stapfe durch den Schnee, erst in die eine, dann in die andere Richtung. Am Ende habe ich 14 ganze Kugeln und eine Scherbe davon gefunden. Ich hoffe, dass das alle waren.

Unterwegs komme ich an einigen gefährlich aussehenden Dornenzweigen vorbei. Junge Robinie, wie mir einfällt. Mit denen möchte ich keinen engerern Kontakt haben!

Auf dem Weg zurück zu meinem Auto hält ein Wagen neben mir. Ob man mich irgendwohin mitnehmen kann, werde ich gefragt. Wie nett! Ich erkenne die Frau nicht, aber sie scheint aus dem Dorf zu sein, denn das Kind neben ihr trägt eine Mütze unserer Jugendfeuerwehr. Nachdem ich erklärt habe, was ich hier treibe, fährt sie weiter, eine schöne Begegnung.

Inzwischen ist es dämmrig geworden, und kälter. Die Wolken über mir sind voller Schnee und als ich losfahre, beginnt ein bisschen herauszufallen. Morgen, wenn der Schneesturm durchgezogen ist, wird nichts mehr zu sehen sein von meinen Spuren und Kugeln, die mir vielleicht entgangen sind.

Mit dieser Aufräum-Aktion kann ich schon mein zweites Bingo-Feld Plastik? Nein, danke! bei Anitas Jahresbingo 2026 ausfüllen. Ich glaube, ich habe mich noch gar nicht bedankt für die tolle Aktion, die sie auch in diesem Jahr für uns bereitstellt.
Also: „Vielen Dank, liebe Antetanni!“

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