Adventskalender für Kinder 21.Dezember

21.Dezember

Am Morgen sagte Lenas Mutter:

„Liebes, die Station hat gerade angerufen. Ich muss heute Nachmittag arbeiten. Schade, ich wollte so gerne mit dir Plätzchen backen. Jetzt ist das geplatzt.“

Na großartig, dachte Lena. Nicht dass sie Zeit zum Plätzchenbacken gehabt hätte, aber ihre Mutter kannte Markus. Jetzt konnte er nicht bei der Befreiungsaktion mitmachen. Das war bitter. Emma und die Wichtel waren vollständig auf sich gestellt.

Am Nachmittag trafen sich alle wie verabredet im Gartenhaus. Eisbart war auch da. Die Wichtel hatten wieder alles aufgeräumt, nichts erinnerte an ihren Aufenthalt. Lena berichtete kurz, was geschehen war.

„Das ist vielleicht gar nicht so schlimm. Es wäre ohnehin nicht so gut, wenn jemand Menschen mit dieser Angelegenheit in Verbindung bringen kann. Außerdem sind die Rentiere ziemlich unruhig. Sie haben zu lange gestanden und spüren, dass etwas in der Luft liegt. Es ist besser, wenn Markus hilft, auf sie aufzupassen“, meinte Eisbart.

„Also dann los“, sagte Arne, „brechen wir auf“.

Der Schlitten stand draußen. Alle stiegen ein und fuhren zur psychiatrischen Klinik.

Es war verabredet, dass Markus und Lena den Rentierschlitten bewachen sollten. Dafür hatten sie sich Elfenkostüme zuammengestellt. Markus montierte die spitzen Ohren, die eigentlich von einem Star Trekk Kostüm stammten, an Lenas Ohren. Sie trug rote Hosen und eine Grüne Jacke. Markus hatte seine Ohren bereits aufgesetzt. Er hatte einen roten Skipulli mit Norwegermuster an.

„Ich hoffe, damit kommen wir durch. Und vor allem der Tierschutzverein erwischt uns nicht. Es ist sicherlich verboten, mit Rentieren Schlitten zu fahren.“

Es war geplant, dass er und Lena unten vor der Klinik warteten, während die Wichtel Emma besuchten und dabei den Weihnachtsmann befreiten. Markus und Lena würden so tun, als ob sie Werbung für den Weihnachtsmarkt machten. Svea hatte behauptet, je auffälliger die Tarnung sei, desto weniger Beachtung würde man ihnen schenken. Und später würde niemand zugeben, er habe den Weihnachtsmann in einem Schlitten mit Rentieren fliehen gesehen, das klang viel zu absurd.

Emma begrüßte „Onkel Eisbart“ und  die „Großnichte“ und den „Großneffen“ entzückt. Sie stellte ihnen  den Weihnachtsmann vor, der sogleich eine Geschichte erzählte.

Nach einer halben Stunde brachen die drei wieder auf. Der Weihnachtsmann und Emma begleiteten sie zur Tür der Station. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Man hörte einen scharfen Knall und aus einer Ecke des Raumes quoll dunkler Rauch. Ein Feuermelder begann schrill zu piepen und Panik brach aus. Emma klammerte sich kreischend an den Pfleger, der gerade die Tür der Station aufgeschlossen hatte.

„Schnell!“, sagte der Weihnachtsmann. Er nahm Svea kurzerhand auf den Arm und eilte mit ihr die Treppe herunter. Die anderen folgten. Die Treppe begann sich mit Menschen zu füllen. Das Gebäude wurde evakuiert.

Der Weihnachtsmann und die Wichtel stürmten aus der Tür auf den wartenden Schlitten zu, Eisbart packte die Zügel und schon fuhr der Schlitten los. Markus und Lena, die die Rentiere festgehalten hatten, konnten nur beiseite springen. Sie sahen dem Schlitten nach, wie er die Straße herabfuhr. Mit einem Mal hob er ab und flog davon.

Schweigend gingen die beiden Kinder nach Hause. Sie fühlten sich merkwürdig leer und es gab ja auch nichts zu sagen.

Am Heiligabend fanden beide ein zusätzliches Geschenk unter dem Tannenbaum, von dem keiner sagen konnte, woher es kam. Lena fand außerdem einen kleinen Brief.

Liebe Lena, stand darin, den Engel im Paket für deine Mutter hat der Weihnachtsmann in einer eurer Zeitschriften entdeckt. Ich dachte mir, du würdest vielleicht die verschwundenen Gipsbinden erklären müssen.

Auch Emma fand einen Brief. Als auf der Station Ruhe eingekehrt war, verzog sie sich in ihr Zimmer, um ihn zu lesen.

Liebe Emma,

wenn Wichtel ein Geschenk anfertigen, dann können sie es immer wieder finden. Auf diese Weise habe ich deine Puppe gefunden. Ich dachte mir, du würdest gerne wissen, was aus ihr geworden ist. Sie wurde an eine Familie gegeben, die nach Deutschland geflohen war und buchstäblich nichts außer ihrer Kleidung am Leib besaß. Das kleine Mädchen, das sie bekam, war so glücklich darüber und die Puppe wurde ihr liebster Besitz. Heute schenkt sie sie an ihre Enkelin weiter, die sich sicher auch sehr darüber freuen wird.

Alles liebe, dein Freund, der Weihnachtsmann

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