Adventskalender für Kinder: 7.Dezember

7.Dezember

Als Lena nach Hause kam, war ihre Mutter schon da.

„Ich hatte heute nur einen kurzen Tag“, sagte sie. „Und wie war es bei dir?“

„Du glaubst nicht, was Markus mir erzählt hat! Sein Papa hat heute Nacht einen Mann festgenommen, der behauptet, dass er der Weihnachtsmann ist!“

„Doch, das glaube ich sogar sofort. Dieser Mann ist heute nämlich bei uns eingewiesen  worden.“

„Hat Markus‘ Papa das gemacht?“

„Nein, dafür braucht man einen Arzt. Der Polizeiarzt war der Ansicht, dass er wohl nicht ganz zurechnungsfähig ist. Zu seinem eigenen Besten ist er zu uns gebracht worden und da werden ihn unsere Ärzte untersuchen. Die Polizei versucht währenddessen, ihn zu identifizieren und Verwandte von ihm aufzutreiben.“

„Und was glaubst du? Ich meine, was hast du für einen Eindruck von ihm?“

„Er ist so dermaßen davon überzeugt, der Weihnachtsmann zu sein, dass man ihm das echt abnimmt. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass tatsächlich der Weihnachtsmann bei uns ist!“

Lena überlegte, ob sie ihrer Mutter von dem merkwürdigen Zufall mit Georg Fechners Wunschzettel erzählen sollte. Besser nicht, entschied sie dann. Ihre Mama hatte es eindeutig nicht so mit unerklärlichen Zufällen. Am Ende verdächtigte sie Lena noch, an den Weihnachtsmann zu glauben. So etwas ging ja gar nicht!

„Wie ist er denn so drauf, der Weihnachtsmann?“, fragte sie möglichst unauffällig.

„Das kann ich nicht so sagen. Er erscheint ganz gefasst, aber ich glaube nicht, dass er wirklich versteht, was mit ihm passiert. Er hat sich die Gitter vor den Fenstern angesehen und dann gesagt, dass seine Wichtel schon damit zurecht kommen würden. Er scheint fest damit zu rechnen, dass er heute Nacht wieder abgeholt wird. Dr. Weber hat ihn untersucht und sagt, dass er noch nie einen Menschen gesehen hat, der derartig fest in seiner eigenen Parallelwelt steckt.“

„Was wird aus ihm?“

„Na ja, erst einmal muss er einem Richter vorgeführt werden. Schließlich ist es nicht erlaubt, nachts an Fassaden herumzuklettern. Ich denke, dass dann der Richter ihn auf Dr. Webers Rat hin bis zur Verhandlung bei uns lassen wird. Ich  meine, er ist ein alter Mann, im Gefängnis wäre er sicher nicht gut aufgehoben. Hoffentlich findet die Polizei bald heraus, wer er ist und findet Angehörige, die sich um ihn kümmern.“

Auf einmal musste Lena an Caroline denken. Als sie fünf Jahre alt war, hatte sie sich sehnlichst einen Stoffhund gewünscht. Sie hatte ihn in einem Schaufenster gesehen, einen niedlichen kleinen Husky-Welpen. Ihre Eltern hatten erklärt, dass dieser Hund viel zu teuer sei.

„Dann wünsche ich ihn mir eben vom Weihnachtsmann!“, hatte Lena erklärt.

Am Heiligabend hatte dann tatsächlich ein Stoffhund unter dem Baum gelegen. Es war zwar nicht der Gewünschte gewesen. Aber dieser Hund war noch viel schöner. Er sah so lebensecht aus, dass man dachte, er müsse gleich zu bellen anfangen und herumlaufen auf seinen großen Welpenpfoten. Beide Eltern hatten kategorisch geleugnet, etwas mit diesem Geschenk zu tun zu haben.

Plötzlich war es Lena unheimlich wichtig, die Herkunft des Plüschtieres zu klären.

„Mama, von wem habe ich eigentlich Caroline bekommen?“, fragte sie jetzt.

Ihre Mutter sah sie merkwürdig an.

„Komisch dass du fragst, daran musste ich auch gerade denken. Ich habe sie nicht gekauft. Und dein Vater hat damals so steif und fest behauptet, nichts damit zu tun zu haben, dass ich nicht an Weihnachten mit ihm streiten wollte. Ich dachte mir, er solle halt seinen Spaß haben. Und später haben wir das Thema nie mehr angeschnitten.“

Fortsetzung folgt…

Wer sich beteiligen möchte am Adventskalender-Projekt, kann das über die Kommentare tun, wie hier beschrieben.

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