Adventskalender für Kinder: 18.Dezember

Eisbart hatte ein Problem. Er hatte den Schlitten fast fertig repariert. Die zerbrochenen Teile hatte er mit Brettern aus den Sitzen geflickt. Es würde halten, davon war er überzeugt, zumindest eine Reise lang. Sie würden es zwar sehr unbequem haben, aber das war auszuhalten.

Den Rentieren ging es gut, er hatte sie auf einer Weide untergebracht, auf der auch Kühe waren, denn dort gab es Heu, das sie fressen konnten. Sie waren kluge Tiere und versteckten sich zwischen den Kühen, wenn sich ein Mensch der Weide näherte.

Eisbarts Problem waren Arne und Svea. Er hatte keine Idee, wie er sie finden sollte. Bei der Aufregung nach der Bruchlandung hatten sie vergessen, einen Treffpunkt auszumachen. Eisbart hatte den Schlitten natürlich nicht an der Absturzstelle gelassen, da hätte ihn jeder finden können. Er hatte die Teile in jener Nacht mühsam von den Rentieren in ein kleines Gehölz auf der Wiese ziehen lassen und erst am nächsten Tag die verfallene Scheine am anderen Ende dieser Wiese entdeckt. Zum Glück waren im Winter die Tage kurz und so hatte er im Schutz der frühen Dunkelheit alles dorthin gebracht. Als die Kinder in den Eisregen gerieten, hatte er gerade mit der Reparatur begonnen. Mit seiner verletzten Schulter war das eine Tortur gewesen und für die letzten Teile der Reparatur brauchte er unbedingt  Arnes Hilfe. Er konnte nur hoffen, dass der Junge oder das Mädchen sich auf die Suche nach ihm machten. Er würde so gut es ging die Absturzstelle im Auge behalten, damit er Arne bemerkte, wenn der ihn suchte. Aber leider war der arme Eisbart von der Arbeit am Schlitten, den Schmerzen und all der anderen Aufregung so erschöpft, dass ihm nach kurzer Zeit die Augen zufielen.

In der kleinen Gartenlaube schliefen auch Arne und Svea den Schlaf der Erschöpften. Arne hatte zwar vorgehabt, in der Nacht zur Absturzstelle des Schlittens zu gehen, um Eisbart zu suchen und über die neuesten Entwicklungen aufzuklären, aber auch bei ihm war die Müdigkeit stärker. Er wurde am nächsten Morgen von der Sonne geweckt, die hell durch einen Spalt zwischen den Vorhängen schien. Es hatte in der Nacht auf das Eis geschneit und nun glitzerte der frische Schnee wie Diamanten. Arne machte erst ein Frühstück aus Lenas Vorräten, dann weckte er Svea. Der ging es schon viel besser. Die beiden beschlossen, dass Arne versuchen sollte, Eisbart zu finden, während ihre beiden menschlichen Freunde in der Schule waren. Man würde zwar seine Spuren im Schnee sehen, aber da konnte man eben nichts tun. Arne ging aus der Hütte durch das Gartentor zum Eingang der Kleingartensiedlung. Dann kehrte er um und ging wieder zur Hütte zurück. Schließlich ging er den gleichen Weg ein drittes Mal, aber dieses Mal ging er vorsichtig in seinen Spuren von der ersten Strecke. Am Eingang der Siedlung drehte er sich noch einmal um. Man sah zwei Spuren, eine, die zu dem Gartenhaus hin und eine, die wieder davon wegführte. Jeder würde denken, dass jemand zu dem Häuschen hin- und dann wieder weggegangen war.

Wichtel können sich so schnell und unauffällig bewegen, dass sie fast unsichtbar sind, wenn sie es wollen. Und so schaffte Arne es auch, unbehelligt von Kindern oder Erwachsenen zum  nahen Stadtrand zu kommen. Auf der Wiese, auf der sie gelandet waren, fand er natürlich keine Spur von einem Schlitten. Eisbart hatte alle Spuren sorgfältig verwischt und der Schnee hatte ein Übriges getan. Allerdings fiel ihm die verfallene Scheune gleich ins Auge. Er schlug einen weiten Bogen, um niemanden auf direktem Weg dorthin zu führen und schlich dann gebückt von dem hinteren Ende der Wiese auf die Scheune zu. Plötzlich packte ihn von hinten ein starker Arm und eine Hand hielt ihm den Mund zu. Eine Stimme flüsterte an seinem Ohr:

„Junge bin ich froh, dich zu sehen. Ich habe mir schon riesige Sorgen gemacht.“

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