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WKSA 2018, 2.Zwischenstand: Ich habe Taschen!

Letzten Sonntag war schon der zweite Zwischenstand beim WKSA. Den ersten habe ich geschwänzt, weil da noch gar nichts stand und viel weiter bin ich auch heute, kurz vor Ende des Link-Ups immer  noch nicht. Ich halte es also mit Wiebkes:

Irgendwie rennt mir die Zeit davon. Ich habe fast noch nichts / immerhin eine Idee / wenigstens Stoff und Schnitt besorgt.

Taschen für Oldschool Teacher (5)

Aber ein klein wenig habe ich doch schon genäht: Die außerplanmäßigen Hüftpassentaschen für das Oldschool-Teacher-Kleid sind fertig. Im Original hat das Kleid zwei Abnäher im vorderen Rockteil. Den inneren, größeren habe ich genäht, den kleineren, äußeren habe ich in die Taschen verlegt.

Da ich gefragt wurde, wie man einen Abnäher in die Tasche verlegt , beschreibe ich kurz, wie ich es gemacht habe. Vermutlich gibt es jede Menge Arten, so etwas zu konstruieren, diese Anleitung hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Ich habe mit dem Schnitt angefangen und die geplante Taschen eingezeichnet. Auf den Fotos habe ich hier noch einen graden, mit dem Lineal gezogenen Strich, beim Nähen fand ich dann einen gerundeten Eingriff schöner und habe entspreched nachgezeichnet.

Taschenkostruktion (1)

Der Eingriff  beginnt an der inneren Kante des äußeren Abnähers, denn der soll ja in der Tasche verschwinden. Die Länge des Eingriffs habe ich so gewählt, dass meine Hand bequem in die Tasche gleiten kann, bei mir sind das 16cm. Dann habe ich den Taschenbeutel dazugezeichnet. Er ist relativ flach, damit er nicht aufträgt, jetzt, wo ich die Tasche einmal „anprobiert“ habe, hätte ich ihn doch 2-3cm tiefer machen können. Immerhin, für ein Taschentuch und ein Haargummi wird er reichen. Der Taschenbeutel endet an der äußeren Kante des inneren Abnähers, denn ich will ihn in der Nahtrille des Taschenbeutels festnähen, das ist stabiler, als wenn er nur in der Taillennaht mitgefasst wird. Taschenkostruktion (2)Dann habe ich den äußeren Abnäher zusammengesteckt und die neue Hüftpasse gezeichnet. Das ist hier rot. Der Taschenbeutel wird kopiert und die nach innen gerückte Seitennaht ist die neue Außenkante der Hüftpasse. Kling komplizierter, als es ist! Auf dem Foto habe ich mit blau gestrichelt den Verlauf der Seitennaht eingezeichnet, wenn der Abnäher nicht zusammengesteckt ist.Taschenkostruktion (3)Wenn man jetzt den Abhäher wieder auseinander zieht, sieht man ganz deutlich: die Hüftpasse deckt sich innen mit der eingezeichneten Tasche, der Tascheneingriff und die neue Seitennaht sind jeweils um eine halbe Abnäherbreite zu Mitte hin verschoben.

Beim Nähen habe ich, wie gesagt, den Tascheneingriff gerundet. Ich hatte keine Lust, am Rockteil den Tascheneingriff extra auszuschneiden, also habe ich die Taschebeutel aufgesteckt, einen angenäht, den überstehenden Stoff abgeschnitten und bei der anderen Tasche als Schablone zum korrigieren verwendet (rechtes Bild, draufklicken macht es etwas größer, ist schlecht zu erkennen). Die Hüftpassen habe ich dann untergelegt und festgesteckt. Dann wurden die Taschenbeutel geschlossen. Die beiden Lagen passen nicht exakt aufeinander, das passiert bei Hüftpassentaschen häufig. Einfach die Ränder beschneiden, zusammennähen, versäubern.Taschen für Oldschool Teacher (3)Bevor ich die Taschen in der Taille, an der Seitennnaht und in der Nahtrille des Abnähers festgenäht habe, habe ich noch einmal am Schnittmuster alles überprüft :Taschen für Oldschool Teacher (4)Man sieht deutlich an der Oberkante die Rundung in der Taillennaht, die durch die Abnäher entstanden ist. An der Seite ist die neue Kante nur scheinbar etwas zu weit. Ich habe das Kleid mit minimaler Nahtzugabe zugeschnitten und an der Hüftpasse etwas mehr zugegeben, um gegebenfalls etwas Spielraum für eine Anpassung zu haben.

Morgen (eigentlich schon heute, ich habe noch eine Weile nach der Verlinkung den Post ergänzt) wird es auf dem MMM-Blog das Finale geben, vermutlich ohne mich, denn das Kleid wird wohl nicht fertig werden. Nicht schlimm. ich habe ja noch andere Kleider, und es gibt immer noch die Sylvesterparty.

Wiebke hat sich heute verabschiedet aus dem MMM-Team und Doreen vom neuen Team vorgestellt, die leider nicht bloggt, sondern bei Instagramm ist. Vielleicht ja mal ein Grund, diese Plattform, die ich bisher geflissentlich ignoriere, zu besuchen. Auf jeden Fall ein herzliches Willkommen an die nächste Trägerin des imaginären MMM-Staffelstabes.

Alle, die es mit ihrem Weihnachtskleid bis zum 2. Zwischenstand geschafft haben, versammeln sich hier auf dem MMM-Blog.

 

 

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Weihnachtskleid-Sew Along Teil 3

Them des heutigen Teil 3 des gemeinsamen Nähens ist:

– Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
– Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
– Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Keiner der Punkte der Tagesordnung treffen auf mich zu. Probemodelle nähe ich grundsätzlich (fast) nie, Stoff und Schnitt sollten hoffentlich zusammenpassen, und damit der Schnitt auch zu mir passt (Burda 2/2014, Modell 116) habe ich den Ausschnitt einfach mal 3 cm nach oben versetzt. Und ein zweites Kleid nähe ich höchstens in irgendeinem Parallel-Universum, ich bin froh, wenn Nummer 1 am Heiligabend getragen wird!

Teil Zwei des Sew Alongs habe ich verpasst, ich hatte eh noch nichts gemacht, aber ich habe mich , wenig überraschend, für das Kleid aus dem Paisley-Stoff von Ikea entschieden. Der Stoff war einfach Liebe auf den ersten Blick, und ich will ihn schon eine Weile lang vernähen.

Da es sich um ein Bettlaken handelt, ist der Baumwollsatin naturgemäß recht dünn. Daher will ich ihn mit einem weiteren Bettlaken doppellagig verarbeiten. Ich habe allerdings Sorge, dass sich die Stofflagen bei den recht großen Schnitteilen gegeneinander verschieben könnten. Daher habe ich beschlossen, sie miteinander zu versteppen, und zwar jeweils um die Paisley-Elemente herum. Dabei helfen mir zwei Sachen:dsc_0106

Zum einen eine Sprüh-Fixierung, die ich auf die Rückseite des Oberstoffes gesprüht habe. Dann habe ich ihn vorsichtig auf den Unterstoff geklebt. Die Fixierung hält die Stofflagen zusammen, lässt sich aber auswaschen. Zusätzlich habe ich ein paar Nadeln eingesteckt, aber eigentlich ist das nicht nötig. Man sieht nur leichter, so schon genäht ist, da habe ich die Nadel heraustezogen. Der Unterstoff steht mit Absicht etwas über, dann ist das Aufkleben leichter. Beim Versäubern darf die Ovi alles abschneiden. Ich hoffe nur, dass sich der Stoff nach dem Waschen nicht verzieht.

ApplikationsfußMein zweites Hilfsmittel ist ein sogenannter „Applikationsfuß“. Im Gegensatz zu meinen anderen Nähmaschinem-Füßchen ist er in der Mitte offen und kein Plastik stört die Sicht auf die Nadel und auf die Linie, auf der genäht werden soll. Der Fuß ist ebenfalls gut geeignet, wenn man quasi freihand irgendwelche breiten Muster oder Buchstaben nähen will.

Weiter als bis zum Auskopieren des Schnittes und teilweisen Zuschneiden bin ich leider nicht gekommen, vor lauter Überstunden wegen kranker Kollegen, Adventskalender für meine Schwestern basteln, Mail-Art und Gartenarbeit ist einfach keine Zeit übrig für das Nähen. Eben habe ich obendrein das Link-Tool um wenige Minuten verpasst, ich hätte die hiesige Bambus-Leitung in der brandenburgischen Wildnis nicht überschätzen dürfen. In einer Woche ist dann fast schon das Finale, mal sehen, was ich bis dahin noch schaffe! Zeit sollte ich zumindest haben.

Für alle, die bei mir mitlesen und gerne wissen wollen, wo sich die anderen Weihnachtskleid-Näherinnen treffen, gibt es hier den Link zum MMM-Blog.