Archiv der Kategorie: Von der Nähmaschine

5 Jahre Annäherung

Die Einladung zur Jubiläums-Annäherung kam bereits im September, aber weil ich nur alle paar Tage meine E-mails lese, war ich leider zu spät mit meiner Anmeldung. Das Ergebnis: Platz 6 auf der Warteliste – also eigentlich keine Chance, teilzunehmen.

Bockig, wie ich bin, habe ich trotzdem an dem Wochenende Urlaub eingereicht und auch bekommen. „Bielefeld ist überall“, dachte ich mir und plante ein Nähwochenende, eventuell mit Freundinnen. Dienstag und Mittwoch habe ich sogar Essen für das Wochenende vorgekocht, um ja keine Störung an der Nähmaschine zu riskieren.

Ein kleines Quäntchen Hoffnung hatte ich aber immer noch, darum habe ich ab Montag mehrmals täglich meine Mails kontrolliert. Schließlich ist Januar Erkältungszeit, und auch wenn ich keiner wünsche, dass eine Erkrankung sie von der Annäherung fern hält, weiß man ja nie. Und am Donnerstag Abend kam tatsächlich die Nachricht: Ein Platz war kurzfristig frei geworden.

Freitag Vormittag war ich dann mit Frau Lila und Gelb unterwegs zur Jugendherberge.

DSC_0591Meine Projekte – denn ich habe immer mehrere Projekte dabei und bin noch nicht ein einziges Mal mit einem vollständig fertigen Kleidungsstück von der Annäherung nach Hause gefahren – waren die beiden Weihnachtskleider und eine angefangene Hose für meine Tochter. An der Hose nähe ich schon seit Monaten, was daran liegt, dass ich sie parallel mit der Freundin meiner Tochter nähe, die von mir einen Mini-Nähkurs zum Geburtstag bekommen hat. Die Hose dient dabei quasi als Anschauungsmaterial. Jetzt drängelte die Tochter aber doch ein wenig, die Hosen werden anscheinend knapp.

An der großen Tafel zeigen die anderen ihre Projekte:

Projektafel

So sieht es dann in Bielefeld aus: Inseln aus jeweils 8 Tischen, an denen dann 6 bis 8 Näherinnen sitzen.

 

Seit der zweiten Annäherung gibt es immer einen Tausch-Tisch, der Stoff für die beiden Weihnachtskleider stammt auch von dort.Tauschtisch

 

Die Hose wurde am Samstag Vormittag fertig, war ja auch nicht mehr viel zu tun, nur die Fake-Paspeltasche auf der Rückseite versäubern und dann Mittel- und Seitennähte schließen und den Bund ansetzen.Tochterhose 1 Letzterer musste erst noch einmal in einen geteilten Bund umgewandelt werden, wenn man nicht anprobieren kann, sollte die Hosenweite einfach zu ändern sein. Tatsächlich musste ich auch noch 3cm in der Weite hinten herausnehmen, damit die Hose passte.Tochterhose 2

 

Weihnachtskleid annäherungDas erste Weihnachtskleid (Nummer 2 war eh nur pro Forma dabei) ist natürlich nicht fertig geworden, und die 6 Nähstunden, die in die Hose geflossen sind, hätten das vemutlich auch nicht geändert. Aber ich bin sehr froh dass ich es mitgenommen habe, denn mit der Hilfe von Muriel, Carola und Heidy konnte ich mit den Ausschnitt anpassen, was ich alleine nie geschafft hätte. Mit dem Kleid nehme ich an Chrissys Näh-Aktion „12x Me-Made“ teil, dann schreibe ich noch genaueres über die Anpassung.

Und weil dies die 5. Annäherung war, gab es von unserem Orga-Team zwei tolle Überraschungen: Susi, Alex und Miriam haben Etiketten mit der Aufschrift „anNÄHerung, die 5.“ weben lassen, die wir in die auf der Annäherung genähten Kleider nähen können. Und dann gab es Samstag Nacht Torte. Bei einer der besten Konditoreien (oder auch der besten) Bielefelds hatten sie drei wunderschöne Torten bestellt, die obendrein auch noch oberlecker waren.Jubiläumstorten

Viel zu schnell ging das Wochenende vorbei, und während Sonntag Mittag an manchen Tischen noch wild genäht wurde, Annäherung 4waren andere schon zur Häfte verwaist. Nach der obligatorischen Abschluss-Präsentation (wie schaffen das manche bloß, 3 und mehr Sachen an einem Wochenende zu nähen?!) ging es auf die Heimreise.

Danke an Alex, Susi und Miriam für die fabelhafte Organisation und die tolle Überraschung. Danke auch an die Jugendherberge in Bielefeld, die sich immer richtig freundlich um unser leibliches Wohl kümmert und hilfsbereit auf unsere Wünsche eingeht.

Schön war’s, bis zum nächsten Mal.

MMM: Lieblingskleid(ungsstück) 2017

Eine schöne Tradition beim MMM ist, das Lieblingskleidungsstück des Vorjahres am ersten Mittwoch des Jahres zu zeigen. Das birgt gleich mehrere Vorteile: Erstens sind alte Fotos erlaubt und für viele von uns ist das aktuelle Foto ja eine Hürde, die oft unüberwindlich zwischen uns und unserem Blogpost steht.

Zweitens, und viel wichtiger, erfordert die Entscheidung über das Liebling-Teil ein gewisses Nachdenken über das im alten Jahr Genähte und ist vielleicht auch Anstoß, um über das Nähen und Bloggen im allgemeinen und im besonderen nachzudenken.

Und dann ist da noch die Frage: Was macht ein Kleidungsstück denn überhaupt zu einem Lieblingsstück?

Die letzte Frage ist für mich relativ einfach zu beantworten: Ein Lieblingsstück ist bequem, hat eine Lieblings-Farbe, die mir gut steht, ist pflegeleicht, alltagstauglich und ich fühle mich darin schöner, besser angezogen und einfach toller, als in anderen Kleidungsstücken. Es versorgt mich mit Energie und guter Laune.

Im letzten Jahr hat genau ein Kleid alle diese Anforderungen erfüllt:MMM 10-05-17 (3)

Es ist aus der Januar-Fashion Style von  2017.

Allerdings gibt es noch ein weiters Kleidungsstück, das ich, seit es genäht habe, andauernd trage:MMM-08-03-17 (5)Diese Hose. Sie ist einfach ein Kleidungsstück, das ich dringend brauchte, um nicht nur in Jeans herumzulaufen. Allerdings ist sie einfach 2cm zu kurz. Das ärgert mich schon, seit ich sie die erste Woche getragen habe. Aber natürlich hatte sie sofort einen weißen Streifen an der Bruchkante, also konnte ich sie nicht einfach verlängern. Neulich machte sogar eine Kollegin eine boshafte Bemerkung darüber und da habe ich dann auch eine praktische Lösung für das Problem gefunden: ich werde einen Aufschlag annähen und damit die alte Bruchkannte verdecken. Jetzt dürfen die Stoffreste in jeder Wäsche mitschwimmen, damit sie den selben Auswaschungsgrad wie die Hose erhalten.

Wegen der Kürze ist fühle ich mich zwar nicht unbedingt besser angezogen oder toller darin, als in anderen Hosen, aber die Alltagstauglichkeit und der wirklich schöne Schnitt, der mir so gut gefällt, gleichen das aus, also : Lieblingsstück? Häkchen dran!

Beim durchsehen der Fotos in der Mediathek meines Blogs habe ich dann noch den Pyjama aus dem Januar gesehen. pyjamaparty-mmm-08-02-3Den hätte ich ja fast vergessen, dabei liebe ich ihn heiß und innig, und der einzige Grund dafür, dass ich ihn nicht morgens wasche, um ihn am selben Abend wieder anziehen zu können ist, dass ich ihn etwas schonen will, damit ich lange etwas davon habe.

Was mich zu den ersten Fragen bringt: Was habe ich überhaupt in diesem letzten Jahr genäht? Viel war es nicht, und das wenige fand auch größtenteils im ersten Halbjahr statt. Eine genaue Auswertung will ich noch machen, die gehört nicht an diese Stelle. Im Sommerurlaub habe ich zwar ganz viel zugeschnitten, aber nichts vernäht. Wie so oft, musste das Nähen hinter den Anforderungen des Alltages, der Familie, des Gartens und des Berufs zurückstehen. Ich bin nicht sicher, ob das O.K. ist, denn Näh-Zeit ist „Ich-Zeit“, also Zeit, in der ich mich um mich selber kümmere, und das ist im letzten  Jahr echt zu kurz gekommen. Das gleiche gilt für das Bloggen. Ich habe noch weniger gebloggt, als Kleidung gefertigt, denn ich habe mir zwei Jacken gestrickt, über die ich nicht eine Zeile geschieben habe, was schade ist, denn sie sind schön, und die eine davon schließt wieder eine Lücke in meinem Kleiderschrank.

Ich nehme mir für diese Jahr nur vor, mich besser um mich selber zu kümmern und mehr Sachen zu tun, die mir gut tun. Dabei wird dann vermutlich automatisch mehr Nähzeit anfallen und wenn ich, ohne mir Druck zu machen, auch noch darüber schreiben kann, werde ich das sicher tun.

Seit Mittwoch zeigen noch viel andere ihre Lieblinge aus dem letzten Jahr auf dem MMM-Blog. Ein schönes, erfolgreiches Näh-Jahr wünsche ich allen meinen Lesern und Leserinnen.

Weihnachtskleid-Sew-Along: Zwischenstand: Karos sind doof

Seit Sonntag berichten die Teilnehmerinnen des diesjährigen Weihnachtskleid-Sew-Alongs  auf dem MMM-Blog von ihren Fortschritten. Ich kann da kaum etwas berichten, denn bei mir sind die Zeit-Diebe am Werk. Sie sind weder grau, noch rauchen sie Zigarren, sie sind grün, haben lange Wurzeln und hausen im Gemüsegarten. Der ist noch nicht besonders winterfest, also habe ich meine freie Zeit dort verbringen müssen.

Doch zum Glück ist das Wetter jetzt so scheußlich, dass nicht einmal ich in den Garten mag, und daher habe ich gestern in einem Kraftakt von 4 Stunden den restlichen Zuschnitt hinter mich gebracht.  Was soll ich sagen? Großformatige Karos zuzuschneiden ist von Natur aus mühseelig, aber wenn die Karos obendrein nicht symmetrisch zum Kettfaden sind und sich trotz größter Mühe kein rechter Winkel in den Stoff bügeln lässt und dann auch noch der Stoff eine Art Flanell-Oberfläche aufweist, bei der man nicht weiß, ob sich nicht doch ein Strich zeigen könnte, dann ist das einfach schrecklich.

Ich habe alles einlagig zugeschnitten und so lange den Stoff hin- und hergezerrt, bis die Karos übereinstimmten. Dabei waren die Passzeichen im Vogue-Schnitt übrigens eine große Hilfe. Schade, dass Burda das Modell zwar in kariert abbildet, aber für eine passgenaue Karo-Verarbeitung keinerlei Hilfe anbietet. Als ich fast mit dem Zuschnitt fertig war, kam mir der clevere Gedanke, den Karo-Rapport mit Hilfe einer Zuschneidematte als Raster auf die Schnittmuster zu übertragen. Das hätte mir eher einfallen können! Danach musste ich nur noch den Stoff passend zu den Markierungen auf dem Schnittmuster zurecht zerren, und alles ging viel einfacher. Auf dem schlecht

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schwarz die alten Schnittlinien

ausgeleuchteten Foto kann man das bei dem Ärmel ein bischen erkennen. Deutlich zu sehen sind auch zwei Änderungen, die ich am Schnitt des Vogue-Kleides vorgenommen habe. Es ist nicht immer falsch, nicht alles in einem Rutsch zuzuschneiden. Als ich die Zutaten kaufen wollte, stellte ich fest, dass für das Vogue-Kleid nur ein 40cm RV vorgesehen war. Der tiefe Rückenausschnitt war mir im Eifer des Gefechts ganz entfallen, er passt ebensowenig zu dem warmen Flanell wie kurze Ärmelchen, daher habe ich die Schnitte kurzerhand angepasst. Im Bereich des Rückenausschnittes werde ich vermutlich noch ein paar Abnäher einsetzen müssen damit er sich schön anschmiegt.

Beim Burda-Kleid habe ich die gekreuzten Bänder einmal mit dem Fadenlauf und einmal diagonal zugeschnitten.

Die Entscheidung für die diagonalen Bänder war leicht, warum näht man schließlich Karos, wenn man damit nicht spielen will? Auch Nahttaschen wird es in beiden Kleidern geben. Das Vogue-Kleid ist komplett gefüttert, ob mir das bei den Ärmeln gefällt, weiß ich noch nicht, sicherheitshalber habe ich aber ein paar Stoffreste zurückbehalten, um im Ärmelbereich Besätze an den Ausschnitt nähen zu können.

Am Wochenende werden die letzten Geschenke gekauft, dann werde ich sehen, wie viele Kleider ich bis Weihnachten fertig bekomme. Montag und Dienstag habe ich frei, und das Wetter wird schlecht, das sind gute Aussichten für die Nähmaschine.

 

WKSA 2017 Teil 2 -Ich habe mich entschieden

Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff.

Stimmt nicht ganz, den Stoff habe ich schon seit langem, und dass ich sowohl das Vogue-Kleid als auch das karierte Burda-Kleid irgendwann nähen will, stand bereits auch schon fest. Die Frage war nur, welches ich zu Weihnachten tragen will.

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hier noch einmal zur Erinnerung die beiden Schnitte

Nun, weil ich mich nicht entscheiden kann, nähe ich beide! Die Frage ist nur, mit welchem ich anfangen will. Das Vogue-Kleid kommt mit deutlich weniger Schnitt-Teilen aus, nicht einmal Einlage muss man aufbügeln, weil es komplett gefüttert wird, also wäre es vernünftig, damit anzufangen.

Aber wann wäre ich schon mal vernünftig?! Also habe ich erst einmal beide Schnitte auskopiert, allerdings noch nicht zugeschnitten.

Beim Burda-Kleid habe ich bereits eine Anpassung am Ärmel vorgenommen. Für meine vom Unkraut Jäten gestählten, Muskelbepackten Oberarme ist der Standard-Burda-Ärmel in der Regel zu eng, so erlebt beim letzten Weihnachtskleid. Damals habe ich die Nahtzugabe bis zum letzten bisschen ausgereitzt, und dennoch spannt der Ärmel unangenehm unterhalb des Ellenbogens.

Dana von Cuticakes Welt empfiehlt in ihrer Beschreibung des Schnittes einen elastischen Stoff, meiner ist feste Webware, also habe ich erst einmal das Schnittmuster vermessen und mit dem Ärmel des letzten Weihnachtskleides verglichen. Und dann habe ich gleich mal einen Zentimeter Weite zugegeben. (roter Pfeil).

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Ich zeichne übrigens immer gleich die 1,5 cm Nahtzugabe an den Schnitt, dann passt alles aufeinander und ich muss keine Linien auf dem Stoff einzeichnen und dann übereinander bringen. Das gefällt mir bei den Vogue-Schnitten und denen von Butterick ganz besonders.

Wenn man an der Ärmelweite etwas zugibt, muss man natürlich in der Höhe ein bisschen wegnehmen, weil sonst der Ärmel nicht mehr in das Armloch passt.

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Die rote Linie ist die alte Naht, darunter ist die angepasste. Ich benutze dafür einen spezielles, biegsames Lineal und habe das Stück zwischen den beiden Punkten angepasst.

Mit dieser Anpassung habe ich mehr Bewegungsfreiheit im oberen Ärmel, und wenn ich dem Arm hebe, ist da auch weniger Stoff, der sich knautscht. Das geht aber auf Kosten des schönen Falls, denn wenn meine Arme herunterhängen, faltet sich der Stoff im Achselbereich stärker. Da ich aber in der Regel selten mit hängenden Armen dastehe und mich weit mehr über ein hochrutschendes Kleid ärgere, wenn ich die Arme hebe, kann ich mit diesen Falten sehr gut leben.

Ich habe mich bei dem Schnitt für eine Größe 38 entschieden und bei 1,5 cm Zugabe sollte genug Spielraum für Anpassungen sein.

Das Spitzenkleid aus der aktuellen Burda ist übrigens noch nicht vollständig aus dem Rennen. Ich habe ein Kleid entdeckt, dass ich mir zu meinem 25. Geburtstag genäht habe, und dessen Minirock ich dann irgendwann durch einen angekräuselten Rock aus Dupionseide in Mitternachtsblau und Schwarz changierend ersetzte. Außerdem besitze ich noch einen Rest Spitze vom Konfirmationskleid der jüngeren Tochter, also wäre mit einem passenden Futterstoff für das Oberteil alles vorhanden. Die Durchsicht des Kleiderschrankes zeigt, dass da durchaus auch Raum für etwas Edles ist, ich habe einiges Ausgemustert. Mal sehen, wie lange ich für die karrierten Kleider brauche, Anfang Dezember, wenn alles möglich zu sein scheint, wenn man nur gut genug plant, ist noch Raum für Träume.

Alle anderen Träume und realistischen Planungen rund um das diesjährige Weihnachtkleid sind hier auf dem MMM-Blog zu finden.

MMM mit Burda Titel 9/2017

Heute trage ich die eben fertig gewordene Hose 121 aus Burda 9/2017.

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Natürlich habe ich einen Haufen Änderungen vorgenommen. Die offensichtlichste ist: Die Aufschläge fehlen, dafür ist die Hose lang. Da ich in der Regel wenig attraktive Kniestrümpfe trage, mag ich die 7/8 Längen nicht besonders, und mit Aufschlägen sieht die lange Hose aus „wie zu lang und umgekrempelt“, sagt die Tochter. Stimmt!

Außerdem habe ich die Hose mit Taschen versehen. Hose ohne Taschen geht gar nicht!22-11-17 Burda 09-17-121 (3)

Für Euch getestet: Fotos im Sitzen von der Treppe aus aufgenommen sehen merkwürdig aus.

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Aber es zeigt deutlich, dass die Hose sehr bequem ist und maximale Beweglichkeit bietet. Kunststück, ich habe ja einen bi-elastischen Polyester-Gabardine genommen. Im Schnittmuster steht bei Stoffempfehlungen: „Hosenstoffe mit oder ohne Elasthan-Anteil“. Ich möchte mal wissen, wie dieser schmale Schnitt ohne Elasthan funktionieren soll!

Das Shirt ist übrigens auch ein Burda-Schnitt: Nr.129 aus 1/2011. Er sieht allerdings an vollbusigen Frauen besser aus und erfordert Unterwäsche mit einem graden Ausschnitt.

Für meine Figur mit dem dicken Po betonten Gesäß muss ich den Schnitt immer kräftig anpassen. Dieses Mal habe ich an der hintern Mittelnaht gleich beiderseits 2cm herausgenommen und das rückwärtige Hosenteil zur hinteren Mitte zum Ausgleich um 2cm erhöht. Soviel hatte ich bei der letzten Hose auch geändert. Es hat von Anhieb an gepasst, ich bin sehr zufrieden.

An dem Schnitt mag ich besonders die schmale Passform und den breiten Bund mit dem angeschnittenen Knopfverschluss, der übrigens eine Mogelpackung ist. Durch den Nahtreißer in der Seitennaht ist die Hose schnell genäht (wenn man keine Taschen arbeitet). Meine Taschenbeutel gehen übrigens über die gesamte vordere Seite und werden in der Mittelnaht mitgefasst. Dadurch tragen die Taschen nicht auf und der Bauch bleibt schön flach. Sollte ich die Hose noch einmal nähen, würde ich aber horizontale Nahttaschen in der Bundansatznaht arbeiten. Eventuell probiere ich den Schnitt doch noch einmal mit unelastischem Stoff aus, dann müsste ich aber einiges an Bequemlichkeitszugabe einplanen.

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Noch ein Foto von der Treppe und zurück geht es zum MMM wo lauter gut gekleidete Menschen ihre selbst genähte Kleidung präsentieren.

MMM: Fashion Style 1/2017 Kleid 24

Weil es einfach nicht warm werden will, habe ich mir noch schnell ein Kleid für die „Übergangszeit“ genäht:

Nr. 24 aus der Januar-Knip/Fashion Style. Aus einem Punto di Roma von Stoff und Stil entstand es in nur vier oder fünf Stunden.

Ein simples 3-Schnittteile Kleid, dessen Pfiff in dem aus dem Vorderteil hochgezogenen und dann umgefalteten angeschnittenen Stehkragen liegt. Durch eine kleine Drehung bilden sich beiderseits des V-Ausschnittes zwei Falten.Die scheinbare Taillennaht auf den Fotos ist eine optische Täuschung, hervorgerufen von den Taillengummis von  Strumpfhose und Unterrock. Im Schnitt ist eine unmotivierte vordere Mittelnaht vorgesehen, deren einziger Zweck zu sein scheint, dass man dann den Ausschnittbesatz auf der Nahtzugabe festnähen kann. Die habe ich gleich erstmal weggelassen und den Besatz unsichtbar mit zwei Stichen festgenäht. Im Rücken soll ein Reißverschluss sein, aber bei einem normal-stretchigen Jersey kann man getrost darauf verzichten und das Kleid einfach über den Kopf ziehen. Meinen Maßen nach Anleitung entsprechend habe ich unterhalb der Taille eine Gr. 38 und oberhalb der Taille eine Gr. 36 genäht und bin mit der Passform sehr zufrieden.

In der rückwärtigen Mitte wird die Naht zur Taille hin um einen Zentimeter eingestellt, um dann im Bereich des Gesäßes 1 1/4 cm ausgestellt zu werden. Das bedeutet in der Gesamtheit 2,5 cm mehr Weite über dem Po , die dann zum Saum hin wieder um einen cm verringert wird.

Dadurch, und durch die langen Abhäher, die durch die Taille gehen, schmiegt sich der Stoff im Rücken wunderbar an und dieser Hohlraum im Bereich der Lendenwirbel, den man so oft bei Kleidern findet, deren Rückenteil im Stoffbruch zugeschnittenen wurde,  entsteht hier nicht.

Konstruktionstechisch bekommt der Schnitt von mir also volle Punktzahl. Das gilt aber keineswegs für die Anleitung. Es gehört ja inzwischen fast schon zum guten Ton, sich über Burda-Nähanleitungen zu beschweren. Kann ich persönlich nicht so nachvollziehen, auch wenn ich zugeben muss, dass die früher tatsächlich mal besser waren, und dass es oft eine Herausvorderung für die bildliche Vorstellungskraft bedeutet, nur nach Text zu nähen. Die Schnitte sind halt oft etwas komplizierter als z.B. in der Ottobre und natürlich sind Abbildungen beim Nähen unschlagbar.

Allen, die sich immer besonders laut beschweren, kann ich jedoch nur dieses Kleid empfehlen. Was ich aber hier beim Ansetzen des Kragenteils am Rückenteil erlebt habe, war unglaublich, und nur mit Hilfe der technischen Zeichnung des Kleides überhaupt zu bewältigen. Jede Standard-Burda-Anleitung ist im Vergleich dazu betreutes Nähen für Anfänger. Also: Schnitt topp, Anleitung sechs, setzen!

Und weiter gehts zum MeMadeMittwoch, wo Nina heute einen sehr schönen französischen Schnitt vorstellt.

Ginkos ’n Roses

Heute grüße ich zum MMM aus dem phantastischen Garten meiner Freundin.

Weil sie gerade keine Zeit zum fotografieren hatte, habe ich ein Natur-Stativ gesucht und gefunden: Kamera in die Astgabel klemmen und hin und her sprinten.

Ich trage heute den Vogue-Trenchcoat, darunter meine Ginko-Norma, eine Strickjacke im Gladiolen-Muster (da sind die ersten Blumen für den heutigen Motto-MMM) und eine neue Bluse:

 

Nr. 120 aus Burda 5/2007. Diese Bluse hatte ich schon bei Brot und Butter im Plan und jetzt ist sie endlich fertig. Ich habe gefühlt Jahre daran genäht, immer in Etappen, und jedes mal, wenn ich sie aus der UFO-Kiste nahm, um daran weiter zu arbeiten, war ich überrascht, wie weit ich doch schon gekommen war, und wie wenig eigentlich noch fehlte. Kennt Ihr so etwas auch? Projekte, an denen eigentlich nur noch wenig fehlt, was sich aber dann doch immer so endlos lange hinzieht, weil es in einem Anlauf doch nicht fertig wird, so dass es wieder in der Kiste landet!(Klick auf Bild macht es groß)

Ich habe die Spitze und die Schleifchen weggelassen, und statt dessen 15 (!) schöne Knöpfe verwendet. Der Blusenstoff mit den Rosen ist eine Ikea-Bettwäsche, aus der ich schon mein Tina-Kleid genäht habe. Die Strickjacke aus dem letzten Herbst-Jäckchen-Knit-Along wurde extra für diesen Stoff gestrickt. Geschlossen sieht sie nicht so gut aus, weil die Ausschnitte nicht so gut zusammenpassen und der oberste Blusenkopf dann blitzt, aber offen bringt sie genau die Wärme, die für dieses Wetter nötig ist.

Ein letztes, verfrorenes Foto und dann geht es zum MMM zurück, der ganz passend zur Jahreszeit unter dem Motto „Blumen“ in allen Farben, Variationen und Formen steht.

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12 Colours of Handmade Fashion: Peplum in Pink

Der März ist bereit herum und bei Selmin von Tweed and Greet finden sich alle diejenigen zusammen, die ihrem Kleiderschrank rosafarbene Kleidungsstücke hinzugefügt haben.
Bei Rosa muss ich an eine Szene aus dem Audrey-Hepburn-Film „Ein süßer Fratz“ (wer denkt sich bloß solche Titel aus?!, Original „Funny Face“) denken: Die Herausgeberin einer Modezeitschrift will mehr Orignalität ins Blatt bringen und beschließt: „Think Pink!“ Nach dem Schnitt laufen alle Redakteurinnen, Sekretärinnen etc. in Rosa herum, sogar Wände und Türen müssen daran glauben, nur sie trägt schwarz. Gefragt, warum, erklärt sie :“Ich hasse Rosa!“
Ich hasse Rosa keineswegs, trotzdem befindet sich erstaunlich wenig Rosa in meinem Haushalt.
Selmin stellt immer so schöne Farb-Kollagen zur jeweiligen Montatsfarbe zusammen, und als ich bei mir nach rosafarbenen Dingen gesucht habe, um auch solche Kollagen für diesen Post zu erstellen, bin ich vor allem im Garten fündig geworden.

In meinem Kleiderschrank befanden sich nur ganz wenige rosafarbene Kleidungsstücke, und praktisch nichts, das selbst genäht wäre. Ein Rock mit Rosa im Muster und ein Mantelfutter. Und, fast vergessen, der Pussy Hat. Nicht gerade viel. Also musste etwas neues her.  Ich habe die Bluse Peplum aus der Ottonbre 5 /2013. Sie stand schon lange auf meiner Liste, wenn auch nicht unbedingt in Rosa. Der Stoff ist ein ganz feiner Hemdenbatist, bügelfrei. Das bedeutet: jede Naht durfte abgesteppt werden. Ursprünglich hat sich die jüngere Tochter ein Strandkleid daraus genäht, nur um festzustellen, dass es ihr doch nicht gefiel, als es fertig war. Also kam der Stoff zurück in den Fundus.Hier seht Ihr das Resultat am 27.3., und trotz Weichzeichnen kann man deutlich meinen sehr unbegeisterten Gesichtsausdruck erkennen! Die gewählte Größe 38 (meine Maße nach Tabelle!) war definitiv zu groß. Also wurde kräftig geändert. Mit Rücksicht auf die bereits eigesetzten Ärmel, die grundsätzlich gut sitzende Schulterpartie und vor allem auf die abgsteppten französischen Nähte habe ich nur die horizontalen Abnäher vertieft und insgesamt ca 4cm in der Weite herausgenommen. Die nächste Peplum wird in Größe 36 genäht. Ich fand auch die Länge des Oberteils nicht so schön, irgendwie gefiel mir die Proportion mit dem Schößchen nicht so gut, also habe ich da auch gekürzt.Um mit dem Rosa und dem mädchenhaften Schnitt nicht vollkommen in zuckersüßer Niedlichkeit zu ersticken, habe ich mich für einen gepaspelten Kragen, eine gepaspelte Knopfleiste und schwarze Knöpfe entschieden. Im Anschluss an die Fotostrecke zeige ich noch, wie ich das gemacht habe.

Die Fotos entstanden im Gemüsegarten.Das Thema des nächsten Monats ist Gelb, hier schon mal ein Farbmuster:Für alle, die es interessiert, zeige ich hier noch in einem Mini-Tuto, wie man einen gepaspelten Kragen näht, und erkläre, wie man eine angeschnittene Knopfleiste in eine gepaspelte umwandelt. Alle Andern schicke ich zurück zu Selmins wunderbarer Sammlung von pinkfarbener Garderobe.

Der Kragen sollte mit 1cm Nahtzugabe zugeschnitten sein, mehr ist unpraktisch. Die Paspel, ich habe Fertigpaspel verwendet, wird so auf den verstärken Kragen genäht, dass die Wulst der Paspel innerhalb neben der Nahtliene liegt. Das geht am besten mit einem Paspelfuß, der eine Rille unten drunter hat, unter dem die Paspel ganz bequem laufen kann. Ich habe so etwas nicht, daher habe ich den Reißverschluss-Fuß meiner Nähmaschine verwendet und die Nadelposition ganz an die Seite gestellt.Hier nähe ich die Paspel an die Knopfleiste, die Technik ist die selbe. Ich habe freihand gearbeitet, weil das bei den Rundungen leichter ist, und auch die Paspel bei den Rundungen etwas eingeschnitten. Sie gibt zwar etwas nach, aber wenn sie spannt, stört das beim Nähen.Als nächstes wird der unverstärkte Kragen aufgesteckt, alles wird eng an der Paspel zusammengenäht, die Nahtzugabe wird auf 4mm zurückgeschnitten, umkrempeln, glatt streichen, absteppen.

Dann wird der Kragen an den Kragensteg genäht, und weil hier in den Anleitungen in der Regel die Rollweite verheimlicht wird, zeige ich das hier noch einmal.

Die Rollweite ist für den guten Fall eines Kragens ganz wichtig. Nehmt einmal ein dickes Buch zur Hand und legt es flach vor Euch auf den Tisch. Alle Blätter schließen bündig miteinander ab. Jetzt biegt ihr alle Blätter einmal um, als ob Ihr sie mit dem Daumen schnell durchblättern wollt. Das oberste Blatt scheint jetzt zu kurz zu sein, Ihr habt keine gerade Kante mehr. Genau das gleiche passiert mit dem Oberkragen, wenn Ihr ihn umlegt. Er spannt und möchte immer wieder zurückspringen. Man muss ihn also ein Stückchen breiter machen, und dieses Mehr an Stoff nennt man die Rollweite. Bei einem Kragen aus dickem Stoff kann die gerne mal 2cm betragen! Das muss man unbedingt vor dem Zuschneiden beachten, sonst erlebt man böse Überraschungen.

Ich schiebe den Oberkragen immer etwas in Richtung der Kragenkante und fixiere ihn mit Stecknadeln, dann fasse ich die offene Kragenkannte zwischen die Teile des Kragensteges und nähe alles zusammen. Vorsicht, nicht bis ganz unten durchnähen, sonst kann man den Kragen nicht schön an die Bluse nähen. Die Nahtzugabe der Ansatznaht wird auch beschnitten und absgesteppt, dabei steppe ich nicht alles durch, nur bis zur blauen Nadel. Wenn der Kragen an die Bluse genäht ist, wird diese Naht ja noch einmal abgesteppt, und damit man nicht direkt am Verschluss einen deutlich sichtbaren Nahtanfang mit vernähten Fäden hat, beginne ich die Absteppnaht unter dem Kragen, der dann die Ansätze verdeckt.

Die gepaspelte Knopfleiste ist aufgesetzt. Ich habe die Breite der Knopfleiste am Schnitt ausgemessen ( Umbruchlinie bis Anstoß- oder Stepplinie) , einen Streifen in der Breite plus Nahtzugaben zugeschnitten und verstärkt und dann die Paspel aufgenäht. Genau wie beim Kragen: Nahtlinie ist die Kante der Knopfleiste, Paspel innen.Hier noch einmal im Bild.

Jetzt müsst ihr am rechten Vorderteil die angeschnittene Knopfleiste abschneiden. Die Knopfleiste wird an der Umbruchlinie festgenäht, also müsst ihr dort noch die Nahtzugabe dranlassen! Ihr könnt jetzt die Knopfleiste an die Blusenkante nähen, zur Seite umklappen und feststeppen, dabei wird an der offenen Kante die Nahtzugabe eingeschlagen und die Paspel schaut heraus. Alles noch einmal absteppen, fertig. Für einen schönen Abschluss am Saum säumt man entweder alles mit einem Schrägstreifen, oder man verzichtet auf die Schönheit ,versäubert die Kante und näht sie einfach um, denn die gepaspelte Knopfleiste kann man nur einmal umschlagen. Man kann allerdings auch die Knopfleiste ca. 3m vom Saum entfernt lose lassen, den Saum doppelt einschlagen, festnähen und dann die Kopfleiste eingeschlagen auf den Saum steppen.

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Grün, grün, grün sind alle meine Kleider: 12 Colours of Handmade Fashion

Selmin vom Blog Tweet and Greet hat sich in den letzten Jahren immer wieder interessante Näh-Herausforderungen ausgedacht.Bei Ihrer diesjährigen dreht sich alles um das Thema Farbe. Jeden Monat gibt es eine neue Farbe, mit der wir uns auseinander setzen dürfen. Sympathischer Weise sind die Link-Tools, die auch als Inspiration-Datenbank gedacht sind, das ganze Jahr geöffnet, so dass ich also noch im März zum Thema Grün etwas schreiben kann.

Ich hätte ja auch Bilder aus dem Archiv verwenden können, aber ich wollte auch gerne etwas Neues zum Thema fabrizieren. Mein grünes Kleidungsstück ist nur vorwiegend grün, das Schottenkaro enthält auch noch eine Menge Blau, Gelb und ein wenig Rot. Das passt, denn in der Natur haben wir grün ja auch nur selten isoliert stehen.

Als Gärtnerin habe ich natürlich eine besondere Beziehung zur Farbe grün, umso verwunderlicher finde ich es, dass es bis vor 12 Jahren nur zwei armselige grüne Kleidungsstücke in meinem Kleiderschrank gab (das pfefferminzgrüne Examens-Kostüm, dass ich mir genäht habe, als ich besser für’s Examen hätte lernen sollen, lassen wir mal außen vor). Die Wende kam, als ich Anfang des Jahrtausends den Stoff für diesen Mantel fand:

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Gekauft bei einem Besuch bei meinen Eltern vor ungefähr 12 Jahren, sollte es dann aber noch einmal 10 Jahre dauern, bis der Mantel endlich fertig war. In der Zwischenzeit hatte ich allerdings begonnen, kräftig mit Grüner Kleidung aufzurüsten: Zuerst gekaufte Fleece-Shirts, T-Shirts und eine Jeans, die ich grün gefärbt habe. Letztere ist bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und wird nur noch zur Gartenarbeit hinzugezogen. Auch grüne Schuhe wurden gekauft, mit der Idee von grünen Jeans, Schuhen und diesem Mantel Gesamtoutfit. Irgendwann entdeckte ich ein beiges Leinendirndl im Second-Hand-Shop und färbte es – na, wie wohl?- Grün.
Dann fing ich wieder mit dem Selbernähen für mich an und es folgte dieser Rock, der inzwischen zu diesem Rock umgearbeitet wurde,

ein Kleid nach einem Colette-Schnitt,

dass ich einige Male nach-angepasst habe, bis ich mit dem Resultat zufrieden war und ein Sommerkleid nach Burda, dass ich viel zu selten trage.

Eins der grünen T-Shirts hat ein neues Leben als Garten-Shirt erhalten. Auch die ersten beiden Strickjacken, die ich nach Jahren des Nicht-Strickens zum Wiedereinstieg strickte, durften grün werden.


Und was sind die grünen Zukunftspläne?
Die Alpaka-Jacke rechts wird gerade wieder neu gestrickt, ich habe die erste verloren und das hat eine schmerzliche Lücke in meinen Kleiderschrank gerissen. Das hellgrüne Jäckchen sitzt im Schulterbereich auf der einen Seite merkwürdig und es hat einige Zeit der Analyse gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass ich das eine Vorderteil weiter gestrickt habe, als das andere. Leider ist das keine Änderung für „mal eben schnell“, denn die Blende muss dazu abgetrennt werden. Die Ärmel sind in das Armloch hineingestrickt, weil ich nicht genug Wolle hatte, also könnte ich im Grunde gleich alles auftrennen und von vorne Stricken. Eventuell mache ich das sogar, wenn ich genug Courage aufbringe, denn so wie sie ist, wird die Jacke eh nicht getragen!
Von dem grünen Paisley-Stoff, aus dem ich das Burda- Sommerkleid genäht habe, gibt es noch genug für eine Bluse, die schon im letzten Jahr auf dem Nähplan stand. Sie soll zum Dirndl passen und natürlich auch zu dem grünen Rock.
Man sieht also: Grün ist bei mir im Kleiderschrank ist zum Dauerbrenner geworden und es ist auch kein Ende davon in Sicht. Mir egal, was die Mode dazu sagen mag, ich kann ja selber nähen und wenn es keine grünen Stoffe gibt, färbe ich sie mir einfach!
Liebe Selmin, vielen Dank für Deine inspirierende Reihe, es macht richtig Spaß, sich einmal mit den Farben, die man so trägt, auseinanderzusetzen. Die Februar-Farbe ist beige, aktuell ist Rosa das März-Thema, damit werde ich anfangen, denn obwohl ich schon Pläne für ein beiges Kleid habe, ist es doch ein Sommermodell, und das rosafarbene Kleidungsstück kann schon eher getragen werden.

MMM im Bürzelrock (Burda 115 -01-17)

Willkommen bei „Vom Winde Verweht im Spreewald“.Ich zeige heute den Bleistiftrock aus der Januar-Burda, hier  noch einmal ohne Haare im Gesicht.Der Rock mit den interessanten Faltenpartien im eingesetzten Seitenkeil und dem Godet im Rücken hat mich vom ersten Blick an fasziniert. Insgesammt dreimal ist er im Heft und kein einziges Mal wird die Kehrseite gezeigt, das gab mir dann doch zu denken. Wohlmöglich sah das Godet wie ein Bürzel aus?

Ute hat dann  bei der Annäherung den Rock genäht und siehe da, es gab keinen Bürzel. Sie hatte einen grünen Karo-Stoff dafür verwendet, und ein Rest eines ähnlichen leichten Flanells lag auf dem Tauschtisch. Also habe ich frech ihren Rock kopiert. (Merke: Nachahmung ist die höchste Form der Schmeichelei).Hier die windige Rückansicht. Leider hatte ich Ute nicht so genau zugehört, als wir über die Größe sprachen und mir irgendwie etwas von „enger machen“ gemerkt. Ich habe dann munter in Größe 36 zugeschnitten und genäht und den fertigen Rock kaum über die Hüften bekommen! Nachdem ich alle Nähte wieder aufgetennt und auch den letzten halben Zentimeter herausgelockt habe, passt der Rock aber perfekt. Das (oder der?) Godet wird mit einem Stück Futter unterlegt, das nur so breit ist, wie die Lücke im Rock, so dass der Rock seine Form behält. Das Futterstück endet aber eine Handbreit oberhalb des Saumes, so dass man sich im Rock sehr gut bewegen kann. Mit dem Schnitt könnte ich mich glatt an enge Röcke gewöhnen. Die interessante Faltenpartie an der Seite gefällt mir auch, und ich würde gerne mit dem Rock in Serie gehen, dann müsste ich aber erst einmal den Schnitt aufs neue auskopieren, dafür fehlt mir gerade die Zeit und Lust. Stoff hätte ich ja schon noch da…Nett ist, dass man wegen der vielen schrägen Nähte sich kaum Gedanken um die Karoverarbeitung an den Seiten machen muss, nur die Rückwärtige Mitte ist halt etwas tricky. Burda sieht eine höhergesetzte Taille und eine Länge unter das Knie vor, ersteres mag ich nicht, für letzteres war ohnehin nicht genug Stoff da. Der Reißverschluss ist verdeckt eingesetzt, und oben gibt es einen Haken mit einer genähten Schlaufe, ganz so, wie man es vor Erfindung von Nahtreißern gemacht hat. Ich habe noch alte Reißverschlüsse, die ich auf diese Weise gut verbrauchen kann. Eigentlich steht er auch nicht so ab, das sieht auf dem Foto nur so aus.

Der Rock ist das erste Teil meiner neuen Kollektion passend zur roten Strumpfhose und wird heute beim Me Made Mittwoch gezeigt.

Dort zeigt Sibylle ihre neue Latzhose und es gibt wie immer tolle selbstgenähte Kleidung zu bewundern.